Lesungen: Einübung in die gottesdienstlichen Lesungen

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2 Geistreich-members
created at: 2010-06-07
Last major update at: 2011-01-27
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Deutsch (Original, currently shown)
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Prädikant/innen und Lektor/innen
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Lesung

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Bibelkunde, Beschäftigung mit dem Perikopenbuch und ein Schnellkurs mit Sprechübungen und liturgischer Kurzausbildung helfen dabei, als Lesende die beiden Schriftlesungen gut verständlich für die Gemeinde zu halten.

SITUATION / KONTEXT

Auf dem Weg weg vom pfarrerzentrierten Gottesdienst nehmen die im Gottesdienst Lesenden eine wichtige Rolle im Gottesdienst wahr. Oft sind es die Presbyter/ Kirchenvorstände/ Gemeindekirchenräte/ Kirchenvorstände, die den Lesedienst mittragen. Sie nehmen innerhalb des Dienstes der Kirche zwei Aufgaben, zwei Ämter war.

In manchen Gemeinde sind es die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die die Schriftlesung übernehmen.

 

Zur Begriffsklärung

  • In diesem Artikel geht es um die Schriftlesung im Gottesdienst. In manchen Landeskirchen werden diese Lesenden "Lektorinnen und Lektoren" genannt (lateinisch für Vorleser).
  • In anderen Landeskirchen sind "Lektorinnen und Lektoren" (Link) dagegen solche, die Lesepredigten halten. Sie können oft auch eigenständig den Gottesdienst leiten (unter Nutzung eines Predigtvorschlags). Da geht die Verantwortung des Lektors dann deutlich über den hier beschriebenen Umfang der Lesenden hinaus.
  • Ferner gibt es Prädikantinnen und Prädikanten (Link), die darüberhinaus eigene Predigten halten, teilweise auch taufen und trauen können. 

IDEE

Um das Leseamt zu stärken, ist es von Belang, regelmäßig die mit diesem Amt betrauten Personen fortzubilden.

Bibelkunde, Beschäftigung mit dem Perikopenbuch und ein Schnellkurs mit Sprechübungen und liturgischer Kurzausbildung helfen dabei, als Lesende die beiden Schriftlesungen gut verständlich für die Gemeinde zu halten.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Am Ambo - ein Lesepult, das im Altarraum aufgebaut ist - verleiht der Lesende dem „lebendigen Wort Gottes“ Ausdruck und Stimme. Daher sollte er den Text nicht einfach herunterlesen. Vielmehr versucht er die Gemeinde zu fesseln, damit sie zuhört und verstehen kann. Die gemeindliche Fortbildung hilft auch erfahrenen Lesenden dabei, über die eigene  Durchführung ihres Dienstes Rückmeldung zu erhalten. In Hinblick auf die Vorbereitung des Gottesdienstes, das Lesen und das Setzen von Pausen  und das sich Bewegen im Kirchenraum kann dann im geschützten Raum der Fortbildungsgruppe gesprochen werden.

 

Lesung im Wechsel

Eine Art der Lesung im Wechsel kann wie folgt aussehen. Oft beginnt die Lesung mit dem Präfamen, einem kurzen Text, der auf die Lesung hinführt und auch die Stellenangabe beinhaltet.

Es ist nun möglich, dieses etwas zu erweitern und den Text zu erläutern. Dabei kann man den Lesungstext in zwei Teile teilen und kommt dann zu folgendem Ablauf:

  • Präfamen I, Erste Hälfte der Lesung, Präfamen II, zweite Hälfte der Lesung

und dies jeweils für Epistellesung und Evangeliumslesung (und atl. Lesung). Es kann sich auch anbieten, gleich nach zwei Sätzen das Präfamen II folgen zu lassen, etwa wenn eine Situation geschildert wird, in die hinein Jesus sein Gleichnis spricht. Der Ablauf wäre dann:

  • Präfamen I, Situation, Präfamen II, Gleichnis.

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Es ist davon auszugehen, dass der Kreis der Lesenden in den Kirchengemeinden mit regelmäßigem Fortbildungsangebot größer wird. So gibt es Kirchengemeinden, die durch ehrenamtliche Küster, Chöre, Instrumentalgruppen, Lesenden- und Kindergottesdienstvorbereitungskreise, etc. weite Kreise der Gemeinde in die Gestaltung des Gottesdienstes miteinbeziehen. So ist der Gottesdienst nicht nur theologisch sondern auch rein praktisch Mittelpunkt der Kirchengemeinde.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Sinnvoll ist eine Vorbereitung im Team, da man dadurch auch sinnvoll mit größeren Gruppen interessierter Personen zum Thema arbeiten kann.

Lektorinnen und Lektoren haben wesentlichen Anteil am Verkündigungsauftrag

Lesende lesen während des Gottesdienstes ein oder zwei Schriften aus der Heiligen Schrift und tragen oft auch Fürbitten vor und teilen nicht selten die allgemeinen Nachrichten und Mitteilungen aus dem Gemeindeleben mit. Sie übernehmen damit eine eigenständige liturgische Aufgabe im Verlauf des Gottesdienstes. Das bedeutet, Lesende nehmen am Verkündigungsauftrag der Kirche teil, auch dann, wenn ein/e Pastor/in anwesend ist.

Fortbildungen

In ihren Landeskirchen können Lesende auch Fortbildungen belegen, teilweise auch in ihrer Kirchengemeinde selbst.
In den Kursen der Gemeindedienste und Gottesdienstinstitute lernen sie von Sprechpädagogen ihre Stimme richtig einzusetzen. Daneben gibt es auch Biblische Fortbildungen, in denen die Inhalte der Lesungen erläutert werden. In Liturgieschulungen erfahren die Lesenden alles über den Ablauf und Sinnabschnitte des Gemeindegottesdienstes und erhalten Einblicke in die Hintergründe der einzelnen Rituale.

Bereits in den frühen Jahrzehnten der christlichen Kirche taten einzelne Gemeindemitglieder, die lesen konnten, Dienst während des Gottesdienstes. Im zweiten Jahrhundert nach Christus entwickelte sich daraus ein Amt, das wie heute auch zunächst von Menschen ohne Theologiestudium ausgeübt wurde.

 

IMPULS

Die gezielte Schulung von Ehrenamtlichen kann auch in anderen Bereichen die Qualität und Professionalität erhöhen.

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