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Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase

Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase

Kurzbeschreibung

In einem selbst organisierten und selbst finanzierten Kreis kommen Christen und Nichtchristen durch Vorträge mit anschließender Begegnungsmöglichkeit ins Gespräch. Dabei kommen besonders die Interessen und Potenziale älterer Menschen in den Blick.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 22. November 2010, 14:15 Uhr
aktualisiert am: 22. Juli 2011, 11:47 Uhr
Gemeinde/Institution
Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen Region Mitte in Jena
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
Zielgruppen:
Christen, Nichtchristen, Senioren/innen
Mitarbeitende:
Ehrenamtliche, pädagogische Mitarbeiterin
Stichworte:
nachberufliche Lebensphase, Bildungsarbeit, Mittwochskreis, Ev. Erwachsenenbildung Thüringen
Meinungen

Situation / Kontext

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Ziele

  • Selbstorganisierte und -finanzierte Arbeit
  • Selbstbestimmung von Bildungsprozessen und Begegnungen
  • Übernahme von Verantwortung
  • Wahrnehmen von Chancen für intergenerationelle Projekte
  • demokratisch herbeigeführte Entscheidungen und Transparenz
  • Begegnungen von Christen und Nichtchristen stoßen Gespräche über Religion und Glauben an
  • Ernstnehmen und Nutzen der Potenziale älterer Menschen; somit wird ein Beitrag zur Entwicklung eines neuen Altersbildes auch innerhalb der Kirche geleistet.

Reflexion / Hintergrund

Seit dem Ende eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung von 1994 bis 1996 an fünf Standorten in Ostdeutschland geförderten Projektes "Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase" arbeitet die in Jena während des Projektzeitraumes entstandene Gruppe in hohem Maße eigenverantwortlich weiter und finanziert sich selbst. Von der Gruppe wurde nach Projektende entschieden, dass sie weiterhin unter dem Dach der Ev. Erwachsenenbildung bleiben will.

Umsetzung

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Der sich etwa alle sechs Wochen treffende Leitungskreis der  Gruppe besteht aus sieben Personen, von denen jeweils zwei die Verantwortung für einen Monat übernehmen: Organisation, Absprache mit den Referenten und Referentinnen, Veranstaltungsmoderation. Der Sprecher/die Sprecherin vertritt den Mittwochkreis nach außen. Der Leitungskreis wird alle zwei Jahre gewählt. In der offenen Programmbesprechungs-Gruppe, einem erweiterten Leitungskreis, wird das Programm des Mittwochkreises für das kommende Vierteljahr festgelegt, das Faltblatt (Beispieldownload) vorbereitet, erstellt und in Kopien (ca. 600 Stück) verteilt. Die Termine der Programmbesprechungsgruppe werden im Faltblatt bekannt gegeben und es wird ausdrücklich dazu eingeladen. Öffentlichkeitsarbeit erfolgt auch über die Medien, z. B. im kommunalen Veranstaltungskalender im Internet, in Zeitungen, im Kirchenblatt.

Durchführung

Die Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase hat verschiedene Bestandteile:
1. Zentraler Mittwochkreis: Für die Veranstaltungen steht ein großer Gemeindesaal in einem gut erreichbaren evangelischen Gemeindehaus zur Verfügung. Jeden Mittwoch ab 8.30 Uhr wird die aktuelle Veranstaltung des Mittwochkreises vorbereitet: Kaffee kochen, Raum und Technik vorbereiten, Referenten/Referentin in Empfang nehmen, Unkostenbeiträge einnehmen bzw. Auslagen erstatten. Um 9.30 Uhr beginnt die Veranstaltung mit allgemeinen Ansagen und Verabredungen. Dann wird an die/den Vortragende/n übergeben. Nach einem einstündigen Referat  folgt die 20minütige Kaffeepause, danach findet ein moderiertes Gespräch zum Thema unter Teilnahme des Referenten/der Referentin statt.
2. Kleingruppen: Die Kleingruppen werden von den Teilnehmenden und Leiter/innen selbst organisiert und finden in den Gruppenräumen eines Gemeindehauses statt.
3. Leitungskreis: Besprechungen finden etwa im Sechswochen-Rhythmus statt. Die anstehenden Veranstaltungen werden vorbereitet, Verantwortlichkeiten festgelegt, Exkursionen und Feste vorbesprochen und organisiert sowie Probleme lösungsorientiert diskutiert.
4. Programmbesprechungsgruppe: Erstellung des Programmes für jeweils ein Quartal; Absprachen zur Erstellung des Einführungstextes im Faltblatt (jeweils durch ein/e andere/n Teilnehmer/in in eigener Verantwortung) werden getroffen.
Neben den Mittwochveranstaltungen sind Kleingruppen entstanden, die nach Interessen und Aktualität variieren. Sie widmen sich über längere Zeit einem Thema oder einer Aufgabe (Kirchenführungen, generationenübergreifende Projekte, Besuchsdienst in Altenheimen und Krankenhäusern, Kreise zu politischer Literatur, Belletristik, Zeitgeschehen, Englisch- und Französisch-Konversationskreise u. a.).

 

Materialien

Sieben Leitungskreismitglieder, im organisatorischen Bereich Mitarbeitende (Kaffee kochen, abwaschen, Raum aufräumen, allgemeine Organisation).

Sowohl der Mittwochkreis als auch die Kleingruppen werden ausschließlich von Ehrenamtlichen geleitet bzw. koordiniert. Unterstützung bekommen sie durch die in Jena hauptamtlich tätige pädagogische Mitarbeiterin der EEBT.

 

Kosten

Faltblätter, Kaffee, Tee, Gebäck
Technik je nach Bedarf (am Veranstaltungsort vorhanden bzw. Eigentum des Mittwochkreises: Dia-Projektor, Lautsprecheranlage und Beamer).


Dauer

In der Sitzung der Programmbesprechungsgruppe wird jeweils Rückblick auf die Veranstaltungen des vergangenen Quartals gehalten. Erkannte Defizite werden möglichst behoben, Verbesserungen eingeleitet. Über bestimmte Themen wird in den Medien berichtet (z. B. Aktivitäten während der Jenaer Seniorentage) 

 

Arbeitsaufwand

Mittwochkreis: wöchentlich mittwochs von 9.30 bis 12.00 Uhr; Kleingruppen nach Absprachen wöchentlich oder monatlich

 

Mitarbeitende

Die jeweils für die Moderation Verantwortlichen des Leitungskreises haben einen Zeitaufwand von monatlich  ca. 18 Stunden, für die Finanzverantwortlichen ist er monatlich sogar meist höher.

 

Links / Homepage:
www.mittwochkreis.de
http://www.ekd.de/eafa/materialien.html

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Kosten entstehen vor allem für Raummieten, Fahrtkosten der Referierenden, Verbrauchsmaterial wie Kaffee und Tee, für die Rose des Mittwochkreises als "Honorar" sowie für Kopien und anderes Vorbereitungsmaterial. Jede/r Teilnehmende zahlt deshalb einen Euro pro Woche (bei Anwesenheit). Damit kann er/sie sowohl an der zentralen Veranstaltung als auch an den Kleingruppen teilnehmen. Bedingt durch die große Teilnehmendenzahl können dadurch die Kosten gedeckt werden. In der Regel wird kein Honorar gezahlt, da die Vorträge oft von Teilnehmenden des Mittwochkreises selbst gehalten werden. Ausnahmen werden gemacht, wenn die Referent/innen Studierende oder Menschen ohne bezahlte Arbeit sind.

Zum Mittwochkreis kommen durchschnittlich 140 Personen (wöchentlich, je nach Thema manchmal über 200); an den Kleingruppen nehmen jeweils zwischen 10 und 15 Personen teil. Die Teilnehmenden setzen sich zusammen aus Menschen im Ruhestand, im vorzeitigen Ruhestand und aus älteren Arbeitssuchenden. Im ökumenischen Mittwochkreis begegnen sich Christen und Nichtchristen. Nachgefragt werden Vorträge und Gespräche über die Weltreligionen, stadtgeschichtliche, politische und aktuelle Themen (z. B. Gentechnik). Knapp zwei Drittel des Mittwochkreises gehören zu den evangelischen oder katholischen Gemeinden. Viele Teilnehmende nehmen Anregungen in ihre Kirchgemeinden und in andere Gruppen mit. Der Mittwochkreis wird öfter aus Gemeinde und Diakonie angefragt, wenn es um die Gestaltung von Seniorennachmittagen oder den Fahrdienst für alte Menschen sowie Besuchsdienste geht.

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden:

Der Mittwochkreis mit seinen Kleingruppen wird in Jena geschätzt und ist sehr beliebt. Manche Teilnehmer/innen kommen wöchentlich, um anderen Menschen zu begegnen; manche gezielt wegen eines Themas. Positive Rückmeldungen gibt es vor allem zu den interessanten Themen und der Atmosphäre. Wegen der großen Teilnehmendenzahl  ist der Leitungskreis inzwischen stark gefordert, denn es gilt, den Begegnungscharakter zu erhalten.
Die von außen angefragten Experten und Expertinnen sprechen gern im Mittwochkreis, da sie hier ein Forum interessierter Zuhörer/innen und Gesprächspartner/innen vorfinden.

Tipps für Nachahmer/innen:

Der Erfolg des Mittwochkreises und seine nachhaltige Wirkung in Kirchgemeinden und Kommune ist nach Einschätzung der Veranstalter darauf zurückzuführen, dass von Beginn an die potenziellen Teilnehmenden in die Überlegungen, Planungen und Durchführung einbezogen wurden. Das Angebot der EEBT bestand nicht aus einem vorgefertigten Konzept, sondern in einem offenen Begegnungsraum, in dem sich eigene Interessen und Ideen sowie Engagement entfalten konnten und können.
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA) hat den Flyer "Selbst organisierte Altenarbeit in der Kirchengemeinde" erarbeitet. Er steht unter http://www.ekd.de/selbst_organisierte_altenarbeit.pdf zum Download zur Verfügung und bietet ebenfalls wertvolle Hinweise.

Materialien

Keine vorliegend

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Baugruppe Artikel

Seniorenarbeit

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von 2 Geistreich-Mitgliedern
Kirche für Senioren oder Kirche mit Senioren?
 

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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