Weniger ist mehr!

Author
a geistreich member
Created at: 2012-02-07
Last major update at: 2012-02-07
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeindeaufbau, Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Gemeindeleitung, Kindergärten und Kindertagesstätten, Immobilien, Bauwesen und Friedhofswesen, Energie- und Umweltmanagement, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung
Institutions
Ev. Landeskirche in Baden in Karlsruhe
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 1 Jahr
Execution: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Weniger ist mehr

Abstract

Beim Bewahren der Schöpfung macht Baden Nägel mit Köpfen. Mit einem Klimaschutzkonzept will die Landeskirche ab 2010 in zwei Schritten ihren Kohlendioxidausstosses reduzieren: bis 2015 um 25% (Verpflichtung durch Beitritt zur Klimaallianz) und bis 2020 um 40% (Empfehlung Weltklimarat).

Situation / context

---

Goals

Die Reduktionsziele werden maßgeblich durch Motivation erreicht. Mit managementorientierten Verfahren (z.B. Grüner Gockel) und Sensibilisierung der Verbraucher (z.B. Schulungen) in den Gemeinden/Einrichtungen/Kindergärten wird vor Ort eine hohe Eigenkompetenz aufgebaut. Dieser Kompetenztransfer erhöht die Kontinuität der Einsparungen und reduziert die Kosten. Das Konzept ist ökumenisch aufgestellt.

Reflection / background

Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Lediglich das Ausmaß ist noch beeinflussbar. Nur bei einer Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs bis max. 2°C wird eine katastrophale Entwicklung vermieden. Zum Umsteuern bleibt ein knappes Jahrzehnt ab heute. Vor diesem Hintergrund muss die Kirche ihrer Vorbildfunktion für die Gesellschaft gerecht werden und in ihren Bereichen Verantwortung übernehmen. In Anbetracht des kurzen Handlungszeitraums und auf Basis der wissenschaftlichen Empfehlungen des Weltklimarats will die Evang. Landeskirche in Baden dem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung konsequent gerecht werden. Hierzu verpflichtet sie sich zu einem Klimaschutzkonzept bis 2020.

General information on realization

Im Büro für Umwelt und Energie wernden im Durchschnitt 1,5 Vollzeit-Stellen benötigt. In der Gemeinde/Einrichtung vor Ort ist es vom angewandten Baustein abhängig, insbesondere während der Einführungsphase ist ein nicht geringer zeitlicher und personeller Aufwand notwendig.

Preparation

Das Klimaschutzkonzept basiert auf einer detaillierten Verbrauchsanalyse aller Kirchengemeinden und Einrichtungen. Als Vergleichsgrundlage für die zu erzielenden Einsparungen wurde der mittlere Verbrauch der Jahre 2003 - 2007 festgelegt.

Zur Vorbereitung werden vor allem die bislang angeboteten Instrumente zur Energieeinsparung evaluiert, neue, ergänzende Instrumente entwickelt und die erreichbaren Einsparungen solide berechnet. Die Umsetzung des Konzepts setzt zusätzliche Personalressourcen voraus. Zur Finanzierung wurde ein Antrag an die Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gestellt. Diese fördert die befristete Einstellung sogenannter KlimaschutzmanagerInnen für max. drei Jahre.

Realization

Die Umsetzung beginnt ab Frühjahr 2010 und endet 2020. Sie ist in zwei Hauptphasen gegliedert (2010 - 2014 & 2015 - 2020). Allerdings werden bereits seit 2004 einige Instrumente angewendet, die im Rahmen des Konzepts intensiviert und/oder effizienter verknüpft werden. Neben den Instrumenten gehören weitere Bausteine wie Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation dazu. Das Büro für Umwelt und Energie koordiniert alle Bausteine des Konzepts. In regelmäßigen Abständen werden anhand von Meilensteinen die Einsparungen geprüft. Insgesamt lassen sich die Bausteine in drei Handlungsfelder gliedern:

  1. Grüne Beschaffung (v.a. Stromwechsel),
  2. Management-bezogene Verfahren (Umweltmanagement Grüner Gockel, Energiecheck Sparflamme, Schulungen…) und
  3. energetische Gebäudesanierungen & umweltgerechtes Bauen.

An Materialien werden Faltblätter, PR-Material, Werkzeuge zur Erfassung, Handbücher und Schulungsunterlagen benötigt.

Echte Zusatzkosten für die erste Phase: rund 1,5 Mio. Euro bezogen auf die Koordinationsebene im Oberkirchenrat. Die Kosten auf Gemeindeebene variieren je nach Baustein zw. 0 und 1.000 Euro. Alle Kosten amortisieren sich in anderthalb bis drei Jahren. Diese Angaben beziehen sich auf die Handlungsfelder 1 und 2 (s.o.).

Wrap up & follow-up actions

Regelmäßiges Controlling, Anpassen und Weiterentwickeln der vorhandenen Methoden.

Effect / experience

Insbesondere in den management-bezogenen Bausteinen bringen sich vor Ort im Durchschnitt fünf Ehrenamtliche ein. Die Gemeinde profitiert durch neue "Gesichter" in der Gemeinde, die sich für dieses Thema besonders interessieren. Neben der Kostenersparnis gibt es insgesamt neue Impulsen für die Gemeindeentwicklung.

Während der Einführungsphase ggf. als zeitlich aufwendig kritisiert, ansonsten ganz überwiegend positive Resonanz.

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