Mehrgenerationenhäuser

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created at: 2010-05-26
Last major update at: 2011-01-30
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Deutsch (Original, currently shown)
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Personalwesen, Familien, Gemeinwesen, Alter und Pflege, Männer, Beratungsstellen
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Mehrgenerationenhäuser

definition

In einem gemeinsamen Haus verschiedener Generationen ergänzen sich die unterschiedlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse der Generationen.

SITUATION / KONTEXT

Was hier gewollt ist, kann durch Beispiele besser deutlich werden als durch theoretische Überlegungen. Beispiele gibt es in großer Zahl:

  • (1a) Frau oder Herr A ist alleinerziehend. Es könnte gut Geld verdient werden, wenn jemand auf die Kinder aufpassen und sie für die Schule oder den Kindergarten vorbereiten würde. (1b) Frau oder Herr B ist Rentner und hat nicht mehr genug Rente, um die Miete zu bezahlen, es wäre aber genug Zeit vorhanden, um die Kinder zu versorgen. (1b) verhilft in diesem Fall (1a) dazu, daß Arbeit aufgenommen werden kann, (1a) hilft (1b) dadurch, daß ein Teil der Mietzahlung übernommen wird. ODER
  • Fall (2a) Ein Studium ist gefährdet dadurch, daß keine Miete für die Studentenbude zur Verfügung steht. (2b) Durch Hilfe im Haushalt älterer oder behinderter Menschen könnte es möglich werden, die Studentenbude finanziell abzusichern und so weiter.

Die Großfamilie früherer Jahrhunderte stand für Zusammenarbeit und Solidarität aller Familienmitglieder untereinander. Diese Großfamilie gibt es nicht mehr. Das Mehrgenerationenhaus versucht hier einen neuen Ansatz zu finden und kommt damit zu einer neuen solidarischen Lebensform, die sich auf die Insassen eines solchen Hauses bezieht: Jung hilft Alt, Alt hilft Jung.

Allgemeine Infos gibt es über www.mehrgenerationenhaeuser.de .

In seiner allgemeinen Form wird das Mehrfamilienhaus gut erkennbar am Bonner Beispiel: http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/coremedia/mgh/de/01__Mehrgenerationenh_C3_A4user/04__H_C3_A4userinformationen/Bonn/Haus__1160.html

IDEE

Mehrgenerationenhäuser wollen einen Interessenausgleich zwischen den Generationen und dadurch auch mehr Solidarität zwischen  JUNG und ALT erreichen. Sie sind effektiver, als die häufig schon bestehenden NETZWERKE, weil es wegen der Wohngemeinschaft keine langen Anfahrtwege mehr gibt, die eine Zusammenarbeit andernfalls häufig unmöglich machen.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Für die Kirche ergeben sich hier neue Handlungsfelder im sozialen Bereich, in dem sie gerade heute besonders gefordert ist.

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Mehrgenerationenhäuser werden in der SoVD-Zeitung des Sozialverbandes Deutschland Nr. 12 vom Dezember 2010 auf Seite 10 ganz besonders gelobt. Sie werden als ein Jungbrunnen und als Marktplätze des Miteinanders aller Generationen beschrieben, sie sind aber mitunter viel MEHR, nämlich eine NOTGEMEINSCHAFT von Menschen, deren Existenz ohne die hier gebotene solidarische Unterstützung gefährdet sein könnte. Dies ist AUCH zu einem auch politischen Auftrag geworden in einer Zeit, da immer weniger Steuermittel zur Verfügung stehen.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Unter dem Motto STARKE LEISTUNG FÜR JEDES ALTER fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) deutschlandweit 500 Mehrgenerationenhäuser, die seit 2008 in Betrieb sind. Abfrage hierzu über: www.mehrgenerationenhaeuser.de

 

Es sieht so aus, daß die Idee der inovativen Wohnformen inzwischen weiter verbreitet ist als zunächst angenommen. Die Stadt Bonn hat eine Schrift hierzu "Wohnen mit Service und innovative Wohnformen mit u.a. generationenübergreifenden Projekten (S.52) und Gruppenwohnen (S.56).

IMPULS

Die Kirche hat auch in früheren Zeiten soziale Projekte wie die Mehrgenerationenhäuser auf die eine oder andere Art unterstützt, sie hat Projekte dieser Art dann auch unter eine geistliche Oberleitung durch einen Pastor oder Pfarrer gestellt. Religiöse Grundüberlegung ist hier immer die Forderung danach, daß einer des anderen Last tragen (mit-tragen) solle.

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