7 Tage X 14 Kirchen = 98 Bibelgeschichten

Author
a geistreich member
Created at: 2011-06-29
Last major update at: 2014-12-04
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bibelprojekte, Mission
Institutions
Ev. Pfarramt Laucha in Laucha An Der Unstrut
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: pro Ort 2-3 Stunden
Execution: 1 Woche jeden Abend je 5-15 Minuten
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 7 Tage x 14 Kirchen = 98 Bibelgeschichten

Abstract

Das Projekt findet jedes Jahr während der Reformationsdekade statt. In allen 14 Kirchen des Pfarrbereichs Laucha wird eine Woche lang jeden Abend eine Geschichte aus der Bibel vorgelesen oder erzählt. Das Thema des Jahres bestimmt die Auswahl. Oft wird durch Gebet und Lied das Projekt zur Andacht und zum Treffpunkt im Dorf.

Situation / context

Wir leben als Christen eines ländlichen Pfarrbereichs mit 14 Predigtstellen inmitten einer konfessionslosen Mehrheit. Für Nochnichtchristen und für uns ist es wichtig, dass Kirche vor Ort erfahrbar ist. Glocken müssen läuten, Andachten gefeiert und der Schatz der Bibel muss mitgeteilt werden. Darum nutzen wir die Kirchen auch in der Woche für Geistliches. Hier reiht sich das Projekt ein. Es ist niedrigschwellig und macht es auch Konfessionslosen möglich, sich als LeserIn einzubringen.

Goals

Oberziel ist es, sich als Christen einer reformatorischen Kirche wieder auf die Bibel zu besinnen. Das gelingt durch das Erzählen und Vorlesen. Gleichzeitig kommen die Konfessionslosen, die mitmachen, zum Teil zum ersten Mal in Kontakt mit biblischen Geschichten. Die Christen besinnen sich wieder auf den Erfahrungsschatz der Bibel. Und alle Kirchen des Bereichs sind erlebbar - sichtbar und hörbar.

Reflection / background

Zur Reformationsdekade gehört in erster Linie die Entdeckung der Bibel. Personen sind weniger wichtig. Gleicherweise gehört zur Reformationsdekade die Wahrnehmung der mündigen Gemeinde. Sie lebt von der Botschaft der Bibel. Bei Gemeindeveranstaltungen in der Region war in den letzten Jahren zu beobachten, dass sich auch altgediente Christen mit der Bibel schwer tun. Sie kennen weite Strecken nicht. Dieser Entwicklung wird durch die Ausdünnung der Gottesdienstlandschaft Vorschub geleistet - viele Sonntagslesungen kommen nicht mehr vor, wenn nur 14-tägig oder monatlich Gottesdienst gefeiert wird. Das wirkt sich in mehrfacher Hinsicht aus - hier nur zwei Aspekte:

  • 1. Glaube wird sprachlos - es fällt uns zunehmend schwer, von unserem Glauben zu erzählen.
  • 2. Not wird wortlos - in der Seelsorge begegnen immer häufiger Menschen, die keine Worte für ihre Not haben und sie deshalb weder zur Sprache noch bis zur Reflektion bringen können. Alles, was in den Psalmen an Hilfreichem gegeben ist, steht ihnen nicht zur Verfügung.

Der Sprach- und Wortlosigkeit soll durch die Wiedergewinnung von Andacht, Gottesdienst und - damit verbunden - Bibel entgegengewirkt werden.

Was wäre eine Kirche des Wortes ohne Kenntnis des Wortes? Zielgruppe sind sowohl die Akteure als auch die Hörenden.

General information on realization

Denkbar einfach ist es, in jedem Ort einen Zuständigen für die Woche zu benennen. Als Material bieten sich gute Kinderbibeln an, manche ErzählerInnen und LeserInnen lassen sich auch durch die Volxbibel inspirieren.

Preparation

Christen und Nochnichtchristen vor Ort werden angesprochen, einen Abend in ihrer Kirche eine Geschichte aus der Bibel laut werden zu lassen. Wer will, bekommt eine Geschichte ausgehändigt. Es besteht das Angebot, im Umfeld des Erzählprojektes an einer dreigegliederten thematischen Einheit zum Thema Erzählen biblischer Geschichten teilzunehmen. Für die einzelnen Abende muss geklärt werden, wer die Kirche öffnet und wer läutet. In den Orten weisen Aushänge auf die Abende hin, ebenso ist das Projekt im kommunalen Amtsblatt und den Gemeindeblättern angekündigt. Erinnerungen beim Start der Woche sind empfehlenswert.

Realization

Hier gibt es nichts besonderes zu beachten: Es wird geläutet, gelesen / erzählt, je nach Anwesenden noch gesungen und / oder gebetet. Und dann gehen alle wieder nach Hause.

Wrap up & follow-up actions

Jedes Jahr bis 2017 wird es dieses Projekt geben. Parallel werden Erzählübungen angeboten, dieses Angebot wird auch nach dem Projekt immer wieder fortgesetzt.  Bei der Vorbereitung freuten sich etliche Gemeinden schon richtig auf die Woche, insgesamt wird diese Form, Bibel zu erfahren, mit Freude und Kreativität aufgenommen. Besonders schön ist, wie  noch das eine oder andere Lied zusätzlich gesungen wird, was an weiterführenden Gedanken in den Gesprächen danach laut wird, eben das innere Engagement der Einzelnen. Auch Konfessionslose bringen sich hier inzwischen selbstverständlich ein. Nachtrag 2014: Eine Frau, die durch dieses Projekt Kontakt zur Kirche fand, lässt sich jetzt taufen.

Effect / experience

Wir sind gerade mittendrin - bis jetzt sind alle mit Eifer bei der Sache. Es wächst das Staunen über die Fülle der Geschichten. In den Gemeinden reden sie wieder über die Bibel: Über Lieblingsgeschichten, Problemgeschichten, Erfahrungen mit biblischen Geschichten im eigenen Leben, den eigenen Zugang zur Bibel... Besonders erfreulich ist es, wie viele Kinder und Jugendliche, christlich und nochnichtchristlich, sich beteiligen.

 

Impuls

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen setzen wir verstärkt auf Erzählpädagogik mit Hilfe der Bibel. Auch in Erwachsenenkreisen sollte diese Form der "sanften" Bildung stärker zum Zuge kommen. Gerade für die Konfessionslosen in unseren Gemeindegruppen (die durchweg dabei sind) bietet Erzählen einen niedrigschwelligen Zugang zu den Wahrheiten und Hilfen des Glaubens.

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