Tag für Kirchenvorstände

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a geistreich member
created at: 2010-05-31
Last major update at: 2010-05-31
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
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Kirchenvorstand, Landeskirche und mittlere Ebene
Information
Preparation: 1,5 Jahre
Execution: 1 Tag
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Ehrenamtstag

Abstract

Der Tag für Kirchenvorstände ist eine Großveranstaltung für Menschen in ehrenamtlicher Leitungsverantwortung von der Landeskirche oder einer anderen kirchlichen Ebene.

Situation / context

Die Kirche generiert stärker als jede andere gesellschaftliche Größe Ehrenamtlichkeit. Dabei gibt es ein breites Spektrum von Ehrenamtlichen, sowohl was Alter und Milieu, als auch was Art der ehrenamtlichen Aufgaben angeht. Gesellschaftlich gibt es bald eine Art Wettbewerb um Ehrenamtliche. Die Ehrenamtlichen haben für die Kirche ein hohes Potenzial. Auch mit dem Rückgang von finanziellen Mitteln steigt die Bedeutung des Ehrenamts.

Goals

Der Grundgedanke des Tages besteht darin, Menschen zu unterstützen und zu bestärken, die ehrenamtlich Leitungsverantwortung in der Kirche wahrnehmen, und sie in der Verantwortung, die ihnen zugemutet wird, anzuregen und zu fördern. Die Kirche versteht den Tag als Teil der Anerkennungskultur, die sie im Umgang mit ehrenamtlich Tätigen in den letzten Jahren entwickelt hat.

In der Regel wird man so einen Tag auf Kirchenkreis- oder Landeskirchenebene einrichten.

Reflection / background

Auf einer Großveranstaltung soll engagierten Menschen ein Erlebnis auch spiritueller Zusammengehörigkeit vermittelt werden. Sie sollen spüren, dass ihre Kirche weiß und schätzt, was sie an ihnen hat.

Implementation

General information on realization

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Preparation

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Realization

Vorbereitung:

Zur Vorbereitung beruft die Kirchenleitung einen Trägerkreis, der sich nach Zuständigkeit (im Landeskirchenamt bzw. im Innerkirchlichen Ausschuss), Beteiligung (im Kirchenkreis) und nach Erfahrung (mit Großveranstaltungen) zusammensetzt. Die Federführung für die gesamte Veranstaltung liegt beim zuständigen Dezernat des Landeskirchenamtes.

Der Trägerkreis sammelt und berät zunächst mögliche Themen für die inhaltlichen Foren (es gibt sich wiederholende „Standardthemen“, etwa zu Finanzen und Leitungsfragen, und solche, die mit den Aktualitäten wechseln). Etwa ein Jahr vor dem festgelegten Veranstaltungstag werden dann über die Vorsitzenden der Presbyterien Fragebögen an die Presbyterinnen und Presbyter verschickt, in denen diese aus einer Reihe von Themenfeldern fünf auswählen können, die ihnen besonders wichtig erscheinen. Innerhalb dieser Themenfelder können wiederum Inhalte angekreuzt werden, für die sich die Presbyterinnen und Presbyter besonders interessieren. Nach Auswertung der Fragebögen legt der Trägerkreis die endgültigen Themen der Foren fest.

 

Mögliche Themen, wie sie bspw. von der Landeskirche im Rheinland verwendet worden sind (siehe Beispiel guter Praxis):

  • Gottesdienste gestalten und erleben
  • Gemeinde
  • Ökumene – weltweit und ortsnah
  • Ehrenamt
  • Hingehen und Begegnen
  • Spiritualität – Quellen der Kraft entdecken

Parallel zur Erarbeitung der Themenfelder werden von den Mitgliedern des Trägerkreises bereits mögliche Forenleitende auf ihre Bereitschaft zur Mitarbeit hin angesprochen.

Das eigentliche Programm- und Anmeldungsheft wird etwa vier Monate vor dem Veranstaltungstag verschickt. Es geht auch an die Kirchenleitung, die als eigentliche Veranstalterin Präsenz zeigt.

 

Durchführung:

Für die Durchführung des Tages werden ein großer zentraler Veranstaltungsort (für Eröffnungsveranstaltung, Mittagessen und Abschlussveranstaltung sowie ein oder zwei Themenforen) und – der Zahl der Foren entsprechend – mehrere kleinere Tagungsorte angemietet bzw. zum Teil auch von Kirchengemeinden und Kommune zur Verfügung gestellt.

Am Tag vor der Veranstaltung reisen alle Mitwirkenden an, um die jeweiligen Tagungsorte vorzubereiten. Für den Abend lädt die Kirchenleitung die Mitwirkenden zu einem Dankeschönabend ein.

Der Tag selber hat einen Ablauf, der sich zum Beispiel in Eröffnung, Themenforen, Mittagessen, Workshops und Abschlussgottesdienst gliedern lässt.

Alle Themenforen werden von 1-2 Mitarbeitenden des Landeskirchenamtes begleitet; diese sorgen vorher auch für den reibungslosen Ablauf der Phase des Ankommens (Begrüßung, Wegweisung, Verteilung der Tagungsmappen...).

 

Nachbereitung:

In den an die Presbyterinnen und Presbyter verteilten Tagungsmappen befindet sich u.a. ein Rückmeldebogen, der am Ende der Veranstaltung eingesammelt wird. Dieser wird ausgewertet; die Rückmeldungen bzw. Anregungen und/oder Kritikpunkte werden bei der Vorbereitung des nächsten Tages einbezogen.

Die Kirchenleitung als Einladende erhält eine ausführlichen Bericht über den Tag. 

Eine Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren muss einkalkuliert werden.

Am Veranstaltungsort muss sich eine größere (für die Ebene einer Landeskirche mindestens 1000 Personen fassende) Tagungsstätte für die zentralen Veranstaltungsteile befinden. Eine gute evangelische Infrastruktur (Gemeindehäusser, Kirchen etc.) ist wünschenswert, es bieten sich aber auch örtliche Schulen als Orte für Foren an.

 

Mitarbeitende:

Zuständiges Dezernat im Landeskirchenamt, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Ämter, Werke und Einrichtungen (Trägerkreis, Foren), Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, freiberufliche Künstlerinnen und Künstler (Foren, Rahmenprogramm), Angehörige der Kirchenleitung (zum Teil auch in den Themenforen), weitere Mitarbeitende des Landeskirchenamtes (Begleitung der Foren, Sicherung des Gesamtablaufs).

 

Zielgruppe: 

Presbyterinnen und Presbyter einschl. Mitarbeiterpresbyterinnen und –presbytern. Pfarrerinnen und Pfarrer sind zwar Mitglieder des Presbyteriums, aber keine Presbyterinnen und Presbyter im Sinne der Kirchenordnung. Sie sind daher ausdrücklich nicht eingeladen.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Die Kirche will dafür Sorge tragen, dass die Menschen, die ehrenamtlich Leitungsverantwortung wahrnehmen, die notwendige Unterstützung und Bestärkung bekommen, dass sie auftanken und sich austauschen und – dass sie lernen können.

Vier Ziele kann der Tag für Presbyterinnen und Presbyter verfolgen:

  • Er soll die Leitungskompetenz der Presbyterinnen und Presbyter stärken helfen.
  • Er soll ihre Identifikation mit ihrem Amt und mit ihrer Kirche und das „Wir-Gefühl“ untereinander fördern.
  • Er soll der Erörterung aktueller Fragen und Herausforderungen kirchlicher Arbeit Raum geben.
  • Er soll neue geistliche Erfahrungen ermöglichen.

 

Wirkung

Sowohl schriftliche wie mündliche Äußerungen ergaben eine außerordentlich positive Resonanz (so etwa im Rheinland). Es wurde deutlich, dass die TeilnehmerInnen die Zuwendung und Wertschätzung, den Dank und die Förderung, die mit dem Tag beabsichtigt waren, gespürt und ihrerseits gewürdigt haben. Dazu trägt auch die starke Präsenz der Leitung des Kirchenkreises oder der Landeskirche bei. Außerdem haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, Mitarbeitende des Leitungsebene einmal nicht als Teil einer aufsichtführenden Behörde zu erleben, vergnügt wahrgenommen und durchaus genossen.

Es ist überdies deutlich geworden, dass die Presbyterinnen und Presbyter eine solche Zuwendung regelmäßig wünschen. Die Begeisterung, die von so einem Tag ausgeht, verleiht neuen Schwung. Solche gemeinsamen Tage lassen sich auf jeder Ebene in der Kirche verwirklichen.

stimulus

Was sind weitere Möglichkeiten, Ehrenamtlich zu würdigen und fortzubilden? Wie steht es um die Hauptamtlichen?

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