Interviewprojekt „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?“

Author
a geistreich member
Created at: 2012-09-17
Last major update at: 2012-09-17
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mission und Mitgliederbindung, Öffentlichkeit und Medien
Institutions
Dekanat Bergstraße in Heppenheim (Bergstraße)
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: je 2 Stunden
Execution: je 1/2 Stunde
Votes
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Viele Stimmen

Abstract

In dem Interviewprojekt „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?“ geben Menschen Auskunft über ihren Glauben – Alte wie Junge, Männer wie Frauen, Menschen, die hochverbunden mit ihrer Kirche sind sowie Menschen, die eine Distanz zur Kirche haben. Überzeugte ebenso wie Fragende und Zweifelnde.

Situation / context

Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?“ Diese Frage haben insgesamt 34 Personen beantwortet - aus jeder der 34 evangelischen Kirchengemeinden im Dekanat Bergstraße jeweils eine. Die Interviews haben jeweils etwa eine halbe Stunde gedauert. Aus den dabei gemachten Notizen sind Texte entstanden, die die wesentlichen Aussagen in geraffter Form wiedergeben. Dabei kam es uns darauf an, authentisch zu formulieren,  also den „Ton“ unserer Interviewpartner/innen möglichst genau zu treffen. Vor der Veröffentlichung haben alle Interviewten das Textkonzentrat gelesen und autorisiert. 
Die Interviewtexte sind jeweils mit einem Porträtfoto der Interviewten auf großformatige Plakate gedruckt worden, die in einer Ausstellung gezeigt werden. Die Interviewtexte  können auch nachgelesen werden und sie können gehört werden. Neben der Ausstellung sind eine Broschüre und eine CD zum Interviewprojekt erschienen. 
Neben den 34 Evangelischen sind auch zwei (überzeugte) Katholiken gefragt worden, wie sie zur evangelischen Kirche stehen und was sie an der evangelischen Kirche schätzen. In der Ausstellung wie in der Broschüre und der CD  werden die beiden katholischen Interviewten nicht als ökumenisches „Alibi“ behandelt und irgendwo am Rande „versteckt“, sondern mitten hinein gestellt in die evangelische Interviewreihe.

Goals

In dem Interviewprojekt „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?“ geben ganz unterschiedliche Menschen im Ev. Dekanat Bergstraße Auskunft über ihren Glauben – Alte wie Junge, Männer wie Frauen, Menschen, die hochverbunden mit ihrer Kirche sind sowie Menschen, die eine Distanz zur Kirche haben.

Überzeugte ebenso wie Fragende und Zweifelnde.

Die Interviewten legen persönlich Zeugnis über ihren Glauben ab. Für viele spielt die Freiheit im Glauben eine wichtige Rolle. Dazu zwei Beispiele: Eine Konfirmandin, deren Eltern schon lange aus der Kirche ausgetreten sind, sagt: „Ich finde, in der evangelischen Kirche ist der Glaube nicht so gezwungen. Ohne Zweifel kann es eigentlich auch keinen Glauben geben. Wenn ich im Konfirmandenunterricht eine Bibelstelle nicht verstehe oder finde, dass sie einfach nicht zu meinem Glauben passt, reden wir darüber.  Der Pfarrer geht offen damit um und versucht es so gut wie möglich zu erklären. Ich finde auch gut, dass er sagt, wenn er sich bei einer Bibelstelle selbst nicht ganz sicher ist.“ 
Eine Sozialarbeiterin betont: „Ich bin skeptisch, wenn mir ein Geistlicher sagt: Gott will dieses oder jenes. Woher weiß er, was Gottes Wille ist? Was wahr ist und was nicht, darüber müssen wir immer neu und immer wieder diskutieren. Wir brauchen Gespräche über den Glauben in der Gemeinschaft. Weil ich mir meinen Glauben nicht vorschreiben lasse, bin ich tolerant und gestehe auch anderen die Freiheit zu, anders zu glauben als ich. Ich meine das nicht im Sinne einer Patchwork-Religiosität, bei der sich jede und jeder das für sich Passende heraussucht. Dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, ist für mich nicht verhandelbar.“
Da es sich um Interviewpartner/innen aus der Region Bergstraße handelt, bekommt Glaube ein „regionales“ Gesicht. Ausstellung wie Broschüre und CD bieten die Möglichkeit, sich über Glaubensfragen auszutauschen und so wieder öffentliche Sprachfähigkeit über den Glauben zurückzugewinnen.

Reflection / background

Das Jahr der Taufe mit dem thematischen Schwerpunkt Freiheit hat den Anstoß gegeben, nach unserem Selbstverständnis als evangelischer Christ, als evangelische Christin zu fragen. Warum sind wir, warum bin ich Mitglied in der evangelischen Kirche? Was prägt meinen Glauben? Was macht die evangelische Kirche aus? Was ist Evangelischen wichtig? Als Grund hinzu kam die Eintrittsstelle im Heppenheimer Haus der Kirche, die Ende vergangenen Jahres  eröffnet wurde.

General information on realization

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Preparation

Die Interviews haben jeweils etwa eine halbe Stunde gedauert. Hinzu kommen pro Interview etwa zwei Stunden Vorbereitung. 

Realization

Für die Interviews hat es jeweils individuelle Terminabsprachen mit den einzelnen Interviewpartnern und –partnerinnen gegeben. Dabei sind auch die Bildaufnahmen für die Plakate bzw. Broschüre sowie die Tonaufnahmen für die CD gemacht worden. Die Ausstellung wurde im Juni 2011 erstmals im Haus der Kirche eröffnet. Nach einer Pause erfolgte im November 2011die Neueröffnung, bei der die Broschüre und die CD präsentiert wurde. 

Die Interviews haben jeweils etwa eine halbe Stunde gedauert.

Wrap up & follow-up actions

Die Ausstellung zum Interviewprojekt „Was hießt es für mich, evangelisch zu sein? war bis zum 27. Januar 2012 im Haus der Kirche, Ludwigstraße 13, Heppenheim zu sehen. Zum Abschluss der Ausstellung (25. Januar) hatte die Schriftstellerin Gabriele Wohmann aus ihren Werken lesen. Das Motto der Lesung: „Was heißt es für mich, evangelisch  zu sein?“ Wohmann hat familiäre Bindungen nach Heppenheim. Ihr Großvater war der erste Pfarrer der Heppenheimer Heilig-Geist-Kirche. 
Seit Februar ist  die Ausstellung auf „Wanderschaft“. Sie wird in mehreren Kirchengemeinden gezeigt. 
Die Broschüre und die CD zum Interviewprojekt haben  einzelne Pfarrer/innen im Konfirmandenunterricht sowie die Evangelische Jugend bei Mitarbeiter-Schulungen einsetzen.

Effect / experience

Das Interviewprojekt soll zur Sprachfähigkeit in Glaubensfragen beitragen und  ganz unterschiedliche Menschen anregen, über ihren Glauben nachzudenken. Die ersten,  spontanen und ehrlichen Antworten unserer Interviewpartner/innen auf die Frage, „Was heißt es eigentlich für Sie, evangelisch zu sein?“ bestanden  in der Regel aus den verschiedensten Varianten des Guttural-Lauts  (chhh,  achhh, ochh, ääcchhh)  – und dann hieß es, „darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht“ oder auch „darüber habe ich lange nicht mehr nachgedacht“. Die meisten haben in der Folge sehr intensiv darüber nachgedacht und dann bereitwillig Auskunft über ihren Glauben gegeben. Rückmeldungen lassen den Schluss zu, dass die Aussagen ganz unterschiedlicher Menschen für viele eine Ermutigung war, eigene Glaubensfragen überhaupt wieder offen anzusprechen. 
Es gab eine erfolgreiche Presseresonanz in der Presse. Die Bergsträßer Tageszeitungen berichteten ausführlich über das Interview-Projekt. Die Evangelische Sonntags-Zeitung veröffentlichte die Interviewtexte mit den Fotos in der Serie „Das ist evangelisch“. Über die Evangelische Sonntags-Zeitung wurden andere auf das Interviewprojekt aufmerksam. Das Kasseler Sonntagsblatt (Kurhessen-Waldeck) veröffentlichte einen Artikel, die EKD nahm das Projekt auf die Internet-Plattform „Kirche im Aufbruch“. Es wurde auch auf der Internet-Plattform „geistreich.de“ vorgestellt. Zugleich zeichnete die EKD es im vergangenen Jahr als „Projekt des Monats Oktober“ aus und empfahl es in der Reihe „Beispiele guter Praxis“ zur Nachahmung.

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