Aufsuchende Kirche

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 08.11.2011
Letzte größere Änderung: 08.11.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Menschen in Armut, Diakonie und Gesellschaft, Alter und Pflege, Sonderseelsorge , Besuchsdienstarbeit
Gemeinden/Institutionen
Kirchenkreise Hittfeld und Winsen in Seevetal
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Ca. 2-3 Monate
Durchführung: Auf Dauer
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eine Stimme
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Aufsuchende Kirche

Kurzbeschreibung

Die Initiative "Aufsuchende Kirche" ist ein Besuchsdienstprojekt, das auf die Situation von vereinsamten Menschen reagiert

Situation / Kontext

Pflegende berichten immer wieder über den Gesprächsbedarf der Pflegebedürftigen und die wenige Zeit, die ihnen durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen.

Es ist eine Trennung von professionellem, diakonischem Handeln und Leben der Kirchengemeinden entstanden.

Ziele

Christlicher Glaube wird im Lebensvollzug der Kirchengemeinden erkennbar und erfahrbar gemacht.

Ehrenamtliche werden für die Mitarbeit gewonnen und für ihre Aufgaben geschult. Die entstandene Trennung von professionellem, diakonischem Handeln (Diakoniestationen, Beratungsstellen) und Arbeit und Leben der Kirchengemeinden wird überbrückt.

Reflexion / Hintergrund

Pflegende berichten immer wieder über den Gesprächsbedarf der Pflegebedürftigen und die wenige Zeit, die ihnen durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen.

Auch Pastor/innen stellen eine Arbeitsverdichtung und einen gestiegenen Bedarf an seelsorgerlicher Begleitung fest.

Hier will das Projekt entlasten. Der zunehmenden Isolierung und Vereinsamung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen, aufgrund der veränderten familiären Strukturen, soll so entgegengewirkt werden.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Eine Projektgruppe entwickelte im November 2002 die Ziele von "Aufsuchende Kirche", beschrieb die Ausbildungsinhalte, warb Mitarbeitende und Gelder.

Um dem seelsorgerlichen Auftrag gerecht werden zu können, wurde ein Ausbildungskonzept für die Mitarbeitenden entwickelt.

Es beinhaltet:

  • Grundlagen der Gesprächsführung,
  • Auseinandersetzung mit eigenen Möglichkeiten,
  • Idealvorstellungen und Grenzen,
  • Informationen zur psychosozialen Situation von älteren, kranken und isolierten Menschen in schwierigen Lebenslagen,
  • Informationen zu Rechtsfragen, sowie
  • sozialen Hilfen.

Im Anschluss an die Ausbildung besteht ein verpflichtendes Supervisionsangebot, während der Praxisphase (zwischen Ausbildungswochenende zwei und drei) zweiwöchentlich, später einmal monatlich.

Durchführung

Im Januar 2003 wurde durch Informationsveranstaltungen und Auswahlgespräche die erste Ausbildungsgruppe zusammengestellt.

Die Ausbildung und Supervision wird von zwei Pastoralpsychologen durchgeführt. Ein Ausbildungsgang besteht aus:

  • 3 Wochenenden,
  • einer Praxisphase mit
  • 2x monatlicher Supervision.

Seitdem sind in fünf Ausbildungsgängen insgesamt 36 Mitarbeitende ausgebildet worden. Davon arbeiten nach vier Jahren noch 31 mit und nehmen regelmäßig an der monatlichen Supervision teil.

Die Werbung läuft per Zeitungsartikel, wenn wir einen neuen Ausbildungsgang anbieten. Dafür werden die entsprechenden Personen bei den Zeitungen angesprochen, die dann entweder ein Interview führen oder aber vorgefertigte Artikel abdrucken.

Außerdem schicken wir an alle Gemeindebriefredaktionen und Diakoniebeauftragten entsprechende Informationsschreiben raus. Die Diakoniestationen sind mit uns im persönlichen Kontakt, wir besuchen in größeren Abständen die Dienstbesprechungen.

 

Dauer

Ein dauerhaftes Projekt.

 

Arbeitsaufwand

Die Ausbildung dauert 3 Wochenenden. Zur Kostenminimierung werden die Ausbildungswochenenden ohne Übernachtung von Freitag 16:00 bis Sonntag nach dem Mittagessen im Haus Tanneck durchgeführt.  Die Projektgruppe trifft sich ca. 6x/Jahr zu max. 2 Stunden. Außerdem noch ca. drei Stunden für den Runden Tisch (Reflektion mit allen Beteiligten) und ebenfalls ca. 3 Stunden für die "Danke-schön-Veranstaltung", die wir für die Mitarbeitenden ausrichten. Entsprechend den persönlichen Bedürfnissen der Betreuten werden einige bis zu zweimal pro Woche besucht, andere nur einmal im Monat.

 

Mitarbeitende

In der Projektgruppe arbeiten drei Ehrenamtliche sowie ein Karankenhausseelsorger und der  Leiter des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen mit. Außerdem arbeiten 31 Ehrenamtliche und zwei Pastoralpsychologen mit.

 

Kosten

Die Finanzierung erfolgt durch Einzelzuweisungen der Kirchengemeinden, aus Diakoniekollekten, Diakonierücklagen und durch Sponsoren.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Besonders hervorzuheben sind die hohe Motivation und Einsatzbereitschaft der Ausgebildeten und die Bereitschaft der Kirchengemeinden, dieses Projekt finanziell zu unterstützen.

Die Vermittlung von Pflegebedürftigen, deren Angehörige und Gemeindegliedern mit Gesprächsbedarf durch die Pflegedienstleitung oder Pflegenden und die Pastorinnen und Pastoren gestaltet sich allerdings als sehr schwierig.

Alle begrüßen das Projekt und stehen hinter den Zielen, nutzen die Möglichkeit aber nur sehr eingeschränkt. Trotz dieser Feststellung ist die Projektgruppe der Auffassung, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, und arbeitet immer wieder an der Neuanpassung des Konzeptes, um den geänderten Bedingungen gerecht zu werden.
Keine Schwierigkeit bereitet hingegen das Anwerben von Ausbildungswilligen.

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