Dorfkirchenadventskalender 2014

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 26.01.2016
Letzte größere Änderung: 26.01.2016
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Advent
Gemeinden/Institutionen
Kirchengemeinde Saarmund
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Am sinnvollsten ist es spätestens im Februar mit der Vorbereitung zu beginnen, um ggf. Fördermittel beantragen zu können.
Durchführung: Die gesamte Adventszeit. Hilfreich hierbei war der Koordinator, der zu allen Veranstaltungen gefahren ist und die Ehrenamtlichen kurz vor der Veranstaltung unterstützt hat.
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Kurzbeschreibung

Dorfkirchentüren öffnen sich im Advent. Jeden Tag ist eine Dorfkirche im Mittelpunkt mit Hilfe gemeinsamer Programmwerbung

Situation / Kontext

Im ländlich geprägten Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg fristen viele Dorfkirchen ein Schattendasein, neben den Stadtkirchengemeiden in der Nähe. Oft findet nicht mal mehr einmal im Monat ein Gottesdienst statt.

Ziele

Jede teilnehmende Dorfkirche soll mit Leben gefüllt werden. Die ehrenamtlichen Helfer sollen durch Planung und Durchführung einer Veranstaltung Lust bekommen im Laufe des Jahres andere Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. Außerdem sollte der erst vor kurzem fusionierte Kirchenkreis durch ein gemeinsames Projekt zusammenwachsen.

Reflexion / Hintergrund

Die Veranstaltungen sollen niedrigschwellige Angebote sein, auch für die Kirchenfernen, um Berührungsängste abzubauen. 

Die Dorfkirchen bunt und vielfältig darzustellen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

An jedem Tag im Advent steht eine andere Dorfkirche im Mittelpunkt. Wir haben uns bewusst die Adventszeit ausgesucht, da die Menschen in dieser Zeit kirchlichen Veranstaltungen offener gegenüber sind.

Durch den Koordinator des Dorfkirchenadventskalenders wurden Fördermittel eingeworben, damit wir einen kleinen Verkaufsstand bestücken konnten. Außerdem hat jede der teilnehmenden Dorfkirchen 500 Postkarten von ihrer Dorfkirche bekommen, die gegen Spende an den einzelnen Veranstaltungen abgegeben wurden.

Vorbereitung

Schon zu Beginn des Jahres 2014 wurde aus der Idee ein Konzept erstellt. Nach der Präsentation auf dem Kreiskirchentag im Juni 2014 wurden genügend teilnehmende Dorfkirchen interessiert. Unter Trägerschaft der Kirchengemeinde Saarmund wurde das ambitionierte Ziel gesetzt, den Dorfkirchenadventskalender noch im Jahr 2014 durchzuführen. Obwohl die Vorbereitungszeit schon sehr knapp wurde. Für einige „Fördertöpfe“ waren die Fristen schon abgelaufen. Um so schöner war es, dass drei starke Unterstützer gewonnen werden konnten: Stiftung „Kirche im Dorf“, Fonds „Missionarischer Aufbruch“ der EKBO und die Europäische Union (Leader-Projekt). Eingebrachte Eigenmittel waren 100 € von jeder teilnehmenden Dorfkirche (insgesamt 1.800 €).
Nun konnten die Organisatoren der Dorfkirchen gemeinsam mit dem Koordinator und der Verantwortlichen des Mitgliedermanagements die Tagesveranstaltungen entwerfen und für das Programm ausformulieren, wobei die Ideen überwiegend aus den Kirchengemeinden kamen. In reger Zusammenarbeit mit der Druckerei wurde ein aufwendiges Programmheft erstellt. Als Wiedererkennungsmerkmal und Titelbild wurde ein gemaltes Bild einer Kirche von Angelika Scholte-Reh verwendet. Grundlage der einzelnen Vorstellungen der Kirchen im Programm war ein Bild der jeweiligen Dorfkirche mit möglichst konkreter Erwähnung der Programmpunkte. Die Erstellung der Internetseite durch Meike Eitel und Drucken der Programmhefte und Plakate erfolgten parallel im Oktober bis November 2014. Die Internetseite wurde interessant gestaltet mit einem Schattenriss aller 18 teilnehmenden Dorfkirchen. Das Titelbild und die Internetseite wurde so gewählt bzw. aufgebaut, dass Dorfkirchenadventskalender in anderen Kirchenkreisen diese zukünftig mitnutzen können.
Mitte November wurden die Werbematerialien verteilt. Die teilnehmenden Dorfkirchen haben umfangreich Programmhefte und Plakate erhalten, diese wurden direkt an die Haushalte (auch in den Nachbardörfern) verteilt, in Geschäften ausgelegt und zum Aushang gebracht. Es hat sich gelohnt, die Programmhefte an alle Kirchengemeinden im Kirchenkreis zu verteilen und nicht nur an die teilnehmenden. Zusätzlich wurden Programme an weiteren Stellen ausgelegt: Touristinformationen, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und Ämter.
Für den Verkaufsstand wurden Postkarten von jeder der teilnehmenden Dorfkirchen gedruckt sowie adventliche Bücher, handgemachte Seifen aus dem Fläming, Kerzen aus der Region und Holzschnitzereien aus Israel erworben. Zusätzlich gab es das Dorfkirchenmemory (in dem jede teilnehmende Dorfkirche ein Kartenpaar darstellte) und Buttons (zum Selberbasteln oder mit dem Dorfkirchenbild). So gab es eine große Auswahl an Erinnerungsstücken für die Besucher.

Durchführung

Jede einzelne Veranstaltung lag in der Verantwortung der Dorfkirche. Der Koordinator stand hilfreich zur Seite und war für dieses Pilotprojekt eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung vor Ort und hat dort den Verkaufsstand aufgestellt. Der Ablauf wurde nochmal durchgesprochen und bei Unklarheit und Unsicherheit  bestärkte der Koordinator die Organisatoren und Helfer. Der Verkauf war je nach Veranstaltung durchgehend oder in der Pause möglich.Die einzelnen Kirchengemeinden haben zusätzlich Getränke und Essen angeboten (Kaffee und Kuchen, Glühwein, Suppe, Maronen…). Je nach Dorfkirche hat der Pfarrer oder ein Ehrenamtlicher durch das Programm geführt, manchmal war in die Veranstaltung ein Gottesdienst eingebunden, manchmal eine kleine Andacht. Wichtig war uns das Vaterunser bzw. ein anderes Gebet und ein Segen am Ende. Außerdem sollte auf die beiden folgenden Termine des Dorfkirchenadventskalenders hingewiesen werden. Eine zusätzlich verbindende Aktion sollte die Weitergabe des Banners an die jeweils nächste veranstaltende Dorfkirche sein. Dazu waren die Organisatoren gebeten, das Banner – ähnlich wie einen Staffelstab – am Vortag bei der Veranstaltung der Vorgängerdorfkirche abzuholen. So konnten die Banner schon am Morgen hängen und den ganzen Tag auf die Veranstaltung aufmerksam machen. Auch konnte so ein Eindruck und die Stimmung von der vorhergehenden Veranstaltung mitgenommen werden. Am Heiligabend haben viele Dorfkirchen um 20 Uhr geläutet, als gemeinsamer Abschluss des Projektes und um Weihnachten „einzuläuten“

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Im Januar trafen sich 55 Teilnehmer der Dorfkirchen zu einem „Nachlese“-Termin. Hier wurde bei gutem Essen und einem Filmzusammenschnitt der Veranstaltungen, der Dorfkirchenadventskalender noch einmal nachbesprochen. Alle Beteiligten haben diesen Abend sehr genossen und auch die Bewertung im Rückblick zeigte eine hohe Zufriedenheit mit dem Dorfkirchenadventskalender 2014.

Wirkung / Erfahrung

Schon ab dem ersten Tag war ein großer Besucherzuspruch festzustellen. An den 18 Veranstaltungstagen hatte der Dorfkirchenadventskalender insgesamt über 2.300 Besucher. Durch Kollekte und Spenden wurden über 2.500 € eingenommen. Der Erlös von etwa 1.000 € durch den Verkauf vor Ort kommt den Dorfkirchen zugute.

Jede einzelne Veranstaltung wurde sehr liebevoll vorbereitet und durchgeführt. Die Einwohner der Dörfer haben sich sehr gefreut und waren stolz, dass in „ihrer“ Kirche eine Veranstaltung stattgefunden hat. Viele haben sich an der Vorbereitung beteiligt und haben so wieder einen Bezug zur Kirche bekommen.
Durch die Vielfalt an Veranstaltungen (Konzert, Ausstellung, Theater, Lesung…) war für jeden Interessierten etwas dabei.

Selbst mitten in der Woche sind manche Besucher mehr als 50 km gefahren, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Der Besucherzuspruch hat u. a. viele Ehrenamtliche positiv überrascht.

Aus dem Umfeld hat derDorfkirchenadventskalender viel Lob bekommen. Die Aufmerksamkeit für das Projekt war sehr hoch und schon vor dem ersten Veranstaltungstag gab es viel Interesse von der regionalen Presse. Folgend wurde in den meisten Zeitungen wiederholt über die Dorfkirchenaktionen berichtet. Auch mehrere Radiobeiträge wurden gesendet (Antenne Brandenburg, Inforadio).

Der Dorfkirchenadventskalender ist als Umsetzung einer neuen Idee zu einem großen Erfolg geworden. Das Organisationsteam dank allen Beteiligten und Unterstützern und freut sich auf den Dorfkirchenadventskalender 2015.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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