Lebendiger Adventskalender

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 25.11.2010
Letzte größere Änderung: 25.11.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Advent
Gemeinden/Institutionen
Kirchengemeinde Scharbeutz
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Jeweils ca. eine Stunde an den ersten 23 Tagen des Dezembers
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument
Fensterbild zum 20. Dezember im Lebendigen Adventskalender

Kurzbeschreibung

Eine Kirchengemeinde lädt vom 1. bis zum 23. Dezember jeden Tag zu einer Adventsandacht bei einem Gemeindeglied zu Hause ein.

Situation / Kontext

Adventszeit

Ziele

Die Kirchengemeinde ist in der Adventszeit besonders präsent.

Reflexion / Hintergrund

Ausgangspunkt für die Idee, den "Lebendigen Adventskalender" in der Kirchengemeinde einzuführen, war eine Unzufriedenheit mit der Sichtbarkeit von Kirche in der Adventszeit. Zur Zeit der erstmaligen Durchführung hatte die Kirchengemeinde zwei Pfarrer und eine Pfarrerin mit je einer halben Stelle.
Die diffusen Ansprüche, die an diese herangetragen wurden, waren Stimmen wie z.B.: "Die Kirche und das Gemeindehaus sind so dunkel, könntet Ihr da nicht ein paar Lichterketten ans Dach, an Tannenbäume anbringen." Auch kamen immer wieder Anfragen in dieser Zeit, dass Veranstaltungen mit der Anwesenheit der Pfarrer aufgewertet werden sollen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

---

Vorbereitung

Nach einer theologischen Vertiefung im gemeinsamen Gespräch der Pfarrer wurde deutlich, dass sich die Adventszeit durch die Vorfreude auf das Erscheinen Jesu einerseits und durch den endzeitlichen Charakter mit der erhofften Wiederkehr andererseits auszeichnet.
So schwingen in den Texten und Liturgietraditionen auch genau diese beiden Themen mit, wobei in der öffentlichen Wahrnehmung nur die Vorfreude auf die Geburt Jesu zum Tragen kommt.
Licht in der Dunkelheit verbunden mit der Präsenz der Pfarrer/innen, wie beim lebendigen Adventskalender, schien eine gute Gestaltungsmöglichkeit für die Adventszeit in zu sein.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Frage nach der Uhrzeit der abendlichen Andacht gelegt. Diese Frage schien entscheidend für das Gelingen des Projektes. Folgende Aspekte bestimmten dabei die Diskussion:
Wann müssen Familien mit Kindern wieder zu Hause sein?
Wann können Arbeitnehmer frühestens mit dabei sein?
Welche Uhrzeit ist für uns als Pastoren durchführbar?
Durch diese Annährungsfragen ergab sich die Entscheidung für 17.00 Uhr.
Hieraus folgte die Absprache, die vom Kirchenvorstand mitgetragen wurde, dass die Pfarrer in der Adventszeit alle Veranstaltungen, wo auch immer, spätestens um 16.30 Uhr verlassen, damit sie sich rechtzeitig beim "Lebendigen Adventskalender" einfinden können.
Schließlich wurde die Absprache getätigt, dass der Kalender im Büro geführt wird und dass zur Kenntnis genommen wurde, dass die Verwaltungskraft im Büro entsprechend Zeit für die Arbeit benötigt.
Allen Mitarbeitenden wurden in einer Dienstbesprechung das Projekt vorgestellt, so dass sie in der Lage waren, auf Anfrage von Dritten zu antworten. Mit der Vergabe der Adventstage wurde das Büro beauftragt. Dort gingen die Anfragen ein und wurden mit Bleistift auf ein Kalenderblatt mit entsprechenden Angaben notiert.
Mit der Verwaltungskraft wurde vereinbart, dass sie sich entsprechend Zeit für die Kalenderführung nehmen sollte und könne. Sollten Überstunden deswegen anfallen, würde es einen Freizeitausgleich nach der Jahreswende geben.
Die Werbung für das Projekt teilte sich auf zwei unterschiedliche Zielgruppen auf. Zum einen mussten Menschen geworben werden, die den "Lebendigen Adventskalender" ausrichten und es mussten später Menschen davon unterrichtet werden, dass überhaupt Andachten in der Gemeinde an einem bestimmten Ort stattfinden. Klar war von vornherein, dass die Werbung für die Vergabe der Tage auch gleichzeitig schon eine Werbung für die Teilnahme an den Andachten ist.

Die Verbindung von Weihnachtsfeier und "Lebendigen Adventskalender" haben wir bei folgenden Gruppen vor der Vergabe der Tage abgesprochen: Bei den Konfirmanden, in unserer Kindertagesstätte, bei der Feuerwehr und bei der Kommune. Erst als es mit diesen Gruppen feste Vereinbarungen gab, wurde der Kalender zur Vergabe im Büro freigegeben und öffentlich beworben.

Im Gemeindebrief erschien ebenfalls ein Artikel, der auch den Ablauf der Andachten erklärte, und um Anmeldungen von interessierten Menschen warb.
Als Presseorgane boten sich für eine Ankündigung einer Veranstaltung die Wochenblätter und die Tagespresse an. Nach einer Woche gab es eine erneute Pressemitteilung, um wiederum zur Teilnahme zu motivieren und um Andachtsorte bekannt zu geben.

Die ausrichtenden Haushalte haben alle vor dem ersten Dezember folgenden Brief erhalten, der zunächst den Dank ausdrückte, das eigene Haus bzw. Grundstück für eine Andacht zur Verfügung zu stellen. Die Menschen wurden dann in dem Brief aufgefordert, die Zahl des Datums, an dem der "Lebendige Adventskalender" bei Ihnen stattfinden sollte, in einem Fenster gut sichtbar zu gestalten und etwas Gebäck und Getränke bereit zu stellen.

Durchführung

Der Ablauf gestaltete sich bei jeder Andacht wie folgt:
Eine mitgebrachte kleine Glocke signalisiert den Beginn. Vor der Begrüßung wird ein Lied gesungen. Es folgen eine adventliche Geschichte, ein weiteres Lied, ein gemeinsames Gebet. Der Segen am Schluss wurde teilweise von einem weiteren Lied umrahmt.

 

Materialien: Die Dekoration eines Fensters wurde von den jeweiligen Bewohnern übernommen, ebenso die Bereitstellung von z.B. Keksen und Getränken.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das Projekt wurde zu einer Tradition in der Gemeinde.

Wirkung / Erfahrung

Die Mitmachenden hatten viel Spaß bei der Vorbereitung ihres Tages. Eine Familie, die gerade zugezogen war, nahm den Tag zum Anlass, um die Nachbarschaft einzuladen. Die Feuerwehr und die Kommune nutzten den Lebendigen Adventskalender, um in ihren Weihnachtsfeiern eine "inhaltliche Tiefe" zu bekommen.
Mehrere ältere Menschen aber auch einige Familien mit kleinen Kindern nutzten den "Lebendigen Adventskalender" als Ziel eines Spazierganges.
Für die Pfarrer war der Lebendige Adventskalender in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg:
Es wurden viele Menschen in der Gemeinde besucht.
Die Pfarrer wurden als sehr präsent in der Adventszeit wahrgenommen.
Dem Wunsch von Menschen, dass Gottesdienste und Andachten nicht nur in der Kirche gefeiert werden, wurde Rechnung getragen.
Die Konfirmanden müssen in der Konfirmandenzeit in der Gemeinde 30 Gottesdienste feiern. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass auch die Andachten des "Lebendigen Adventkalenders" als Gottesdienst anerkannt werden. So erschienen auch immer wieder Konfirmanden, die sich offensichtlich für die Teilnahme von ganz bestimmten Adventstagen entschieden hatten, z.B. bei der Feuerwehr oder beim Bürger-Weihnachtsfest der Kommune oder auch bei der Mitkonfirmandin, die einen Adventstag übernommen hatte.

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