40 Stühle unterwegs - Für eine Kultur der Toleranz

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 21.02.2011
Letzte größere Änderung: 22.02.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Bildende Kunst und Ausstellungen, Integration und Inklusion
Gemeinden/Institutionen
Ev. Kirche im Rheinland in Düsseldorf
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: 3 Jahre
Durchführung: 2 Jahre
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40 Stühle unterwegs - Foto für Kassel

Kurzbeschreibung

Wanderausstellung - Ein interaktives Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Behinderung: 50 Menschen mit und ohne Behinderung haben 40 Stühle gestaltet und auf die Reise durch öffentliche Räume der Rheinischen Kirche geschickt. Mission: Für eine lebendige Kultur des Zusammenlebens und der Auseinandersetzung, für einen festen Platz von Menschen mit Behinderung mittendrin.

Situation / Kontext

Das Projekt hat landeskirchenweit stattgefunden und ist gemeinsam mit der Montag Stiftung für Jugend und Gesellschaft in Bonn entwickelt und finanziell großzügig durch die Stiftung unterstützt worden.

Ziele

Menschen mit Behinderung bringen sich durch eine Wanderausstellung mit selbstgestalteten Stühlen in die Kultur von Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen ein - nehmen symbolisch Platz, verändern das gewohnte Bild und laden zu kreativem Mitmachen und Mitdenken ein.

40 Stühle unterwegs - Für eine Kultur, in der jeder Mensch Platz hat

Reflexion / Hintergrund

Werbung für Vielfaltskultur und integrative Prozesse.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

  • Zusammenarbeit mit der Montag Stiftung für Jugend und Gesellschaft
  • Viertägiger workshop zum Gestalten der Stühle
  • Durchführung der Ausstellung
  • Kosten: ca. 15.000 Euro für Stühle, Honorare, Grafiker und Werbematerial (ohne Dokumentationsband).

Vorbereitung

  • Kooperationsgespräche mit der begleitenden Stiftung und regelmäßige Treffen für die Dauer des Projektes mit einer Projektleitung, die die Stiftung gestellt hat.
  • Entwicklung des Ausstellungskonzeptes, künstlerisch und organisatorisch.
  • Vorbereitung eines integrativen Workshops für 60 Menschen - künstlerisch, pädagogisch, organisatorisch und hinsichtlich des anfallenden Assistenzbedarfs.
  • Werbung und Vorbereitung von Ehrenamtlichen, die die Arbeit im Workshop während der Kleingruppenphasen koordinieren und begleiten.
  • Erstes Anvisieren möglicher Ausstellungsorte, viele Kontaktgespräche.
  • Erste Entwürfe des Materials für die Öffentlichkeitsarbeit: Flyer, Plakate, Banner und Materialheft.
  • Kooperation mit dem DEKT, weil der erste Ausstellungsort der Stühle beim Kirchentag in Köln sein sollte.
  • Für das Materialheft Werbung von AutorInnen, Sammlung von Texten, Aktionsideen usw., Erarbeitung eines theologischen und kulturellen Hintergrundes des Themas: "Stühle und Sitzen", redaktionelle Arbeit, Erstellung des Materialheftes.

Durchführung

  • Der viertägige Workshop selbst war schon ein atmosphärischer Höhepunkt, die Begegnung so vieler verschiedener Menschen, die an einer gemeinsamen Sache arbeiteten und sich gegenseitig in ihren kreativen Prozessen erlebten und begleiteten.
  • Die Durchführung der folgenden Ausstellungen war dann ganz leicht. Die 40 Stühle waren jetzt da und wir hatten mit dem Ausstellungsprojekt den Ball angespielt und die Gemeinden und andere Aussteller spielten ihn dann selbstständig weiter.  Es gab sehr unterschiedliche Begleitprogramme und viele verschiedene Weisen, in denen das Thema aufgenommen wurde, oft auch nur die Idee "mit den Stühlen". Die nämlich war offenbar so einfach, elementar und klar, dass sie leicht transportiert und transformiert werden konnte. So enstand ein großes Netzwerk von Aktionen. Wir waren vor allem damit beschäftigt, Dokumentationsmaterial zu sammeln, ab und zu vor Ort z.B. bei Ausstellungseröffnungen dabei  zu sein und die reibungslose Übergabe der Stühle an den nächsten Ausstellungsort anzubahnen, also Kontakte zu vermitteln.
  • Organsiatorisch richtig beteiligt waren wir dann wieder bei der Schlussveranstaltung, einer Versteigerung der Stühle für ein heilpädagogisches Heim in Pskow/Russland. Diese fand in einer der Gemeinden statt, die ein Jahr zuvor die Stühle als Ausstellung aufgenommen hatte. Wir durften erleben, dass die Stühle sehr begehrt waren und alle verkauft worden sind.
  • Zwischendurch berichteten wir den WorkshopteilnehmerInnen immer wieder mit einem Newsletter über den Stand des Stühleprojektes und verschickten die neuesten Pressemitteilungen, damit die, die die Stühle gestaltet haben, den Kontakt zu ihrem Projekt halten konnten und von der Resonanz auf ihre Arbeit erfuhren.
  • Material: 40 Holzstühle, Acrylfarben, 1000 kostenlos verteilte Materialhefte mit Ideen zu Veranstaltungen und inhaltlichen Impulsen, 8.000 Flyer und 500 Plakate. 500 Ex. des Dokumentationsbandes nach Durchführung.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

  • Dank der großzügigen Finanzierung durch die Montag Stiftung haben wir als Nachbereitung das gesammelte Material zu einem Dokumentationsband verarbeiten können. Wichtig war uns dabei, dass sichtbar wird, wie vielfältig die gestalterische Arbeit von Menschen mit Behinderung Resonanz in der Öffentlichkeit gefunden hat. Das wollten wir den Beteiligten zurückzuspiegeln, so dass Menschen mit Behinderung sich selbst als Kulturschaffende erleben und als solche sichtbar werden. Jeder der Teilnehmenden vom Workshop hat einen Doku-Band geschenkt bekommen, alle beteiligten Ausstellungsstationen und alle Autorinnen und Autoren natürlich auch.
  • Ein Effekt dieser Zusammenarbeit mit der Stiftung ist, dass ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis entstanden ist, so dass wir weitere Projekte zum gemeinsamen Thema "Inklusion/ Integration" anvisieren. Die Montag Stiftung hatte zum ersten mal so eng mit "Kirche" zusammengearbeitet - und schien zwischendurch so überrascht zu sein wie wir über diese fruchtbare Kooperation zwischen Kirche und "Welt".

Wirkung / Erfahrung

  • Niedrigschwelliges Projekt, dessen Botschaft und Lebendigkeit gerne und breit aufgenommen worden ist. Hat breite Vernetzung von Orten und Menschen bewirkt, die an Inklusion und kreativen Prozessen interessiert sind.
  • Zahlen: 50 Teilnehmehnde am Workshop, 20 Ausstellungsorte (Gemeinden und kirchliche Einrichtungen), 5.000 Euro an eine heilpädagogische Einrichtung in Russland als Erlös aus der abschließenden Versteigerung der Stühle.
  • Aufnahme und Anverwandlung des Impulses z.B. von (katholischen) Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und weiteren Kirchengemeinden, die nicht unmittelbar am Projekt beteiligt waren. Impulse über das Rheinland hinaus. Ein Folgeprojekt mit gestalteten Leitern als Ausstellungsobjekten läuft.

weitere Informationen unter:

www.montag-stiftungen.de/40stuehle

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