Karfreitagsprozession – evangelische Prozession mit ökumenischer Beteiligung

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2012-01-13
Last major update at: 2014-04-15
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Passionszeit
Institutions
Ev. Kirchenkreis Berlin Stadtmitte in Berlin
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Beginn: Februar des jeweiligen Jahres
Execution: Dauer der Prozession: ca. 3 Stunden
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Kreuz tragen

Abstract

Schweigeprozession an Karfreitag zu sieben Stationen (Kirchen) in der Mitte Berlins mit Bibellesung  und Erinnerungsgedanken, die mit der Historie des jeweiligen Ortes verknüpft werden. Eine evangelische Prozession mit ökumenischer Beteiligung – verantwortet vom Ev. Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte

Situation / context

Mit der Berliner Karfreitagsprozession werden  Glauben und Frömmigkeitskultur im wahrsten Sinn des Wortes in und durch die Stadt getragen. Die Karfreitagsprozession führt mitten durch das in diesen Tagen von vielen Gästen der Stadt besuchte Berlin. 

Goals

Mission! Glauben sichtbar machen.

Reflection / background

Die Karfreitagsprozession ist ein christliches Ritual mit Wurzeln bis ins Mittelalter, das vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte aufgegriffen, wiederbelebt und seit 2010 auch durchgeführt wird. Interessant ist dies besonders vor dem Hintergrund einer mehrheitlichen atheistischen Großstadt wie Berlin. Mission heißt Sichtbarkeit. In der Mitte der Hauptstadt stellt die Karfreitagsprozession ein nicht zu überschätzendes Zeichen dar. 

 

General information on realization

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Preparation

Eine Gruppe aus dem Ev. Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte zusammen mit katholischen Laien aus der Stadt bereitet die Karfreitagsprozession jedes Jahr vor. Dabei werden die Texte besprochen, die von den Ortspfarrern der an der Prozession beteiligten Kirchen gelesen werden. Ein Booklet wird vorbereitet - Erinnerungsthemen gesucht  und Organisationsfragen erörtert.

 

Realization

Gemäß der christlichen Tradition hat die Berliner Karfreitagsprozession sieben Stationen. Die Zahl sieben bezieht sich auf die sieben Tagzeiten des Stundengebetes, die sieben Stationen der Passion Jesu und die sieben römischen Stationskirchen. Bei der Berliner Karfreitagsprozession wird das auf den Altarstufen liegende Kreuz nach Abschluss des Gottesdienstes im Berliner Dom aus der Kirche hinausgetragen. Das Kreuz ist grün, da im Mittelalter Grün die Farbe der Liebe war. Damit wird das Kreuz als Triumphkreuz über den Tod hingedeutet. Vom Dom aus zieht die Prozession zu sechs weiteren Erinnerungsorten.  Abwechselnd wird das Kreuz vom evangelischen Landesbischof  - Pfarrern der Ortsgemeinden, dem Berliner Kardinal, orthodoxen Priestern und zum Schluss der Prozession auch von Nicht-Theologen getragen. An die Besucher werden zu Beginn des Gottesdienstes im Berliner Dom Booklets mit Informationen zur Prozession verteilt. Im vergangenen Jahr verteilten Helfer etwa 1000 Exemplare - auch an Zuschauer auf dem Weg zu den einzelnen Stationen. 

Stationen

  • Berliner Dom
  • Ev. Kirche St. Petri – St. Marien
  • Kirche St. Nikolai
  • Gedenktafel am Petriplatz 
  • Friedrichwerdersche Kirche
  • Französischer Dom
  • St. Hedwigskathedrale

Es ist eine Schweigeprozession. Lediglich an jeder Station wird ein Abschnitt der Passionsgeschichte gelesen und an Leidende in aller Welt erinnert – verknüpft mit der Historie der jeweiligen Orte. Klanghölzer als Ersatz für Musik geben dem Erschrecken über das Leiden eine Möglichkeit, dieses in der durch die Klanghölzer gestalteten Stille auszuhalten. Damit knüpft die Berliner Karfreitagsprozession an eine in vielen Jahrhunderten gewachsene Tradition an.  Zum Abschluss der Prozession beten die Teilnehmenden vor der St. Hedwigskathedrale  gemeinsam das Vater unser und empfangen einen Schluss-Segen vom katholischen und evangelischen Bischof.

Im Jahr 2014 haben neben Bischof Markus Dröge, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein und dem katholischen Weihbischof Matthias Heinrich auch Politikerinnen und Politiker ihre Teilnahme an der ökumenischen Karfreitagsprozession durch Berlin Mitte zugesagt: Unter anderen werden Petra Pau, Wolfgang Thierse, Gregor Gysi und Bettina Jarasch erwartet. Sie werden die Prozession begleiten und an den sieben Erinnerungsorten Texte vorlesen. Die Prozession beginnt am Karfreitag, 18. April 2014 um 11 Uhr direkt im Anschluss an den Gottesdienst im Berliner Dom. Veranstaltet wird die Prozession vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte.
Das Themenjahr der Evangelischen Kirche in Deutschland „Reformation und Politik“ war für die Organisatoren der Anlass, Politikerinnen und Politiker um aktive Teilnahme an der Prozession zu bitten. Die Texte, die sie vorlesen, haben Bezüge zu Leidens- und Schuldgeschichten, die eng mit der Historie der Stadt verknüpft sind: So wird etwa vor der St. Marienkirche an den Aufstand der Frauen in der Rosenstraße zur Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Auf dem Schlossplatz ruft der Text den Beginn des Ersten Weltkrieges und die unselige Verquickung von Religion und Politik ins Gedächtnis. Vor dem Französischen Dom gedenken die Teilnehmenden der Flüchtlinge in aller Welt. „In der Passionsgeschichte spiegeln sich Erfahrungen von Leid, Gewalt und Flucht. Deshalb hat die Karfreitagsprozession eine aktuelle gesellschaftliche Relevanz“, sagt Mit-Initiator Superintendent Bertold Höcker.
Die Klanghölzer als Ersatz für Musik dienen dazu, dem Schrecken Ausdruck zu verleihen. Superintendent Bertold Höcker: „Die Karfreitagsprozession ist für uns Christen eine geistliche Übung, Leid auszuhalten und sich dem Schmerz der Welt zu stellen. Dass in diesem Jahr auch Politikerinnen und Politiker mit uns gehen, ist ein Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung.“ 

 

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