Auf dem Weg zum Familienzentrum

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 08.11.2011
Letzte größere Änderung: 08.11.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Mitgliederbindung, Gemeindeaufbau, Diakonie und Gesellschaft, Beratungsstellen, Freiwilligendienste
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf in Burgdorf
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Projektabhängig
Durchführung: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Famileinzentrum Burgdorf

Kurzbeschreibung

Durch die schrittweise Errichtung einer dreigruppigen Krippe im Kirchenzentrum entwickelt sich die Gemeinde zu einem Familienzentrum mit vielfältigen Angeboten für Jung und Alt, für Familien, Alleinerziehende und Alleinstehende.

Situation / Kontext

Mit einem modernen, multifunktionalen Kirchenzentrum geht eine Kirchengemeinde neue Wege in der gemeinwesenorientierten Gemeindearbeit.

Ziele

Diakonie in der Gemeinde und durch die Gemeinde ist missionarisch, innovativ - und lädt zum Nachmachen ein, weil es ein handgreifliches Konzept des Gemeindeaufbaus ist.

Reflexion / Hintergrund

Das Paulus-Kirchenzentrum in Burgdorf mit seiner einmaligen, kommunikativen Architektur entstand in den siebziger Jahren als Kommunikationszentrum eines damals expandierenden Stadtteils, der heute als sozialer Brennpunkt gilt.

Das Leitbild der Gemeinde (kurz: "Paulus! - Die Kirche der Südstadt") wurde eng an den Bedürfnissen aller Bewohner des Stadtteils ausgerichtet. Die Gemeinde engagiert sich seit vielen Jahren in der gemeinwesenorientierten Sozialarbeit interkulturell und interreligiös.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Am Anfang stand das Projekt "Hausaufgabenhilfe und Kindermittagstisch", die Mitarbeit beim Aufbau der Arbeit der Burgdorfer Tafel e.V. und ein Sprachkurs für Frauen mit Migrationshintergrund.

Eine monatliche Seniorencaféstube wurde zusammen mit den Burgdorfer Wohlfahrtsverbänden eingerichtet. Die Gemeinde hat sich am "Nachbarschaftstreff Ostlandring" beteiligt.

Die nächsten Schritte waren ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot mit Hilfe der Pflegeversicherung ("Helfende Engel") und ein Projekt "Familienbegleitung durch Ehrenamtliche".

Durchführung

Diese Angebote werden unter dem Stichwort "Familienzentrum" neu gebündelt und ausgebaut.

Der Hintergrund ist die Errichtung einer Krippe im Kirchenzentrum. Damit rücken die Kleinsten und ihre Eltern und Großeltern weiter in das Zentrum der Gemeindearbeit. Für die Familien gibt es begleitende und generationsübergreifende Angebote, beginnend mit DELFI-Kursen. (DELFI ist ein Konzept evangelischer Familienbildung und richtet sich insbesondere an Eltern von Säuglingen.)

 

Dauer
Das Projekt ist auf Dauer angelegt, die Finanzierung zunächst für drei Jahre gesichert.

Arbeitsaufwand
Nicht nur, was die Projekte selbst angeht, sondern auch in Bezug auf die Suche nach Finanzquellen ist der Arbeitsaufwand hoch. Es braucht Jahre, bis eine gute und vernetzte sozial orientierte Arbeit etabliert werden kann.

 

Mitarbeitende
Neben den Mitarbeitenden im Stellenplan (u.a. Pfarrer, Diakonin, Krippenpersonal), vielen Ehrenamtlichen und Honorarkräften arbeitet eine pädagogische Mitarbeiterin in den Projekten "Hausaufgabenhilfe" und "Familienbegleitung durch Ehrenamtliche". Seit Mitte 2010 koordiniert sie das Gesamtprojekt mit einem größeren Stellenumfang.

 

Kosten
Im Umfang etwa einer halben Stelle plus Honorarkosten, um eine kontinuierliche Arbeit über Jahre zu ermöglichen. Gerade solche Personalkosten lassen sich ohne Zuwendungen aus Kirchensteuermitteln kaum aufbringen, leider schließen viele andere potentielle Zuschussgeber Personalkosten ausdrücklich aus.

 

Weiterführende Literatur
H. W. Grosse: "Wenn wir die Armen unser Herz finden lassen..." Kirchengemeinden aktiv gegen Armut und Ausgrenzung. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der EKD, Hannover 2007

 

Links / Homepage


www.paulus-burgdorf.de

www.paulus-stiftung.de

 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Nutzung der Küche und eines Cafés als Kommunikationsort sein:

  • Gemeinsames Kochen mit Kindern und Familien,
  • Mittagstische für Kinder und Senioren,
  • informelle Begegnung bei einer Tasse Kaffee u.a.

Eine besondere Herausforderung ist es, eine dauerhafte Finanzierung der Personalkosten auf die Beine zu stellen.

 

Wirkung / Erfahrung

Die vielfältigen diakonischen Angebote ziehen neue, bisher noch nicht kirchlich engagierte Ehrenamtliche an.

Zahlreiche gut funktionierende, sozialraumbezogene Kooperationen bereichern das Leben im Stadtteil. Die Auszeichnung als "diakonische Gemeinde" und der "Niedersächsische Preis für Bürgerengagement" sind wichtige Motivationsimpulse. Die "Paulus-Stiftung für christliches und soziales Engagement" (2003 gegründet) setzt hier weitere öffentlichkeitswirksame Impulse.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden
Ausschließlich positiv.

 

Tipps für Nachahmer/innen
Gemeinwesenorientierte Arbeit bedeutet, die Herausforderungen des Stadtteils positiv als Kirchengemeinde anzunehmen. Sie werden jeweils ganz unterschiedlich sein!

Unerlässlich ist eine Vernetzung mit den anderen Akteuren im Bereich der sozialen Arbeit vor Ort - und man braucht das Glück, mindestens ein oder zwei engagierte Menschen am Anfang zu finden, die diese Arbeit zu ihrer Sache machen.

Das ist vielleicht zu Beginn noch entscheidender, als die Frage, wo das Geld herkommen soll. Wenn die Idee (wirklich) gut ist, und (wirklich) engagierte Menschen da sind, finden sich auch Spender. Eine wichtige Finanzquelle ist beim Familienzentrum Burgdorf zum Beispiel die klassische Diakoniesammlung am Ausgang der Kirche, weil die Kirchgänger die Projekte kennen - und sinnvoll finden.

Dreh- und Angelpunkt der Arbeit ist es, wie wirklich die Menschen erreicht werden, deren Problemlage ja gerade eine gewisse soziale Desintegration ist. So ist das Projekt "Familienbegleitung" besonders deshalb erfolgreich, weil über die Hausaufgabenhilfe Zugänge geschaffen wurden. Ohne viel Zeit, viel Geduld und viel Liebe zu den Menschen geht das nicht.

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