Europäische Bibliodramaleiter-Fortbildung

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 13.03.2017
Letzte größere Änderung: 13.03.2017
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Bildung und Unterricht
Gemeinden/Institutionen
Gesellschaft für Bibliodrama e.V.
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
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Informationen
Vorbereitung: 3 Jahre
Durchführung: 2 Jahre
Meinungen
keine Stimmen
Kommentare zum Dokument

Kurzbeschreibung

Basiskurs in Bibliodrama-Leitung nach den Richtlinien des Euroäischen Bibliodrama Netzwerkes für Teilnehmende aus verschiedenen Ländern in einfachem Englisch, gefördert durch die Europäische Kommission im Programm ERASMUS+.

26.6. - 7.7.2017 in in Bromma / Stockholm. Teilnahme an Aufbaumodulen zum BibliodramaleiterIn (GfB) im Anschluss möglich.

Mehr unter bit.ly/2mBhDJh

Situation / Kontext

Dieser Kurs ist Bestandteil eines kleinen europäischen Fortbildungsprogramms, das von dem Europäischen Bibliodrama-Netzwerk (EBN) koordiniert wird. Die Langzeitfortbildung zur Bibliodrama-Leitung wird von einer dreiköpfigen Gruppe geleitet.

An diesem europäischen Fortbildungsprogramm beteiligen sich Einrichtungen aus Schweden, Finnland, Ungarn, Griechenland, Deutschland, Polen.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat in einem Konsultationsprozess zur Fortbildung für das ordinationsgebundene Amt in der GEKE die Vision einer gemeinsamen Bildungslandschaft entwickelt und die Chancen grenzüberschreitender Fortbildungen in einem Diskussionspapier beschrieben. Dieses wird zurzeit in den Kirchen diskutiert. In Deutschland sind damit zuerst die Pastoralkollegs angesprochen, aber es steht der EEB frei, dies auch zu ihrer Angelegenheit zu machen, zumal sie in dem Protestant and Anglican Network for life-long learning in Europe (EAEE) bereits einen institutionellen Rahmen dafür hat.

Ziele

Anliegen und Dimensionen
des europäischen Bibliodrama-Fortbildungsprogramms

  1. Ein europäischer Kurs bietet Teilnehmenden aus Ländern, in denen keine (passenden) Fortbildungen angeboten werden, die Gelegenheit, bibliodramatische Kompetenzen zu erwerben.
  2. Das gemeinsame Engagement der verschiedenen nationalen Bibliodrama-Gesellschaften für ein gemeinsames Fortbildungsprogramm stärkt das ebn und die europäische Zusammenarbeit.
  3. Bibliodrama ist wegen seines kreativen Ansatzes und der ästhetischen Medien eine geeignete Form für interkulturelle / interreligiöse Bildung und Begegnung auch in multilingualen Gruppen. Ein Fortbildungsprogramm mit derartig gemischten Leitungsteams und Teilnehmenden ist selbst ein Modell derartiger Lernprozesse.
  4. Als ein transnationaler Prozess interkulturellen Lernens kann ein solches Fortbildungsprogramm anschaulich machen, dass interkulturelle / interreligiöse Bildung sowohl innerhalb eines Landes als auch länderübergreifend eine Aufgabe aller europäischen Länder ist.
  5. Von einem solchen Programm können zusätzliche Impulse für die religiöse und kulturelle Bildung in den einzelnen Ländern ausgehen.
  6. Mit ihrer Praxis von multikulturellen und multilingualen Lernprozessen will dieses Fortbildungsprogramm das Projekt eines europäischen Kirchentages (European Christian Convention) vorbereiten und unterstützen.
    https://www.kirchentag.de/index.php?id=17625
  7. Grenzüberschreitende Bibliodrama-Fortbildungen wecken die Neugier auf Glauben und Leben anderer Christen und anderer Religionen und damit auch den Respekt vor Fremden.
  8. Insgesamt können von dieser Fortbildung Anstöße ausgehen für eine Integration von Minderheiten und das Zusammenleben in Europa.

Reflexion / Hintergrund

Auf den jährlichen Kongressen und in den nationalen Bibliodrama-Gesellschaften wird seit einiger Zeit diskutiert, was die Bibliodramabewegung zur Stärkung bzw. Verteidigung der Europäischen Gemeinschaft tun kann. Und so hat die deutsche Gesellschaft für Bibliodrama (GfB) zusammen mit der schwedischen Schwestergesellschaft die Initiative zu einem europäischen Fortbildungsprogramm ergriffen.

Institutionelle Bedingungen für dieses europäische Fortbildungsprogramm

Die Bibliodramabewegung hat sich seit ihren Anfängen länderübergreifend organisiert. Das erste Bibliodrama-Treffen war ein nordeuropäisches und fand 1986 in der Evangelischen Akademie Bad Segeberg statt. Auch das Burckhardthaus in Gelnhausen und Potsdam ging dann bald dazu über, mitteleuropäische Kongresse zu veranstalten.

Die GfB hatte im Rahmen der ersten Grundtvig-Aktion im Programm Sokrates eine europäische Lernpartnerschaft zur Erarbeitung gemeinsamer Fortbildungsrichtlinien von der Europäischen Kommission gefördert bekommen. Dies führte zu verstärkten Kontakten zwischen Bibliodramatikern aus Deutschland, Schweden, Dänemark, Ungarn, Österreich, Finnland, Tschechien. In diesen Ländern wurden im Laufe der Zeit auch nationale Bibliodrama-Gesellschaften als ökumenische/konfessionsübergreifende Vereine gegründet.

Die Arbeitsform Bibliodrama hat nie ihren Weg in das Zentrum kirchlichen Lebens gefunden. Sie hat ihren Platz eher an den Rändern: in der Erwachsenenbildung, den Evangelischen Akademien, in den Fortbildungen, in Schulprojekten. Das entspricht in gewisser Weise auch dem Selbstverständnis einer Praxis, die sich eher an der Grenze zwischen Kunst und Kirche oder Kirche und Beratung ansiedelt. Dazu kommt ihr weitgehend ökumenischer Charakter und dass diese Angebote meist im Feld nebenberuflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeiten geplant und durchgeführt werden. Die bibliodramatischen Verbände sind somit flexibler, wenn es darum geht, nationale oder religiöse Grenzen zu überschreiten.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Bibliodramatiker fühlen sich herausgefordert, mit Bibliodrama auf die Migration zu reagieren

Es besteht ein Konsens darüber, dass Bibliodrama geeignet ist für interreligiöse Bildung in sprachlich und kulturell gemischten Gruppen. Denn hier kann man über Gott reden. Indem sich eine Gruppe gemeinsam heiligen Texten zuwendet, entsteht eine Arbeitsform gleichberechtigt Suchender.
Beim Spielen wird zwischen Texten und deren Interpretationen so unterschieden, dass erfahren wird, dass verschiedene Interpretationen weder die Texte selbst noch eine textbezogene Gemeinschaft zerstören müssen.
Bibliodrama ist textbezogen, arbeitet aber vor allem mit ästhetischen Medien, was die verbale Kommunikation entlastet.
Ein Bibliodrama, das sich als kreativer Dialog versteht, spricht die Teilnehmenden nicht nur als verstehende, sondern auch als produzierende an, denn sie sind es, die Werke (Szenen, Installationen, Bilder etc.) gestalten.

Vorbereitung

Mentale Bedingungen für dieses Programm

Es gab schon vorher eine grenzüberschreitende Praxis von Fortbildungskursen. Heidemarie Langer leitete Fortbildungen in Finnland und Litauen. Teilnehmer aus Skandinavien ließen sich in Schweden oder Deutschland ausbilden, zuletzt gab es eine polnisch-deutsch-dänische Fortbildung zur Bibliodramatikerin oder zum Bibliodramatiker. Die Absolventinnen und Absolventen dieser Kurse berichten von dem Reiz solcher Arrangements.

Nicht zuletzt ist es in der Bibliodramaszene eine Strategie, mit Stagnation im eigenen Praxisfeld so umzugehen, dass man den Blick in die europäische Umgebung schweifen lässt: Irgendwo findet sich in der Regel eine Region, in der das Bibliodrama wächst oder zumindest interessante Entwicklungen zu beobachten sind, wie etwa das Einbeziehen von digitalen Medien in bibliodramatische Prozesse.

Durchführung

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Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Mourning, death and loneliness in different cultures
      Die St.-Jakobi-Kirche Lübeck hat einen GRUNDTVIG-Workshop veranstaltet, in dem der Umgang mit Trauer und Einsamkeit in verschiedenen Kulturen untersucht und am Beispiel der Seeleute dargestellt wurde.
      Dies ist für alle Internetnutzer sichtbar.
      von einem Geistreich-MitgliedSt. Jakobi Kirche zu Lübeck in Lübeck
    • Europa
      Europa wächst zusammen und wir sind aufeinander angewiesen. geistreich zeigt Projekte von Begegnung und Lernen über Grenzen hinweg.
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      von einem Geistreich-Mitglied
    • Dialog
      Deutschland ist durch Migrationsbewegungen vor neue gesellschaftliche Herausforderungen gestellt. So ergibt sich die Notwendigkeit interreligiöser Begegnungen.
      Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
      von einem Geistreich-Mitglied
    • Global Digital Library on Theology and Ecumenism
      Die Globale Digitale Bibliothek für Theologie und Ökumene (GlobeTheoLib) ist eine mehrsprachige digitale Bibliothek, die über 200.000 Artikel, Dokumente und andere akademische Quellen bzw. Daten zur Verfügung stellt. GlobeTheoLib, die im September 2011 gestartet wurde, ist das weltweit erste Pro...
      Dies ist für alle Internetnutzer sichtbar.
      von einem Geistreich-MitgliedGlobethics.net in GenfÜbersetzer/innen: ein Geistreich-Mitglied
    • Logos CJD / Projekt "We're Europe"
      Unter dem Motto "We're Europe" setzten sich 32 Jugendliche aus Deutschland, Frankreich, Ungarn und der Slowakei eine Woche lang mit dem Thema "Armut und Ausgrenzung - Wie geht mein Land damit um?" auseinander. Das Projekt wurde gefördert durch Mittel des EU-Programms "Jugend in Aktion".
      Dies ist für alle Internetnutzer sichtbar.
      von einem Geistreich-MitgliedCJD Geradstetten in Remshalden

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