Kinder öffnen uns die Türen

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 30.03.2010
Letzte größere Änderung: 30.03.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Kleinkinder und KiTas
Gemeinden/Institutionen
Ev. Johannisgemeinde in Wernigerode
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
Meinungen
3 Stimmen
Kommentare zum Dokument
Kinder öffnen uns die Türen

Kurzbeschreibung

In Kooperation mit dem Gemeindekindergarten macht eine Kirchengemeinde verschiedene Angebote für Kindergartenkinder und ihre Eltern.

Situation / Kontext

Diasporasituation in Ostdeutschland

Ziele

Gemeindeaufbau durch familienbezogene Projekte im Kindergarten in einer Diasporasituation in Ostdeutschland.  Durch niederschwellige Angebote wird der Kindergarten der Gemeinde so zu einem "Knotenpunkt", an dem Gemeindeleben erfahrbar- und erlernbar wird. Außerdem werden Eltern und Kinder in der Sprachfähigkeit des Glaubens gestärkt.

Reflexion / Hintergrund

Kindergarten und Kirchengemeinde können enger verzahnt werden. Dabei kann die Gemeinde über den Kindergarten auch Eltern erreichen, die eigentlich kirchenfern sind.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Materialien

Arbeitshilfen wie z.B. Kinderkirche, Die Bibel entdecken mit Kindern, Kreative Ideen uvm.

 

Kosten

Personalkosten für Gemeindepädagogen (Stellenanteil für Familienarbeit: 40%) und Materialkosten

Vorbereitung

Für die Planung und des Projekts wurde ein Gemeindepädagoge mit 40% seiner Stelle für die Dauer von zwei Jahren beauftragt. Die Vorbereitungen fanden in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen des Kindergartens der Gemeinde statt und dauerten circa ein Vierteljahr. Bewusst suchten wir auch das Gespräch mit den Eltern. Wir befragten sie direkt zu einigen Themenbereichen und nach ihren konkreten Wünschen. Im Allgemeinen stießen wir bei fast allen auf offene Ohren und sogar auf das Angebot, uns bei dem Projekt zu unterstützen. Außerdem besuchte der Gemeindepädagoge, der für das Projekt verantwortlich war, regelmäßig den Kindergarten, damit die Kinder ihn besser kennen lernten.

Diese Eindrücke wurden gesammelt und an einem Planungsabend vorgestellt. Der Vorbereitungsgruppe gehörten der Gemeindepädagoge und drei Mütter des Kindergartens an. Wir gingen gemeinsam den Fragen nach:

Uns wurde klar, dass das größte Problem die Terminfindung sein wird. Vielen Familien ist das Wochenende "heilig", da es die einzige Zeit der Woche ist, die sie zusammen verbringen können. Daher war uns wichtig, Angebote zu machen, die

a) flexibel sind, also einen Eventcharakter haben, und

b) keinen hohen Zeitaufwand für die Familien bedeuten.

Inhaltlich ergab die Befragung, dass die meisten Eltern sich für die Frage interessieren, wie sie ihr Kind in seiner Entwicklung fördern und unterstützen können. Daher haben wir z.B. musikalische Früherziehung (gemeinsam Musikinstrumente bauen und selber musizieren) und spielend lernen (Elternabend zum Thema "Spiele, die die Entwicklung meines Kindes fördern") thematisiert. Dabei wurden die Themen mit biblischen Texten verknüpft und vertieft.

Für die Organisation der einzelnen Veranstaltungen waren nur wenige Termine erforderlich. In diesen Treffen wurden der Rahmen und der Ablauf abgestimmt. Zwischeninformationen erfolgten per Mail und Telefon.

Ein anderer wichtiger Aufgabenbereich war die Öffentlichkeitsarbeit: Mit Flyern, Plakaten und einer Mitteilung in der Regionalzeitung wurde für die Veranstaltungen geworben.

Durchführung

Einige Angebote werden hier näher beschrieben:
Alle zwei Monate findet ein Familiennachmittag im Gemeindehaus, das nur 200 m vom Kindergarten entfernt ist, statt. Dieser beginnt genau um die Zeit, in der der Kindergarten schließt. Während eines gemeinsamen Nachmittags im Gemeindehaus haben Eltern die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Die Eltern lernen hier die Gemeinde als ein offenes Haus kennen, welches ihnen einen Raum zum Reden bietet und einfach für sie da ist. Gemeinsam singen, basteln und erzählen wir. Im Mittelpunkt steht immer eine biblische Geschichte, dem Kirchenjahreskreis angepasst, oder ein Thema, welches sich die Vorbereitungsgruppe der Eltern selbst aussucht. Die Bastelstraße orientiert sich grundsätzlich am Thema der Kurzverkündigung.

Für die Väter machen wir ein spezielles Angebot. Zweimal im Jahr findet im Kindergarten ein Vater-Kind-Tag statt, an dem die Väter gemeinsam mit ihren Töchtern und Söhnen die bunte Vielfalt des Spielens erleben können. Die Väter haben hier die Chance, ihre besonderen Fähigkeiten mit einzubringen. Sie können zudem Kontakte zu Vätern knüpfen, die sie vielleicht noch nicht kennen. Dadurch, dass einzelne Programmpunkte im Gemeindesaal statt finden, wird nebenbei die Schwellenangst abgebaut, in das Gemeindehaus zu gehen. Die Themen des Vater-Kind-Tages knüpfen an die Situation der Väter an und sollen zum Nachdenken anregen. Der zeitliche Rahmen ist so gesteckt, dass das Wochenende der Familien nicht "verloren" geht. Der Vater-Kind-Tag startet freitags um 16 Uhr und endet sonnabends 14 Uhr.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Anfangs durften nur die Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren an den Aktionen teilnehmen. Diese Altersschranke wurde aufgehoben, um auch den Geschwistern die Möglichkeit zu geben, an den Angeboten teilzunehmen. Dies ist mit einem Mehraufwand in der Vorbereitung verbunden, der sich aber lohnt.
Damit die Angebote auch nach Auslaufen der Projektstelle weitergeführt werden kann, wird eine Erzieherin aus dem Kindergarten vom Gemeindepädagogen weitergebildet und angeleitet. Außerdem wurden Ehrenamtliche für die Mitarbeit gewonnen. Für die Männerarbeit wurde ein Vater gewonnen, der die Leitung in seinen Händen hat, so dass die Erzieherin nur noch die Rahmenbedingungen zu schaffen braucht.

Wirkung / Erfahrung

Die Gemeinde hat durch die familienbezogenen Projekte in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht. Die Angebote werden mit großem Interesse wahrgenommen. Nach einem Jahr ist die Bereitschaft der Eltern, punktuell das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten deutlich gestiegen. Am letzten Vater-Kind-Tag nahmen acht Väter und zwölf Kinder teil. Die Resonanz war sehr positiv, so dass schon jetzt Interesse von weiteren Vätern, auch außerhalb des Kindergartens, bekundet wurde.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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