Öffentlichkeitsreferent/-in

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created at: 2012-06-15
Last major update at: 2012-11-21
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Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Kirchliche Berufe & Ämter
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf Kirchenkreis-Ebene

Geschichtlicher und biblischer Hintergrund

Öffentlichkeitsarbeit ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon Jesus predigte auf den Straßen, die Briefe des Paulus wurden kopiert und veröffentlicht, jeder Gottesdienst ist eine öffentliche Veranstaltung, jede Predigt ein Stück Öffentlichkeitsarbeit.

 

Pressearbeit heute

Darüberhinaus spielt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Kirche zunehmend eine wichtige Rolle: Gemeindebriefe, Homepages, Einladungen, Plakate und Flyer – das alles ist Öffentlichkeitsarbeit, die zunehmend Professionalität erfordert. Der Kontakt zu den Medien, die Ankündigung von Veranstaltungen, die Vermittlung von Nachrichten über den „Inner Circle“ hinaus und die Formulierung von Pressemitteilungen – das ist Pressearbeit.

Das Berufsbild 

Auf Kirchenkreisebene werden diese beiden Berufsbilder in der Regel zusammengefasst. Öffentlichkeitsreferenten sind mehr als Pressesprecher: Sie beraten Gemeinden in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und sie vertreten den Kirchenkreis – und bei Bedarf auch die Gemeinden - nach außen.

 

Qualifikation und Tätigkeiten

Als Qualifikation wird meist eine journalistische Ausbildung erwartet. Mancherorts sind auch Pastorinnen und Pastoren als Öffentlichkeitsreferenten beschäftigt, sie haben dann viel Erfahrung oder besondere Begabung in diesem Bereich. Ein sicherer Umgang mit Sprache ist Grundvoraussetzung, Journalisten müssen heute auch fotografieren und layouten können. Netz- und Computeraffinität sind unabdingbar, ohne Photoshop geht es nicht. Indesign-Kenntnisse werden gern gesehen, oft arbeiten die ReferentInnen aber auch mit Grafik-Büros zusammen.

 

Die zunehmende Bedeutung des Internets ist wohl ausschlaggebend dafür, dass heute kaum mehr ein Kirchenkreis ohne ÖffentlichkeitsreferentIn auskommt. Die Betreuung der Homepages kann nicht mehr nebenbei gemacht werden und erfordert erhebliche Einarbeitung. Manchmal werden auf Kirchenkreis-Ebene noch „kleine Lösungen“ gefahren, wo dann nicht nur die redaktionelle sondern auch die technische Betreuung und in den Händen der Öffentlichkeitsarbeit liegt.

 

Von Presse- und Öffentlichkeitsreferenten wird oft auch die Organisation von öffentlichkeitswirksamen Events erwartet. Da ist viel Kreativität und Teamarbeit – auch über Kirchenkreisgrenzen hinaus - möglich und gefragt. Reine Pressesprecheraufgaben, bei der die Referentin/der Referent anstelle und im Auftrag der Kirchenkreisleitung spricht, stehen zurzeit noch nicht im Vordergrund des Berufsbildes. Zunehmend übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit Vermittleraufgaben, indem sie Ansprechpartner benennt und brieft, den Kontakt herstellt, Mails weiterleitet etc.

 

Service und Beratung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf Kirchenkreisebene hat einen starken Service-Charakter: Schöne Fotos, ansprechende Nachberichte, Pressepräsenz wo das Lokalblatt sich schon zurückgezogen hat – das alles tut Aktiven gut, und Gemeinden nehmen das gern in Anspruch. Auch die örtlichen Redaktionen freuen sich über Material, das über trockene Pressemitteilungen hinausgeht und drucken Gutes gern.

 

Für die Gemeinden gewinnt die Beratung in Sachen Gemeindebrief und Homepages an Bedeutung: Sie merken, das mit schnell durchkopierten Informationsblättern kein Staat mehr zu machen ist und lassen den Gemeindebrief in der Regel vierfarbig professionell drucken. Manchmal finden sie, dass man es vielleicht noch ein bisschen schöner machen könnte und bitten die Öffentlichkeitsarbeit um Rat. In Sachen Internetpräsenz herrscht immer noch ein heilloses Durcheinander auf dem Markt sich gegenseitig übertrumpfender Anbieter. Es gibt mehrere leicht zu bedienende, zukunftssichere Redaktionssysteme – es ist gut, wenn sich in der Öffentlichkeitsarbeit jemand einigermaßen damit auskennt und das Für und Wider der Angebote plausibel abwägen kann.

 

Innerkirchliche Transparenz?

Ein letztes Thema scheint mir zurzeit noch ein heißes Eisen zu sein: Kirchliche Leitungsarbeit wird immer komplexer und komplizierter. Und die Öffentlichkeitsarbeit dieser Leitungsgremien besteht oft im Versenden von Verwaltungsanordnungen, Vorschriften oder Gesetzestexten, die schwer zu lesen sind oder Wichtiges unterschlagen und beschönigen. Journalistische Arbeit ist Vermittlungsarbeit: Dabei geht es darum, schwierige Sachverhalte so darzustellen, dass Jeder und Jede sie verstehen kann. Öffentlichkeitsarbeit in der Kirche könnte in Zukunft also auch bedeuten, für innerkirchliche Transparenz zu sorgen und zum Beispiel die Formulierung von Synoden- und Beschlussvorlagen oder die Darstellung von Haushaltsplänen und Jahresrechnungen zu unterstützen. Damit ist aber auch die Frage angerissen, ob es nicht auf Kirchenkreisebene einer freien Pressearbeit bedarf, die darauf insistiert, dass Mitglieder nachvollziehbar über wichtige Fragen informiert werden.

Links

Sammlung von Artikeln zu Berufsbildern in der Kirche

http://www.geistreich.de/FokusBerufsbild

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