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Sinken um des Steigens Willen - Passionsandachten auf dem Weg
Situation / KontextSeit 2001 trägt die Gnadenkirche in Kooperation mit der "TanzKunst - Ulrike Wallis" bewegte Steine für das Unternehmen Tanz-Kunst-Kirche, wie das Projekt seit dem Jahr 2008 genannt wird, zusammen. Mit Tanz, Performance, Musik, Theater gestalten wir Festgottesdienste, Andachten, Konfirmandenprojekte, Kirchentage, Gemeindeveranstaltungen künstlerisch aus. Viele Menschen, die sonst der Kirche und dem Stadtteil eher fern bleiben, kommen zu diesen Veranstaltungen nach Mittelfeld und in die Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz. Die erhöhten Besucherzahlen zeigen das. Oft ergibt sich aus diesen Begegnungen auch eine ganz eigene Begegnung und Erfahrung mit dem christlichen Glauben. ZieleDiese Kontakte möchten wir ausbauen und vertiefen. Aus Gästen sollen Mitwirkende werden. Unser Angebot soll wachsen und zu einer kontinuierlichen Einrichtung werden. Reflexion / HintergrundAls Gemeinde eines Stadtteils mit zahlreichen sozialen Brennpunkten brauchen wir Orte der Menschlichkeit und der Begegnung von Jung bis Alt. Kirche als ein Raum pulsierender Stille, in dem Menschen willkommen und gefragt sind mit ihren unterschiedlichsten Talenten - das ist eine Vision von Tanz-Kunst-Kirche. UmsetzungAllgemeine Hinweise zur UmsetzungDie Kirchengemeinde pflegt von Anbeginn eine gottesdienstliche Tradition, die sich durch liturgische Elemente auszeichnet. In der sonntäglichen Messe werden Psalmen gesungen, die Feier des Heiligen Abendmahls gehört neben der Wortverkündigung zu jedem Gottesdienst selbstverständlich dazu. Die von der Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz gefeierte Liturgie ist dem Tanz nahe. Beide gestalten bewusst Raum und Zeit. Heraus aus alltäglicher Geschäftigkeit führen sie in den gelebten Augenblick. Damit öffnen sie dem Heiligen die Pforte. Gotteserfahrungen sind Erfahrungen im Jetzt. VorbereitungIm Rahmen der regelmäßigen wöchentlichen Veranstaltung "Kunst der Andacht" wurden Ideen entwickelt, die biblischen Texte bedacht und die Umsetzung überlegt. In einer "liturgischen AG" trafen sich mehrere Personen mit Ulrike Wallis und der Kirchenmusikerin unserer Gemeinde zur inhaltlichen Vorbereitung und formalen Gestaltung. Zusätzlich und auch unabhängig davon fanden Proben im Rahmen der TanzKunst-Schule und professionelle Kontakte mit anderen Künstlern statt. DurchführungDie Andachten begannen jeweils um 18.00 Uhr am Freitag abend im Vorraum der Kirche. Die Kirche selber war jeweils vorbereitet mit brennenden Kerzen. Liederzettel lagen in den vorderen Bankreihen aus. Der Gottesdienst am Gründonnerstag begann ebenfalls um 18.00 Uhr im Vorraum der Kirche. Elemente aus den Passionsandachten wurden hier wieder aufgegriffen (z.B. die akustischen und optischen Einstimmungen), danach erfolgte der gemeinsame Einzug der Gemeinde. Der "normale" Ablauf der Messe wurde durch kleine künstlerische Gestaltungen "illustriert" und ergänzt. Im Anschluss wurde die Gelegenheit zum gemeinsamen Essen im Gemeindesaal angeboten. Der Karfreitagsgottesdienst wird stark bestimmt von der szenischen Lesung der Passion, in diesem Jahr nach dem Johannesevangelium. Zwischen den Lesungen und nach der Predigt werden 5 Szenen durch die Mitglieder der TanzKunst-Gruppe eingefügt. Die Gemeinde ist aktiv durch Wechselgebete und (wenige) Lieder beteiligt. In diesem Gottesdienst wird kein Abendmahl gefeiert. In der Osternacht, die sehr stark liturgisch geprägt ist und durch die Lichtfeier und die Taufen schon genug eigene Impulse setzt, gab es keine Elemente der TanzKunst, doch wurde die thematische Klammer in diesem Jahr dadurch gegeben, dass der ehemalige Pastor der Kirchengemeinde, Pastor i.R. Bernd Feise, für die Predigten der drei Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht gewonnen werden konnte. Die Ordnungen aller Andachten und Gottesdienste lassen sich nicht einfach übernehmen, sind aber auf Wunsch per Mail bei Pastor Voget zu erhalten. Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)Die wöchentlichen Angebote "Kunst der Andacht" gingen und gehen kontinuierlich weiter, ebenso die "liturgische AG". Auch die Mitglieder der TanzKunst-Schule (Laien) treffen sich regelmäßig weiter. Die Gestaltung der Andachten baute auf den Erfahrungen des Vorjahres auf und ist zugleich Hilfe und Anregung für die kommenden Jahre. Nachgespräche unter den Mitwirkenden haben stattgefunden. Eine so umfangreiche und intensive Umsetzung ist allerdings nicht in jedem Jahr möglich. Wirkung / ErfahrungDie Teilnehmerzahlen bei den Andachten liegen bei 15-20 Personen, zum Teil Gemeindefremde. An den im Anschluss angebotenen Gesprächen nahmen immer nur einige der Teilnehmenden teil. Auch bei den Gottesdiensten lässt sich sagen, dass ein Teil der Gemeinde nicht aus dem Stadtteil kam, sondern teilweise aus dem gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus anreiste. MaterialienKeine vorliegend Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
Aufgegriffen und weiterentwickelt--- |
HilfeBei Fragen und Anregungen können Sie die geistreich Hotline der EKD anrufen (0511 27 96 208) oder sich per E-Mail an uns wenden (info@geistreich.de). |

