Gesucht - gefunden

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 24.10.2011
Letzte größere Änderung: 25.10.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
(Wieder)eintritt, Offene Kirchen und Wegekirchen, Mitgliederbindung, Gemeindeaufbau, Kampagnen, Mission
Gemeinden/Institutionen
Dietrich-Bonhoeffer Gemeinde in Frankfurt
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: ca. 60 Stunden über drei Monate
Durchführung: ca. 6 Wochen
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Gesucht - Gefunden

Kurzbeschreibung

Durch auffällige Plakate und Flyer machte die Gemeinde im Stadtteil auf sich aufmerksam. Sie sprach dabei Menschen "auf der Suche" an

Situation / Kontext

Kirche als Sinn- und Wertestifter im Großstadtmilieu.

Ziele

Ziel der Aktion war es, die Gemeinde und ihre Angebote im Stadtteil bekannter zu machen und Menschen für sich zu gewinnen.

Reflexion / Hintergrund

Um die Menschen in ihrem Alltag zu erreichen und die aktualität von Kirche zu verdeutlichen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

---

Vorbereitung

Die Initiative zur Plakataktion ging vom Kirchenvorstand aus. Zu diesem Zweck gründete sich eine fünfköpfige Arbeitsgruppe "Mission und Marketing" unter Leitung der damaligen Vikarin, die sich monatlich traf.

Die gesellschaftliche Suche nach Sinn und Werten diente der Gruppe als Grundvoraussetzung für die inhaltliche Gestaltung. Zudem sollten die Plakate auffallen, neugierig machen und Menschen zugleich einladen, an Gemeindeangeboten teilzunehmen.

In Absprache mit einer Kreativdirektorin einer großen Frankfurter Werbeagentur entschied sich die Gruppe für den Aufmacher "Gesucht - Gefunden". Die Gestaltung der Plakate übernahm ein Graphiker. Mit ihm wurde eine graphisch klare Form entworfen, die dem Bedürfnis der Menschen nach knappen Informationen auf solchen Werbeträgern entspricht.

 

Die orangenen Plakate bestanden jeweils aus drei Teilen:

 

  • Logo und Name der Gemeinde (Kopf)
  • Gesucht-Gefunden-Block (die inhaltliche Verknüpfung von gesellschaftlich gesuchten Sinn und Werten mit Gemeindeangeboten)
  • Darstellung aller Angebote mit Kontaktadresse

 

Für folgende inhaltliche Verknüpfungen entschied sich die Arbeitsgruppe:

 

  • Gesucht: Gemeinschaft - Gefunden: Seniorennachmittag
  • Gesucht: Kommunikation - Gefunden: Computerkurse
  • Gesucht: Begegnung - Gefunden: Cafe Komm
  • Gesucht: Stärkung - Gefunden: Gottesdienst
  • Gesucht: Austausch - Gefunden: Gesprächsabend
  • Gesucht: Leuchtende Augen - Gefunden: Kinderkirche

 

Der Flyer hatte dieselbe Farbe und denselben Kopf wie die Plakate, führte im Gesucht-Gefunden-Block jedoch alle Schlagworte und Angebote auf. Auf der Rückseite des Flyers standen detaillierte Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen (je Ort, Zeit, Ansprechperson).
 
Von Parteien wurden Plakatständer für die Dauer der Plakataktion der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Die festgelegten Stellplätze mussten von der Stadtverwaltung genehmigt werden. Außerdem wurden Ehrenamtliche zum Bekleben und Aufstellen der Plakate sowie zum Verteilen der Flyer gewonnen. Kurz vor dem Start wurde die Presse von der Aktion informiert.

 

Durchführung

Mit Hilfe eines LKWs wurden die Plakatständer von drei (politischen) Parteien eingesammelt und innerhalb eines Nachmittags von vielen Ehrenamtlichen beklebt.

Am nächsten Tag wurden sie im Gemeindegebiet aufgestellt. Insgesamt handelte es sich um 90 Plakate (30 3-er Ständer).

Der Gemeindebrief, der zeitgleich mit dem Aufstellen der Plakate erschien, nahm die Farbe und Logo der Plakate und Flyer auf. Er hatte "Kirche und Werbung" zum Schwerpunktthema und berichtete ausführlich über die Aktion.

Zusätzlich wurde eine Woche nach Beginn der Aktion von Ehrenamtlichen an jeden Haushalt im Gemeindegebiet ein Flyer verteilt (insgesamt ca. 4000 Stück).

In der (täglich geöffneten) Kirche wurde eine Feedback-Wand eingerichtet.

Die Kosten der Aktion wurden durch Spenden und "Plakat-Patenschaften" gedeckt. Hierfür wurde im Gemeindebrief, im Gottesdienst sowie auf einer Gemeindeversammlung - bei der der Gemeinde die Aktion vorgestellt wurde - geworben.

 

Dauer

Die Plakatständer waren sechs Wochen im Gemeindegebiet aufgestellt.

 

Arbeitsaufwand

Für die Vorbereitung brauchte die Arbeitsgruppe ca. 60 Stunden über 3 Monate. 2/3 dieser Arbeitsstunden wurden dabei für die inhaltliche und gestalterische Arbeit mit der Kreativdirektorin und dem Graphiker genutzt. Für die Durchführung kamen ca. 25 Arbeitsstunden vieler Ehrenamtlicher verteilt über 3 Tage hinzu.

 

Mitarbeitende

In der Arbeitsgruppe wirkten die Vikarin der Gemeinde sowie vier Ehrenamtliche. An den Plakatentwürfen arbeiteten ein Graphiker und eine Kreativdirektorin mit. Bei der Durchführung legten etliche Ehrenamtliche Hand an.
 
Benötigte Materialien

Plakate, Tapetenkleister, Plakatständer, Flyer, Dankes-Karten, Feedback-Plakat, Feedback-Bögen, ein LKW für Verteilung und Abholung der Plakate.

 

Kosten

Die Gesamtkosten der Plakataktion betrugen gut 600 Euro, die jedoch komplett von Spenden getragen wurden. Die Kreativdirektorin und der Graphiker arbeiteten ehrenamtlich bei dem Projekt mit.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Auf Grund der positiven Rückmeldungen beschloss der Kirchenvorstand ein Jahr später eine weitere Plakataktion unter dem Motto "Glaube gemeinsam gestalten". Diese bewarb diesmal allgemeine christliche Grundwerte (z.B. "Liebe - Wo ist Geben auch Nehmen?"). Die Texte für diese Plakate entwickelte ein Texter der oben genannten Werbeagentur. Die graphische Form wurde von den Vorjahresentwürfen übernommen. Aufgrund der Vorkenntnisse der Arbeitsgruppe war bei diesem Mal der organisatorische Aufwand sehr viel geringer.

 

Nach Ende der Aktion wurden die Plakate wieder eingesammelt und die Plakatständer den Parteien zurückgegeben.

Alle mithelfenden Ehrenamtlichen sowie die Parteien bekamen eine Dankeskarte.

Alle Gemeindegruppen bekamen einen Feedback-Bogen. Die Arbeitsgruppe übernahm die Auswertung von Feedback-Bogen und -wand. Diese wurde im Kirchenvorstand besprochen.

Wirkung / Erfahrung

Deutlich spürbar war die positive und nachhaltige Wirkung, die die Aktion auf Menschen des Stadtteils und darüber hinaus hatte. Die Gemeinde wurde dadurch als lebendig und aktiv wahrgenommen. Dies erwies sich vor allem in vielen persönlichen Gesprächen innerhalb der Gemeinde sowie mit der evangelischen und der katholischen Nachbargemeinde. Verzeichnet werden konnten 23 Kontaktaufnahmen bezüglich der beworbenen Angebote, ein großes Presseecho und positive Rückmeldungen auf dem Feedback-Plakat. Auf Grund der Plakataktion gab es sogar einen unmittelbaren Wiedereintritt.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitwirkenden

Die meisten Mitarbeitenden waren  begeistert. Eine Gemeindegruppe war unzufrieden, dass "ihre" Gruppe nicht prominent auf einem der Plakate beworben wurde.

 

Tipps für Nachahmer/innen

Je mehr Menschen an der Themenfindung der Plakate mitbeteiligt sind, desto stärker ist die Identifikation der Gemeinde mit ihr. Z.B. könnte eine solche Plakataktion gut am Ende einer Leitbilddiskussion innerhalb einer Gemeinde stehen.

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