SONNTAGS GOTTESDIENST ?

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Created at: 2011-06-25
Last major update at: 2011-06-25
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Deutsch (Original, currently shown)
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Bildung und Unterricht
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Question

Brauchen wir als Kirchgänger unseren Sonntagsgottesdienst oder geht es auch anders ?
*
(1) Begründung und Sachverhalt:
*
Diese Frage ist deshalb wichtig, weil der Sonntagsgottesdienst mehr und mehr zu einem Problem geworden ist (z.B. andere Gewohnheiten bei uns, dem Kirchenvolk, z.B. Burnout beim Kirchenpersonal usw). Es ist wichtig, hierüber einmal ausführlicher nachzudenken.
*
GEISTREICH bietet hierfür eine wunderbare Plattform, um Dinge analytisch zu entwickeln und gemeinsam weiterzudenken. Vielen Dank, daß wir sie nutzen dürfen.
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(2) Forderung "freies Wochenende":
*
Wenn wir dafür eintreten, daß unsere Kirche uns als Kirchgänger, (aber auch ihrem eigenem Personal) ein regelmäßiges frei und persönlich selbst gestaltetes Wochenende einräumen sollte, dann müssen wir natürlich auch fragen, ob wir denn auf die kirchliche Mitwirkung bei der Andacht und beim Beten - gerade am Sonntag - auch wirklich angewiesen sind. Geht es nicht auch anders, ohne das Gebot zu verletzten "den Feiertag zu heiligen" ?
*
(a) Gottesdienstpflicht am Sonntag ?

Dazu ist zunächst einmal festzustellen, daß es in unserer evangelischen Kirche für uns Gläubige zumindest überhaupt keine "Gottesdienstpflicht" gibt.
*
Wir - das normale Kirchenvolk - müssen also weder am Sonntag, noch überhaupt in die Kirche gehen. Die Frage bleibt - für uns persönlich - wie sollen wir dann aber noch eine Verbindung zu Gott und zu unserem Glauben halten können ?
*
(b) Gebet und Meditation am Sonntag
*
Pater Donald hat hierzu in seinen heutigen (und täglich wechselnden) "Daily Reflectons" einen sehr interessanten und längeren Diskurs ins Netz gestellt. ("Heute", das ist der 25.6.2011).
*
Er sagt am Ende ganz deutlich, daß aus seiner Sicht niemand am Sonntag in die Kirche gehen muß, wichtig und absolut unerläßlich für jeden von uns sei aber das regelmäßige GEBET und die regelmäßige meditative Andacht, aber NICHT DER SONNTAGSGOTTESDIENST. Dies sei aus seiner Sicht in allen Religionen so. Wer das "lebt" und richtig versteht, der "can get into niceties".... Prof.Dr.Michael Nüchtern hat es in seinem Buch "Kirche evangelisch verstanden" ganz ähnlich formuliert.
*
(c) Sonntagsgottesdienst als Pflichtangebot ?
*
Die nächste Frage wäre, ob unsere Kirche denn einen Sonntagsgottesdienst anbieten muß, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können.
*
Vielleicht "muß" sie das. Die Frage läßt sich hier nicht so leicht beantworten. Wichtig ist aber, daß auch von der Kirche nicht verlangt werden kann, einen Dienst anzubieten, zu dem sie - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr in der Lage ist: In vielen kleineren Gemeinden fallen deshalb seit langem sonntags die Gottesdienste aus, weil es am Personal fehlt.

Summary

BEWERTUNG: * (1) Von niemandem kann man Unmögliches verlangen: * (a) Situation: * Wir sehen also ganz deutlich, daß wir ("wir", denn "jeder" ist "Kirche") generell und nicht nur durch Herumbasteln am Detail die Personalplanung anders gestalten müssen. In der laufenden WOCHE, vor allem ABENDS werden wir Menschen finden, die als Pfarrer oder Prädikanten oder als Laien eine Andacht oder einen Gottesdienst halten können und wollen. Wir sind da ziemlich frei, wenn wir an den Beitrag von Eduard Kopp in Chrismon-neu (Heft 03/2011, Seiten 70f) zum Thema "Kirche für Einsteiger" denken. * (b) Können wir das nicht auch einmal- wenigstens am Wochenende -selbst ? * WAS DANN AM SONNTAG NICHT GEHT, das fällt (auch heute schon) aus. Umfangreicher theologischer Überlegungen bedarf es da eigentlich nicht. Danach ist die Forderung nach einem "freien Wochenende für das Kirchenpersonal" gerechtfertigt und aus menschenrechtlichen Gesichtspunkten vielleicht sogar verpflichtend. * NIEMAND hindert uns (gleichgültig ob wir uns als theologische Laien sehen oder ob wir Verkünder sind) - auch und gerade am SONNTAG - ZU BETEN, so wie es Pater Donald formuliert. * (2) vorläufiges ERGEBNIS und FRAGE: * (a) Am Wochenende brauchen wir keinen kirchlichen Verkünder, denn wir sind selber - jeder von uns - der Verkündung verpflichtet. (Chrismon 03/2011 S. 70 ff). Herrn Eduard Kopp sei Dank. (b) Oder ist daran etwas falsch und wenn ja WAS ist da vielleicht falsch ?

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