Tauffest in Loccum

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 06.04.2010
Letzte größere Änderung: 07.04.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Taufe (Tauferinnerung)
Gemeinden/Institutionen
Kirchenkreis Stolzenau-Loccum in Leese
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument
Tauffest 2008

Kurzbeschreibung

Zunächst in jährlichen, inzwischen in mehrjährigen Abständen werden die Eltern des Kirchenkreises mit nichtgetauften Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren  angeschrieben und eingeladen, ihre Kinder bei einem Tauffest im Kloster Loccum taufen zu lassen.

Situation / Kontext

Ein gemeinsames Projekt des Kirchenkreises, mit dem Eltern angesprochen werden, die bisher an eine Taufe ihrer Kinder nicht gedacht oder sie aus den unterschiedlichsten Gründen aufgeschoben haben.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

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Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Materialien

Taufkerzen, Urkunden etc. und Kaffee, Tee, Kaltgetränke,zusätzlichen Kuchen für die Kaffeetafel wie auch Servietten, Blumendeko usw.

 

Kosten

ca. 2000 Euro

Vorbereitung

Eltern mit ungetauften Kindern im Alter von 1-12 Jahren werden angeschrieben und zu einem Tauffest und einem Taufvorbereitungstreffen ins Kloster Loccum eingeladen. Im Einladungsschreiben wird darauf aufmerksam gemacht, dass selbstverständlich dieser Brief auch zum Anlass genommen werden kann, um eine Taufe in der jeweiligen Ortsgemeinde anzumelden.
Im Vorfeld klären die Gemeindepfarrer/innen der jeweiligen Gemeinden ab, ob jemand aus ihrer Gemeinde nicht angeschrieben werden soll, weil z.B. bereits die Taufe in der Ortsgemeinde angemeldet worden ist.
Die Familien erhalten nach ihrer Anmeldung einen Brief mit weiteren Informationen über das Taufvorbereitungstreffen, einer Liste mit möglichen Taufsprüchen und der Bitte, Patenscheine, den Taufspruch, die Geburtsbescheinigung für religiöse Zwecke, das Stammbuch und ggf. ein Dimissoriale zum Taufvorbereitungstreffen mitzubringen.
Beim Vorbereitungstreffen an einem Samstagvormittag werden die Lieder des Tauffestes gesungen, es wird die Bedeutung der Taufe spielerisch mit einer Handpuppe für Kinder und Erwachsene erklärt, der Ablauf des Tauffestes erläutert und bei einer Führung über das Klostergelände werden die acht Tauforte vorgestellt. Die Familien können sich direkt nach der Ortsführung einen der Tauforte aussuchen. Dazu liegen vorbereitete Listen zum Eintragen aus. Anschließend treffen sich alle mit dem/der Pfarrer/in und den jeweiligen Familien ihres Taufortes in einer Kleingruppe. Während die jeweiligen Eltern des Taufortes sich kennen lernen können und die Formalitäten sowie organisatorische Fragen besprechen, werden die Kinder von Kindergottesdienst-Teams in zwei Gruppen (je nach Alter) betreut.

Durchführung

Bevor der Gottesdienst beim Tauffest an einem Samstagnachmittag im Juni beginnt, können die Familien, die Interesse daran haben, das Taufwasser aus dem nahe gelegenen Jakobsbrunnen im Loccumer Klosterwald holen, liturgisch begleitet von einer/m Pfarrer/in und musikalisch von einem Posaunenchor
Die in der Klosterkirche ankommenden Familien werden mit Posaunenchormusik in Empfang genommen und vom Pfarrerteam am Eingang begrüßt. Die Sitzplätze in der Kirche sind nach den verschiedenen Tauforten ausgeschildert, so dass dadurch der spätere Auszug erleichtert wird.
Zu Beginn des Gottesdienstes ziehen die für jeden Taufort festgelegten Träger des Taufwassers und die Träger der Osterkerzen sowie die Pfarrer/innen, die Superintendentin und der Abt des Klosters gemeinsam ein.
In Anknüpfung an das Vorbereitungstreffen wird mit einer Handpuppe Bezug zur Taufe genommen, dazu wurden beim ersten Tauffest der jüngste und der älteste Täufling, beim zweiten Tauffest alle Täuflinge nach vorne gebeten. Es schließt sich die Frage an die Eltern und Paten/Patinnen an. Gegen Ende des gemeinsamen Gottesdienstes kommen die Träger des Taufwassers und der Osterkerzen nach vorne. Die Osterkerze wird für jeden Taufort entzündet, begleitet von einem Lichtwort. Mit einem Sendungswort ziehen die jeweiligen Taufgruppen nacheinander feierlich zu ihrem Taufort aus. 
An acht Tauforten finden die Taufen statt. Dort werden die Taufkerzen entzündet und die Tauf- und Patenurkunden verteilt. Der Gottesdienst endet am jeweiligen Taufort mit Gebet und Segen.
Im Anschluss sind alle Tauffamilien eingeladen, am gemeinsamen Kaffeetrinken in einer alten Zehntscheune auf dem Klostergelände teilzunehmen. Um die Anzahl der Kaffeegäste einschätzen zu können, wird diese beim Vorbereitungstreffen abgefragt. Außerdem werden dabei die am Kaffeetrinken teilnehmenden Tauffamilien gebeten, jeweils einen Kuchen mitzubringen. Das Kaffeetrinken wird von einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen organisiert.

 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Einige Wochen später gibt es einen Dankeschönabend im Kloster Loccum, zu dem alle haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden eingeladen werden. Bei diesem Grillabend ist Zeit, den vielen Helfenden angemessen zu danken, miteinander ins Gespräch zu kommen, Rückmeldungen zum Tauffest zu erhalten, Positives wie Verbesserungswürdiges zu besprechen und sich Fotos vom Tauffest anzuschauen.

 

Wirkung / Erfahrung

 

Im ersten Jahr fanden 59 Taufen statt, im zweiten 49. Insgesamt nahmen jeweils ca. 600 Menschen an den beiden Tauffesten teil. Es wurden sehr unterschiedliche Familien erreicht, oftmals auch die eher der Kirche Fernstehenden. Auf jeden Fall waren einige Familien dabei, die wahrscheinlich ihre Kinder nicht in der Ortsgemeinde angemeldet hätten, sei es, weil sie auf der Suche nach einem besonderen Ort für die Taufe waren oder weil es keinen Bezug zur Ortsgemeinde gab oder weil die Familienverhältnisse durch Trennung und neue Bindungen komplex geworden waren und ein Tauffest einen unkomplizierteren Rahmen für die Taufe bildete.
Nahmen bereits beim ersten Tauffest Tauffamilien aus anderen Kirchenkreisen teil, die davon in der Presse gelesen oder durch familiäre Kontakte gehört hatten, nahm die Anzahl im zweiten Jahr zu. Beim ersten Tauffest kamen  ca. 10% der Täuflinge aus anderen Kirchenkreisen, beim zweiten Tauffest waren es ca. ein viertel. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar, denn der Adressatenkreis im Kirchenkreis hatte sich im Vergleich zum ersten Jahr nicht sehr verändert und über das Tauffest war inzwischen überregional berichtet worden, d.h. es wurden mehr Familien auch außerhalb des Kirchenkreises darauf aufmerksam. Trotzdem war es erstaunlich, dass beim zweiten Tauffest immerhin noch dreiviertel der Täuflinge aus dem eigenen Kirchenkreis kamen und dass wir fast noch einmal so viele Kinder wie im ersten Jahr taufen konnten.
Wir haben festgestellt und auch rückgemeldet bekommen, dass der gemeinsame gottesdienstliche Teil in der Kirche zu lang ist. Vielleicht lassen sich in Zukunft Teile des gemeinsamen Gottesdienstes an den Taufort verlegen.

In zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2007 und 2008) fand das Tauffest statt. Das nächste Tauffest ist erst 2010 in Loccum geplant, weil wir es nicht für sinnvoll halten, dieselben Familien zum dritten Mal in Folge anzuschreiben, schließlich ändert sich der Adressatenkreis von Jahr zu Jahr nicht allzu sehr. Auch möchten wir einem Tauftourismus keinen Vorschub leisten, sondern vielmehr andere Regionen und Kirchenkreise ermutigen, selber ein Tauffest zu planen und zu gestalten.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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