Schwere Steine - starke Werte

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 01.12.2011
Letzte größere Änderung: 01.12.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Bildende Kunst und Ausstellungen, Bibelprojekte
Gemeinden/Institutionen
Kirchengemeinde Alt-Garbsen in Garbsen
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Ca. 3 -4 Monate
Durchführung: Mehrere Treffen, je nach Projektumfang
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10 Gebote

Kurzbeschreibung

Aus tonnenschweren Steinen formten 10 Männer Skulpturen zum Thema "Zehn Gebote".

Situation / Kontext

Die Bibel erreicht Männer oft zuwenig.

Ziele

Die kreative Arbeit mit dem Dekalog lässt Männer aus ganz verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammmen und ermöglicht auch interkonfessionelle Kontakte. Männer sollen die Möglichkeit bekommen, eigene Zugänge zu den Zehn Geboten zu gewinnen.

Reflexion / Hintergrund

Die kreative Arbeit mit Stein ist ein haptisches Erlebnis. Die Arbeit an den Zehn Geboten ermöglicht neue Perspektiven der Werteorientierung.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Männer und Kunst. Quelle: Burkhard Grahe Wir freuen uns erstmal, dass der Kurs zustande gekommen ist. Bis zuletzt stand er auf der Kippe, denn es ist nicht so einfach, Männer für ein biblisches Thema zu begeistern. Und nicht weniger schwer ist es, Männer zu bewegen, sich künstlerisch zu betätigen. Hier kamen gleich beide Schwierigkeiten zusammen. Aber: hier sind sie, die neun Männer aus Hannover, Letter und Garbsen im Alter von 37 bis fast 80 Jahren.

Vorbereitung

Wir haben uns zunächst mit den Themen „Werte“, „Freiheit-Ordnung“ beschäftigt und dann mit den 10 Geboten.
kleiner Einblick über die Geschichte der 10 Gebote

Danach haben wir uns für je eines der Gebote entschieden, uns über Gestaltungsideen ausgetauscht und erste Entwürfe in Ton geformt. Z.B. so:

Durchführung

Männer – Kunst – Kirche

ein Artikel von Rüdiger


Kann das überhaupt funktionieren: Zehn Männer, die sich kaum kennen, die zum Teil der Kirche nicht unbedingt nahe stehen und künstlerische Laien sind, und ein solches Projekt: Die Darstellung der Zehn Gebote in Stein?

Ich erfuhr davon mehr zufällig, fast in letzter Minute und dachte sofort: Das wäre doch mal eine total neue und reizvolle Aufgabe für mich als Ruheständler, Bastler und Heimwerker! Gewisse Bedenken hatte ich schon: Als Nicht-Garbsener und einer, der der organisierten Kirche eher skeptisch gegenüber steht, war ich Außenseiter. Pastor Burkhard Grahe drängte mich ein wenig zur Entscheidung, da bei der ersten Kontaktaufnahme nur noch fünf Tage Zeit bis zum Beginn am 14. Januar 2006 waren und bis zu diesem Tag nur acht werdende „Bildhauer“ zur Verfügung standen. „Sonst müssen wir die Sache aufschieben oder sogar abblasen. Wir brauchen zehn Männer für die zehn Gebote.“ sagte er. Meine Frau meinte, dass ich ja immer noch abspringen kann, falls ich dort im Gemeindehaus womöglich nur auf eine zusammenklüngelnde Männergruppe, auf einen vielleicht frömmelnden Pastor oder einen abgehobenen Künstler Oliver Pohl treffen sollte.

Aber war es ganz und gar nicht: Eine freundliche, lockere, erwartungsfrohe und offene Atmosphäre bestand von Anfang an. Die heterogene Gruppe – Männer im Alter von knapp 40 bis fast 80 Jahren mit den verschiedensten Berufe vom Handwerker, Techniker über den Erzieher bis zum Akademiker, einer auch katholisch - wuchs nach gegenseitigem Kennen lernen und unter der Führung des Pfarrers schnell zusammen. In der Absicht, ein gemeinsames interessantes Werk anzugehen, zogen alle an einem Strang. Wir duzten wir uns der Einfachheit halber. Wir einigten uns ziemlich schnell und problemlos darauf, wer von uns welches der Zehn Gebote bearbeiten wird, nachdem wir in intensiven Gesprächen Kenntnisse gewonnen hatten, was hinter dieser altisraelitischen Gesetzesordnung steht – Aufbruch in eine neue Freiheit und Gläubigkeit, Prinzipien der Demokratie-, aber auch welche aktuelle und brisante Bedeutung die 10 Gebote für unsere heutige Gesellschaft noch haben.

Nachdem wir dann die in einer Scheune liegenden Steine begutachtet und untereinander verteilt hatten probierten wir unter der nett-kameradschaftlichen und fachlichen Anleitung durch Oliver, unsere Ideen, oft nur die auf ein Schlagwort reduzierten Gebotsinhalte, plastisch in Ton darzustellen. Ohne die vielen praktischen Hinweise und Hilfestellungen eines professionellen Künstlers wäre wohl nicht viel bei alledem herausgekommen.

Das alles geschah beim ersten Treffen.

Am 21. Januar ging es dann zur Sache: In der Scheune wurden Lampen aufgestellt, die Steine wurden ringsum zum Teil aufgebockt oder auf Holzpaletten gelegt. Werkzeuge, Handschuhe, Schutzbrillen, Gehörschutz und Arbeitskleidung waren vorhanden.

Bald stürzten wir uns in die ungewohnte Arbeit, es begann ein stundenlanges Hämmern. 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Die Skulpturen wurden am Hang neben der Kirche aufgestellt. 

Wirkung / Erfahrung

Die Schläge trafen – wie nicht anders zu erwarten – nicht nur die Steinbrocken sondern auch gelegentlich die Hände. Die Staubentwicklung war beträchtlich, der Spaß war bei gegenseitigem Begutachten und Bestaunen groß.
Für Kaffee und Suppe in den Pausen sorgte Burkhard. Am Ende des Tages war zumindest mancher Stein wesentlich kleiner geworden. Alle waren müde, die Muskeln taten etwas weh, die Hosen und Schuhe waren grau bestäubt, aber – ich glaube – keiner ging unzufrieden nach Hause.

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