Familien- und Quartierszentrum

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 01.06.2011
Letzte größere Änderung: 30.01.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Menschen in Armut, Gemeinwesen
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirchengemeinde in der Neuen Vahr / Heilig Geist-Kirche in Bremen
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument
FQZ

Kurzbeschreibung

Das Familien- und Quartierszentrum (FQZ) in der Neuen Vahr Nord ist ein Beitrag zur sozialen Integration in einem Brennpunkt-Stadtteil.

Situation / Kontext

Dieses Projekt befindet sich in dem etwa 8.000 Bewohner umfassenden Quartier Neue Vahr Nord in Bremen, das wegen seiner Sozialindikatoren als sozialer Brennpunkt eingestuft ist.

Ziele

Es richtet sich besonders an Senioren und an Familien mit Kindern.

Reflexion / Hintergrund

Die Präambel des Diakonischen Werkes der EKD (1976) war für uns eine leitende Grundlage:

  • Die Kirche hat den Auftrag, Gottes Liebe zur Welt in Jesus Christus allen Menschen zu bezeugen. Diakonie ist eine Gestalt dieses Zeugnisses und nimmt sich besonders der Menschen in leiblicher Not, in seelischer Bedrängnis und in sozial ungerechten Verhältnissen an. Sie sucht auch die Ursachen dieser Nöte zu beheben. Sie richtet sich in ökumenischer Weite an einzelne und Gruppen, Nahe und Ferne, an Christen und Nichtchristen. Da die Entfremdung von Gott die tiefste Not des Menschen ist und sein Heil und Wohl untrennbar zusammengehören, vollzieht sich Diakonie in Wort und Tat als ganzheitlicher Dienst am Menschen (zitiert nach Gert Otto, Handlungsfelder, 189).

Das Familien- und Quartierszentrum (FQZ) in der Neuen Vahr Nord ist ein Beitrag zur sozialen Integration in einem Brennpunkt-Stadtteil. Jedes zweite Kind lebt hier von Hartz IV.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Dieses Projekt war nur möglich, weil es seit vielen Jahren eine enge Verzahnung der in diesem Stadtteil arbeitenden Institutionen gibt. Man kennt sich, tauscht sich auf einer regelmäßigen Stadtteilkonferenz aus und man arbeitet zusammen z.B. für das Stadtteilfest, Straßenfeste und in allen Fragen die den Stadtteil betreffen. Das bedeutet aber auch, sich anderen Institutionen gegenüber zu öffnen, die anders arbeiten, planen und strukturieret sind. Das ist durchaus nicht immer leicht. Wichtig ist, dass man sich kennt, und in gemeinsamen Treffen plant und miteinander arbeitet. Das ehemalige Waschhaus einer Wohnungsbaugesellschaft, das Kirchengemeindezentrum und ein Teil einer ehemaligen Sparkassenfiliale wurden umgebaut und miteinander durch einen Spielplatz der Generationen verbunden.

Durchführung

Das neue Zentrum ist jetzt ein Treffpunkt und Veranstaltungsort. Es gibt hier jetzt

  • ein kostengünstiges Café eines Beschäftigungsträgers,
  • Beratungs- und Dienstleistungsangebote,
  • PC-Kurse für Senioren,
  • Hausaufgabenhilfe,
  • Kulturangebote
  • u.v.m.

Das Projekt ist in mehrerer Hinsicht innovativ: Zunächst ist es ein kirchengemeindeübergreifendes Kooperationsprojekt mit Behörden, einer Wohnungsbaugesellschaft und verschiedenen Initiativen, einem kommerziellen Pflegedienst sowie gemeinnützigen Hilfsangeboten im Stadtteil. Ferner wurden durch den Schulterschluss Bundes- und Landesmittel für den Umbau beschafft. Schließlich handelt es sich um ein Mehrgenerationenprojekt und eine zeitgemäße Antwort auf soziale Probleme in der unmittelbaren Nachbarschaft der Kirchengemeinde.

Heute gibt es darüber hinaus

  • eine Kinderkleiderkammer in den ehemaligen Garagen der Kirchengemeinde,
  • einen Fast-umsonst-Laden, in dem dekorative Dinge abgegeben und für wenig Geld erworben werden können,
  • eine kleine Bibliothek, die von einer Bremer Initiative gespendet wurde und
  • das zentrale Projekt Mahlzeit, ohne das viele der anderen Aktivitäten nicht realisiert werden könnten. Hier wird in Kooperation mit einem benachbarten Hotelier jeden Sonntag ein kostenloses Essen an bedürftige Kinder und Familien ausgegeben, es werden Ausflüge und Feiern durchgeführt. Näheres zu diesem Projekt unter: www.mahlzeit-bremen.de

Darüber hinaus entstehen gemeinsame Projekte – die oft auf bestehende Ideen aufgebaut werden: So z.B. gibt es nun

  • ein gemeinsames Sommerfest,
  • ein Frühlingsfest,
  • der kirchliche sozialdiakonische Mitarbeiter koordiniert die Aktivitäten mit dem FQZ.

Diese Stelle konnte eingerichtet werden, weil die Bremische Evangelische Kirche das Thema „Armut und Reichtum“ als Sessionsthema auch finanziell unterstützt.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Nachdem die baulichen Voraussetzungen nun geschaffen sind, geht es in den nächsten Schritten darum, die Arbeit weiter zu verzahnen zum Wohle der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Stadtteils. 

Wirkung / Erfahrung

Wegen der breiten Kooperation von sehr unterschiedlichen Trägern hat unser Projekt sowohl in der Kirche als auch im öffentlichen Bereich große positive Resonanz gehabt. Aber was besonders wichtig ist: Die Angebote werden wahr- und angenommen. Schon jetzt ist es oft schwer, einen Raum im FQZ zu bekommen. Der Spielplatz ist immer voll mit Kindern und Eltern.

Einen Artikel zur Fahrradwerkstatt finden sie unter:
http://www.kirche-bremen.de/downloads/bkz_30.Nov.2013_Gesamt_Internet.pdf .

 

Weitre Informatione finden Sie unter http://www.fqz-bremen.de/ und http://www.kirche-neuevahr.de/ .

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