"Ich will Jesus selbst begraben" - Wort und Musik zur Todesstunde Jesu

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 18.03.2011
Letzte größere Änderung: 18.03.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Passionszeit
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirchengemeinde Ofenerdiek in Oldenburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: ca. eineinhalb Stunden
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Kurzbeschreibung

Texte der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach werden rezitiert und mit ausgewählter Musik Bachs für Cello solo, Cello und Cembalo und für Sopran sowie mit Gemeindegesang kombiniert.

Situation / Kontext

Modernen Stadtteilgemeinde

Ziele

Es ist eine Veranstaltung, die sowohl die "Kerngemeinde" als auch kulturell interessierte Kirchendistanzierte gleichermaßen ansprechen soll.

Reflexion / Hintergrund

Die Tradition - eine uns heute sehr fremd anmutende Glaubenstradition - wird in den Kontext einer modernen Stadtteilgemeinde geholt.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Nach Terminabsprachen und Absprachen mit der/dem Kirchenmusiker/in sind vorbereitende Gespräche mit der/dem Schauspieler/in zu führen, der/die die Lesungen übernimmt. Werbung erfolgt über den Gemeindebrief, regionale Tageszeitungen und Anzeigenblätter.
Die Texte der Matthäus-Passion werden auf ein brauchbares Maß reduziert. Aus ihnen entsteht dann ein Textbuch. Zusätzlich werden Handzettel mit Liedblatt erstellt.

Durchführung

Am Karfreitag um 15 Uhr beginnt eine Veranstaltung in der Kirche, in der Worte und Musik sich abwechseln.
Es erklingen ruhige Sätze aus Suiten für Cello Solo von Johann Sebastian Bach und Werke für Cello und Cembalo. Die Gemeinde ist durch Singen der Choräle an den Stellen, die auch Bach in der Passion vorgesehen hatte, eingeladen, ins Geschehen mit einzusteigen.
Eine Sopranistin singt unter anderem die Lieder "Es ist vollbracht" und "So gibst du nun, mein Jesu, gute Nacht" aus dem Schemelli-Gesangbuch BWV 439-507 von Bach.
Die Wortbeiträge gestalten ein Erzähler und eine Schauspielerin.
Viele sind gewohnt, die barocke Dichtung Christian Friedrich Henricis (genannt Picander) als Texte zur Musik von Johann Sebastian Bach zu hören. An diesem Nachmittag erklingen die Worte des Bach-Freundes Picander mit der zarten und innigen Beziehung zu Jesus ohne die begleitende Musik. Ein Erzähler liest erzählende Passagen der Matthäuspassion und eine Schauspielerin rezitiert die faszinierenden Dichtungen, die so neu zum Klingen gebracht werden.

Ein Beispiel für die ganz persönliche Beziehung der Dichtung zu Jesus:
Mache dich, mein Herze, rein,/Ich will Jesum selbst begraben.
Denn er soll nunmehr in mir/Für und für
Seine süße Ruhe haben. /Welt, geh aus, laß Jesum ein!

Es lohnt sich, diese Worte einmal ohne die Musik Bachs in sich aufzunehmen.
Sie sind eingeladen, den zu den anderen zu legen, die bereits am Vormittag von den GottesdienstbesucherInnen nach dem Abräumen des Altars niedergelegt worden waren.
Am Ende wird das Abendlied gesungen, das auch in den Passionsandachten immer gesungen worden war. Ein Vaterunser und Segen beschließen die Veranstaltung.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Es war eine für alle Beteiligten und alle Besucher/innen sehr bewegende Erfahrung. Durch die Einbeziehung der Besucher/innen bei der Zeichenhandlung am Anfang, durch die Choräle im Verlauf und das Lied, Vaterunser und Segen am Schluss hatte die Veranstaltung keinen Konzert-, sondern eher liturgischen Charakter. Viele der Besucher/innen wären jedoch zu einem Gottesdienst nicht gekommen.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Kirchenmusiker-Kantor-Organist
      Berufsbezeichnungen und Arbeitsfelder haupt- und nebenberuflicher Kirchenmusiker.
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