Kirche für das Dorf

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created at: 2010-06-24
Last major update at: 2010-06-24
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Deutsch (Original, currently shown)
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Gemeindeaufbau
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Dorf

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Mit dem modernen Dorf verbinden sich spezifische Chancen und Herausforderungen für die Kirche.

SITUATION / KONTEXT

Die Nachkriegsarbeit des Kirchlichen Dienstes auf dem Land richtete sich an Dörfer, die zwar bis an die Grenze belastet waren mit der Einquartierung von ausgebombten Städtern und Flüchtlingen aus dem Osten, die aber in ihrem Kern noch dem jahrhundertealten Modell entsprachen: Gemeinsame Arbeit in der Landwirtschaft, auf Landwirtschaft bezogene flankierende Berufe, geringe Mobilität, hoher Grad von Verwandtheit untereinander, Besitz im Dorf banden Menschen aneinander und an ihren Lebensort.

Seit 1955 ist von 50 Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft noch einer übriggeblieben; eine weitere Reduzierung zeichnet sich deutlich ab. So verwandelten sich die Dörfer (im Westen im langsamen Prozess seit ca. 1955, im Osten innerhalb kürzester Zeit nach 1990) von weitgehend agrarischen Arbeitsgemeinschaften hin zu Freizeitgemeinschaften. Vor allem qualifizierte Arbeitsplätze sind nur mit langen Pendlerstrecken zu erreichen.

IDEE

Denk- und Arbeitsansatz ist es, die drei dorfspezifischen Lebenssituationen von Menschen zum Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit zu machen: Leben in Familien, Leben auf dem Dorf aus eigener Entscheidung, Leben in und von der Landwirtschaft.

Hier zunächst die Skizze einer solchen kirchlichen Arbeit für und mit Familien(-situationen):

In der Konfirmanden- und Jugendarbeit können die Frage der Zukunftsperspektive »bleiben oder abhauen« thematisiert, sowie die Vor- und Nachteile des Lebens auf dem Dorf für Jugendliche erörtert werden. Biblische Akzente: 4. Gebot, Abraham/ Jakob, Exodustradition, Psalm 104 etc.

In der Jugend- und Familienarbeit können die latenten Konflikte („Haben/wollen wir eine gemeinsame Zukunft hier?“) als strukturelle angesprochen und nach Wegen gesucht werden, wie sie zu entschärfen sind oder wie bewußt mit ihnen zu leben ist; kirchlicher Akzent dabei ist es, (stille) Schuldzuweisungen oder Rechtfertigungszwänge zu vermeiden.

Der Einsatz für den Erhalt oder die Neuschaffung von wohnortnahen Arbeitsplätzen ist auch Sache der Kirchengemeinde: durch Veranstaltung von Diskussionsforen, Initiierung von regionalen Wirtschaftsgesprächen, Gemeindeausflügen in Regionen mit neuen Prosperitätsansätzen, Seminaren zu Telearbeitsplätzen etc. kann deutlich unterstrichen werden, dass wir es kirchlich nicht hinnehmen können, dass die Paare, die wir getraut haben, und die Eltern, denen wir das Versprechen zur christlichen Erziehung ihrer Kinder bei der Taufe abgenommen haben, einander durch externe Arbeit entfremdet werden.

Der Einsatz der Kirchengemeinde für Familien- und altengerechte soziale Infrastruktur — vom Kinderspielkreis über »Rettet unseren Laden« bis hin zum »Altwerden im Dorf e.V.« — unterstreicht den christlichen Auftrag, für die schwächeren Glieder einer Gemeinschaft einzutreten und stärkt die Kräfte gemeinschaftlicher Problembewältigung.

 

Kirchlicher Dienst auf dem Land

Jede Landeskirche muss eine Dienststelle »Kirchlicher Dienst auf dem Land« (KDL) haben, unabhängig von der Höhe der Bezahlung und der Zahl der Dienststelleninhaber. Die Inhaber der Dienststelle des KDL müssen ein klares landeskirchliches Mandat für ihre Arbeit nach innen und nach außen haben. Jede Landeskirche muss einen Qualifizierungsgang für hauptamtliche Mitarbeiter einrichten, die im ländlichen Raum eingesetzt werden.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Entgegen den Befürchtungen in den fünfziger Jahren ist es (im Westen) nicht zu einer massiven Entleerung des ländlichen Raumes nach dem schrittweisen Wegfall der Landwirtschaft als Hauptwirtschaftsfaktor gekommen. Im Osten stellt sich nach schlagartigem Wegfall der arbeitsintensiven LPG-Strukturen die Situation jedoch völlig anders dar, ebenso die Auswirkungen! Das Nachfolgende gilt eher für die Realität der Alten Bundesländer.

In der Vergangenheit war die dörfliche Lebensgemeinschaft eine Arbeits- und Schicksalsgemeinschaft, aber eben auch »verhängte Heimat« (Fulbert Steffensky), nicht ein Zuhause aufgrund individueller Entscheidung. Die heutige Dorfbevölkerung lebt zunehmend ganz bewusst auf dem Land; dort Geborene konnten seit Ende der fünfziger Jahre aufgrund der erheblich verbesserten Schul- und Berufsausbildung das Dorf und den Familienzusammenhang verlassen, wenn sie wollten. Wer sich bewusst für das Bleiben entschied, konnte dies aufgrund der zunehmenden persönlichen Mobilität mit eigenem Fahrzeug und in Nutzung des expandierenden städtisch-industriellen Arbeitsmarktes auch ohne eine ökonomische Basis vor Ort bewerkstelligen.

In den letzten drei Jahrzehnten ist es zu einem konstant wachsenden Zuzug in die Dörfer gekommen, vor allen Dingen entlang der Verkehrsachsen zu den Zentren. Auffällig ist der seit ca. 25 Jahren zu beobachtende Trend zur Rückkehr auf das Land nach längerer Ausbildungs- und erster Berufsphase, meistens zur Familiengründung. Ebenfalls zunehmend ist die Zahl derjenigen, die nach Abschluss ihres Berufslebens im städtischen Bereich auf das Land zurückkehren bzw. sich durch Bau eines Alterssitzes dort den Wunsch des Lebens abseits vom Stress der Zentren verwirklichen; diese Menschen kommen fast nur als Ehepaare – als Singles höchstens, wenn nahe Verwandtschaft am Ort ist.

Die Entscheidung für das Leben auf dem Land erfolgt meist aus nicht-ökonomischen Gründen. Eine Ausnahme hiervon bilden nur die Bauernfamilien, die Landtourismus-Betreiber und die kleine Gruppe in den Gewerben von Handel, Handwerk und Kleinindustrie, wobei auch in dieser Gruppe ein hoher Anteil derjenigen zu finden ist, die ihr Gewerbe ebenso im stadtnahen Bereich ausführen könnten, sich aber für das Land entschieden haben.

Die auffälligste Konstante bei allem Wandel ist, dass das Leben im Dorf — auch bei Zugezogenen — zu achtzig Prozent Leben in (Klein-) Familien und/oder im Familienverbund ist. Dies kontrastiert ganz deutlich mit der Entwicklung im städtischen Bereich; hier sind viel mehr zu finden, die Tendenz ist steigend.

Da Menschen die uns aufgetragene Verkündigung der Freundlichkeit und Wegweisung Gottes am ehesten dann zu hören bereit sind, wenn diese ihre Lebenssituation auf- und ernst nimmt, müssen wir unsere kirchliche Arbeit auf drei deutlich unterscheidbare Felder ausrichten:

— auf die Situation der Familien auf dem Land

— auf die Gründe der Entscheidung für das Bleiben oder Zuziehen

— auf die besondere Situation der Bauernfamilien

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Damit ländlicher Raum nicht auch noch kirchlich ein völliges Randthema wird, braucht er Menschen, die sich bewusst und parteilich für diesen Lebensraum und für Landwirtschaft entschieden haben.

Der »Kirchliche Dienst auf dem Land« (KDL) arbeitet für ein neues Selbstbewusstsein des ländlichen Raums, damit in christlicher und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung die durchaus gefährdeten Lebensgrundlagen aller Bürger dort gesichert und bewahrt werden: Nahrung und Naturhaushalt, verlässliche Partnerschaften und kinderfreundliches Umfeld.

Der KDL möchte die beiden charakteristischen Chancen des Dorflebens als Gegengewicht und Ergänzung zu dem Leben in den Zentren und Industrierevieren erhalten und zu neuem Leben bringen: Das bewusste Erleben und Zusammenleben mit Tier- und Pflanzenwelt ohne sentimentale Romantisierung und das bewusste Erleben und Zusammenleben mit Menschen einer überschaubaren, selbstverantworteten Gemeinschaft.

Kirchlicher Dienst auf dem Land, der diese beiden Chancen theologisch benennen kann als die Erinnerung an die gemeinsame Geschöpflichkeit aller Lebewesen und als die Erinnerung an die Geschwisterschaft aller Kinder Gottes kann und soll sinnstiftend, Gespräche eröffnend und Strukturen bereitstellend an der gemeinsamen Suche nach dem »neuen Dorf« mitwirken.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Es gibt gute Gründe, auf dem Dorf zu bleiben oder dorthin zuzuziehen. Diese Gründe sind zugleich theologisch zu deuten und kirchlich umzusetzen:

  • Überschaubarkeit: Wegen der viel geringeren Fluktuation und der verglichen mit städtischen Bereichen viel geringeren Einwohnerzahl ist es durchaus möglich, einen großen Teil der Bewohner eines Ortes beim Namen zu kennen. Im Gegensatz zur Anonymität städtischen Lebens bewahrt auch das »neue Dorf« damit die Möglichkeit, die Würde von Menschen so zu achten, wie sie auch für den Gott der Bibel entscheidend war: »Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen; du bist mein...«
  • Selbstverantwortung: Die Möglichkeit, selbstgestalterisch mit Haus und Garten umzugehen (und auch die Erwartung, dies zu tun) sowie die Tatsache, daß das, was ein Mensch tut und läßt, hier aufmerksamer wahrgenommen wird, fordert eine konsequentere Lebensführung als der städtische Bereich. In einem nicht anonymen Umfeld lernen Kinder leichter, daß von ihrem Tun und Lassen etwas davon abhängt, wie ihr Verhältnis auch zu Menschen außerhalb der eigenen Familie sich gestaltet. Das Jesuswort: »Was Du getan hast den geringsten meiner Brüder, das hast Du mir getan« erinnert an die Notwendigkeit der Einübung in das nicht delegierbare, selbstverantwortliche Handeln.
  • Einstehen füreinander: Elemente selbstverständlicher Nachbarschaftshilfe haben sich über die lebensnotwendige Kooperation zwischen Nachbarn in der agrarischen Zeit hinaus erhalten; ob nun in neuerer Form, zum Beispiel in Dienstleistungstauschbörsen, oder im Einbeziehen von Neubürgern in alte Nachbarschaftsnetze bis hin zur Begründung von Wahlverwandtschaften wird hierin ein traditioneller Wert ländlichen Lebens hochgehalten, den wir kirchlich unschwer mit dem Auftrag Jesu »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst« benennen können.
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung: Handlungsbedarf für Fragen in der Nachbarschaft oder im Dorfleben gemeinsam zu entdecken und gemeinsam Lösungen durchzuführen, ist im Dorf eher plausibel, da selbst neu Zugezogene sich durch den Bau eines Hauses für einige Jahrzehnte auf diesen Wohnort festgelegt haben. Der Abzug politischer Entscheidungskompetenzen aus den kleineren Orten in die Mittelzentren hat eine neue Notwendigkeit geschaffen, sich zur Wahrung eigener Interessen oder Durchsetzung eigener Ziele gut organisiert zusammen-zuschließen. Der kirchliche Beitrag dazu kann die Initiierung eines »Runden Tisches für unser Dorf« sein, an dem vorbereitend beziehungsweise unterstützend Bilanz gezogen und eine Zukunftsvision entworfen wird: Welche Entwicklungen im Dorf machen uns Sorgen? Welche Entwicklungen sind auf gutem Weg? Dies soll geschehen im Horizont des biblischen Deutewortes: »Einer trage des anderen Last«.
  • Ruhe und Geborgenheit: Gemeint ist hier der ruhigere Lebensrhythmus auf dem Land sowie die höhere Vertrautheit mit einer Anzahl von Menschen, mit denen ich ein großes Stück Lebensgeschichte teile. Zusätzlich setzt dieses Leben Dinge auf meine Tagesordnung, die in meinem Berufsleben keine Rolle spielen (dürfen): Beziehung zu meiner Familie, Arbeit in meinem Garten, Einsatz im Verein oder in der Kirchengemeinde. Dieses aufnehmend, kann kirchliche Arbeit mit Berufstätigen Orte des erneuten Nachdenkens darüber schaffen, welche Ziele und Werte im Berufs- und Gemeinschaftsleben es wert sind, verfolgt zu werden. Wie Jesus sagte: »Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch dabei Schaden an seiner Seele?«

Die Träume der Zuziehenden vom »anderen Leben« auf dem Land und die guten Erinnerungen der Bleibenden bzw. Rückkehrer an die »Lebensgemeinschaft Dorf« können auf diese Weise wahrgenommen und zu gemeinsamer Ausdrucksform gebracht werden. Christlich gedeutet und bestärkt lassen sie sich weiterentwickeln zu Aktionen ländlicher Gemeinwesenarbeit. So kann die Kirchengemeinde die Seele des Dorfes und das neue Dorf der tatkräftige Leib dieser Seele werden.

Für die Bauernfamilien in unseren Gemeinden kann Kirche folgendes leisten:

  • Begleiten — Bauernfamilien brauchen in dieser Situation verständnisvolle und hörbereite Begleiter. Gerade wo wir keine Lösung anbieten können, geht es darum Not zu verstehen, Klage zu hören und Last mitzutragen. Kirchliche Sorgentelefone sind hier eine große Hilfe. Wir brauchen viel mehr davon. 
  • Isolation durchbrechen — Kirchlich kann es nicht hingenommen werden, daß Glieder unserer Gemeinden ins menschliche Abseits geraten. Aktivitäten wie die gemeinsame Gestaltung des Erntedankfestes, ein kirchlicher Gesprächskreis: »Unser Dorf, Arbeitsplatz, Wohn und Freizeitort«, »Feldrundfahrt für Nichtbauern/neu Zugezogene«; mit Landfrauen darauf hinarbeiten: »Kein Hof ohne Freundeskreis«, können der Isolation entgegenwirken. Unbedachte Schuldzuweisungen in kirchlichen Äußerungen an die Adresse der Bauern bewirken keine Veränderungen, sondern verstärken die Isolation. 
  • Zukunft eröffnen — Kirchlicher Dienst auf dem Land kann landwirtschaftliche Arbeit ihrer Bedeutung entsprechend würdigen, die ihr als Sachwalterschaft des Segens Gottes in Saat und Ernte zukommt. Gleichzeitig ist damit auch der Anspruch formuliert, für agrarpolitische Rahmenbedingungen zu kämpfen, die das Wahrnehmen dieser Sachwalterschaft leichter macht.
  • Bündnisse schließen — Zunächst einmal zwischen den Bauern untereinander (Kooperation statt Verdrängung um jeden Preis), zwischen Bauern und Umweltschützern vor Ort, zwischen Bauern und Nichtbauern im Dorf, zwischen Bauern und Regionalentwicklern, zwischen Bauern und Kommunalpolitikern müssen Gesprächsrunden initiiert werden, in denen nach gemeinsamen Anliegen gesucht wird, die zusammen ins Werk gesetzt werden können, statt immer nur die Kontroverse zu betonen.
  • Versöhnung von Ökonomie und Ökologie — Vereinbarung eines kirchlichen Randstreifenprogramms durch Pachtfreistellung der entsprechenden Flächen, ähnliche Vereinbarungen für »Trittsteinbiotope« in der Wirtschaftsfläche. Gruppen der Kirchengemeinde und Einrichtungen in ihrer Trägerschaft (Kindergarten, Altenheime etc.) können mit verläßlichem Einkaufsverhalten Direktvermarkter unterstützen.
  • Ein neuer Gesellschaftsvertrag für die Landwirtschaft — Dieser muß aber konsequent über alle politischen Gestaltungsebenen eingefordert werden. Sein Inhalt: Nach Erfüllung des Auftrages zur ausreichenden Bereitstellung von Nahrungsmitteln erteilt die Gesellschaft den Bauern einen doppelten Auftrag: Die Bereitstellung in Anbau und Aufzucht unbedenklicher Nahrungsmittel und die Bewahrung und Pflege des Naturhaushaltes sind gleichgewichtige Aufträge, die außer den Landwirten für die Gesamtgesellschaft niemand anderes ausführen kann; demzufolge sind auch die Bauern für beide Auftragsteile gleichermaßen zu entlohnen. Selbstverständlich erfordert ein solches Konzept langfristige und verlässliche Verträge, so dass ein Landwirt die wirtschaftliche Konzeption seines Hofes darauf ausrichten kann. Der biblische  Doppelauftrag, den Garten Gottes zu bebauen und zu bewahren, ist unschwer in dieser Forderung des Kirchlichen Dienstes auf dem Land wiederzuerkennen.
    Ob nun durch Feier der »Reichserntefeste« oder der »gewonnenen Agrar-Produktionsschlacht«: Zweifach wurde im letzten Jahrhundert von Staaten mit Weltanschauungs-Monopol-Anspruch versucht, die Deutungsfeier der Ernte der Kirche Jesu Christi zu entreißen. Haben wir diese Auseinandersetzung gewonnen? Zumindest sind wir als Einzige übriggeblieben, die trotz scheinbarer Selbstverständlichkeit alltäglichen Sattwerdens einmal im Jahr zum Gottesdienst einladen, um Gott für die Ernte als Zeichen seiner Liebe zu danken und um danach zu fragen, was wir als Beschenkte nun den Bauern unseres Landes, den Mitmenschen hier und in anderen Ländern, den Mitgeschöpfen in Wald und Feld schulden.

Der KDL arbeitet für ein neues Selbstbewusstsein des ländlichen Raums, damit in christlicher und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung die durchaus gefährdeten Lebensgrundlagen aller Bürger dort gesichert und bewahrt werden: Nahrung und Naturhaushalt, verlässliche Partnerschaften und kinderfreundliches Umfeld.

Der KDL möchte die beiden charakteristischen Chancen des Dorflebens als Gegengewicht und Ergänzung zu dem Leben in den Zentren und Industrierevieren erhalten und zu neuem Leben bringen: Das bewusste Erleben und Zusammenleben mit Tier- und Pflanzenwelt ohne sentimentale Romantisierung und das bewusste Erleben und Zusammenleben mit Menschen einer überschaubaren, selbstverantworteten Gemeinschaft.

Kirchlicher Dienst auf dem Land, der diese beiden Chancen theologisch benennen kann als die Erinnerung an die gemeinsame Geschöpflichkeit aller Lebewesen und als die Erinnerung an die Geschwisterschaft aller Kinder Gottes kann und soll sinnstiftend, Gespräche eröffnend und Strukturen bereitstellend an der gemeinsamen Suche nach dem »neuen Dorf« mitwirken.

 

Links zum Weiterlesen:

Die Landjugendakademie:

http://lja.de

Artikel zum Thema "Kircheninitiativen und Bürgerbus-Vereine erhalten die Infrastruktur auf dem Land":

http://www.ekd.de/aktuell/71663.html

Zu Erntedank:

http://www.lja.de/index.php?id=37

Landwirte:

http://www.ekd.de/aktuell/71818.html 

Initiative zur Gründung einer deutschen Dorfbewegung nach dem Vorbild von Dorfbewegungen in anderen europäischen Ländern

www.netzwerk-laendlicher-raum.de/Dorf

IMPULS

Grundlegende Frage ist es, ob unsere kreatürlichen Lebensgrundlagen, also reine Luft, sauberes Wasser, Artenvielfalt von Pflanze und Tier, gestaltete Landschaft als Lebensraum für Mitgeschöpfe und als Erholungsraum für Leib und Seele dort bereit gestellt werden, wo zugleich Nahrungsmittel mit dem Vorrang des schonenden Umganges mit der Natur und der Unbedenklichkeit ihres Verzehrs hervorgebracht werden.

Es entscheidet sich im ländlichen Raum als dem bevorzugten Lebensort von Paaren mit Kindern, durch welche kirchliche Arbeit diese Entscheidung geachtet wird, und welche Begleitung ihnen in ihrem Eheleben und ihren Kindern im ersten Heranwachsen von der Kirche angeboten wird.

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