Elternforum – Mobile Familienbildung

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 07.12.2011
Letzte größere Änderung: 07.12.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Menschen in Armut, Diakonie und Gesellschaft, Beratungsstellen, Arbeitswelt und Arbeitslosigkeit, Integration und Inklusion
Gemeinden/Institutionen
Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg in Dannenberg (Elbe)
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Ca. 1 - 2 Jahre
Durchführung: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
Meinungen
eine Stimme
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Kurzbeschreibung

Das Elternforum organisiert kurzfristig Gesprächsabende zu aktuellen Themen und wohnortnahe Veranstaltungen in Gemeindehäusern und Schulen.

Situation / Kontext

Ganz nach dem Motto Familienbildung geht uns alle an, startete der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg bereits im Juli 2004 das Projekt „Elternforum – Mobile Familienbildung“.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

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Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Träger ist das Diakonische Werk. Finanzielle Unterstützung erhielt das Elternforum in den ersten fünf Jahren durch den Innovationsfonds der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg finanziert die Hälfte der Personalstelle für die Organisation und Koordination, der Kirchenkreis kommt für die verbleibenden Sach- und Personalkosten auf.

Vorbereitung

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Durchführung

Das Elternforum organisiert kurzfristig Gesprächsabende zu aktuellen Themen und wohnortnahe Veranstaltungen in Gemeindehäusern und Schulen. Die Erfahrungen der ersten Jahre zeigten deutlich, dass nur ein Teil der Bevölkerung erreicht wurde. Vor allem die als bildungsfern bezeichneten Mütter und Väter fehlten bei den Veranstaltungen. Sie nahmen die Beratungsangebote nicht wahr oder trauten sich nicht zu den Elternkursen und Themenabenden. Aber nicht nur die Schwellenangst war das Problem, allein die weiten Wege sind ein Hindernis.

Aus diesen Gründen wurde 2008 ein neues Projekt für Familien in prekären Lebenssituationen gestartet. "Die gute Zusammenarbeit mit den Trägern der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Erziehungsberatungsstelle und weiteren Akteuren in der Region ermöglichte es", betont Birgit Christiansen. Netzwerken ist für die „Managerin“ des Elternforums das A und O, um passgenau vor allem denjenigen Unterstützung zu bieten, die sich für den Erziehungsalltag Orientierung und Sicherheit wünschen.

Erstmals konnten sich im Juni 2008 benachteiligte Familien für einen Kurzurlaub in Wittfeitzen, ein Ort mit Freizeitwert in der Lüneburger Heide, anmelden. 13 Mütter mit insgesamt 24 Kindern wollten mit dabei sein. Damit die Teilnahme verbindlich ist, musste vorab ein kleiner Eigenbeitrag geleistet werden. Ein Wochenende – Mahlzeiten und Kinderbetreuung inklusive – in der Bildungsstätte kostet für die Erwachsenen 10 Euro und 5 Euro pro Kind. Die Anreise für alle klappte prima, Birgit Christiansen hatte einen Fahrdienst organisiert.

Mütter und Kinder genossen die kleine Auszeit vom Alltag. Bogenschießen, ein Spaziergang mit den Kindern und abends gemütlich beim Grillabend sitzen, so kann Leben Spaß machen. Es ging aber auch zur Sache, es wurde informiert und diskutiert über Fragen der Ernährung, Erziehung und Alltagsorganisation. Die gezielte Ansprache von Sozialarbeiterinnen, Mund-zu-Mund-Propaganda und die Berichterstattung in der lokalen Presse sorgten für rege Nachfrage im Sommer 2009. An dem Kurzurlaub konnten bereits 17 Familien mit 29 Kindern aus dem Flächenlandkreis Lüchow-Dannenberg teilnehmen. „Die Angebote sind aufregend und anregend“, lobte eine der Mütter. Eine andere Teilnehmerin drückte ihre Zufriedenheit mit den Worten aus: „Ich fand hier den Mut, mal über mich zu sprechen.“ Die entspannte Atmosphäre und die kompetente Betreuung sorgen für ein Wohlfühlen und für Entspannung. Für die Eltern mit kleinem Budget war es das erste Mal, dass sie an einer Familienfreizeit teilgenommen haben.

 

Kontakt
Birgit Christiansen
E-Mail: dw.christiansen@t-online.de

 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Die Rückmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war wieder durchweg positiv. In Wittfeitzen ist den Müttern und Vätern aus bildungsfernen Kreisen bewusst geworden, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind – und dass es für sie im Landkreis Hilfe gibt. Sie konnten im Kurzurlaub ihre kreativen Seiten entdecken und lernten, selbstbewusster aufzutreten. „Endlich mal fühlte ich mich nicht ausgeschlossen“, sagte eine alleinerziehende Mutter zum Abschluss.

Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten und aktuelle Fragen aufzugreifen, gibt es ein paar Wochen nach der Freizeit noch Treffen für alle Teilnehmenden. Durch den persönlichen Kontakt zu den Begleiterinnen und den respektvollen Umgang während der Familienfreizeit trauen sich jetzt mehr und mehr Mütter und Väter zu den vom Elternforum organisierten Informationsveranstaltungen und Gesprächsabenden.
Text: Renate Giesler

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