Blöcke in schlichter Kreuz-Symbolik - ein Altar

Author
a geistreich member
Created at: 2011-12-01
Last major update at: 2011-12-01
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Alternative Gottesdienste, Kirchenvorstand
Institutions
St. Paulus Kirche in Buchholz
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 2 Jahre
Execution: Langzeitprojekt
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Altar in St. Paulus Buchholz

Abstract

Einen zeitgenössischen Altar des Bremer Künstlers Gunther Gerlach. Sein Entwurf hatte bei einem von der Kirchengemeinde veranstalteten Altarwettbewerb die größte Zustimmung der Jury gefunden. Das Kunstwerk besteht aus drei Holzblöcken, die variabel angeordnet werden können und als Grundmotiv eine reduzierte, schlichte Kreuzform aufweisen.

Situation / context

 

„Altarwettbewerb“ in der St. Paulus – Gemeinde in Buchholz – zur Geschichte

 

In der Pauluskirche in Buchholz steht der Original-Altar von 1892, nach einer tiefgreifenden Renovierung in den 50er Jahren allerdings mit graugestrichenen Brettern verkleidet und ohne das zugehörige Retabel. Bei der umfassenden Renovierung der letzten 10 Jahre wurden Kanzel und Lesepult in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt, der Altar blieb übrig (und sieht inzwischen aus wie eine im Altarraum vergessene Umzugskiste).

2006 traf der Kirchenvorstand die Entscheidung, den alten Altar nicht zu restaurieren, sondern einen neuen entwerfen zu lassen. Ausschlaggebend war der Gedanke, die Kirche könnte sonst rückwärtsgewandt und „möbliert“ wirken, statt zur Auseinandersetzung einzuladen. Christiane Bürig, Pastorin und Künstlerin, arbeitete zu dieser Zeit in unserer Gemeinde und regte an, den Entwurf durch einen Ideenwettbewerb mit mehreren Künstlern entwickeln zu lassen. Nach Informationen durch Dr. Jürgen Fittschen, Leiter des Gerhard-Marcks-Haus in Bremen und Vorstandsmitglied der Hanns-Lilje-Stiftung entschied sich der Kirchenvorstand für dieses Verfahren.

Die Hans-Lilje-Stiftung finanziert solche Ideenwettbewerbe mit 7500,- €, wenn die Jury genug „auswärtige Kompetenz“ besitzt (also nicht nur aus Kirchenvorstehern besteht), die öffentliche Debatte über Kunst und Kirche dadurch gefördert wird und der Altar schließlich auch wirklich gebaut wird. Die Jury bestand nach einigem Hin und Her aus Dr. Jürgen Fittschen, Eva-Maria Eilhardt-Braune (Leitende Baudirektorin der Landeskirche), Christoph Selke (Vorsitzender des Buchholzer Kunstvereins), Prof. Horst Schwebel (Emeritus des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst in Marburg) und Ulrich Wagner vom Kirchenvorstand. Pastorin Katharina Behnke arbeitete als Schriftführerin mit. Durch diese Jury wurden 5 Künstler und Künstlerinnen ausgesucht, die für ihren Wettbewerbsbeitrag je 1500 € erhalten haben.

Ein Ausschuss des Kirchenvorstandes hatte „Anforderungen der Kirchengemeinde“ erarbeitet, die zusammen mit der Ausschreibung im Juli 07 verschickt wurde. Die Künstler besichtigten unsere Kirche teils mehrfach und reichten bis zum 16. November 2007 ihren Entwurf ein. Am 25. November tagte die Jury in der Kirche und entschied sich einmütig für den Entwurf von Gunther Gerlach aus Bremen.

Der Entwurf wurde der Gemeinde am 6.12.07 präsentiert und erhielt viel Zustimmung. Der Kirchenvorstand hat sich vorgenommen, ihn zu verwirklichen und klärt zu diesem Zweck momentan die Details mit dem Künstler. Die Fertigstellung unseres neuen Altars ist für September 08 geplant.

23.1.08, Katharina Behnke

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

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Realization

Der Altarraum-Entwurf ist da!

Am 6. Dezember wurde der Entwurf für die Neugestaltung unseres Altarraums in der Paulus-Kirche Buchholz enthüllt. Anwesend war auch der ausgewählte Künstler Gunther Gerlach aus Bremen. Sein Entwurf traf ganz überwiegend auf Zustimmung der Anwesenden, und es gab bereits eine lebhafte Debatte zu Fragen der Verwirklichung. Die Angst einzelner, der Entwurf könnte „zu modern“ sein, hat sich in keiner Weise bestätigt.

Präsentiert wurde ein Holz-Altar, der zusammen einen Block ergibt, aber aus drei Einzelteilen besteht, die sich unterschiedlich anordnen lassen. Die Dreiteilung hat sakrale Bedeutung. Der mittlere Block aus dunklem Holz zeigt eine reduzierte Kreuzform, nämlich den Buchstaben T(au) des griechischen Alphabets.

Die Kreuzform kehrt wieder im Vorschlag für Osterleuchter und Taufsockel, außerdem in der Fußbodengestaltung aus ockerfarbenem Sandstein. Das vorhandene Kreuz, Kerzenleuchter und Taufschale können in diesem Entwurf erhalten bleiben.

  • Das ästhetische Bausteinprinzip ist ebenso neu wie überzeugend,
  • der Altar wirkt sowohl festgegründet als auch wandelbar.

Der Entwurf ist für unsere Kirche ideal, da er ihr Hauptmaterial Holz aufnimmt, seinen „Pfiff“ nur enthüllt, wenn es gewünscht ist und mit dem vergleichsweise geringen Platz auskommt.

Die schlichte und durchgängige Kreuz-Symbolik lädt zum Hinschauen und Meditieren ein. Durch die Fußbodengestaltung ist auch das Taufbecken an seinem neuen Platz vor den Altarraum-Stufen in den Altarraum einbezogen. Die Flexibilität ermöglicht verschiedene Gestaltungen; gut für diese Gemeinde mit ihren vielfältigen Gottesdienstformen.

Trotzdem wird es vermutlich eine Grundstellung und einige wenige Varianten geben, die sich etwa bei u-förmig aufgestellten Bänken (wie im Zwischenhalt) nahe legen. Die Blöcke behalten auch einzeln ihre bildhauerische und liturgische Wertigkeit und wirken nicht wie beiseitegeschoben.

Schließlich ist der Entwurf praktikabel: Die Blöcke sind innen teilweise hohl und lassen sich mit zwei Personen leicht bewegen (auch wichtig fürs Chorpodest). Der Liturg kann auch hinter dem Altar stehen.

Der Kirchenvorstand hatte für die Altarraumgestaltung einen Kostenrahmen von
50000 € gesetzt; der wird mit dem vorliegenden Entwurf nicht ausgeschöpft. Die genauen Kosten werden erst ermittelt werden können, wenn aus dem Entwurf das konkrete Bauvorhaben geworden ist: Z.B. enthält der Kostenvoranschlag einen großen Anteil für Fußbodenarbeiten und Beleuchtung, wie teuer das wirklich wird, hängt dann von der konkreten Umsetzung ab.

Spenden aus der Gemeinde sind weiterhin nötig und willkommen! Wenn für eine Kirche viel Geld ausgegeben wird, fällt das einigen Gemeindegliedern immer (zu recht) schwer. Ich erinnere mich noch gut an die Debatte, ob eine neue Orgel so teuer sein dürfe oder ob es eine elektronische nicht auch täte. Im Fall der Orgel hat das Ergebnis diese Stimmen verstummen lassen: Hoffentlich wird das bei der Altarraumgestaltung auch so sein!

Die Arbeit der Jury ist hiermit beendet. Der Kirchenvorstand hat sich vorgenommen, den Entwurf von Gunther Gerlach im Laufe des Jahres 2008 zu verwirklichen. Dafür hat er einen kleinen Ausschuss aus Mitgliedern des Bauausschuss und Herrn Wagner aus der Jury gebildet. Hier werden nun die konkreten Details wie Abmessungen, Stufen, Fußboden, Beleuchtung und Kosten festgelegt. Die Anregungen, die dazu über Weihnachten mündlich und schriftlich abgegeben wurden, fließen – so weit möglich – darin ein. Für diese vielen und weit überwiegend positiven und konstruktiven Rückmeldungen sind wir sehr dankbar: Gerade die Flexibilität und die Ausstrahlung des Entwurfs werden sehr oft gelobt.

Pastorin Katharina Behnke

 

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

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Adopted and refined

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