Ruhestand, Eintritt in den

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created at: 2010-06-17
Last major update at: 2010-06-17
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Seelsorge und Kasualien
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Brücke

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Der Eintritt in den Ruhestand markiert eine wichtige Passage, die in der Gemeinde aufgenommen werden kann.

SITUATION / KONTEXT

Das Altern hat wieder einen positiven Klang gewonnen. Wer in den Ruhestand geht, gehört längst nicht zum alten Eisen. Das Wort Alter wird eher mit Erfahrung und Wertschätzung verbunden als mit Defiziten. Viele Menschen, die mit 60 oder 67 in den Ruhestand gehen, unternehmen großartige Reisen und sind in ein gutes Netzwerk von Menschen eingebunden. Der Ruheständler ist nicht lebenssatt (1Mo 25,8 und öfter), sondern hat noch ein Drittel seines Lebens vor sich. Dennoch ist diese Lebensschwelle neben den Hoffnungen auch von Ängsten bestimmt.

IDEE

Die Gemeinde kann sich dieses Themas annehmen und ein entsprechendes Angebot anbieten, einen Gemeindenachmittag, eine Einheit im Seniorenkreis oder einen Gottesdienst zum Thema mit einem individuellen Segen.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Durch zeitweise weitgehende Vorruhestandsregelungen und die erhöhte Lebenserwartung ist der Ruhestand eine Lebensphase, die aktiver gelebt wird. Jugend und Alter sind wichtige Themen in der Bibel. Wie kann die Gemeinde den Schritt über diese Schwelle gestalten, auf die Ruheständler hören und einen geistlichen Impuls für den Ruhestand geben?

Viele definieren sich über ihren Beruf; für sie bedeutet diese Schwelle eine Neuorientierung. Viele Menschen haben auch berechtigte Ängste vor einer Armut im Alter, Angst davor, im Alter nicht mit der Rente auszukommen.

Dieser Anlass lässt sich als neue Kasualie verstehen.

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Die Ruheständler sind dankbar über diesen Moment des Innhaltens und der Wegzehrung.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Ein Gottesdienst kann das Thema aufnehmen.Er ist gesondert zu planen und zu bewerben, da die Ruheständler für dieses Ereignis nicht von sich aus einen Gottesdienst erwarten. Diese Werbung kann über die Kanäle der Gemeinde erfolgen, aber auch über die Volkshochschule, über die großen Firmen in der Gemeinde oder schlicht über eine Briefaktion aufgrund des Alters. Für diejenigen Teilnehmer, die nicht an der Schwelle zum Ruhestand stehen, bedeutet der Gottesdienst eine Möglichkeit zur Reflexion der eigenen Situation. Es gibt die Möglichkeit, ein Grußwort von einem Abteilungsleiter oder einem Kollegen in den Gottesdienst aufzunehmen, so dass der öffentliche Bezug sichtbarer wird.

Abschied und Neuanfang ist das Thema, aber auch Kontinuität, Hoffnung und Freude angesichts des Termins. Der Gottesdienst ist alleine dadurch seelsorgerlich und tröstlich, dass er den Einzelnen, den Vereinzelten in die Gemeinschaft derer einführt, die in der gleichen Situation sind. Ein symbolischer Moment könnte das Mitbringen eines liebgewonnenen Gegenstandes vom Arbeitsplatz sein, der etwas transportiert, was auch im Ruhestand Bedeutung behalten soll.

Gebete, Predigt usw. sind auf den Kasus zugeschnitten. Der Einzelsegen für die Ruheständler bildet den Höhepunkt des Gottesdienstes. Auch können die Ruheständler in der Lesung oder Musik eingebunden werden.

 

Links

www.unserezeiten.de

 

nach Michael Nüchtern, in: Ulrich Fischer et al., Gelegenheit macht Gottesdienst, 1996

IMPULS

Nimmt die Gemeinde die Lebenswirklichkeit der Menschen ernst genug? Lässt sie sich darauf ein, dass diese Menschen eingebunden sind in Arbeitswirklichkeit und Ruhestand, in Geldnöte und Hoffnungen? Und kann die Gemeinde hier auf die Menschen hören, sie wahrnehmen und Impulse aus dem Evangelium heraus geben?

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