Kommunikationskampagnen

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created at: 2010-06-17
Last major update at: 2010-06-20
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Gemeindeaufbau, Kampagnen
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Kommunikationskampagne

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Wie sehen Public Relations und Kommunikationskampagnen kirchlicher Organisationen aus?

SITUATION / KONTEXT

Kommunikationskampagnen haben sich in der gegenwärtigen Mediengesellschaft als eine Form der Kommunikation etabliert. Auch die Kirchen haben diese Form für sich entdeckt.

IDEE

Kirchliche Kommunikation ist im Kern Kommunikation des Evangeliums. Jedoch erfordern moderne Medien und eine ausdifferenzierte Gesellschaft auf den verschiedenen kirchlichen Ebenen neue Wege der Kommunikation. Dabei unterscheidet sich kirchliche Kommunikation vom Marketing dadurch, dass weder Gott noch Kirche als Produkt oder als Objekt vorstellbar sind. Kirchliche Kommunikationskampagnen sind daher immer Sinnangebote und Angebote von Gemeinschaft.

Kampagnen sind zeitlich befristete, mediengestützte Aktionen zur Erreichung definierter Ziele bei festgelegten Zielgruppen.

Kirchliche Kampagnen beziehen sich schwerpunktmäßig auf religiöse Themen oder auf das Image der Kirche. Es lassen sich Advocacy- und Image-Kampagnen unterscheiden. Beide Formen bedürfen einer jeweils genauen Zielbestimmung. So können Kampagnen etwa die Platzierung des Themas Gerechtigkeit oder das Fundraising für ein kirchengemeindliches Projekt zum Ziel haben. Das Image ist dann ein Nebeneffekt.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

In der gegenwärtigen Gesellschaft haben sich mediale Kommunikationen und damit verbundene Public Relations von Organisationen herausgebildet. Da die Kirche ebenfalls als Organisation wahrgenommen wird, unterliegt sie den allgemeinen Herausforderungen an medial-kommunikativer Kompetenz.

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Kommunikationskampagnen gibt es auf verschiedenen Ebenen der Kirche. Es gibt sie auf bundesweiter Ebene als Gemeinschaftsprojekte der Landeskirchen und der EKD. Es gibt sie auf landeskirchlicher Ebene, auf Ebene von Kirchenkreisen und auf Ebene der Gemeinden.

Die möglichen Ziele und Wirkungen sind unter drei Aspekten zu diskutieren:

Nach innen hin verhilft die gemeinsame Kampagne zu einer Selbstreflektion der Organisationseinheit. Sie setzt sich Ziele, hinter denen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen, sie gibt sich ein Profil, sie setzt sich Schwerpunkte und beraubt sich damit bewusst anderer Ziele.

Nach außen hin steht die kirchliche Organisationseinheit sichtbar und präsent für ein bestimmtes Thema ein.

Kommunikationspraktisch muss die einzelne ehren- oder hauptamtliche Person der Kirche die Kampagne vertreten. Die Ebene, auf der das geschieht, ist die Ebene des Gesprächs und des Vertrauens.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Eine Kommunikationskampagne will von langer Hand geplant sein. Es ist notwendig, dass das Thema und das Ziel der Kampagne von der ganzen Organisationseinheit mitgetragen wird. Die verschiedenen Medien sollten dabei so Berücksichtigung finden, dass eine Wiedererkennbarkeit des Kampagnenthemas gesichert ist. Der Einzelne sollte durch Flyer und durch geeignete Mitarbeiterkommunikation in die Lage versetzt werden, das Thema zu vertreten. Es empfiehlt sich, für Kommunikation und Design eine Kommunikationsagentur zu beauftragen. Aber auch auf gemeindlicher Ebene lässt sich mit (ehrenamtlichen) Gemeindemitarbeítern eine Kampagne bewerkstelligen, wenn alle an einem Strang ziehen.

 

nach: Eberhard Blanke, Kommunikationskampagnen - Ansätze einer praktisch-theologischen Kampagnentheorie, Stuttgart 2010, ISBN 987-3-17-020971-8.

IMPULS

Eine Kommunikationskampagne braucht einen langen Vorlauf, denn das Selbstbild der Organisationseinheit und die eigenen Aufgaben müssen transparent gemacht werden. Damit ist der Impuls, dass eine Gemeinde oder ein Kirchenkreis sich zunächst ein Selbstbild geben und sich Ziele setzen muss.

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