Kirche und Demokratie (Modell geistreich)

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a geistreich member
created at: 2012-05-23
Last major update at: 2012-06-02
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Deutsch (Original, currently shown)
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Seelsorge
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Preparation: situationsbezogen
Execution: situationsbezogen
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Abstract

In geistreich erleben wir erstmals in der Welt "Kirche und Demokratie". Wir haben hier ein Projekt, das einerseits versucht, unsere Religion (entsprechend theologisch-wissenschaftlicher Gebote) in ihrer Unantastbarkeit zu bestätigen,  das aber andererseits auch versucht Demokratie einzuführen.

Situation / context

I. Geistreich als Modell.

 

(1) Ausgangslage:

 

Das Modell "geistreich" scheint eines der wichtigsten Modelle zu sein, die wir bei geistreich haben: Nämlich geistreich selbst. Das sollte den Leser auch nicht wundern: Schließlich wird geistreich unter anderem von der Europäischen Kommission und von der Bundesregierung gefördert und von der Kirche selbst - über das Kirchenamt der EKD in Hannover - dann auch realisiert.

 

(2) Weitere Modelle zu geistreich (auf regionaler Ebene):

 

      www.geistreich-koeln.de

 

ein  Modell der "geistreich Jugendkirche Köln"  (Adamstr.47, 51063 Köln)

 

mit  den Projektgemeinden:

 

      » Ev. Kirchengemeinde Köln-Dünnwald «
      » Ev. Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim «
      » Ev. Kirchengemeinde Mülheim am Rhein «

 

Danke auch nach Köln

 

(3) Grundkonzeption: Kreativität und Toleranz:

 

Geistreich ist ein in seiner Grundkonzeption kreatives Modell, das bedeutet auch, dass die aus dieser Konzeption heraus entstehenden Modelle darauf ausgelegt sind, immer wieder "Neues" zu bringen. Wir alle brauchen dieses "Neue", weil es uns weiter hilft auch für unsere Kirche immer wieder neue Horizonte zu entdecken. Hier gibt es auch keine "Konkurrenz", weil wir alle - über Religions- und Ländergrenzen hinaus - an dem gleichen Haus arbeiten.

 

Der Vergleich mit der reformerischen Grundidee von Martin Luther ist hier zu hoch gegriffen, aber analog zu "es weht ein Hauch vom Heiligen Geist auch im Internet" (frei zitiert nach dem Dom-Radio Köln) kann man bei dem Modell geistreich (und seinen Folgemodellen) sicherlich auch sagen:

 

"Es weht ein Geist von Martin Luther auch bei geistreich". Dazu ist anzumerken, daß Luther keine Kirchentrennung wollte und dass auch bei geistreich-Projekten jeder Art   (nach der Grundkonzeption) ein "Geist der Einheit und gegenseitigen Achtung gewollter Verschiedenheiten"  vorherrscht.

 

 

II. Die Absicht: 

 

Hier geht es  - deutlich gesagt - um ein Problem der Abgrenzung von theologischer Wissenschaft hin zur praktisch-laienhaften Umsetzung. Ziel dieser Abgrenzung ist dann eine durchdachte Strategie einer allumfassend richtigen Realisation christlicher Inhalte.  Die vielen Projekte bei geistreich sollen das ja deutlich machen.

 

Diese Abgrenzung (Unabänderlichkeit in der Lehre, aber ständige Anpassung in deren Umsetzung) ist ein weiter Bereich, der nur durch Diskussionen wirklich erschlossen werden kann, ebenso, wie sie ja auch bei geistreich durch die Projektdarstellungen vorliegen.

 

III. Neu:

Neu ist  bei geistreich, dass nämlich der Laie sowohl in die theologisch-wissenschaftliche als auch in die theologisch-praktische Arbeit einbezogen wird. Das ist nicht einfach und das ist bisher vermutlich so auch noch nie versucht worden. Deshalb ist geistreich eben auch selbst ein Modell.

 

(1) Hier ist ein erster (bestätigender) Kommentar zu den hier vorgestellten Überlegungen:

 

Er ist am 26.5.2012 den "Daily Reflections" entnommen (Pater Don Talafous (OSB), St.John's Abbey, Minnesota, USA) und sehr verkürzt wiedergegeben. Auch in dieser sehr verkürzten Form ist er aber gut geeignet, den Leser zu dem eigentlichen Problem hinzuführen.:

 

Pater Talafous herzlichen Dank: Thank you Father Talafous, regarding your comment which is - in a nutshell - "Jesus is eternal (no change, no discussion), but we have to accomodate, which is change (and discussion...)" from: "Daily Reflections" May 26, 2012, very much simplified. Discussions are messages, sometimes urgently needed...

 

Übersetzt: "Unsere Religion ist durch Jesus in ihren Grundregeln ewig, aber wir müssen sie und uns in ihren Wechsel unserer Lebensumstände ständig anpassen....diese Art "Anpassung" erleben wir auch bei geistreich in dem geistreich-Tagebuch und in den dort herausgeforderten "Diskussionen mit uns selbst..."

 

(2) Mehr Demokratie ?

 

Diese "tägliche Anpassung" zeigt die gleichen Charakterzüge, die wir in dem Idealbild  von Partnerschaft und gegenseitigem Verständnis täglich für uns selbst (in der Familie) und für andere mehr langfristig (in einer demokratischen Verfassung) realisiert sehen wollen. Deshalb geht es bei dem "Modell geistreich" vor allem um die Verbindung von "Kirche und Demokratie", nicht "Kirche und Politik" in der Einstellung der Kirche zu politischen Problemen", das wäre zu allgemein. 

 

(3) Die Kirche als Vorbild nach außen, aber abgeleitet aus eigenem innerreligiösen Verständnis:

 

Die Kirche hat selbst Vorbildfunktion im demokratischen Sinne, sie muß sich also immer auch fragen lassen, ob und inwieweit sie  in der internen religiösen Auseinandersetzung demokratische Regeln und eine freie Willensbildung erlaubt. Hier sind Grenzen gegeben, aber wo liegen sie ?

 

Wie groß ist der zulässige Freiraum in Glaubensangelegenheiten ? Das ergibt sich aus der Arbeit im "Modell geistreich", möglicherweise immer wieder neu und immer wieder in einer täglich notwendigen Anpassung, wie sie Pater Don Talafous erklärt. Häufig geht es vermutlich nur um Kleinigkeiten aber niemand wird bestreiten, dass auch Kleinigkeiten wichtig werden können...

 

(4) Ein Vergleich mit demokratischer Politik:

 

Da wir aber als einzelne Menschen und Individualisten sehr unterschiedliche Erfahrungen in unserem Leben gemacht haben, denken wir sehr differenziert. Das gilt für die Religions-Ebene: katholisch, evangelisch, judaisch, muslimisch (und so weiter..), ebenso wie für die Demokratie-Ebene von SPD, CDU, FDP (und so weiter).

 

In diesem Zusammenhang wird es dann interessant: Die einzuhaltenden Grundregeln sind heute für alle Parteien fast vergleichbar, ihre Umsetzung aber bleibt innerhalb und ausserhalb der Parteien immer auch umstritten. Das ist in unserer Religion nicht anders, eben auch so, wie wir es ja bei geistreich erleben.

 

Da soll und kann uns (in der Religion) natürlich die Bibel helfen, ebenso wie  das Grundgesetz/die Verfassung (in der Politik) helfen kann.. Dieser vergleichende Denkweg ist unvermeidlich, wenn man demokratieähnliche Verhältnisse und Umstände auch in das  geistliche und spirituelle Leben einführen will. 

 

(5) Eine Lösung ?

 

Da wird es dann schwierig, wie wir wissen.... Das ist der Konflikt, dem wir uns bei geistreich in der einen oder anderen Art, (häufig auch unbemerkt) stellen wollen....

 

(6) Hierfür wäre folgendes Beispiel denkbar:

 

(A) "Der Sonntag ist zu heiligen", das ist eine der wichtigsten ehernen Regeln unserer Religion. Wir folgen hier dem Gebot: "Am siebenten Tage sollt Ihr ruhen".  Es ergibt sich nun die Frage, ob man gegen diese religiöse und ewigkeitswirksame religiöse Basis verstößt, wenn man die Umsetzung dieses Gebots demokratischen Regeln unterstellt.

 

(B) Das könnte etwa so geschehen, dass man davon ausgeht:

 

Basis:

 

(a) Theologen und Laien sind im Regelvollzug gleichberechtigt und gleichverpflichtet.

(b) Das Gebot "der Sonntagsheiligung" trifft Laien und Theologen gleichermaßen und in gleicher Verantwortung.

 

Folgerung:

 

(c) Aus dieser Überlegung heraus wird ein Regel-Gottesdienst am Samstagabend eingeführt.

(d) Die Sonntagsheiligung übernimmt jeder individuell für sich selbst (unabhängig davon ob dem Theologen- oder Laienstand zugehörig) durch eigenverantwortliche Andachts- und Meditationsgestaltung in einem stillen (aber geöffneten) kirchlichen Raum, oder zu hause oder anläßlich eines Waldspaziergangs oder wie auch immer sonst...

 

Ziel und denkbares Ergebis:

 

(e) Ziel: Wir entdecken, dass wir alle - auch im religiösen Vollzug und in der theologischen Gestaltung "unseres siebten Tages" - eigenverantwortlich handeln und nicht mehr nur einem vorgegebenen (und sicherlich auch bewährtem) Ritus folgen.

 

(C) Ergebnis:

 

Ob man dieses Sonntags-Beispiel nun "ernst nimmt" oder nicht, das ist an dieser Stelle unwichtig. Hier soll nur deutlich werden, was Demokratie in der Kirche vermag. Hier stellt sich - auch bei ähnlichen Beispielen - immer wieder die Frage: Wollen wir das ? (Sicherlich) Aber können wir das ? Und das bleibt die Frage, die sich uns im Projekt geistreich stellt, nicht nur jetzt, sondern solange es geistreich gibt.

 

Also: Weitermachen !!!!

 

Goals

Geistreich schafft erstmalig so etwas wie einen religiösen "runden Tisch" für alle, die an einer religiösen Zusammenarbeit - auch über Kirchen- und Landesgrenzen und über die Grenzen von Theorie und Praxis hinaus interessiert sind.

Reflection / background

 

Hier wird uns ein bisher in seiner Gänze noch nie erreichbares Kapital an gemeinsamer geistlicher Reflektion und Information neu erarbeitet. Geistreich ist in der Lage unserem Glauben eine ganz neue kritische aber auch viel reichere Dimension zu geben.

 

Implementation

General information on realization

Weiterentwicklung der schon vorhandenen zahlreichen Denkansätze von geistreich in Hannover auf regionaler Ebene. Beispiele ergeben sich dadurch, dass sich mehrere Kirchengemeinden unter einem bestimmten Thema zusammenfinden und  vergleichbare Projekte anbieten, wie zum Beispiel unter www.geistreich-koeln.de

Preparation

da sind wir mittendrin

Realization

da sind wir mittendrin

Wrap up & follow-up actions

durch Vorstellung und verstärkte Forumsdiskussionen

Effect / experience

Entdeckung neuer Horizonte, Begleitung unserer Kirche in ihren Aufbruch zu neu verstandenen Zielen.

stimulus

Freude am Glauben, Stärke in der Meditation, Hoffnung und Zusammenarbeit.

 

Das Kölner geistreich-Projekt will vor allem - im Originalwortlaut:

 

 "...Kirche machen für Jugendliche, junge Erwachsene und alle die sich angesprochen fühlen: Loving god, weil dein Leben es braucht; loving life, weil deine Gaben es wert sind; loving people, weil jeder Einzelne zählt..."

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