Gemeindekuratoren

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Created at: 2010-04-14
Last major update at: 2010-04-14
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeindeleitung, Küster- und Hausmeisterwesen, Ehrenamtliche
Institutions
Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig in Wolfenbüttel
Keywords
Zielgruppen
Mitarbeitende
Information
Vorbereitung: no information
Durchführung: Auf Dauer
Visibility
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Gemeindekuratoren

Kurzbeschreibung

Zur Unterstützung der kirchlichen Arbeit insbesondere in größeren Pfarrverbänden / Regionen soll ein Ausbildungsgang Ehrenamtliche stärken. Gemeindekuratoren /innen können als "Vernetzer" oder "Kümmerer" in der Zukunft die Verbindung zwischen Pfarramt und Kirchengemeinde erleichtern, wenn das Pfarramt nicht mehr vor Ort ist. Sie übernehmen Spezialaufgaben vor Ort.

Situation / Context

Geleitet vom theologischen Gedanken des Priestertums aller Glaubenden werden Aktivitäten der Kirchengemeinde von Ehrenamtlichen erdacht, geplant, umgesetzt und evaluiert. Die kirchliche Leitung nimmt ihre Aufgabe der Fürsorge ernst und unterstützt die Ehrenamtlichen durch Ausbildung. In der Ausbildung zum Gemeindekurator werden daher Schlüsselkompetenzen für die Arbeit in einer Kirchengemeinde erlernt, z.B. Kenntnisse zur Kirchengeschichte, Spiritualität, Kommunikation.

Sie übernehmen Spezialaufgaben vor Ort, z.B. bei Fragen zur Gemeindehausverwaltung.

Ein gemeinsames Projekt der Landeskirchen Hannover und Braunschweig.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

Angestoßen durch die Idee, Ehrenamtliche durch kirchliche Ausbildung zu stärken, entstand in den Landeskirchen Hannover und Braunschweig der Gedanke, neben den schon lange tätigen Lektoren und Prädikanten, noch ein Mandat des "Kümmerers" oder "Vernetzers" herauszubilden.
Dazu kommt die Entwicklung, dass gerade im ländlichen Bereich sich Kirchengemeinden vereinen und weniger Hauptamtliche dort tätig sind. Eine Chance für die Kirchen ihre Ehrenamtlichen zu stärken und hier neue Engagementfelder auszufüllen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Federführend und von ihren jeweiligen Kirchenregierungen mit den nötigen Aufträgen ausgestattet traten der Direktor des Predigerseminars der Landeskirche Braunschweig und der Leiter der Arbeitsstelle Ehrenamt und Gemeindeleitung der Landeskirche Hannover zusammen und stellten eine Projektgruppe für die Ausbildung zusammen, die aus Leitern der Arbeitsstellen für Aus- und Weiterbildung sowie anderer Einrichtungen der Landeskirchen bestand. Die Mitglieder der Projektgruppe waren sowohl an der Planung der weiteren Schritte als auch an der Durchführung der Ausbildungsmodule als Dozenten beteiligt. In enger Rückbindung an die kirchenleitenden Instanzen wurden nun weitere Phasen des Pilotprojektes bearbeitet; ein Zeitplan wurde erstellt, Kirchengemeinden angeschrieben und externe Dozenten kontaktiert.

Durchführung

Nachdem die Kirchenleitungen ihre Zustimmung zum Pilotprojekt gegeben und interessierte Kirchengemeinden bis zum 15. Juni 2008 ihre Teilnehmer angemeldet hatten, startete das Pilotprojekt mit einem Einführungsabend im Michaeliskloster Hildesheim. Dazu waren Vertreter der Kirchengemeinden eingeladen und ließen sich von der Projektgruppe über den weiteren Ausbildungsweg informieren. Der braunschweigische Landesbischof gab den Startschuss für die Ausbildung.
Es schlossen sich fünf Ausbildungsmodule und ein Auswertungsmodul an. Die Themen der Ausbildungsmodule waren:

  • "Kirchen- und Kirchenbaukunde",
  • "Kirchenbaupflege",
  • "Struktur und Recht",
  • "Gemeindeleben" und
  • "Spiritualität".

Die Teilnehmer/innen des Pilotprojekts eigneten sich viele Fähigkeiten für die ehrenamtliche Tätigkeit an, z.B. Einüben in eine Feedbackkultur und kollegiale Beratung, erwarben Kenntnisse, z.B. über Struktur und Geschichte der Landeskirchen und wurden durch die gemeinsamen Andachten auch für Spiritualität sensibilisiert. Bei allen Modulen wurden sie von hochqualifizierten Dozenten und externen Fachleuten begleitet. Auch lernten die Teilnehmer/ innen durch die verschiedenen Tagungshäuser einige Orte ihrer Landeskirchen kennen.
Die Ausbildung wurde durch drei Treffen der Projektgruppe mit Vertretern aus den entsendenden Kirchengemeinden begleitet, dort wurden aktuelle Fragen der Ausbildung besprochen. Auch informierte die Projektgruppe die Kirchenregierungen immer wieder über den Stand der Dinge.
Sehr wichtig für die Ausbildung war auch die Erprobungsphase der Teilnehmer/innen in ihren Gemeinden. Hier wurden sie mit verschiedenen Aufgaben betraut. Es wurde so erprobt, ob in den jeweiligen Gemeinden eine Gemeindekuratorin / ein Gemeindekurator eingesetzt werden soll. 

 

Materialien:

Wurden von der Projektgruppe gestellt, z.B.:

  • Kirche lebt durch Mitmachen, Gesetzessammlung für die Arbeit in Kirchengemeinde und Kirchenkreis, Hannover 2006.
  • Gemeinschaft gestalten. Kleine Rechtssammlung für Kirchenverordnete, Braunschweig 2004.
  • Verschiedene Handouts der Dozenten, z.B. zu Kirchengeschichte, Fundraising oder Öffentlichkeitsarbeit 


Kosten:

Es entstanden den Teilnehmer/innen des Pilotprojektes keinerlei Kosten. Die Landeskirchen trugen die Fahrt-, Unterbringungs- und Honorarkosten für die Dozenten.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Zur Auswertung und Nachbereitung des Pilotprojektes hatte die Projektgruppe zu einer wissenschaftlichen Konsultation ins Theologische Zentrum nach Braunschweig geladen. Dort wurde mit Vertretern aus den Landeskirchen, den beteiligten Kirchengemeinden und den Teilnehmer/innen des Pilotprojektes über den Sinn des Mandates, die Ausbildung und das weitere Vorgehen diskutiert. Angeregt wurden die Gespräche durch die geladenen Gäste, die über Ihre Erfahrungen mit dem kirchlichen Kuratorenamt aus anderen Kontexten, z.B. Rumänien und Österreich berichtete. Auch perspektivische Fragen und theologische Anregungen wurden vorgebracht.  
Die Probephase wurde mit den Teilnehmer/innen bei einem Auswertungsseminar evaluiert.
Die Ausbildung ist mit den Berichten der einzelnen Module unter: www.gemeindekuratoren.de einzusehen. Zur Auswertung wurden auch zwei Publikationen erstellt (siehe weiterführende Literatur).

Wirkung / Erfahrung

Es entstanden den Teilnehmer/innen des Pilotprojektes keinerlei Kosten. Die Landeskirchen trugen die Fahrt-, Unterbringungs- und Honorarkosten für die Dozenten.

Von den 18 Teilnehmer/innen des Pilotprojektes werden wohl 12 Teilnehmer/innen die erlernten Fähigkeiten in diesem neuen Mandat in ihren Kirchengemeinden einsetzen können. Viele der Teilnehmer/innen sind schon langjährige Ehrenamtliche, einige verfügen über Kirchenvorstandserfahrung.

 
Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden:

Die Rückmeldung der Teilnehmer/innen zu den Ausbildungsmodulen war absolut positiv. Die Anbindung in den Kirchengemeinden ist oft noch zu verbessern.

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