Zwang zum Glück? Erwägungen über die Pflicht zum Gottesdienstbesuch für Konfirmanden. Von Jörn Averbeck

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Konfirmandenarbeit
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Darf man eigentlich Konfirmanden zum Gottesdienstbesuch verpflichten? Und ist das sinnvoll? Unter Umständen ist dies vertretbar und sinnvoll. Doch die aktuelle bundesdeutsche Situation, wie sie in den Tübinger Konfirmandenstudien erhoben wurde, deutet auf eine inakzeptable Praxis der Besuchspflicht.

Dieser Beitrag ist eine gekürzte Version der Examensarbeit zum Zweiten Theologischen Examen mit dem Titel: „Wenn du das nicht machst, dann wirst du nicht konfirmiert!“ Vom Zwang zum Gottesdienstbesuch.

Outline

Etwa 96% der evangelischen Kirchengemeinden fordern von ihren Konfirmanden[i] eine Mindestzahl zu besuchender Gottesdienste.[ii] Diese Besuchspflicht wird in 71% der Gemeinden durch harte Anwesenheitskontrollen überprüft.[iii] Ist das sinnvoll? Darf man das?

1.   Einschätzungen über den Gottesdienst zu Beginn und am Ende der Konfirmandenzeit

Die beiden Tübinger Konfirmandenstudien und die Studie von Karlo Meyer bieten eine Fülle an Datenmaterial im Bereich Konfirmanden und Gottesdienst. Ein prominenter Zugang auf die Sicht der Konfirmanden sind ihre Antworten auf die Frage: „Gottesdienste sind meistens langweilig“[iv]. 52% der Jugendlichen bestätigen diese Aussage am Ende ihrer Konfirmandenzeit.[v] Besonders schmerzlich ist dabei die Verschlechterung dieses Wertes, der zu Beginn der Zeit bei 45% liegt. In der Tendenz wird durch das Kennenlernen und die Gewöhnung also kein Zugang geschaffen, sondern negative Vorurteile verfestigen sich und positive Vorurteile werden durch die erlebten Gottesdienste revidiert. Eine positivere Bewertung des Gottesdienstes am Ende der Konfirmandenzeit, also eine Widerlegung des Vorurteils „langweilig“, könnte hingegen als Argument für eine Besuchspflicht angeführt werden. Stattdessen muss konstatiert werden, dass „eine positive emotionale Reaktion auf die regelmäßigen Besuche von Gottesdiensten weitgehend ausbleibt.“[vi]

Auf der anderen Seite ist seit der ersten bundesweiten Studie dennoch die Gottesdienst-Zufriedenheit um 10 Prozentpunkte auf 57% gestiegen, worin die Autoren „ein verstärktes Bemühen“[vii] vermuten. An dieser gegenläufigen Tendenz kann man sehen, wie schillernd statistische Ergebnisse sind. Denn was bedeutet es, wenn Konfirmanden gleichzeitig gelangweilt (52%) und zufrieden (57%) sein können? Und könnte es nicht genügen, wenn immerhin 48% den Gottesdienst interessant finden? Wäre nicht bereits ein wunderbarer „Wirkungsgrad“ der Konfirmandenarbeit erreicht, wenn die interessiertesten 5% der Konfirmanden ab sofort für immer im Gottesdienst erscheinen würden? Ein Pfarrer erklärte mir das Gelangweiltsein am Ende der Konfirmandenzeit gar als völlig unproblematischen Vorgang der Gewöhnung, der kein Grund zur Panikmache sei. Die Studien der vergangenen Jahre bieten uns eine nie dagewesene Datenbasis – und dennoch zeigen gegenläufige Interpretationen, dass man mit den Zahlen noch nicht die intersubjektiv anzuerkennende Wahrheit gefunden hat.

Es muss also in aller Vorsicht gedeutet werden. Für mich bleiben zwei am ehesten belastbare Beobachtungen: Erstens kann sich meines Erachtens die Kirche nicht damit zufriedengeben, dass mehr als die Hälfte der Konfirmanden gelangweilt ist. Zweitens führt die Gewöhnung an den Gottesdienst tendenziell nicht zur Beheimatung, sondern zum Gegenteil.[viii]

2.   Ist der verpflichtende Charakter Kern des Problems?

Teilnehmer an der Konfirmandenzeit haben meist – neben dem Gottesdienstbesuch – die Pflicht, zu (allen) Gruppentreffen zu kommen, an der Konfirmandenfahrt teilzunehmen und Texte wie das Glaubensbekenntnis auswendig zu lernen. Bezeichnend ist, dass das Auswendiglernen zwar oft ähnlich problematisiert wird wie Gottesdienstbesuche, dass aber die Teilnahmepflicht an Gruppenstunden und der Freizeit als unproblematisch empfunden werden. Und das, obwohl die Gruppentreffen vielerorts im Hinblick auf Turnus und Dauer viele Gemeinsamkeiten mit dem Gottesdienst haben. Ist es eine unterschiedliche Art der Verpflichtung, die den Gottesdienstbesuch und das Auswendiglernen als Zwang erscheinen lässt, die Konfitreffen und die Konfirmandenfahrt hingegen als selbstverständlichen Teil des Pakets?

Vielmehr dürfte der Unterschied zwischen Konfitreffen und Gottesdienstbesuch beziehungsweise Auswendiglernen darin bestehen, dass die Einsicht und das Einverständnis in die jeweilige feste Bedingung unterschiedlich groß sind. Den regelmäßigen Besuch der exklusiven Konfirmandenveranstaltung „Gruppentreffen“, die auf ihr Alter, ihre Bedürfnisse und Fragen zugeschnitten ist, betrachten die Konfirmanden als eine in der Sache selbst begründete feste Bedingung. Lapidar ausgedrückt: „Konfer gehört nunmal zum Konfer!“ Doch wozu soll ein Konfirmand einen Gottesdienst besuchen, den er in geringerem Maße als alters- und bedürfnisgemäß empfindet und deren im System begründete Relevanz sich ihm darum nicht erschließt, weil er mitunter keinen persönlichen Mehrgewinn benennen kann? Und wozu soll ein Konfirmand Texte auswendig lernen, wenn ihm nicht einsichtig gemacht wird, was das bringt?

Zweierlei lässt sich im Vergleich mit anderen Pflichten in der Konfirmandenzeit festhalten. Erstens besteht die Konfirmandenzeit aus zahlreichen festen Bedingungen, ohne dass dies pauschal strittig oder ethisch fragwürdig wäre. Zweitens scheint Evidenz eine wichtige legitimierende Rolle zu spielen: Wenn zum Gelingen der Sache (Konfirmandenzeit) bestimmte feste Bedingungen (da sein, Auseinandersetzung u. a.) notwendig sind, müssen diese von den „Bedingungs-Stellern“ (KA-Leiter) eingeführt und erklärt werden und von den „Bedingungs-Empfängern“ (Konfirmanden) eingesehen und akzeptiert werden, um diese nicht als Zwang zu empfinden.

3.   Kirchenrechtliche Perspektive

Aus einem kirchenrechtlichen Blickwinkel betrachtet dürfen selbstverständlich zu erfüllende Bedingungen an die Konfirmation geknüpft werden. „Die Konfirmanden müssen im Konfirmandenunterricht auf die K. vorbereitet worden sein; […] Wer sich dem entzieht oder sonst die nötige Reife vermissen läßt, kann durch den Pfarrer im Benehmen mit dem Presbyterium […] einstweilen zurückgestellt werden.“[ix] Es wird deutlich, dass die Frage nach der Legalität von verpflichtenden Gottesdienstbesuchen und ihrer Durchsetzung mit Instrumenten der Kirchenzucht deutlich zu unterscheiden ist von der Frage nach der Legitimität von verpflichtenden Gottesdienstbesuchen. Es ist in jedem Fall legal, die Konfirmation an eine bestimmte Zahl an Gottesdiensten zu knüpfen. Gleichzeitig kann man keine Amtshandlung vor einem kirchlichen Gericht einklagen, weil „Grenzen der Rechtsbindung“[x] erreicht werden und jedermann intuitiv spürt, dass die Frage nach dem Zwang eher eine ethische als eine rechtliche Frage ist.

4.   Erziehung und Psychologie

Erziehung bezeichnet „herkömmlich das bewußte Einwirken Erwachsener auf Heranwachsende, um diese – in der Regel – positiv zu beeinflussen.“[xi] Gemäß dieser Definition von Erziehung spielt die Absicht eine Rolle, in der ein bewusstes Einwirken vorgenommen wird. Wenn Konfirmanden wegen der Besuchspflicht ihren Unwillen bekunden, wird es positive Auswirkungen haben, wenn ein Pfarrer immer wieder glaubhaft ausstrahlt, dass er diese Regelung durchsetzt, weil er die Konfirmanden positiv beeinflussen will. Weiter schließt sich für einen Menschen mit guter Absicht unmittelbar die Frage an, ob seine positive Intention auch in guten Auswirkungen endet, also ob seine Erziehungsmaßnahme „Besuchspflicht“ die erwünschten Früchte trägt.

Beim bewussten Einwirken mit dem Mittel einer Verpflichtung sind sowohl positive (die meisten Menschen sind später dankbar, dass sie zum Zähneputzen gezwungen wurden) als auch negative Folgen denkbar (Länder mit allgemeiner Schulpflicht haben unmotivierte Schüler). Die „Tendenz, [wegen äußeren Drucks gerade] das zu tun, was verboten oder unerwünscht ist“[xii], nennt man Reaktanz. Das Verbotene gewinnt einen Reiz, den es vorher nicht hatte. Eine Besuchspflicht des Gottesdienstes kann den starken Wunsch nach einem Leben ohne Gottesdienstbesuche erschaffen. Wenn der erzieherische Gebrauch der Besuchspflicht „das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen wollte, spricht man hier auch von einem Bumerangeffekt.“[xiii] Während das „Reaktanz-Argument“ besagt, dass Besuchspflicht akuten Gegendruck hervorruft, weist das „Bumerangeffekt-Argument“ auf eine langfristig schädliche Auswirkung einer Verpflichtung.

Exkurs: Wie die Erkenntnisse der Reaktanzforschung für die Praxis der Besuchspflicht fruchtbar gemacht werden können

Angenommen die Festlegung einer Mindestanzahl zu besuchender Gottesdienste wäre unumgänglich – wie könnte diese Praxis unter Einbeziehung psychologischer Erkenntnisse über Reaktanz optimiert werden? Ziel müsste sein, die Anwesenheit der Konfirmanden mit möglichst geringem Aufkommen an Reaktanz zu erreichen:

„[U]neigennützige Beeinflussungsversuche“[xiv] sind besser als eigennützige. Wo den Konfirmanden glaubhaft vermittelt wird, eine Besuchspflicht werde um ihrer selbst willen festgelegt, ist weniger reaktantes Verhalten zu erwarten.

Emotionale Beeinflussung, beispielsweise durch Drohen („Wenn du das nicht machst, wirst du nicht konfirmiert“), befördert Reaktanz und sollte daher vermieden werden.[xv] Zwar führt diese Drohung vielfach zur äußerlichen Anwesenheit in der Kirche, weil der verstärkte Wunsch nach einem Leben ohne Gottesdienstbesuche angesichts der ausgesprochenen Bedrohung für den Moment unerfüllbar wird. Karlo Meyer bezeichnet diese Gründe zum sonntäglichen Erscheinen als „gottesdienstexterne[…], extrinsische[…] Motive“[xvi]. Wenn mit der extrinsischen Motivation „Angst vor Nicht-Konfirmiertwerden“ ein Gottesdienstbesuch erwirkt wird, ergibt sich möglicherweise eine fatale Nebenwirkung. Je beängstigender die Drohkulisse aufgebaut wird, desto mehr grenzen sich die Konfirmanden innerlich mit Reaktanzgefühlen ab. Sobald dann die Konfirmation vorüber ist, erscheinen sie nicht mehr im Gottesdienst, nicht zuletzt weil der Wunsch nach einem Leben ohne Gottesdienstbesuche verstärkt wurde. Mit Meyer kann hier von einem Sinken der intrinsischen Motivation („Beten, Musik, Stimmung, Zeit für Gott, Ruhe, Gemeinschaft“[xvii]) gesprochen werden.

Schließlich soll auf die förderliche Wirkung von Transparenz vor dem Beginn der Konfirmandenzeit vor dem Hintergrund der Reaktanzforschung eingegangen werden. Indem man vor der Konfirmandenzeit auch hinsichtlich gewisser Pflichten übereinkommt, wird eine falsche „Freiheitserwartung“[xviii] vermieden, die zu einem späteren Zeitpunkt enttäuscht werden müsste. Reaktanz entsteht bei der Besuchspflicht in besonderem Maße, wenn eine diesbezügliche Freiheitserwartung besteht und enttäuscht wird („Davon haben Sie nichts gesagt!“; „In der anderen Gemeinde müssen die auch nicht in die Kirche!“).

Paradoxerweise hat vermutlich jeder Mensch mit reaktantem Verhalten auf den Versuch reagiert, zu regelmäßigem Zähneputzen erzogen zu werden, obwohl er heute dankbar für die Strenge seiner Eltern ist. Kurzfristiges Reaktanzverhalten kann also unter Umständen in Kauf genommen werden. Wenn die langfristige Einstellung zum Gottesdienst – am Ende der Konfirmandenzeit oder sogar im Erwachsenenalter – bei vielen negativ bleibt, dann ist von einem Bumerangeffekt zu sprechen, der für die Kirche nicht hinnehmbar sein kann. Wenn hingegen die langfristige Einstellung zum Gottesdienst bei vielen Konfirmierten positiv wäre, könnte man da nicht kurzfristiges Reaktanzverhalten als erzieherischen „Zwang zum Glück“ in Kauf nehmen wie Eltern, die das Zähneputzen kontrollieren?

5.   Entwicklung einer theologisch und ethisch verantworteten Beurteilung

5.1  Die rechtliche Möglichkeit zur Durchsetzung einer Besuchspflicht als Ausgangspunkt

Solange die Institution Kirche niemanden zur Teilnahme an religiösen Veranstaltungen im Sinne einer Verletzung von Religionsfreiheit zwingt, ist rechtlich von Freiwilligkeit sprechen. Freiwilligkeit ist auch dann gegeben, wenn eine freiwillig zu besuchende Veranstaltung angeboten wird, deren Zulassung an zwingend zu erfüllende Bedingungen geknüpft wird. Wenn also die Kirche zur Konfirmandenzeit einlädt, darf sie Zulassungsbedingungen wie 25 Gottesdienstbesuche bis zur Konfirmation durchsetzen. Es muss ja keiner kommen. Im Falle katechetischer Angebote wie der Konfirmation stehen Zulassungsbedingungen zudem in langer Tradition seit frühchristlicher Zeit.

Kein Außenstehender kann die Möglichkeit und Macht der Kirche beschneiden, eine Gottesdienstpflicht für Konfirmanden zu verhängen. Solche Maßnahmen sind legal, sie liegen unbestreitbar in der Macht der Kirche.

Vom Ausgangspunkt dieser äußerlich unbestreitbaren Macht aus ist jedoch zu fragen, ob innere Gründe für die Kirche bestehen könnten, auf diese Macht zu verzichten. Die Ausübung juristisch legaler Machtoptionen könnte theologisch oder ethisch falsch sein, sodass sich die Kirche freiwillig beschneidet. Denkmöglich sind genauso pragmatische Gründe, die einen Ausschlag gegen eine Besuchspflicht des Gottesdienstes geben könnten. In Richtung eines freiwilligen Machtverzichts, in Richtung einer theologischen und ethischen Qualität soll die Frage nach der Gottesdienstpflicht bearbeitet werden.

5.2  Entwicklung einer Schematik von Zwang und anerkannter Pflicht auf Grundlage der bisherigen Ergebnisse

Es erwies sich, dass die Existenz von festen Bedingungen zur Erlangung der Konfirmation nicht der Kern des Problems sein kann. Feste, zu erfüllende Bedingungen gibt es auch bei den Gruppentreffen in der Konfirmandenzeit, ohne dass dies an sich schon anrüchig wäre. Die Existenz einer Pflicht von 25 Gottesdienstbesuchen ist also genauso wenig ein Problem an sich wie die Pflicht, immer zu den Gruppentreffen zu kommen. Welche Faktoren beeinflussen stattdessen, ob eine feste Bedingung als ungerechter Zwang oder als akzeptable Pflicht wahrgenommen wird? Auf Grundlage der bisherigen Ergebnisse wird folgende These formuliert:

Die Art der Wahrnehmung wird von der Beschaffenheit der festen Bedingung im Hinblick auf ihre tatsächliche innere Notwendigkeit, auf die Einsichtigkeit ihrer Notwendigkeit und auf das Einverständnis ihrer Erfüllung bestimmt.

Auf Grundlage dieser These sollen im Folgenden zwei Definitionen eingeführt und grafisch veranschaulicht werden, die die Unterscheidung einer theologisch und ethisch illegitimen Ausgestaltung einer Besuchspflicht von einer legitimen Ausgestaltung vorbereiten:

Zwang wird bei einer zu erfüllenden Bedingung empfunden, wenn ein geringes Maß an Einsicht in ihre Notwendigkeit und Widerwillen hinsichtlich ihrer Erfüllung besteht.

Eine anerkannte Pflicht bezeichnet die Haltung gegenüber einer zu erfüllenden Bedingung, wenn ein hohes Maß an Einsicht in ihre Notwendigkeit und Einverständnis hinsichtlich ihrer Erfüllung besteht.

Zwang und anerkannte Pflicht stellen gemäß dieser Definitionen Extreme dar, zwischen denen eine Art Mischbereich denkbar ist. Eine gewisses Maß an Einsicht in die Notwendigkeit einer gestellten Bedingung kann mit gewissem Widerwillen einhergehen und Ähnliches.

Auf eine weitere Besonderheit dieser Definition ist noch hinzuweisen: Zwar bestimmt der „Bedingungs-Steller“ die äußeren Faktoren einer Bedingung, doch ob die Bedingung Zwang oder anerkannte Pflicht ist, bestimmt gemäß dieser Definitionen letztlich die Wahrnehmung der „Bedingungs-Empfänger“.

5.3  Anwendung der entwickelten Schematik auf zwei fiktive Gemeinden

5.3.1       „Zwangshausen“ und „Pflichtkirchen“

Die Leistungsfähigkeit der vorgestellten Schematik zur Beantwortung der Frage nach der Legitimität einer Besuchspflicht soll anhand von zwei fiktiven Kirchengemeinden erwiesen werden. Die Konfirmanden der Kirchengemeinden „Zwangshausen“ und „Pflichtkirchen“ haben vor Beginn ihrer Konfirmandenzeit nur ein sehr vages Bild vom Gottesdienst. Sie treffen in beiden Gemeinden auf gleiche Voraussetzungen im Hinblick auf die festen Bedingungen zum Gottesdienstbesuch: Zwangshausen und Pflichtkirchen verlangen beide von ihren Konfirmanden 25 Gottesdienstbesuche bis zur Konfirmation und kontrollieren die Anwesenheit durch Unterschriftenkarten. Dennoch unterscheiden sich beide Kirchengemeinden von Grund auf:

Fragt man die unterschiedlichen Konfirmanden zu unterschiedlichen Zeiten, ob sie einsehen, warum sie 25-mal in den Gottesdienst kommen sollen und ob sie damit einverstanden sind oder nicht, so wird man unterschiedliche Antworten erhalten. In dem Moment, als die Mutter nach der langen Filmnacht (die zugleich eine kurze Schlafnacht ist) unsanft an den Gottesdienstbesuch erinnert, verspürt jeder der Konfirmanden Widerwillen. Keiner der Jugendlichen würde an diesem Morgen einsehen zu erscheinen, wenn es nicht diese blöde Besuchspflicht gäbe. Nach anderthalb Jahren Konfer fehlen Robin noch ein paar Unterschriften. Als er deshalb zum Gottesdienst kommt, versteht er zum ersten Mal, dass Jesus für ihn gestorben ist. „Gut, dass ich heute da war“, denkt er. Alex hingegen hat heute wieder einmal das bestätigt bekommen, was er seit anderthalb Jahren erzwungenermaßen erleben muss: „Kirche hat mit meiner Welt nichts zu tun.“ Innerlich fasst er den Entschluss, die letzten fehlenden Unterschriften zu fälschen.

Als 15-Jährige gehen weder Jasmin noch Ariane mehr in die Kirche. Dennoch möchte Jasmin die Zeit der Gottesdienstbesuche nicht missen, während Arianes Groll noch immer besteht. Mit 18 blickt Robin dankbar auf seine Glaubensgeschichte zurück, die mit der Konfirmandenzeit und ihren prägenden Gottesdiensten begonnen hat. Alex entdeckt die erste Kirchensteuerabbuchung auf seinem Lohnzettel und tritt aus der Kirche aus. Als er 43 Jahre alt ist und sein Neffe ihm erzählt, er müsse als Konfirmand zehnmal in den Gottesdienst gehen, beschwert sich Alex: „Wir mussten früher 25 mal gehen – damals herrschte noch Zucht und Ordnung!“

5.3.2       Auswertung

Es ist die Wahrnehmung der Bedingungs-Empfänger, die festlegt, ob die Besuchspflicht Zwang oder anerkannte Pflicht ist. Viele Konfirmanden aus Plichtkirchen empfinden die Praxis mit den 25 Unterschriften rückblickend als Zwang zum Glück, der ihnen geholfen hat, im Glauben lebensrelevante Antworten zu finden und in der Jugendandacht eine über die Konfirmandenzeit hinaus tragende Gemeinschaft zu erleben. Ihre späte Einsicht besagt, dass die Kirchengemeinde im Interesse der Konfirmanden gehandelt hat. Sie bewerten die Besuchspflicht als anerkannte Pflicht und damit legitimieren sie selbst die Pflichtkirchener Praxis als theologisch und ethisch vertretbar und als pragmatisch sinnvoll. Hätte hingegen keine Besuchspflicht bestanden, dann wäre manchem Konfirmanden eine Prägung entgangen, die er rückblickend als sehr wertvoll einschätzt.

Fast alle Zwangshausener hingegen sind nach der Konfirmandenzeit im wahrsten Sinne des Wortes fertig mit der Kirche. Nach den erzwungenen 25 Gottesdiensten erschaudern sie jedes Mal, wenn sie in der Pausenhalle mal wieder auf das Thema Kirche kommen. Aus ihrer vormals vagen Vorstellung über den Gottesdienst ist eine fundierte Ablehnung dieser Veranstaltung geworden. Die Jugendlichen bewerten die Besuchspflicht als Zwang und damit ist die Zwangshausener Praxis theologisch und ethisch illegitim und überdies pragmatisch betrachtet kontraproduktiv. Hätte hingegen keine Besuchspflicht bestanden, dann wäre manchem Konfirmanden eine Aversion erspart geblieben, die ihn möglicherweise in späterer Zeit dem Gottesdienst gegenüber ein Stück aufgeschlossener gemacht hätte.

Auffällig an dieser Auswertung ist die veränderte Wahrnehmung der festen Bedingung zu verschiedenen Zeitpunkten. Zum „kategorischen Imperativ“, auf keinen Fall mit Zwang zu operieren und niemals Widerwillen oder Uneinsichtigkeit billigend in Kauf zu nehmen, tritt die Beobachtung, dass jeder Konfirmand nach einer langen Filmnacht Widerwillen verspürt und trotzdem möglicherweise später froh ist, an diesem Sonntag doch zur Kirche gegangen zu sein. An dieser zeitlichen Veränderung ist im Folgenden weiterzuarbeiten.

5.4  Veränderte Beurteilung der Besuchspflicht zu unterschiedlichen Zeitpunkten

Die Inkaufnahme von Zwang im Sinne eines immerwährenden Widerwillens wurde als illegitim herausgestellt, die Beurteilung der Besuchspflicht als anerkannte Pflicht durch das Gegenüber hingegen als Ziel. Wenn jedoch ein Konfirmand seine Meinung mit der Zeit ändert – ist es dann legitim, wenn am Anfang gegen seinen Willen gehandelt wird?[xix]

Diese Frage möchte ich analog zu verbreiteten Zwangsmaßnahmen im Bereich der Erziehung[xx] mit einem „vorsichtigen Ja“ beantworten. So, wie das Zähneputzen-Müssen anfangs auf Widerstand stößt und später rückwirkend legitimiert wird, erachte ich eine rückwirkende Legitimierung der Besuchspflicht durchaus für gültig. Wenn ein Achtzehnjähriger rückblickend urteilt: „Gut, dass ich zur Kirche gehen musste“, dann ist sein früheres Urteil „Zwang“ revidiert. Vorsicht ist bei dieser Argumentation jedoch geboten, weil 13- bis 14-jährige Konfirmanden ein Alter erreicht haben, bei dem die Mündigkeit bedeutend größer ist als bei einem Kind, das die ersten Zähne bekommt. Eine Bevormundung in diesem Alter läuft dem gestiegenen Maß der Mündigkeit entgegen. Die Haltung „Ich weiß, was gut für dich ist“ kann enormes Reaktanzverhalten und einen Bumerangeffekt hervorrufen. Dennoch – eine Beharrlichkeit gegen ein gewisses Maß an Widerwillen der Konfirmanden kann mehr zielführend und mehr im Interesse der Konfirmanden sein als eine komplette Freistellung von spirituellen Veranstaltungen während der Konfirmandenzeit.[xxi]

5.5  Antwort auf die Frage nach dem Zwang und Hinweis auf den eigentlichen Kern des Problems

Darf es eine Besuchspflicht des Gottesdienstes in der Konfirmandenzeit geben? Meine Antwort lautet:

Wenn die Besuchspflicht rückblickend von den ehemaligen Konfirmanden als anerkannte Pflicht[xxii] beurteilt wird, dann ist diese zu befürworten. Bestehen Widerwillen und Uneinsichtigkeit hingegen dauerhaft, so ist die Besuchspflicht nicht nur nach pragmatischen, sondern auch nach theologischen und ethischen Gesichtspunkten abzulehnen.

Ein langfristig erfolgreicher Effekt der Besuchspflicht legitimiert ihren Gebrauch, weil Erfolg Ausdruck von Einsicht und Einverständnis der Konfirmanden ist. Indem man jedoch die Konfirmanden dauerhaft verliert, sprechen sie selbst der Besuchspflicht das Urteil als ungerechte Praxis.

Zwei Ergebnisse aus den Vorarbeiten haben mich maßgeblich zu dieser Antwort bewogen. Erstens erschien mir ein pauschales Befürworten oder Ablehnen der Besuchspflicht unmöglich, weil Konfirmanden mehrere feste Bedingungen im Rahmen der Konfirmandenzeit zu erfüllen haben, ohne dass dies ein theologisches oder moralisches Problem darstellt. Die Art und Weise, wie feste Bedingungen umgesetzt werden, wurde in ein legitimes und ein illegitimes Extrem differenziert.[xxiii]

Zweitens schien mir von der Perspektive der Erziehung[xxiv] her geboten, den „kategorischen Imperativ“, Einsicht und Einverständnis im Gegenüber erreichen zu müssen, durch einen zeitlichen Vorbehalt abzumildern: Widerwille und Uneinsichtigkeit dürfen in Kauf genommen werden, wenn die Besuchspflicht von den Konfirmanden rückwirkend für gut befunden wird.

Als pragmatisches Instrument zur Feststellung, ob die lokale Praxis der Besuchspflicht vertretbar und sinnvoll ist, schlage ich vor, ein/ vier Jahre[xxv] nach der Konfirmation einen Brief an die Konfirmierten zu senden mit der Abfrage ihrer Meinung zur Besuchspflicht. Die jungen Menschen könnten befragt werden, ob sie rückblickend einsehen und gut finden, dass sie kommen mussten.

Wiederholt sei die Warnung, dass durch die Besuchspflicht viel Schaden in Form eines Bumerangeffektes angerichtet werden kann, der ohne eine solche Pflicht ausbliebe. Dennoch kann das Ziel der Konfirmandenzeit nicht bereits dadurch erreicht sein, dass Konfirmanden nicht verprellt wurden. Ohne Besuchspflicht kann es zwar nicht zu Reaktanzverhalten gegenüber dem Gottesdienst kommen, doch theologische Zielrichtung muss sein, dass Jugendliche im Rahmen der Konfirmandenzeit einen Ort zur Begegnung mit Gott erleben.

Wie kann ein wirklich objektives Urteil über die lokale Praxis einer Kirchengemeinde aussehen? Wahrnehmungen und Emotionen kommen nie in Reinform vor – geschweige denn, dass sie absolut messbar oder verrechenbar wären. Und wie soll eine Lösung für eine Gesamtgruppe gefunden werden, wenn der Eine durch die Besuchspflicht einen spirituellen Zugang zum Glauben findet und der Andere bis zur Konfirmation und darüber hinaus nur Widerwillen verspürt? Nein, eine objektive Abwägung und Beurteilung kann es nicht geben. Am weitesten kommt man vermutlich durch eine Abfrage bei den Konfirmierten und die subjektive Interpretation ihrer Angaben im Hinblick auf die Frage, ob Schaden oder Nutzen der Besuchspflicht höher liegen. Als am ehesten objektiv lassen sich folgende „relationale“ Aussagen bezeichnen:

Je unnötiger eine strenge Besuchspflicht wird, damit Konfirmanden in den Gottesdienst kommen, desto legitimer wird sie.

Je nötiger eine strenge Besuchspflicht wird, damit Konfirmanden in den Gottesdienst kommen, desto illegitimer wird sie.

Durch das Aufzeigen und Weiterdenken dieser Tendenzen ist meines Erachtens der eigentliche Kern des Problems erreicht:

Das eigentliche Problem im Bereich von Konfirmanden und Gottesdienst besteht schlicht und ergreifend darin, dass Konfirmanden nicht gerne in den Gottesdienst kommen. Dieses Problem wird weder dadurch zufriedenstellend gelöst, dass Konfirmanden zum Besuch verpflichtet werden noch dadurch, dass sie dauerhaft fernbleiben. Vollständig gelöst wäre dieses Problem in der Erreichung des Ideals, dass Konfirmanden regelmäßig und völlig freiwillig in den Gottesdienst kommen. Zufriedenstellend gelöst ist das Problem, wenn die Konfirmanden gewonnen und die Ziele der Konfirmandenarbeit somit eingelöst sind. Die Frage nach dem Zwang hingegen ist als Folgeproblem der Distanz zwischen Konfirmanden und Gottesdienst zu bezeichnen. Die Art und Weise, wie dem Grundproblem der Distanz begegnet wird – sei es mit oder ohne Besuchspflicht – ist daran zu messen, ob die besagte Distanz größer oder kleiner wird. In der tatsächlichen – nicht der idealen – Situation scheint mir der vorsichtige Einsatz einer Besuchspflicht dann das kleinste Opfer und die größte Chance zur Distanz-Überwindung zu bedeuten, wenn es gelingt, dass Jugendliche Gottesdienstbesuche als anerkannte Pflicht wahrnehmen.

5.5.1    Antwort vor dem Hintergrund der gesamtdeutschen Situation

Wie ist vor dem Hintergrund der prinzipiellen Antwort auf die Frage nach dem Zwang die Situation in Deutschland zu bewerten? Als Rahmendaten wurde ermittelt, dass rund 96% der Gemeinden eine Besuchspflicht haben und 71% diese mit harten Anwesenheitskontrollen durchsetzen. Wiederholt sei, dass es hierbei kein objektives Urteil geben kann. Nicht einmal die Abfrage der Jugendlichen in der von mir vorgeschlagenen Weise ist möglich. Bekannt ist lediglich, dass die Konfirmanden den Gottesdienst am Ende ihrer Konfirmandenzeit tendenziell für langweiliger halten als zu Beginn. Ferner ist bekannt, dass Jugendliche nach ihrer Konfirmation weitgehend fernbleiben.

Vorsichtig gesprochen ziehen diese Beobachtungen in Zweifel, ob eine Besuchspflicht positiv dazu beiträgt, dass eine Frömmigkeitspraxis ausgebildet und der Gottesdienst liebgewonnen wird. Vielmehr deuten die Anhaltspunkte darauf hin, dass der Gottesdienst weithin nicht als adäquater Ort für eine tragende Frömmigkeitspraxis wahrgenommen wird und das tendenziell verschlechterte Bild vom Gottesdienst für einen Bumerangeffekt spricht.[xxvi] In aller Subjektivität formuliere ich die Befürchtung, dass der angerichtete Schaden durch Reaktanzgefühle größer ist als der positive Einfluss durch erzieherisches Einwirken in Gestalt der Besuchspflicht. Ich halte es für wahrscheinlich, dass im gesamtdeutschen Mittel ein positiverer Effekt in der Konfirmandenzeit erzielt würde, wenn es keine Besuchspflicht gäbe. Dennoch würde ich es lieber sehen, wenn diese vernichtende Einschätzung dazu motivieren könnte, mit Hochdruck an einem (verpflichtenden?) Angebot zu arbeiten, das die Ziele der Konfirmandenarbeit tatsächlich einlöst als dass die Besuchspflicht fallen gelassen wird und der Rest beim Alten bleibt. Wir sind den Konfirmanden mehr schuldig als das, was wir ihnen bisher „verpflichtend“ bieten. Wir sind ihnen aber auch mehr schuldig als das, was durch die Aufhebung der Besuchspflicht erreicht werden könnte. Darum sollen im Folgenden die wichtigsten Erkenntnisse für eine verbesserte Praxis dargestellt werden.

6.   Wie Konfirmanden und Gottesdienst besser zusammenpassen

Welche Ableitungen in Richtung einer verbesserten Praxis lassen sich auf Grundlage der Arbeitsergebnisse und der rezipierten Literatur machen? Auch wenn es im vorliegenden Kapitel mitunter um einfache Praxishinweise gehen wird, dürfen diese nicht mit jenen schnellen Rezepten verwechselt werden, die angeblich das Problem vollständig lösen. Dennoch gibt es einfache Hinweise, deren Beachtung sich in positiver Richtung auswirkt. Teilweise wird ihre vorteilhafte Wirkweise in einem größeren konzeptionellen Zusammenhang zu erläutern sein.

6.1  Optimierte Praxis einer Besuchspflicht

Die folgenden Vorschläge richten sich an all diejenigen, die den Gebrauch des „gefährlichen“ Instruments der Besuchspflicht wagen wollen in der Hoffnung, dass es sich für die Konfirmanden in ihrer Gemeinde um einen „Zwang zum Glück“ handelt. Die Anregungen zielen sämtlich in Richtung einer „Druckminderung“ der Besuchspflicht, ohne dass eine Unterwanderung auf breiter Front erfolgt. Meines Erachtens sollte Jahrgang für Jahrgang versucht werden, die jeweilige gemeindliche Regelung mit dem Minimum an erforderlichem Druck im Großen und Ganzen (s. u.) durchzusetzen, ohne schlechte Erfahrungen aus Vorjahren auf die Neuen und die sie betreffende Regelung zu übertragen.

Zuerst möchte ich eine Anregung Helmut Siegels aufnehmen, die dem Vorzug uneigennütziger vor eigennütziger Beeinflussung gemäß der Reaktanzforschung[xxvii] Rechnung trägt. Siegel formuliert: „Eine (nichtdiskriminierende) Überprüfung ihres Verhaltens oder Lernerfolgs scheint mir nur dann und in dem Maße vertretbar, als sie von den Jugendlichen grundsätzlich akzeptiert und als Hilfe empfunden wird.“[xxviii] Ist es nicht vorstellbar, die Ziele und den Sinn des Gottesdienstbesuches zu Beginn der Konfirmandenzeit werbend zu erläutern, die lokal festgelegte Mindestzahl der Besuche zu benennen und ergebnisoffen zu fragen, was den Konfirmanden helfen würde, regelmäßig zu kommen? Schlagen die Jugendlichen selbst ein System von Unterschriften vor und nutzen sie ihren selbstgebastelten Pass, wird der Gottesdienstbesuch weniger widerwillig geschehen. Eine Spur gewagter wäre die ergebnisoffene Frage an die Konfirmanden, wie viele Gottesdienstbesuche sie wohl nötig hätten, um mit dem Gottesdienst vertraut zu werden und alle Beteiligungsmöglichkeiten mal auszuprobieren.

Zweitens schlage ich vor, die in den Hannoverschen Richtlinien vorgeschlagene „formale Vereinbarung für die Konfirmandenarbeit“[xxix] in Richtung eines wirklichen Deals im Interesse der Konfirmanden weiterzuentwickeln. Bisher ist vielerorts eine einseitige Anpassung der Konfirmanden an den unveränderlichen traditionellen Gottesdienst und an die Routine des Pfarrers gefordert. Der Pfarrer hingegen verpflichtet sich durch seine Unterschrift bisher zu weit weniger Anpassung. Wie wäre es mit einem Deal in diese Richtung: „Wenn ihr unterschreibt zu kommen, dann werde ich unterschreiben, alles dafür zu geben, dass der Gottesdienst interessant ist und er zu eurem Leben passt.“

Drittens begeistert mich, was mir ein Pfarrer über seinen Umgang mit der Besuchspflicht kürzlich erzählte. Wenn er auf dem Elternabend nach den Konsequenzen einer nicht erfüllten Besuchspflicht gefragt wird, antwortet er: „Das kommt durchschnittlich bei einem Teilnehmer pro Jahrgang vor. Der Konfirmand wird trotzdem konfirmiert. Es geht uns bei der Besuchspflicht einfach nur darum, dass die Konfirmanden im Gottesdienst erscheinen.“ Meines Erachtens hat dieser Pfarrer begriffen, worum es wirklich geht. Solange eine individuelle Versäumnis nicht zum Auslöser für ein allgemeines Fernbleiben wird, kann sie toleriert werden. Es geht nicht um die harte Durchsetzung irgendwelcher Regeln um ihrer selbst willen, sondern eine Besuchspflicht soll eine dienende Funktion haben für die Konfirmanden. Sie soll ermöglichen, dass die Konfirmanden den Gottesdienst als einen Ort kennenlernen, an dem Gott mit uns Menschen redet und wir mit ihm. Glauben wir doch selbst, dass der Gottesdienst beneficium und nicht sacrificium ist. Indem wir das „Wenn du das nicht machst, wirst du nicht konfirmiert“ austauschen durch ein „Wir werden dich unterstützen, wie wir können, damit du das schafft“, ersparen wir dem Gottesdienst einen Haufen an Misskredit bei den Konfirmanden. Diese Haltungsänderung wirkt wie Medizin gegen die Ausbildung von Reaktanz.

6.2  Konfirmandenfreundlicherer Gemeindegottesdienst

Bei der Suche nach Hinweisen zur Verbesserung der Konfirmandenfreundlichkeit von Gottesdiensten überzeugen vor allem zwei Quellen. Erstens soll Siegels Unterscheidung von vier konfirmandenfreundlichen Gottesdiensttypen vorgestellt werden.[xxx] Zweitens überzeugen die praxisrelevanten Forschungsergebnisse Karlo Meyers, insbesondere jene, die große Übereinstimmungen mit der Interessenforschung im dem Bereich der Psychologie aufweisen.

6.2.1       Vier Grundtypen konfirmandenfreundlicher Gottesdienste[xxxi]

Im sonntäglich abzuhaltenden „Gottesdienst[…] unter besonderer Berücksichtigung der Konfirmanden“[xxxii] zieht der Pfarrer Konsequenzen aus der Tatsache, dass die Konfirmanden eine große Hörergruppe darstellen. Er berücksichtigt den Verstehenshorizont der Konfirmanden, überprüft seine Sprache und die Bibelübersetzung auf Konfirmanden-Verständlichkeit, erläutert liturgische Stücke und nimmt Fragen und Lieder aus den Gruppentreffen auf. Etwas ironisch kommentiert Siegel, diese Prinzipien seien „(fast) selbstverständlich – sollte man jedenfalls meinen.“[xxxiii]

Alle vier bis sechs Wochen empfiehlt Siegel einen „Gottesdienst für Konfirmanden“[xxxiv], der zwar für die ganze Gemeinde offen ist, sich jedoch in Thematik und Form an den Konfirmanden als Zielgruppe orientiert. Ein etwas gesteigerter Arbeitsaufwand soll im Idealfall durch den Pfarrer und ein Team jugendlicher Mitarbeiter geleistet werden.

Davon unterschieden ist der „Gottesdienst mit Konfirmanden“[xxxv], welcher viertel- bis halbjährlich stattfinden soll und dessen Zielgruppe die ganze Gemeinde ist. Der Gottesdienst wird von den Konfirmanden und dem Pfarrer zusammen mit viel Aufwand[xxxvi] vorbereitet. Als Themen eignen sich Bereiche, „bei denen Konf[irmanden] wenigstens z. T. Experten sind o. dazu gemacht worden sind“[xxxvii]. Eine begeisternde Anregung zum Nachmachen besteht in Siegels Schilderung eines Gottesdienstes mit Konfirmanden zum biblischen Gebot, die Eltern zu ehren.[xxxviii] Dieser Gottesdienst löste eine Diskussionswelle im Ort aus, weil gerade das „Zu-Worte-Kommen der Jugendlichen, als einer ,Partei‘, die zu diesem Thema selten zu Wort kommt,“ „ein neues Nachdenken über Gehorsam, Erziehung und die Bedeutung der Zehn Gebote auslöste.“

Schließlich schlägt Siegel einen jährlichen „Gottesdienst von Konfirmanden“[xxxix] vor, bei dessen Vorbereitung zwar Konfirmanden und Pfarrer zusammenwirken, dessen Durchführung hingegen nur (oder fast nur) noch bei den Konfirmanden liegt.

6.2.2       Die überragende Bedeutung von Beziehungen und Gemeinschaftsgefühl

Analog zum Hohelied der Liebe aus 1 Kor 13 kann mit Meyer über den Gottesdienst gesagt werden: „Wenn der Gottesdienst jugendgemäße Form hätte und Bandmusik und Teamer, aber er hätte die Atmosphäre nicht, so wäre alles andere umsonst.“ Meyer arbeitet heraus, dass das Aufkommen von Gemeinschaftsgefühl eine Grundbedingung für das Urteil „gelungener Gottesdienst“ darstellt, welches alle anderen Faktoren überlagert.[xl] In einem Gottesdienst mit guter Atmosphäre wird schlechte Musik oder Predigt toleriert, bei schlechtem Gemeinschaftsgefühl hingegen kann der Jugendgottesdienst so altersgemäß sein, wie er will.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus, die schließlich zu einer verbesserten Praxis führen? Schnelle Rezepte wie „Bandmusik“ oder „Jugendgottesdienst“ führen nicht qua Vorhandensein zum Erfolg, sondern nur indem sie zu einem guten Gemeinschaftsgefühl beitragen. Die Verbesserung der Atmosphäre ist durch die genannten Faktoren sehr gut (!) möglich, aber sie wirken eben nicht ex opere operato. Eine verbesserte Praxis ist da möglich, wo Atmosphäre und die genannten Gestaltungsmöglichkeiten nicht gleichgesetzt werden, sondern wo sensibel gefragt und weiterentwickelt wird, wie beispielsweise Bandmusik besser zum Aufkommen eines Gemeinschaftsgefühls beitragen kann. Zur Überwindung einer peinlichen Raumatmosphäre durch verbreitete Hemmung beim Mitsingen schwebt mir vor, an Stellschrauben wie der Einfachheit und Bekanntheit von Liedern sowie der Lautstärke zu drehen.

Angestoßen von seinem zentralen Forschungsergebnis schlägt Meyer vor, die „Gemeinschaft in Gottesdiensten und Andachten durch gezielte ,Beziehungsarbeit‘ zu stärken.“[xli] Eine praktische Umsetzung von gezielter Beziehungsarbeit sieht Meyer im „Aufbau von tragenden Teilgruppen“[xlii]. Dahinter verbirgt sich das geplante Hinwirken auf das Entstehen von Gruppen, die den Gottesdienst richtig gut finden und befördern. Wenn nämlich der Gottesdienst von Leuten besucht wird, die von ihm überzeugt und begeistert sind, sorgen sie für das entsprechende Gemeinschaftsgefühl. In diesem Zusammenhang berichtet Meyer vom positiven Einfluss auf die Atmosphäre, den eine erfolgreiche Einbeziehung von Eltern in einem Fall mit sich brachte.[xliii] In einem anderen Fall wurden unkirchliche und unmotivierte Konfirmanden einer Gruppe von motivierten Konfirmanden mit Kindergottesdiensterfahrung mitgerissen.[xliv]

Schließlich weist die übergeordnete Bedeutung von Gemeinschaftsgefühl in die Richtung, dass Emotion im Vergleich zu Wissensvermittlung viel stärker in den Horizont treten sollte. „Eine Binsenweisheit, eigentlich – aber die Erfahrung zeigt, dass sie in vielen Gemeinden bis heute nicht beherzigt wird.“[xlv] Von Stemm will das Desiderat emotional ansprechenderer Gottesdienste vor allem durch stärkere Beachtung musikalischer Hörgewohnheiten der Gottesdienstbesucher erfüllen.[xlvi] In der Tat dürfte das Medium der Musik die meiste Emotion transportieren. Daneben fordert von Stemm, dass die Predigtthemen emotionalen Gehalt haben sollen.[xlvii]

6.2.3       Einsichten aus der Interessenforschung

Karlo Meyer identifiziert eine herausgehobene Bedeutung sinnlicher Erfahrung für ein Gesamturteil des Gottesdienstes.[xlviii] Ob die Sitzbank zu hart oder das ausgeteilte Brot lecker war, beeinflusst die Meinung über „die Kirche“. Mit dem Interessenforscher David Bergin gesprochen geht es hier um die als „Biophilia“ bezeichnete, genetisch bedingte innere Aufgeschlossenheit gegenüber allem, was körperliche Primärbedürfnisse stillt.[xlix] Ein Herzchen-Weingummi an der Eingangstür zum Gottesdienst am Valentinstag, eine sparsam geheizte Kirche oder ein Feierabendmahl im Chorraum haben erstaunlich großen Einfluss „als Grund/ Bedingung für Urteile“[l].

Eine Beteiligung von Konfirmanden im Gottesdienst wird von Meyer unter dem Stichwort der „jugendliche[n] Tatkraft“ untersucht. Die herausragende Bedeutung einer gelungenen Beteiligung soll folgendes Interviewzitat über den Gottesdienst illustrieren: „Und wenn man nicht mitgemacht hat, dann (.) ist er sowieso nicht so spannend[li] [Hervorhebung im Original; J. A.]. Meyer identifiziert eine Parallele bei Bergin in dem, was der Psychologe hinsichtlich dem als „Hands-On“[lii] bezeichneten Faktor behauptet: Indem in körperlicher und handgreiflicher Weise zu einer Sache beigetragen wird, wird ein größeres Interesse generiert.[liii] Erfreulicherweise konkretisiert Meyers Studie die Art und Weise einer gewinnenden Einbeziehung von Konfirmanden. Konfirmanden sind motiviert, wenn sie eine sinnvolle Aufgabe erfüllen.[liv] Sie sind motiviert, wenn ihnen bei gestalterischen Aufgaben auch mehr als die Ausführung dessen zugetraut wird, was ein Anderer gestaltet hat. Beispielsweise geht es nicht um schlichtes ein Vorlesen der Gebete des Pfarrers, sondern um das Sprechen eigener Gebete.[lv] Wenn die Konfirmanden das Gottesdienstthema bestimmen, die Gebete selbst formulieren und gestalten statt auszuführen, kann Beteiligung sehr motivierend sein. Doch nicht immer ist Tun besser als Lassen. Ein Pfarrer darf das Maß einer beherzten Ermutigung zur Übernahme von Aufgaben nicht in Richtung einer als Druck empfundenen Nötigung überziehen.[lvi] In diesem Zusammenhang würde ich eine allgemeine Abfrage zu Beginn der Konfirmandenzeit empfehlen, bei der die Mitwirkungsmöglichkeiten im Gottesdienst vorgestellt werden und die Jugendlichen sagen können, wo sie sich gerne beteiligen wollen.[lvii]

6.2.4       Interessenforschung und Homiletik

Meyer untersucht an einer Stelle die Darstellungsform von Inhalten. Von den Konfirmanden werden Verständlichkeit und Kürze sowie guter Unterhaltungswert, lustige und spannende Darstellungsformen begrüßt und erinnert.[lviii] Passend dazu finden sich auch bei Bergin Humor, überraschend Neues und Erzählung als interesseweckende Faktoren.[lix] Die wohl bekanntesten und verbreitetsten Desiderate an Predigten sind hier gleich in doppelter Weise wissenschaftlich bestätigt!

Zuletzt soll ein interesseweckender Faktor Bergins im Hinblick auf homiletische Anwendbarkeit beleuchtet werden, die bei Meyer in dieser Form nicht im Blick ist.[lx] Der Begriff „Modeling“ steht für die Interesse auslösende Funktion von Vorbildern. Im Bereich der Verkündigung kann dieser Effekt beispielsweise durch das Erzählen von biografischen Elementen wie Heiligengeschichten genutzt werden. Vielleicht noch stärker dürfte Interesse aufkommen, wenn ein Gemeindeglied von einer biografischen Glaubenserfahrung erzählt („Zeugnis“).

6.3  Ideen zur verbesserten Einlösung der Ziele in der Konfirmandenarbeit

Die im vorigen Kapitel gemachten Anregungen dürften den Gemeindegottesdienst in größeren Einklang mit den Zielen der Konfirmandenarbeit bringen, die Landeskirchen formulieren. In diesem Kapitel soll jedoch von den Zielen her grundsätzlicher gefragt werden: Wie kann eine Konfirmandenarbeit im Allgemeinen aussehen, die diese Ziele besser erreicht?

Dem Ziel, bei der Ausbildung einer Lebens- und Frömmigkeitspraxis behilflich zu sein, dürfte – trotz der referierten Vorbehalte im Hinblick auf das Gemeinschaftsgefühl[lxi] – leichter im Rahmen von speziell zugeschnittenen Andachten im Bereich von Jugendarbeit[lxii] und Gruppengottesdiensten auf Konfirmandenfahrten näher zu kommen sein als im Gemeindegottesdienst. Zwar schließen sich diese spirituellen Angebote nicht prinzipiell mit dem Besuch am Sonntagmorgen aus. Doch wenn in einer Gemeinde regelmäßige Jugendgottesdienste und ‑andachten angeboten werden, treten sie dennoch in gewisse Konkurrenz zum Gemeindegottesdienst. In diesem Fall sollte meines Erachtens auf den Besuch dieser Zielgruppen-Veranstaltungen größerer Wert und Anreiz gelegt werden als auf den Gemeindegottesdienst. Hier tritt zutage, ob wir doch einen „heimlichen Lehrplan“ verfolgen, der den agendarischen Gottesdienst insgeheim als besser einstuft.[lxiii] Hier wird deutlich, ob mit dem Kennenlernen des Gottesdienstes primär die Abfolge von Kyrie und Gloria gemeint ist oder das Kennenlernen des Gottesdienstes als eine Kommunikation mit Gott. Eine mit dem Ziel der Entwicklung persönlicher Spiritualität begründete Besuchspflicht sollte darauf zugeschnitten sein, besonders geeignete Veranstaltungen trotz ihres möglicherweise gewöhnungsbedürftigen Zeitpunkts effektiv zu bewerben. Manche Gemeinden geben beispielsweise vor, welche Gottesdienstarten und Gemeindeveranstaltungen wie oft zu besuchen sind.

Wie kann ein gemeinsamer Aufbruch von Kirchenvorstand und Pfarramt in Richtung zielorientierter Konfirmandenarbeit gelingen, wenn auch „beharrende Kräfte“ in jenem Gremium sitzen, das die Gottesdienst- und Konfirmandenordnung beschließt? Ein zentrales Argument für einen Aufbruch in Richtung Konfirmandenfreundlichkeit kann die Besuchspflicht selbst sein. Erstens sind die Konfirmanden die einzig unfreiwilligen Besucher des Gottesdienstes – sie müssen also noch geworben und gewonnen werden. Wer sich das Recht herausnimmt, einen Anderen zum Kommen zu verpflichten, hat auch die Bringschuld, durch ein sensibles Eingehen auf den Anderen, durch Behandlung lebensrelevanter Themen gemäß der Wahrnehmung des Anderen und durch die Hineinnahme in eine besondere Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass der Gottesdienst etwas Interessantes und Gutes ist. Zweitens führt die Besuchspflicht dazu, dass der Jahrgang der 13- und 14-Jährigen besser vertreten ist als jeder andere Jahrgang.[lxiv] Dies macht erforderlich, jeden Gottesdienst an den Kriterien eines „Gottesdienstes unter besonderer Berücksichtigung der Konfirmanden“[lxv] gemäß der Definition Siegels zu überprüfen und anzupassen.

 

 

[i] Zur besseren Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet. Die weibliche Form ist genauso mitgemeint.

[ii] Ilg u. a.: Erste Studie Band III, S. 140. Der Wert für „keine feste Zahl“ aus der zweiten Studie ist unveröffentlicht.

[iii] Vgl. Schweitzer u. a.: Zweite bundesweite Studie, S. 97.

[iv] Schweitzer u. a.: Zweite bundesweite Studie, S. 89.

[v] Vgl. im Folgenden: a. a. O., S. 87-89.

[vi] Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 69.

[vii] Schweitzer u. a.: Zweite bundesweite Studie, S. 87.

[viii] Vgl. Ilg u. a.: Erste Studie Band III, S. 141.

[ix] Germann: Konfirmation rechtlich, Sp. 1561.

[x] Germann: Gerichtsbarkeit in der evangelischen Kirche, Sp. 741.

[xi] Grethlein: Erziehung Begriffsdefinition, Sp. 1505.

[xii] Spektrum: Reaktanz.

[xiii] Spektrum: Reaktanztheorie.

[xiv] Spektrum: Reaktanztheorie.

[xv] Vgl. Spektrum: Reaktanztheorie.

[xvi] Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 143.

[xvii] Ebd.

[xviii] Spektrum: Reaktanztheorie.

[xix] Dies ist meines Erachtens eine gefährliche Frage, weil sie der selbstgerechten Billigung des Ist-Zustandes durch einen KA-Verantwortlichen Tür und Tor öffnen kann. Dennoch ist sie an dieser Stelle zu bearbeiten.

[xx] S. o. Kap. 4.

[xxi] S. u. Kap. 5.5.

[xxii] S. o. Kap. 5.2.

[xxiii] S. o. Kap. 5.2f.

[xxiv] S. o. Kap. 4.

[xxv] Ein Jahr ist meines Erachtens der praktischere Zeitpunkt, vier Jahre hingegen der qualifiziertere Zeitpunkt.

[xxvi] Diese Aussagen deuten in erster Linie auf einen „Mangel“ des Gottesdienstes, nicht der Gottesdienstpflicht. Doch die Konfirmanden kommen mit diesem Mangel nur mittels der Besuchspflicht in Berührung.

[xxvii] S. o. Kap. 4 Exkurs.

[xxviii] Siegel: Gottesdienst und Konfirmanden, S. 150.

[xxix] Landeskirchenamt Hannover: Konfirmandenzeit, S. 45.

[xxx] Dieses Konzept wird bei Meyer Blanck rezipiert. Vgl. Meyer-Blanck: Liturgiedidaktik im KU, S. 267.

[xxxi] Vgl. im Folgenden: Siegel: Gottesdienst und Konfirmanden, S. 152-158.

[xxxii] Siegel: Gottesdienst und Konfirmanden, S. 152.

[xxxiii] Ebd.

[xxxiv] A. a. O., S. 153.

[xxxv] Siegel: Gottesdienst und Konfirmanden, S. 153.

[xxxvi] Sehr hilfreich sind in diesem Zusammenhang die vorgeschlagenen Schritte in der Entwicklung des Gottesdienstes sowie die Erwägungen über die Rolle des Pfarrers zwischen „,Gängelung‘ und völliger Zurücknahme.“ A. a. O., S. 157.

[xxxvii] A. a. O., S. 153.

[xxxviii] Vgl. a. a. O., S. 156f.

[xxxix] A. a. O., S. 158.

[xl] Vgl. Meyer: Wie die Konfis zur Kirche kommen, S. 75.

[xli] Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 586.

[xlii] Meyer: Wie die Konfis zur Kirche kommen, S. 121.

[xliii] Vgl. Meyer: Wie die Konfis zur Kirche kommen, S. 121f.

[xliv] Vgl. a. a. O., S. 122f.

[xlv] A. a. O., S. 52.

[xlvi] Vgl. von Stemm: Mercy is falling, S. 61

[xlvii] Vgl. von Stemm: Mercy is falling, S. 61

[xlviii] Vgl. im Folgenden: Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 318-322.

[xlix] Vgl. Bergin: Influences on Classroom Interest, S. 94.

[l] Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 318.

[li] A. a. O., S. 326.

[lii] A. a. O., S. 556.

[liii] Vgl. Bergin: Influences on Classroom Interest, S. 92.

[liv] Vgl. Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 326f.

[lv] Vgl. a. a. O., S. 655.

[lvi] Vgl. Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 327.

[lvii] Ein Kollege erzählte mir von der erstaunlichen Bereitschaft der Konfirmanden zur Mitwirkung. Gleichzeitig berichtete er, dass das Vornestehen im Gottesdienst nicht jedermanns Sache sei. Darauf sollte meines Erachtens Rücksicht genommen werden.

[lviii] Vgl. Meyer: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit, S. 322-325.

[lix] Vgl. a. a. O., S. 555.

[lx] Meyer rezipiert das „Modeling“ nur im Hinblick auf Vorbilder unter den Gottesdienstbesuchern. Vgl. a. a. O.  S. 556f.

[lxi] S. o. Kap. 6.2.2.

[lxii] Vgl. These 8 in: EKD: 12 Thesen, S. 10.

[lxiii] EKD: Glauben entdecken, S. 43.

[lxiv] Vgl. EKD: 12 Thesen, S. 9.

[lxv] Siegel: Gottesdienst und Konfirmanden, S. 152.

Literaturverzeichnis

Kirchliche Ordnungen und Orientierungshilfen

EKD (Hrsg.): Glauben entdecken; Konfirmandenarbeit und Konfirmation im Wandel; Eine Orientierungshilfe. Gütersloh 1998.

EKD (Hrsg.): Konfirmandenarbeit; 12 Thesen des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. http://www.ekd.de/download/konfirmandenarbeit_2013.pdf, 2013. Letzter Zugriff 29.02.2016.

Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Hrsg.): Konfirmandenzeit; Rahmenrichtlinien, Hinweise, Empfehlungen und rechtliche Grundlagen für die Konfirmandenarbeit. Hannover 2012.

Sekundärliteratur

Bergin, David A.: Influences on Classroom Interest. In: Educational Psychologist, 34/2 (1999), S. 87-98.

Germann, Michael: Art. Gerichtsbarkeit, kirchliche; II. Evangelische Kirche. Rgg4 3, Tübingen 2000, Sp. 740-741.7

Germann, Michael: Art. Konfirmation; II. Rechtlich. Rgg4 4, Tübingen 2001, Sp. 1561-1562.

Meyer-Blanck, Michael: Liturgie lernen – Konfirmation feiern; Thesen zur Liturgiedidaktik im KU und zur Liturgietheologie der Konfirmation. In: Dressler, Bernhard/ Klie, Thomas/ Mork, Carsten (Hrsg.): Konfirmandenunterricht; Didaktik und Inszenierung. Hannover 2001, S. 261-281.

Meyer, Karlo: Wie die Konfis zur Kirche kommen; Fragen, Erfahrungen, Konzepte. Göttingen 2012.

Siegel, Helmut: Gottesdienst und Konfirmanden. In: Comenius-Institut (Hrsg.): Handbuch für die Konfirmandenarbeit. Gütersloh 1984, S. 143-159.

Spektrum Akademischer Verlag (Hrsg.): Art. Reaktanz. In: Lexikon der Psychologie. http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/reaktanz/12519, 2000, Letzter Zugriff 29.02.2016.

Spektrum Akademischer Verlag (Hrsg.): Art. Reaktanztheorie. In: Lexikon der Psychologie. http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/reaktanztheorie/12520, Letzter Zugriff 29.02.2016.

Stemm, Sönke von: Mercy is falling; Gottesdienste für und mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. In: Böhme-Lischewski, Thomas/ Stemm, Sönke von/ Elsenbast, Volker (Hrsg.): Konfirmandenarbeit für das 21. Jahrhundert; Dokumentation zur EKD-weiten Fachtagung der ALPIKA-Arbeitsgruppe Konfirmandenarbeit vom 4. bis 6. November 2009 im Religionspädagogischen Institut Loccum, Münster 2010, S. 53-58.

Studien zur Konfirmandenarbeit

Ilg, Wolfgang/ Schweitzer, Friedrich/ Elsenbast, Volker: Konfirmandenarbeit in Deutschland; Empirische Einblicke – Herausforderungen – Perspektiven. Gütersloh 2009, Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten, Band 3.

Meyer, Karlo: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit; Eine triangulative Studie. Göttingen 2012.

Schweitzer, Friedrich/ Maaß, Christoph H./ Lißmann, Katja/ Hardecker, Georg/ Ilg, Wolfgang: Konfirmandenarbeit im Wandel – Neue Herausforderungen und Chancen; Perspektiven aus der zweiten bundeswe

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