Jugendkirche Hannover

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a geistreich member
Created at: 2010-06-15
Last major update at: 2010-06-17
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bildung und Unterricht
Institutions
Jugendkirche Hannover in Hannover
Keywords
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Execution: Auf Dauer
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Jugendkirche Hannover

Abstract

Die Jugendkirche Hannover ist die Kirche junger Menschen - missionarisch, experimentierfreudig, sinnlich. Hier begegnet Jugendkultur der Kirche und Kirche begeistert Jugendkultur.

Situation / context

Junge Menschen sollen die Kirche als ihre eigene entdecken und gestalten – mit Sinn und Sinnlichkeit erfüllen.

Hier begegnet Jugendkultur der Kirche und Kirche begeistert Jugendkultur:

  • Jugendkirche stellt Jugendlichen einen begleiteten Freiraum zur Entdeckung der eigenen Spiritualität zur Verfügung.
  • Jugendkirche macht´s möglich: Jugendliche formen Kirche!
  • Jugendkirche wendet sich an Jugendliche, die kaum oder keine Bezüge zur Kirche und zum verfassten Glauben haben.
  • Jugendkirche profanisiert die Kirche durch Jugendkultur, zugleich sakralisiert sie Jugendkultur und bietet neue Anknüpfungen.
  • Jugendkirche lädt jugendkulturelle Szenen zum Dialog ein.

Goals

Leitbilder der Jugendkirche

  • Jugendkirche ist Ort und Gemeinschaft jugendlicher und jugendbestimmter Spiritualität und orientiert sich an der Vermittlung an kirchlich Außenstehende.
  • Jugendkirche wird profiliert als Raum für persönlichkeitsbezogene Bildung, die die Begegnung mit religiösen und spirituellen Fragen und Inhalten ermöglicht, fördert oder gar zum Zweck hat.
  • Jugendkirche ist eine offene Einladung an Jugendkultur, sich zu zeigen, sich in einen neuen Dialog zu begeben und sich Kirche (und auch Glauben) „anzueignen“.

Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

Vorgeschichte 

Die Idee der Jugendkirche entstand im Ev. Stadtjugenddienst und im Schulpfarramt: einerseits sollte die ev. Jugendarbeit ein identifizierbares spirituelles Zentrum bekommen und ein geistliches Experimentierfeld eröffnet werden, andererseits sollte ein spirituell geprägter Raum für persönliche Bildungsprozesse nutzbar sein.

Es musste somit eine Kirche gesucht und gefunden werden, die flexibel einsetzbar, gestaltbar, bestuhlbar ist und den Einsatz moderner Medien sowie Audio- und Lichttechnik ermöglicht.

Die Lutherkirche im Herzen der hannoverschen Nordstadt wurde dann nach Voten beteiligter Jugendlicher im Jahr 2003/ 2004 zur Jugendkirche umgebaut. Äußerlich hat sich an der Kirche nichts verändert: die bunten, beleuchtbaren Glaskästen am Hauptportal kündigen am Abend das bunte Treiben im Inneren der Kirche an. Im Innenraum wurden die Bänke entfernt, zwei Glaskuben mit roten Dächern und verschiebbaren Glaselementen eingebaut, ein Café, modernste Licht- und Tontechnik installiert. Durch die cremeweiß getünchten Wände, die farbigen Fenster und die Reduktion auf Schlichtheit wirkt der Kirchraum freundlich, lichtdurchflutet hell und offen.

Nach der fünf jährigen Projektphase ist die Jugendkirche Hannover seit 1. Oktober 2009 als ein Arbeitszweig des ev. Stadtjugenddienstes in Hannover etabliert.

Realization

Ein Blick in die Praxis

An verschiedenen Veranstaltungstypen, die nicht das Gros der Veranstaltungen abbilden können, aber doch die zentralen Punkte und Ränder der Arbeit beschreiben, lassen sich Ausblicke auf ein Schwerpunktkonzept Jugendkirche aufzeigen:

 

Arbeitsfeld 1:  Theater-, Kunstprojekte, Osternächte, Gottesdienste, Videoproduktion

Dieses Arbeitsfeld ist das Herzstück der jugendkirchlichen Arbeit.

Hier sind einerseits Gottesdienstprojekte mit langem Vorlauf und spirituellen Erfahrungscharakter als auch alle künstlerischen Projekte der Jugendkirche zu verorten.

Hier wird das schöpferisch-kreative Handeln von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiviert und ganzheitliches Lernen ermöglicht. Die Inhalte sind kultureller und/oder spiritueller Natur. In diesem Arbeitsfeld werden Produktionen erarbeitet, wobei der Prozess und nicht das Ergebnis im Fokus steht. Während des Prozesses kommt es zu einer intensiven, individuellen Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit dem Stoff, mit sich selbst und mit der Gruppe. Auf diese Weise findet – mit deutlichem Gewicht – Seelsorge und Beratung „zwischen Tür und Angel“ statt – ohne dies eigenständig zu thematisieren. Durch die intensive Auseinandersetzung über eine längere Zeit (die Angebote sind auf eine Zeit von mindesten zwei Monaten bis zu einem Jahr angelegt) in einer produktiven Gruppe werden Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Loyalität und Flexibilität trainiert. Vertrauen in der Gruppe wird aufgebaut und die Persönlichkeit der TeilnehmerInnen durch Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwertgefühle weiter entwickelt. Obwohl der Prozess im Vordergrund steht, werden für die Produktion hohe künstlerisch ästhetische Maßstäbe angelegt und/oder wird eine qualitativ hohe spirituelle Wertigkeit angestrebt. Denn Ziel der Produktion ist es, das kreative Ergebnis einer breiten Öffentlichkeit  - in Form einer Aufführung, einer Ausstellung, eines Gottesdienstes oder einer anderen Darbietung – zu präsentieren.

 

Arbeitsfeld 2: Workshops, Module, Mitmachausstellungen

Dieses Arbeitsfeld ist näher am „klassischen“ Lernen, die Veranstaltungen haben eher Impuls- oder Seminarcharakter.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf möglichst ganzheitlichem Lernen bzw. Lernen mit allen Sinnen. Die Module und Ausstellungen enthalten immer erlebnispädagogische, gestalterische Elemente oder sind als didaktische Inszenierung angelegt. Das kreativ-schöpferische Tun soll angeregt werden.

Allerdings – im Gegensatz zum ersten Arbeitsfeld – ist kein kreatives Ergebnis intendiert, das in Form einer weiteren Ausstellung, einer Aufführung oder einer anderen Darbietung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Die Workshops wollen mit unalltäglichen Inhalten zum intensiven Lernen in der Gruppe und dem probeweisen Miteinander-Leben Entwicklungsprozesse anstoßen und Gemeinschaft über den Workshop hinaus stiften. Ebenso sollen Jugendliche durch neu erworbene Fähigkeiten ihren Platz in der Mitarbeiterschaft finden.

Die Angebote – mit Ausnahme der Workshops - richten sich vornehmlich an gebundene Gruppen wie Konfirmanden oder Schulklassen.

Insbesondere bei den Workshops ist zu festzustellen, dass die TeilnehmerInnen, die einmal „Jugendkirchenluft geschnuppert“ haben, sich gern stärker vertiefen möchten und sich in der Folge häufig bei den zeitlich länger angelegten Angeboten (Arbeitsfeld 1) der Jugendkirche wieder finden oder eigene projekthafte Fortführungen anregen und einbringen.

 

Arbeitsfeld 3: Konzerte, Lesungen, Modenschauen, Talkshows, Vorträge zur Jugendkirchenarbeit

In diesem Arbeitsfeld bietet die Jugendkirche eine Plattform für junge Musiker, Designer, Schriftsteller, sich mit ihrer jeweiligen Kunst oder Ausdrucksform einem Publikum zu präsentieren. Hier liegt die Schnittstelle zur Jugendkultur und zur Anknüpfung an jugendliche Szenen.

Ziel dieser kulturellen Veranstaltungen ist es, Jugendkirche als offenen Ort zu präsentieren und sie einem breiten Publikum bekannt zu machen. Gleichzeitig werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Jugendkirche, die häufig bei den Events die (Mit-) Organisation und die Durchführung übernehmen, gefördert.

In diesem Arbeitsfeld entstehen für Mitarbeiterschaft und Team die meisten der Kontakte, die sich in den Arbeitsfeldern 1 und 2 „verwerten“ lassen. KünstlerInnen beispielsweise werden bisweilen zu „Fachleuten“ im Arbeitsfeld 2 oder Gästen und Protagonisten im Arbeitsfeld 1.

 

Arbeitsfeld 4: C-Ju, Mentoring, KoDi

In diesem Arbeitsfeld stehen die persönliche Begleitung und Förderung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Mittelpunkt.

Zum einen in der Ermöglichung ehrenamtlicher Leitung und jugendlicher Partizipationsprozesse, zum anderen in der Begleitung und Ermöglichung eigener Projekte (wie z.B. KoDi, als rein ehrenamtliches Projekt, das nur beraterisch vom Team begleitet wurde) und nicht zuletzt in einem seelsorglichen Angebot, das in seinem Design einen stärkeren Sitz im Leben Jugendlicher bekommen hat.

 

Mitarbeitende:

Pastor, Kulturpädagogin, Schuldiakon, Musikpädagogin, Ehrenamtliche mit unterschiedlichsten Schwerpunkten (u.a. Lichttechniker, Tontechniker, Grafikdesigner, Kostümdesigner)

 

Kontakt:

Steffi Krapf, Dipl. Kulturpädagogin

Torsten Pappert, Stadtjugendpastor

An der Lutherkirche 11, 30167 Hannover, Tel.: 0511 - 220 79 60

info@jugendkirche-hannover.de, www.jugendkirche-hannover.de

Wrap up & follow-up actions

Nach der fünf jährigen Projektphase ist die Jugendkirche Hannover seit 1. Oktober 2009 als ein Arbeitszweig des ev. Stadtjugenddienstes in Hannover etabliert.

Effect / experience

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Adopted and refined

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