Beispiel Österreich: Moderatoren

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created at: 2012-02-27
Last major update at: 2012-02-27
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Deutsch (Original, currently shown)
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Gottesdienst
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Abstract

In Österreich scheint der MODERATOR/ die MODERATORIN eine neue und sehr wichtige gestaltende Aufgabe einer theologischen Arbeitsteilung im Gottesdienst zu übernehmen. Der Moderator (m/w) erklärt Zusammenhänge und grundsätzliche theologische Sachverhalte, (Problem, Idee, Fragestellungen) während der Pfarrer nicht mehr alles in eigener Person übernehmen muß, sondern nun der Problemstellung (Moderator) eine Problemlösung als ergänzende Stellungnahme und Antwort entwickeln und gegenüberstellen kann: Meditation, theologische Lehre usw. Hier hat sich die Rolle des Pfarrers im Gottesdienst ganz wesentlich geändert.

Situation / context

Im herkömmlichen Gottesdienst haben wir das Problem, dass der Verkünder (Pfarrer, Prädikant, m/w) infolge der vielen von ihm (ihr) zu beachtenden Riten nicht in der Lage ist, seine (m/w) Botschaft so darzustellen, daß sie auch von der Gemeinde verstanden wird. Die Zeit ist zu kurz und auch der Abstand (schwarzer Talar) ist zu groß. Der Besucher sieht dann bisweilen etwas ablaufen, "was ihn (sie) nicht wirklich betrifft". Das ist ganz sicher nicht das, was sich Luther so vorgestellt haben mag.

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Die Erkenntnis von der erzwungenen Praxisferne in manchem theoretisch überlasteten Gottesdienst ist nicht neu, wirklich NEU wäre es aber, wenn zu diesem Problem  nun auch eine "Problemlösung" gefunden worden sein sollte.....

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In dem österreichischen Modell tragen weder Moderator noch Pfarrer einen Talar. Dadurch wird mehr an Nähe zur Gemeinde hin möglich. Der Talar hat aber nicht "ausgedient", er wird benötigt, wenn das Heilige Abendmahl gespendet wird oder wenn andere grundlegende geistliche Handlungen vom Pfarrer wahrgenommen werden sollen. (Beispiel Steiermark, Ev. Gemeinde Judenburg, bei GEISTREICH unter "pregare diverso").

Goals

Es genügt für uns Gemeindemitglieder sicherlich, wenn wir im Gottesdienst durch unsere Teilnahme Gott zeigen wollen, daß auch wir dazu gehören wollen. "Selig sind die geistlich Armen", heißt es ja in der Bibel und niemand sagt, dass wir Laien alles WISSEN müssen. Dazu haben wir ja zum Glück unsere Kirche. Also "das Verstehen" ist gar nicht verlangt, aber es WÄRE DOCH SCHÖN, wenn die Verkünder - zum Beispiel durch ein Nachdenken über das österreichische Modell - etwas mehr zum Verständnis ihrer Verkündung BEITRAGEN könnten.

Reflection / background

Es wäre schön, wenn nicht allein in den vielen wunderschönen bei GEISTREICH vorgetragenen MODELLEN, sondern auch im Gottesdienst selbst (und zwar im ALLTÄGLICHEN Gottesdienst) ein Weg "zu neuen Ufern" gefunden wäre. GEISTREICH ist "etwas besonderes". Über diesem "Besonderen" sollten wir aber den einfachen Alltag nicht aus dem Blick verlieren. Gerade in dieser Hinsicht scheint das "österreichische Modell" neue und sehr schöne Wege auch im Sinne von GEISTREICH aufzuzeigen.

Implementation

General information on realization

Probleme ergeben sich aus personeller Sicht: Es gibt viel zu wenig Verkünder (Pfarrer und Prädikanten). Es gibt auch keine wirklich gut verwertbare Erfahrungen, was bei Modellen und neuen Überlegungen aber immer der Fall sein wird. Auf der anderen Seite zeigt das österreichische Modell, dass auch eine kleine und nicht finanzstarke Gemeinde (Judenburg)  dieses Modell wirklich gut realisieren kann.

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Die Österreicher scheinen für das Problem "Personalmangel" eine ganz unkonventionelle Lösung gefunden zu haben. Es gibt zwei Theologen (einer als Pfarrer, einer als Moderator) und wegen der personellen Auslastung aber nur noch EINEN Gottesdienst an jedem ZWEITEN Sonntag.

Preparation

Es werden auf Gemeindeebene umfangreiche Diskussionen notwendig, falls man den österreichischen Überlegungen folgen will. Da sollte man "Mut zum Fehler" haben und vielleicht "einfach mal anfangen", falls dieser Weg von der Gemeinde wirklich akzeptiert worden sein sollte.

Realization

gegebenenfalls im Testversuch

Wrap up & follow-up actions

praktisch-theologische Evaluation

Effect / experience

noch offen

stimulus

neue Wege zu suchen, um in einer neuen medial gestalteten Zeit neue Wege zur Vermittlung unseres Glaubens in den üblichen täglichen Abläufen zu suchen, so z.B. im durch Übertragung von Gottesdiensten über das Internet (ebenfalls Beispiel Steiermark unter "pregare diverso").

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