Diakon - mit Bibel, Ski & Schweißgerät

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created at: 2011-10-17
Last major update at: 2011-10-18
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Deutsch (Original, currently shown)
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Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Gemeindeaufbau, Schulnahe Jugendarbeit, Freiwilligendienste, Bibelprojekte, Mission, Kirchliche Berufe & Ämter
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Früh übt sich ...

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Vielfalt der diakonisch / pädagogischen Arbeit in den Gemeinden

Arbeitsfelder und SelbstverständnisDie Anfänge .... Quelle: Diakon Uwe Reimer

Bereits in biblischen Zeiten wurden Diakone in ihr Amt berufen, um in die Gemeinde hinein soziale Arbeit zu leisten. Bis in die jüngere Geschichte hieß das, vor allem die Folgen von Armut und Krankheit zu lindern und sich um alte Menschen und ihre Bedürfnisse zu kümmern. Heute sind Diakone in vielen verschiedenen Arbeitsfeldern zu finden. Kinder- & Jugendarbeit, sozialdiakonische Projekte, Erwachsenenbildung, Arbeit mit Familien, themenbezogene Beauftragungen und Medien sind Beispiele hierfür.

Damals, wie heute sind Diakone durch ihren Glauben motiviert und verstehen ihre Arbeit, im Geiste der biblischen Botschaft, als Dienst am Nächsten. Sie sind Teil einer Gemeinschaft, einer Brüder- & Schwesternschaft oder eines Konvikts, in der diakonische Grundsätze als gemeinsames Fundament dienen. Verkündigung, Seelsorge und Diakonie, als tätige soziale Arbeit, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, sind in der Nachfolge Jesu Christi und im Auftrag an Kirche und Gemeinde gegenseitige Bedingung - sind nicht Kür sondern Pflicht. Diakone und Diakoninnen arbeiten gemeinsam mit ihren Pastorenkollegen und anderen Mitarbeitern in den Gemeinden, Diensten und Werken und den landeskirchlichen Einrichtungen, an der Umsetzung dieses Auftrags.

Gemeindediakone / Kinder- & Jugendarbeit... führen zu Vertrauen . Quelle: Diakon Uwe Reimer

In den Gemeinden arbeiten Diakone vielfach in der Kinder- & Jugendarbeit. Die Arbeitsansätze in diesem Arbeitsbereich haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte stark verändert. Arbeitsformen, wie Jugendgruppen und selbst offene Arbeit (vor 20 Jahren noch ein innovatives Konzept) sind vielerorts, gerade im städtischen Bereich, überholt und lassen sich nicht mehr etablieren. Moderne Formen der Arbeit sind Projektarbeit, Workshops, Seminare Events und (immer noch) die Freizeitarbeit. Diese Formen der Angebote kommen dem Bedürfnis der großen Mehrheit, der an den Angeboten interessierten Menschen, sich für einen begrenzten Zeitraum an ein Vorhaben zu binden und Angebote themen- oder inhaltsorientiert wahrzunehmen, entgegen.

Auch der Ort des Geschehens (Gemeindehaus) spielt, für den Erfolg der Angebote und auch für den Gemeindeaufbau, Integration und Identifikation der Menschen mit der Gemeinde als Gemeinschaft, immer weniger eine Rolle. Durch den Umfang der Arbeit, eine große Vielfalt und die Qualität der Angebote, ist es aber sehr wohl so, dass viele Menschen die Gemeinde als Ort (Gemeinschaft) für sich entdecken und feststellen: „ Hier fühl ich mich wohl, hier weht ein besonderer Geist, hier gibt es noch mehr für mich, meine Kinder, Freunde…!“ (mehr zu konkreten Inhalten im Punkt "Leitmotive")

MaßstäbeSchweißseminar. Quelle: Diakon Uwe Reimer

In der Kinder- und Jugendarbeit ist es, wie in anderen Arbeitsbereichen, geboten auf den Erfolg der Angebote zu achten und nach alternativen Wegen zu suchen, falls sich die Menschen mit gewohnten Angebotsformen nicht erreichen lassen. Als Maßstab für den Erfolg sollte dabei aber nicht nur der Umfang, Teilnehmerzahlen …, sondern auch erzielte Ergebnisse, erreichte Ziele, die Intensität des gemeinsamen Tuns, ob für den Einzelnen etwas bewirkt wurde… gelten. Ein intensives Projekt mit sieben oder acht Leuten, ist ebenso erfolgreich zu werten, wie ein Event mit mehreren hundert Teilnehmern. Zudem werden Qualität und Vielfalt als wichtige Merkmale der Arbeit betrachtet.

Neben der Professionalität der hauptamtlichen Mitarbeitern, führen geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, der Einsatz von Referenten und die Berücksichtigung besonderer Kompetenzen der Menschen in den Gemeinden zu einem hohen Maß an Qualität in den Angeboten. Die unterschiedlichen Arbeitsformen ( Projekte, Freizeiten, Seminare, Workshops, Events, …) die für die verschiedenen Vorhaben gewählt werden können, die Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedarfe in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und der Einsatz unterschiedlicher Methoden, führen zudem zu einer großen Vielfalt. Erfolg, Qualität und Vielfalt sind in der Kinder- & Jugendarbeit und somit auch für den Gemeindeaufbau, wichtige Kriterien.

Die Anforderungen an die Diakone können, nach Bedarf in Gemeinde/Stadtteil/Region, den Vorgaben der Gemeindeleitung und den individuellen Möglichkeiten des Diakons/der Diakonin, ganz unterschiedlich sein. "Geheimnisse des Erfolgs" sind aber in jedem Fall sicher: sich an der biblischen Botschaft zu orientieren, offen zu sein - für die Menschen, das was sie brauchen könnten und zu geben bereit sind, mutig zu sein/mal was riskieren, sich weiter zu bilden, authentisch zu bleiben und mit viel Herz bei der Sache zu sein.

Leitmotive (mit Konzeptbeispielen)

Die Leitmotive der diakonisch/pädagogischen Arbeit in den Gemeinden sind übergeordnete Ziele, die rote Fäden in der Gestaltung der Konzepte darstellen und die auf unterschiedliche Weise erreicht werden sollen. Beispiele hierfür sind:

  • Die biblische Botschaft bedenken und Möglichkeiten zur Festigung des eigenen Glaubens schaffen - Biblische Inhalte und praktisches Tun erlebnisreich zusammenbringen (Konfirmandenprojekte, Gott & die Welt (biblisch orientierte Projekte für Jugendliche), ehrenamtliche Unterrichtsteams, Reisesegen, besondere Gottesdienste, Wahlprojekte für Konfirmanden, Kirchentage, Konficamps…)
  • Werte vermitteln - Soziale Kompetenzen trainieren - persönliche Entwicklung fördern - Gemeinschaften gründen (wo wir gehen und stehen…)
  • Mitarbeiter ausbilden - Methoden aufzeigen - pädagogische und didaktische Fähigkeiten schulen (Mitarbeiterschulungen, Aufbaukurse, Mitarbeiterfreizeit, Vorhabenbezogene Schulungen…)
  • Teilhabe am gesellschaftlichen & kulturellen Leben ermöglichen - Möglichkeiten zur Kinder-, Jugend- und Familienerholung schaffen (Tanzkurse, Bälle, Feste & Feiern, Akrobatik-Projekt, Sommerfreizeiten für Kinder, Familienskifreizeiten, Segeln, …)
  • Kreativität & Phantasie fördern (Kindergruppe, Kreativteam zum Weihnachtsmarkt, Kunst- und Kunsthandwerksprojekte, Schweißkurse…)
  • Gemeinsam Herausforderungen bestehen - Teamwork erleben - Ziele definieren - Spaß an Engagement und Ausdauer entwickeln - Grenzen eigener und gemeinsamer Leistungsfähigkeit ausloten (Unterwegs-Freizeiten: Zu Fuß, Fahrrad, Paddeln…, Erlebnispädagogische Events für Jugendliche, Sich durchs Leben boxen - für Jungs, Problemlösungsaufgaben im Konfirmandenunterricht…)
  • Gemeinsames außerschulisches Lernen ermöglichen (Workshops, Seminare und Projekte, Kreativteam)
  • Einen Beitrag zum Gemeindeaufbau leisten - Gemeinde als Ort für Kinder & Jugendliche und Eltern/Erwachsene (Eltern in Konfirmandenprojekten, ehrenamtliches Mitarbeiterteam, Feste & Feiern, Kurse & Seminare, Erwachsenenfreizeiten,…)
  • Generationen verbinden (Familienfreizeiten, Eltern-Kind-Projekte, Angebote für Jugendliche & Erwachsene gemeinsam…)
  • Kindern, Jugendlichen und Eltern ein Partner für Beratung und Seelsorge sein

ZusammenarbeitFamilienfreizeit auf der Piste. Quelle: Diakon Uwe Reimer

Um in der Gemeinde erfolgreich diakonisch / pädagogisch arbeiten zu können, ist eine gute Zusammenarbeit mit den KollegInnen (Pastoren, Musikern, Gemeindesekretärinnen, Küstern…), den in den Leitungsgremien engagierten Menschen (KV, GKR) und den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen absolut erforderlich. Einzelkämpfer stehen hier von vorn herein auf völlig verlorenem Posten.

Insbesondere den ehrenamtlich in den Gemeinden engagierten Menschen gebührt nicht nur großer Dank für ihren Einsatz, sondern größte Anerkennung und Respekt vor ihrer Leistung. Sie bringen freiwillig und unentgeltlich die eigenen Talente und Kompetenzen in die Gemeindearbeit ein, investieren viel Zeit und Energie und ermöglichen so eine Vielzahl der Angebote.

Die Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern ist immer auch eine Arbeit für ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Idee des Ehrenamts beschränkt sich nicht auf die Nutzung von Kompetenzen & Arbeitskraft für den guten Zweck. Ehrenamtliche Mitarbeiter sollen vielmehr für sich ein Arbeitsfeld vorfinden, das alle Möglichkeiten bietet, für neue Erfahrungen & Kontakte, persönliche Entwicklung, den Hinzugewinn von Kompetenzen, den Einsatz der eigenen Stärken, die Gestaltung & Umsetzung eigener Ideen und die Teilhabe an einer erfüllten Gemeinschaft mit Verbündeten. Außerdem soll die Möglichkeit gegeben sein, selbständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Die Diakone haben in diesem Zusammenhang verschiedene Aufgaben, von der Schaffung der Freiräume, über Schulung & Begleitung, bis zur eigentlichen Zusammenarbeit in den verschiedenen Arbeitsphasen eines Vorhabens. Sie sind den Ehrenamtlichen hierbei Kollegen, Referenten, Gegenüber, zur Reflexion der eigenen Tätigkeit und bieten nach Bedarf Orientierung und Sicherheit. Eine gelungene Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern ist für alle Beteiligten, die Diakone (natürlich auch die Pastoren, Gemeindepädagogen, Musiker…), die Ehrenamtlichen und die Teilnehmer der Angebote, ungeheuer bereichernd und wird professionellen Maßstäben gerecht.

  

Literatur

Als Beispiel nur ein EKD-Text von 2014.

EKD-Text 118 „Perspektiven für diakonisch-gemeindepädagogische Ausbildungs- und Berufsprofile. Tätigkeiten – Kompetenzmodell – Studium“ ist zu beziehen beim

Kirchenamt der EKD 

Herrenhäuser Straße 12 

30419 Hannover 

Fax: 0511 2796-457 

E-Mail: versand@ekd.de

sowie im Internet abrufbar unter

www.ekd.de/download/ekd_texte_118_ausbildung.pdf

   

Links

www.gemeindepaedagogik.de

www.Diakon-in-Hannover.de

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