Musikprojekt für Flüchtlinge

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 09.02.2016
Letzte größere Änderung: 09.02.2016
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Gemeinwesen, Musik
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Studentengemeinde Dresden in Dresden
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
Meinungen
keine Stimmen
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Kurzbeschreibung

Studierende und Flüchtlinge kommen über Musik miteinander in Kontakt.

Situation / Kontext

Als im Sommer des Jahres 2016 eine Turnhalle der TU Dresden zur Erstaufnahmeeinrichtung für 550 Flüchtlinge wurde, rückte das Thema Flüchtlinge, das schon längere Zeit in der ESG Dresden für Gesprächsstoff gesorgt hatte, in unmittelbare Nähe.

Ziele

Die Evangelische Studierendengemeinde in Dresden (ESG) hat sich auf den Weg gemacht und bringt Flüchtlinge und Menschen, die in Deutschland leben, in Kontakt.

Reflexion / Hintergrund

Das Wort Willkommenskultur hat Hochkonjunktur. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland flüchten, willkommen zu heißen ist der erste Schritt. Die Gestaltung des Miteinanders in Deutschland der zweite. Integration braucht einen langen Atem und lebt vor allem von der unmittelbaren Begegnung.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Als im Sommer des Jahres 2016 eine Turnhalle der TU Dresden zur Erstaufnahmeeinrichtung für 550 Flüchtlinge wurde, rückte das Thema Flüchtlinge, das schon längere Zeit in der ESG Dresden für Gesprächsstoff gesorgt hatte, in unmittelbare Nähe. Die erste Kontaktaufnahme mit dem Campleiter durch den Studierendenpfarrer zeigte, dass dieser fast schon gewartet hat, ob sich Kirche nicht in irgendeiner Weise mit einbringen kann. Ideen von Seiten des Campleiters, der selbst hoch engagiert ist, gab es viele. Ein erstes Mitarbeiten bei der Essensausgabe, zeigte allerdings auch, dass die Möglichkeiten für ein Projekt im Camp sowohl räumlich, sprachlich und aufgrund der hohen Fluktuation beschränkt sind. Außerdem wurde schnell klar, unter welcher Anspannung die Mitarbeitenden stehen, die rund um die Uhr sehr gut für 550 Menschen sorgen. Eine der ersten weiterführenden Ideen war die Begleitung der Mitarbeitenden, die Großes leisten und unter hohem Druck stehen. Diese Aufgabe übernahm der Studentenpfarrer.

Durchführung

Dann lud die ESG zu einer Infoveranstaltung ein, um Ideen und Möglichkeiten auszuloten, was mit den Flüchtlingen gemacht werden kann.
Welche ist die beste Möglichkeit, um mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen? Die Studierenden fassten die Kinder im Camp ins Auge. Zum einen brauchen sie nach all den Eindrücken, die auf ihnen lasten, am ehesten, einen Hauch von Normalität. Zum anderen sind sie es, die am leichtesten zu begeistern sind. Ausgestattet mit Musikinstrumenten und ein paar Geburtstagspielen im Kopf, machte sich die erste Gruppe von zehn Studierenden auf den Weg ins Camp. Der Eindruck war für alle Beteiligten ein prägender. Was es für Menschen bedeutet, wenn eine Turnhalle zur Wohnstatt wird, lässt sich doch nur erahnen, wenn man es selbst gesehen hat.
Genauso erstaunlich war aber auch, wie schnell in so einer Atmosphäre Normalität einkehren kann, wenn man mit Kindern musiziert und spielt. Begeistert erzählten alle Beteiligten bei der Nachbesprechung, dass sie mit mehr herausgekommen sind, als sie hineingegangen sind. Diese Erfahrung trug weckte den Wunsch nach weiteren Treffen. Mittlerweile stehen 40 Studierende auf der Liste der Einsatzkräfte, so dass einmal pro Woche eine Begegnung mit den Kindern stattfinden kann. Bewegungsspiele mit Musik sind dabei der große Renner. Und immer wieder lassen sich auch erwachsene Flüchtlinge zum Mitmachen bewegen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das macht Mut, an den nächsten Schritt zu denken. Geplant ist ein Programm für Erwachsene zu inszenieren. Auch hier könnte die Musik eine Brücke bilden. Wie wäre es, sich gegenseitig die eigene Musikkultur vorstellen. Schließlich haben die Flüchtlinge mehr einzubringen, als Viele erwarten. Die ESG Dresden bleibt dran an diesem Thema.

 

Wirkung / Erfahrung

Dass in der vorlesungsfreien Zeit 15 Studierende kamen und andere aus der Ferne per Mail ihr Interesse bekundeten, zeigt, dass viele nur auf eine Möglichkeit gewartet haben, um sich zu engagieren und loszulegen.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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