Meine Heimat ist das Mehr . . .

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 15.11.2011
Letzte größere Änderung: 15.11.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Gemeindeaufbau, Gemeinwesen, Themengottesdienste und Reihen, Kirche in der Fläche und Landwirtschaft
Gemeinden/Institutionen
Evangelisches Dekanat Runkel - Profilstelle Bildung in Limburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Ca. 6 - 9 Monate
Durchführung: 1 Jahr
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Meine Heimat ist das Mehr ...

Kurzbeschreibung

Veranstaltungen, Projekte und Events verschiedener Art verbinden ein Jahresthema in einem ländlichen Flächendekanat.

Situation / Kontext

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Ziele

Ein gemeinsames Jahresthema gibt Anstöße für die inhaltliche Arbeit in den Kirchengemeinden, bietet Kooperationsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen und trägt zur Stärkung der Dekanatsidentität bei.

Die sechs Propsteien der Landeskirche Hessen-Nassau gliedern sich in insgesamt 47 Dekanate. Ein Dekanat entspricht also einem Kirchenkreis in anderen Landeskirchen.

Reflexion / Hintergrund

In den Jahren 2006 und 2007 wurde unter der Überschrift "Mehr Kirche wagen . . ." ein Dekanatsentwicklungsprojekt durchgeführt, an dessen Ende die Verabschiedung von Leitlinien für die Dekanatsarbeit stand. Deren Umsetzung im Hinblick auf Vernetzung, Optimierung der Kommunikation und Entwicklung von Kooperationsformen begleitet seitdem ein Perspektivausschuss der Dekanatssynode.

Einen weiteren wichtigen Hintergrund bildete die Veröffentlichung des Dekanatsbuchs "Fürsten, Bauern, Protestanten" im Dezember 2009, in dem ausgehend von einer Visitation im Jahr 2005 die Geschichte des Dekanates Runkel und seiner Gemeinden beschrieben wird.

Ein Jahresthema auf Dekanatsebene gab es erstmals 2009: Das Thema "Konfirmandenarbeit" blieb allerdings auf der Ebene der Hauptamtlichen und der speziellen Zielgruppe.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

In der Vorbereitung hatte der Perspektivausschuss drei thematische Vorschläge für das Jahr 2010 erarbeitet, die der Herbstsynode 2009 zur Diskussion präsentiert wurden.

Alle drei Themen (Alt und Jung, Sehnsucht, Heimat) boten die Möglichkeit, in den vorhandenen Angebotsstrukturen der Gemeinden aufgegriffen zu werden.

Nach der Entscheidung für das Thema "Heimat" beschloss der Dekanatssynodalvorstand, die Koordinierung und Begleitung des Projekts an die Profilstelle Bildung zu binden, unterstützt durch die Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit.

In der weiteren Vorbereitungsphase wurden die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden und die Mitarbeitenden auf Dekanatsebene informiert.

Zur Unterstützung entstand eine Ideen- und Materialsammlung. Der Perspektivausschuss konkretisierte den Projektnamen im Hinblick auf die Leitlinien des Dekanates ("Mehr Kirche wagen") in "Meine Heimat ist das Mehr . . ." Von der Öffentlichkeitsarbeit wurde ein Logo zur Verwendung für die Pressarbeit und Ankündigungen entwickelt, sowie ein Bereich "Jahresthema" für die Homepage gestaltet.

Eine erste Sammlung der Umsetzungsideen im Bereich des Dekanates und seiner Gemeinden erfolgte auf einer Dekanatskonferenz der Pfarrerinnen, Pfarrer und den weiteren Mitarbeitenden.

Durchführung

Zum Start lud der Dekanatssynodalvorstand die Kirchenvorstände und Mitarbeitenden in eine Kulturscheune zu einem Neujahrsempfang mit Einführung in das Jahresthema und Vorstellung des Dekanatsbuches ein.

Danach wurden im Jahresverlauf insgesamt 48 Angebote in den Kirchengemeinden und auf Dekanatsebene realisiert.

Beispielhaft für kirchengemeindliche Veranstaltungen seien genannt:

  • Gottesdienste mit regional geografischem Bezug zu Erntedank oder Buß- und Bettag,
  • Themenabende zum Austausch über Heimat-Bilder und Heimat-Glaube,
  • Ausstellungen,
  • Konzerte,
  • Gemeinde- und Kindergartenfeste,
  • Exkursionen

In regionalen Kooperationen fanden unter anderem statt:

  • eine thematische Reihe mit zehn Veranstaltungen zur Studie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt"
  • ein dreiwöchiger Partnerschaftsbesuch aus der Presbyterian Church aus Ghana,
  • die Vorbereitung und Durchführung eines Ökumenischen Standes zu Kirchen der Region auf dem Ökumenischen Kirchentag in München sowie beim Stadtjubiläum 1100 Jahre Limburg,
  • weitere kirchenpädagogische Aktionen wie eine Radtour "Kirchen er-fahren",
  • eine Kirchentour der Evangelischen Frauen im Dekanat,
  • sowie eine Orgelwanderung.

Auch der Dekanats-Kinderkirchentag in diesem Jahr, sowie eine Studienreise nach Israel sind vom Jahresthema inspiriert.

Den Abschluss bildete ein Gottesdienst am 3. Advent, in dem die Kreativ-Beiträge von Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen im Rahmen eines Wettbewerbs zum Thema Heimat vorgestellt und gewürdigt wurden.

Der begleitenden Information diente eine intensive Pressearbeit, Ankündigungen und Berichte auf der Homepage des Dekanates, sowie im wöchentlichen Newsletters der Profilstelle Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung. die heißt oben nur Bildung.

 

Dauer
Vorbereitung: sechs bis neun Monate; Durchführung: ein Jahr; Nachbereitung und Auswertung: drei Monate.

Arbeitsaufwand
Für die Beteiligten in den Kirchengemeinden hielt sich der Arbeitsaufwand in Grenzen, wenn das Jahresthema in die ohnehin vorhandenen Arbeitszusammenhänge integriert und beispielsweise im Gottesdienst, in der Konfirmandenarbeit oder in Gruppen und Kreisen aufgegriffen werden konnte. Abhängig von Motivation und Ressourcen der Verantwortlichen in den Gemeinden wurde die Möglichkeit genutzt, darüber hinaus Projekte und besondere Angebote zu entwickeln.
Für die mit der Koordination betrauten Mitarbeitenden des Dekanates (Profil- und Fachstellen) brachte das Jahresthema dagegen einen deutlich höheren Aufwand mit sich, vor allem in der Planungs- und in der Auswertungsphase. Hier waren fünf bis sechs Wochenstunden über einen Zeitraum von jeweils ca. zwei Monaten zu veranschlagen. In der Phase der Durchführung reduzierte sich dies auf ungefähr ein bis drei Wochenstunden.

 

Mitarbeitende
Das Jahresthema gab Haupt- und Ehrenamtlichen breite Möglichkeiten der Beteiligung abhängig jeweils abhängig von Motivation und Zeitbudget.

Wichtig war, die Verantwortlichkeit für das Projekt bei Mitarbeitenden auf Dekanatsebene zusammen laufen zu lassen: In diesem Fall waren dafür die Profilstelle Bildung und Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Materialien
Flyer, Plakate, Pressetexte, Gemeindebriefvorlagen

Kosten
Im Rahmen der allgemeinen Haushaltsplanung sind die Kosten nicht eigens erfasst worden.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Die Herbstsynode 2010 beschloss nach einer ersten Auswertung eine wichtige Modifikation. Anders als ursprünglich geplant, soll es künftig nur alle zwei Jahre ein neues Jahresthema geben.

Das Jahresthema 2012 wird von der Frühjahrssynode 2011 festgelegt. Dies erlaubt eine organisatorische und inhaltliche Vorbereitung bis zur Sommerpause, so dass es im Herbst bis zum neuen Kirchenjahr rechtzeitig in den Planungen der Kirchengemeinden und Dekanatsmitarbeitenden aufgenommen werden kann.

In den Jahren ohne eigenes Jahresthema ist dann eine dekanatsweite Nacht der Kirchen geplant.

Wirkung / Erfahrung

Ein gemeinsames Jahresthema auf Dekanats- oder Kirchenkreisebene kann nur empfohlen werden.

Die Beschäftigung mit dem Jahresthema Heimat gab den Kirchengemeinden zahlreiche Anregungen für ihre inhaltliche Arbeit, was durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit auch zu übergemeindlicher Beteiligung (in geringem Umfang) führte.

Intensiviert wurde im Projektverlauf die Kooperation zwischen den Mitarbeitenden auf der Dekanatsebene (Fach- und Profilstellen, Kirchenmusik, Gemeindepädagogen) und der kirchengemeindlichen Ebene.

Viele Angebote hatten eine starke regional-geografische Komponente, durch die der Bezug auf den gemeinsamen Lebensraum verstärkt wahrgenommen werden konnte.

Heimat wurde positiv konnotiert als ein Ort erfahren, an dem zentrale menschliche Grundbedürfnisse zu ihrem Recht kommen: nach Sicherheit, Zugehörigkeit und Vertrautheit einerseits sowie nach Selbstverwirklichung und verantwortlicher Mitgestaltung andererseits.

Für die Dekanatsarbeit entwickelten sich Zukunftsthemen, wie die Idee einen Dekanatswald als regionalen Identifikationsort aufzupflanzen. In diesen Kontext gehören auch die Entdeckung der Kirchenpädagogik sowie die Arbeit an einer ökumenischen Kirchenkarte für den Landkreis Limburg-Weilburg mit verschiedensten Routenvorschlägen.

Dadurch war es möglich, neue Zielgruppen und Lebensstile zu erreichen (im Zusammenhang von Tourismus und Ökologie, aber auch im diakonischen Bereich durch einen Themenabend Demenz).

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden
Rückmeldungen waren eindeutig positiv wertschätzend: Wichtige Themen wurden angestoßen, die Region erfahrbar und Beziehungen untereinander deutlicher gemacht.

 

Tipps für Nachahmer/innen
Notwendig ist eine gut funktionierende Kommunikationsstruktur auf Dekanatsebene mit ständiger Rückbindung an die Projektkoordination.

 

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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