Abends ins Theater, morgens in den Gottesdienst
Situation / contextTheater- und Operninteressierte für die Kirche gewinnen. GoalsKulturell Interessierte werden durch einen speziellen Zielgruppen-Gottesdienst angesprochen, in dem ein Theaterstück bzw. eine Oper mit einem biblisch-theologischen Thema und Text dialogisiert werden Reflection / backgroundAusgewählte Stücke aus Schauspiel und Oper im Sonntagsgottesdienst der Citykirche mit dialogischer Intention aufzunehmen und mit der biblisch-theologischen Tradition in Predigt, Lied, Musik und Lesungstexten ins Gespräch zu bringen. ImplementationGeneral information on realizationVorlaufzeit, ca. 6 Monate.
PreparationSeit Beginn der Arbeit der CityKirche Elberfeld im Jahre 2002 gab und gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Pfarrerin der CityKirche und den Wuppertaler Bühnen. Die Alte Reformierte Kirche zu Elberfeld wurde 2001/2002 in der Weise umgestaltet, dass der Kirchraum mit der erhöhten Apsis auch für die Aufführung kleinerer Inszenierungen geeignet ist, so dass die Wuppertaler Bühnen seit 2002 in der Citykirche bereits sieben Produktionen herausgebracht haben. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde die Idee geboren, ausgewählte Stücke aus Schauspiel und Oper im Sonntagsgottesdienst der Citykirche mit dialogischer Intention aufzunehmen und mit der biblisch-theologischen Tradition in Predigt, Lied, Musik und Lesungstexten ins Gespräch zu bringen. Der Projekttitel lautete von Anfang an: "Abends ins Theater, morgens in den Gottesdienst." Diese Reihe begann im Jahre 2006. Inzwischen wurden 17 Gottesdienste in dieser Reihe gefeiert. Zurzeit beteiligen sich 6 Pfarrer/innen aus dem Kirchenkreis an diesem Projekt. Die Wuppertaler Bühnen und die CityKirche Elberfeld sind Kooperationspartner, so dass diese Reihe nicht nur von der CityKirche beworben wird, sondern auch seitens der Wuppertaler Bühnen. Aus dieser Kooperation sind viele weitere kleine und große Projekte erwachsen (Literaturcafé, Mitwirken von Schauspieler/innen bei Veranstaltungen der Citykirche u.a.m.). RealizationEtwa ein halbes Jahr vor der neuen Spielzeit werden in einem gemeinsamen Gespräch zwischen den Pfarrer/innen und den Dramaturg/innen der Wuppertaler Bühnen die Stücke aus Schauspiel und Oper ausgesucht, die für dieses Projekt geeignet erscheinen. Der Gottesdiensttermin muss sich in den Dispositionsplan der Produktionen so einfügen lassen, dass er sowohl Besucher/innen ansprechen kann, die das Stück bereits gesehen haben, als auch auf den Besuch des Stückes neugierig machen kann. Der/die Pfarrer/in nimmt dann Kontakt auf zum/r Regisseur/in, zum Bühnenbild und zur Bühnenmusik des ausgewählten Stückes, spricht mit der Dramaturgie, Schauspieler/innen und Sänger/innen und besucht Proben (zumindest eine der Endproben) und die Premiere. Für die Besucher/innen des Gottesdienstes, die die Oper bzw. das Schauspiel nicht gesehen haben und auch nicht kennen, sollte die/der Pfarrer/in so in das Werk und die aktuelle Inszenierung einführen, dass die Predigt auch von ihnen verstanden werden kann. Die Liturgie wird für die "Theatergottesdienste" nicht wesentlich geändert. In der Regel besuchen auch die Mitarbeitenden der jeweiligen Dramaturgie den Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst werden die Besucher/innen ins Café eingeladen. Die CityKirche bietet mit ihrem Café Gottesdienstbesucher/innen, Pfarrer/innen und Künstler/innen im Anschluss ein Forum für Diskussion
Dauer Etwa 7 x pro Jahr
Arbeitsaufwand Die/der Prediger/in sollte sich mit dem Stück, dem/der Autor/in und der aktuellen Inszenierung, d.h. dem aktuellen Inszenierungskonzept auseinandersetzen und von einem biblisch-theologischen Thema und Text her mit der Inszenierung dialogisieren. Es kann in der Regel nur ein Thema in den Fokus der biblisch-theologischen Betrachtung genommen werden. Alle Aspekte eines Stückes und einer Inszenierung können in der Predigt nicht aufgenommen werden. Es können dafür aber die Texte und Lieder und die Musik ergänzende Aspekte aufnehmen.
Mitarbeitende Wie bei jedem Gottesdienst: Organist, Lektor, Küster Wrap up & follow-up actionsDie beteiligten Pfarrer/innen tauschen ihre Erfahrungen aus.
Wer ein solches oder ähnliches Projekt planen möchte, sollte zuerst einen guten und vertrauensvollen Kontakt zur Institution und zu Mitarbeitenden herstellen und eine gewisse Planungsflexibilität für den Produktionsbetrieb Theater/Oper mitbringen. Effect / experienceEs wurden bisher durchweg ermutigende Erfahrungen gemacht. Viele Theater- bzw. Opernbesucher/innen, die lange keinen Gottesdienst mehr besucht haben, lassen sich gerade deshalb einladen, weil es um das ihnen vertraute Medium Theater oder Oper geht. Der Besuch des Gottesdienstes ist zwei bis dreimal höher als an "normalen" Sonntagen. Nicht selten erleben wir, dass Gottesdienstbesucher/innen sagen, sie hätten das Stück "jetzt erst richtig verstanden", oder " das war mal ein spannender Gottesdienst". Umgekehrt nehmen die Mitarbeitenden und die Künstler/innen sehr bewusst die Evangelische Kirche als Kultur- und Dialogpartner in der Stadt wahr, und einzelne Künstler/innen eben auch in ihren ganz persönlichen Glaubens- und Sinnfragen. Die gegenseitige Wahrnehmung zeigt sich u.a. auch darin, dass die Theaterfachzeitschrift Mykenae in der Ausgabe 3/4/ 2008 über dieses Projekt berichtet hat.
Die an diesem Projekt beteiligten Pfarrer/innen sind trotz des hohen Arbeitsaufwandes mit Engagement und Freude dabei. Materials
Mentioned in the following articles and experience reports
There is one other article available. This article is only visible for geistreich-members. Adopted and refined--- |
Join geistreich HelpIf you have any questions or suggestions you can call the EKD on our geistreich hotline (+49-511-2796-771) or send us an e-mail (info@geistreich.de). |

