Ökumenische Initiative "Soziale Not in Offenbach" - Aktion "Essen und Wärme für Bedürftige"

Author
a geistreich member
Created at: 2012-01-31
Last major update at: 2012-01-31
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Menschen in Armut, Seelsorge, Sonderseelsorge , Integration und Inklusion, Freiwilligendienste, Ökumene und Internationales
Institutions
Französisch-Reformierte Gemeinde in Offenbach
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: ca. 5-6 Monate
Execution: Während der Wintermonate
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Abstract

Die Ökumenische Initiative möchte Gemeinden motivieren, während des Winterhalbjahres ein oder zwei Wochen "Essen und Wärme für Bedürftige" als Gemeindeveranstaltung anzubieten. Sie organisiert das Miteinander der Gemeinden bzw. in welcher Reihenfolge sie von Anfang November bis Mitte März zu "Essen und Wärme" einladen. 2. Sie wirbt um ehrenamtliche MitarbeiterInnen und regelt deren Einsatz in den gastgebenden Gemeinden. 3. Sie sorgt für die Finanzierung der Aktion. Dies geschieht seit 19 Jahren allein durch Spenden. 4. Regeln und Entscheidungen,  die für die Aktion "Essen und Wärme" bindend sind, werden in den Treffen der Ökumenischen Initiative beschlossen. Am 18.1.2012 war das 93. Treffen seit Beginn.

Situation / context

Offenbach am Main ist eine Stadt, die in mehrfacher Hinsicht soziale Probleme hat:

  • a) mit gut 10 % ist die Zahl der Arbeitslosen immer noch wesentlich höher als sonst im Rhein-Main-Gebiet.
  • b) Jedes 3. Kind ist armutsgefährdet.
  • c) Mehr als 50 % der Einwohner haben einen Migrationshintergrund.

Obwohl inzwischen die Teestube des Diakonischen Werkes eingerichtet wurde und vor einigen Jahren die Frankfurter Tafel und der Lisbeth-Korb in Offenbach tätig wurden, haben wir während unserer Aktion im Durchschnitt 80 Tischgäste pro Tag.

Goals

Wir wollen etwas für die Bedürftigen in unserer Stadt tun - ihnen Essen geben und Wärme, d.h. menschliche Zuwendung. Wir wollen kirchen- und gesellschaftspolitisch für sie Partei ergreifen.

Reflection / background

Da Beten und Tun, Glauben und Tun für uns unlösbar zusammengehören, wollen wir die Gemeinden ermutigen, Diakonie, Nächstenliebe, Nachbarschaftshilfe als gemeindliche Aufgabe wahr-zu-nehmen. Wir wollen dazu beitragen, dass Gemeinden unterschiedlicher Konfession und Prägung gemeinsam diakonisch tätig werden und dadurch ins Gespräch miteinander kommen - damit es in und trotz aller Vielfalt zur Einheit der Gemeinde Jesu Christi komme.

General information on realization

Als im 1993 nach einem kalten Winter, in dem mehr Bittsteller als sonst bei unserer Gemeinde um Hilfe baten, die Innenstadtgemeinden und die ev. und kath. Synodalvorstände zu einem Erfahrungsaustausch einlud, war die Resonanz erstaunlich groß. Meine Erkenntnis: wir müssen gesellschaftliche Probleme viel mehr zwischen den Gemeinden kommunizieren. Z.B.: Was könnten die Offenbacher Gemeinden jetzt (Januar 2012) tun, da mehr als 1000 Arbeiter von MAN-Roland arbeitslos werden.

Preparation

Einen Brief schreiben. Bereit sein. neue Wege zu gehen - bei unserem Projekt z.B.: die Bittenden nicht mehr vor der Tur des Gemeindehauses stehen zu lassen und sie dann mit einem belegten Brot wegzuschicken, sondern sie ins Haus einzuladen und zu ermutigen, ihre Schwellenangst zu überwinden. Bei uns brauchte das gut neun Monate.

Realization

Vom ersten Treffen bis zum Beginn der 1. Aktion "Essen und Wärme für Bedürftige" waren es weniger als neun Monate. Am 1. Tag der Aktion kam 1 Tischgast - nach 3 Monaten waren es 60. - Wir fanden und finden immer noch ausreichend ehrenamtliche MitarbeiterInnen für unsere Aktion. Die Buchhalterin, die Anweisungsberechtigten und der Kassenprüfungsausschuss sind ehrenamtlich Tätige. Auch die Leitung, Organisation und Vertretung der Initiaitve nach außen geschieht ehrenamtlich.

Das Essen wird von einer Groß-Küche geliefert. Das Abholen der Backwaren, die drei Bäckereien uns zur Verfügung stellen,  besorgen ehrenamtlich Tätige genauso wie den Einkauf der Lebensmittel und des Obstes, die wir den Bedürftigen mitgeben.

Die gastgebenden Gemeinden benennen jeweils zwei Verantwortliche. Sie organisiereen "Essen und Wärme" vor Ort.

Beteiligt waren die Französisch-Reformierte Gemeinde und andere Gemeinden.

Wrap up & follow-up actions

Nach Abschluss einer Aktion findet ein Treffen mit den Verantwortlichen der gastgebenden Gemeinden statt. Bei diesen Treffen wird zum einen eine Bilanziereung der abgeschlossenen Aktion vorgenommen und die neue geplant. Am 14.3.12 ist zum Treffen eingeladen, bei dem die jetzt laufende 19. Aktion besprochen und der Verlauf der 20. Aktion im kommenden Winter geplant werden soll.

Effect / experience

Unsere Aktion "Essen und Wärme für Bedürftige" ist seit 19 Jahren eine anerkannte Einrichtung in unserer Stadt. Wir haben jedes Jahr genügend MitarbeiterInnen. 11 Gemeinden sind zur Zeit Gastgeberinnen unserer Aktion. Wir erhalten genügend Spenden, um unsere Ausgaben zu finanzieren (Fast 100% der Spenden kommen unmittelbar unseren Tischgästen zugute). - Wir sind in vielfältiger Weise vernetzt: mit der Mainarbeit, mit der Lebensberatung der Caritas, dem hiesigen Diakonischen Werk und dem städtischen Jugendamt. Unsere Tischgäste betonen, dass für sie das Miteinander und die Freundlichkeit unserer MitarbeiterInnen einen hohen Stellenwert hat.

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