Lebensmittelpunkte - Suchet der Stadt Bestes

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a geistreich member
Created at: 2012-03-22
Last major update at: 2012-03-22
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeinwesen, Integration und Inklusion
Institutions
Diakonie Hochfranken in Hof
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 2 Jahre
Execution: Auf Dauer
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3 votes
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Logo Lebensmittelpunkte

Abstract

Wir wollen Lebensmittelpunkte schaffen und „nebenbei“ Inklusion betreiben. Begründet ist das Vorhaben aus den Anforderungen, die der demographische Wandel der Region und den Menschen stellt. Sich auflösende Familien- und Nachbarschaftsstrukturen, Verödung ganzer Regionen und eine Ausdünnung der Nahversorgungs- und Hilfestrukturen führen zu verschlechterten Lebensbedingungen für alle, für Menschen mit Behinderung ganz besonders.

Durch die Verknüpfung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen von Diakonie, Kommune und Privatwirtschaft stellen die Lebensmittelpunkte einen zukunftsweisenden Beitrag zur Entwicklung der sozialen Infrastruktur dar. "Nebenbei" sollen Lebensmittelpunkte "Kontaktpunkte Gottes" sein.

Situation / context

Die Kirchengemeinde St. Lorenz liegt überwiegen im "Soziale Stadt"-Gebiet Hof Bahnhofsviertel. Die Problemindikatoren sind mehrfach beschrieben. Allerdings läuft das Programm "Soziale Stadt" aus und die Evaluation hat ergeben, dass die sozialen Problemlagen nach wie vor nicht behoben sind, sondern durch die Projektaktivitäten die Verschlechterung lediglich gebremst wurden. Deshalb besteht nach sozialer Analyse in diesem Bereich hoher Handlungsbedarf, der aber auch in anderen städtischen Gebieten (St. Johannes) ebenfalls zunehmend wahrnehmbar wird.

Café. Quelle: Jürgen Schöberlein

Die Diakonie Hochfranken versteht sich als ein sozialpolitisch engagierter Partner bei der Gestaltung von Lebensräumen. Das bedeutet auch, Handlungsansätze beim Umgang mit Armut zu entwickeln. Dabei ist der Armutsbegriff nicht auf die materielle Dimension reduziert, sondern umfasst mit den kulturellen und sozialen Dimensionen die ganze Breite der Gesellschaft. Die Handlungslinie besteht darin, Teilhabe zu ermöglichen und diese in einem breiten Kontext anzubieten. Das Projekt „Lebensmittelpunkte“ dient als zugrunde liegender Ansatz. Das Angebot bezieht den ländlichen Raum ebenfalls mit ein.

Der Grundgedanke des Projektes „Lebensmittelpunkte“ ist, im doppelten Sinne des Wortes einen (Lebens)Mittelpunkt in den vom demografischen Wandel bereits besonders stark betroffenen oder zukünftig bedrohten Dörfern und Ortsteilen der städtisch wie ländlichen Regionen von Stadt und des Landkreises Hof zu bringen. Zum einen soll dabei durch das individuell auf die Bedürfnisse der dortigen Bürgerinnen und Bürger zugeschnittene Angebot verschiedenster Dienstleistungen (Bildung, Soziales, Kultur, Freizeit, Mobilität) wieder ein echter sozialer (Lebens)Mittelpunkt geschaffen werden, der zum anderen auch eine Grundversorgung des täglichen Bedarfs ermöglicht.

Dem gemeindediakonischen Ansatz kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Gemeinwesendiakonie will Verantwortung in und für die Region übernehmen. Kirchliche und diakonische Arbeit werden dabei im Sozialraum vernetzt und gebündelt; gemeinsame sozialräumliche Partnerschaften initiiert und gestaltet und Kooperationen mit weiteren Partnern und Akteuren im Sozialraum gesucht. Dabei ist die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren unverzichtbar.

Lebensmittelpunkte verbinden die Ethik des Wirtschaftens mit der Ökonomie des Sozialen und sieht Teilhabegerechtigkeit und Menschenwürde nicht als virtuelle Güter sondern als Aufgabe und als Ausdruck einer christlich-diakonischen Weltverantwortung („Suchet der Stadt Bestes“ – Jeremia 29).

Eine Theologische Grundlegung (siehe Anlage) beschreibt das christliche Selbstverständnis und schlägt Brücken über die pragmatische Arbeitsebene hinaus. Sie möchten Lebensräume gestalten und Arbeitsplätze schaffen – Armutsprävention in breiter Form.

Goals

Das Teilprojekt "Engagementlotsen am Treffpunkt Lebensmittelpunkt" hat folgende Ziele:

  • Unterstützung der Teilhabe in bestehenden Strukturen (z.B. Gottesdienstbegleiter, Friedhof-Paten, Offene Kirche etc.)
  • Strukturen zur Teilhabe entwickeln und kulturelle, soziale und materielle Armut überwinden (Treffangebote, Begegnungsorte begleiten, organisierte Nachbarschaftshilfe sowie Hilfs- und Spendenangebote ermöglichen) und Sozialkapitalbildung auf individueller und kollektiver Ebene fördern (wissenschaftliche Begleitung durch das SWI der EKD angefragt)
  • Sozialräume nachhaltig unter der Einbeziehung möglichst aller gesellschaftlicher Gruppen und Akteuren gestalten
  • Entwicklung persönlicher Kompetenzen im Bereich Selbstwert und Selbstwirksamkeit auf Basis der als „Matthäuseffekt“ beschriebene Wirkungskette positiver Rückkopplung: Befähigung durch Beteiligung und Beteiligung durch Befähigung.

Bautafel mit dem Supermarkt. Quelle: Jürgen Schöberlein

Reflection / background

Chancen und Dimensionen der "Lebensmittelpunkte"

Die theologischen und gemeindepädagogischen Chancen und Dimensionen der "Lebensmittelpunkte" in Hochfranken, geplant in Stammbach (Dekanat Münchberg), Konradsreuth (Dekanat Hof), Feilitzsch (Dekanat Hof ) und Lichtenberg (Dekanat Naila) in Zusammenarbeit mit der Diakonie Hochfrank en sollen aufgezeigt werden. Wir freuen uns auf das Interesse der Römisch-Katholischen Pfarrgemeinden und der Freikirchen. Wir möchten aber auch, dass Politikerinnen und Politiker, Gemeinderäte, alle Bürgerinnen und Bürger der beteiligten Orte dieses lesen. Wir strecken unsere Hände nach vielen Richtungen aus, denn die "Lebensmittelp unkte" sollen zum Anliegen möglichst vieler Menschen werden. Die "Lebensmittelpunkte" setzen deutliche Zeichen angesichts des sozialen und demographischen Wandels, deswegen wünschen wir uns auch Nachahmer über die Grenzen Oberfrankens hinaus. Wir freuen uns deshalb auf Rückmeldungen, Gespräche und auf Menschen, die uns den Rücken stärken und uns immer wieder Mut machen.

  

Suchet der Stadt Bestes

Vier Kirchengemeinden im Verbreitungsgebiet der Diakonie Hochfranken bekennen sich trotz des massiven Bevölkerungsschwundes (Prognose:10-20% bis 2028) und der zunehmenden Alterung verbleibender Bevölkerungsteile und des durch die Globalisierung bedingten Wegfalls bestimmter Erwerbsmöglichkeiten (z.B. Textil- und Porzellanindustrie) zu ihrer oberfränkischen Heimat ("hier sind wir und hier bleiben wir!"). Ihre Haltung orientiert sich an Jeremias "Suchet der Stadt Bestes!" (Die Bibel, Jeremia 29,7). Sie sind deswegen Partner des Projektes "Lebensmittelpunkte" der Diakonie Hochfranken geworden.

    

Eine (ausführliche) Theologische Grundlegung liegt vor (s.u. unter Materialien).

General information on realization

Umgesetzt wird der Projekt mit Untersützung verschiedener Sektoren. Vordergründig ist die finanzielle Untersützung von DW Bayern + Landeskirche f.i.t (fördern - initiativ werden - teilhaben).

Preparation

Infos gern auf Nachfrage!

Realization

Aufbau eines Integrationsunternehmens mit dem Betriebszweck "diakonischer Lebensmittelservice" in Kooperation mit allen Akteuren vor Ort (Ziel: Beginn 2014), Teilnahme am Businessplanwettbewerb 2013.

Anschlussfähigkeit des Projekts an Fördermittel herstellen und öffentliche Strukturen einbinden.

Beteiligungsstrukturen durch regionale Steuerungsgruppen stärken.

  

Das Café ist eine offene Kirche im Stadtgebiet Hof.

Wir haben einen umgebauten Lebensmittelmarkt, den wir als Diakonie betreiben, die Kommune aber Eigentümer ist und deshalb eine hohe staatliche Bauförderung erhalten hat.

  

Weitere Infos

Weitere Infos gern auf Nachfrage und unter http://www.diakonie-hochfranken.de/info-und-service/engagement/treffpunkt-lebensmittelpunkte/ .

Wrap up & follow-up actions

Infos gern auf Nachfrage!

Effect / experience

Infos gern auf Nachfrage!

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