Kindergarten im Altenpflegeheim

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a geistreich member
Created at: 2012-11-15
Last major update at: 2012-11-15
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kleinkinder und KiTas, Alter und Pflege
Institutions
Evang. Kindergarten in Sindelfingen
Keywords
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Information
Preparation: no information
Execution: auf Dauer
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Ev. Kindergrten Sindelfingen

Abstract

Ein evangelischer Kindergarten ist in ein Altenpflegeheim mit angrenzendem Waldstück integriert und verbindet so sein religionspädagogisches mit einem integrativen Profil und waldpädagogischen Elementen.

Situation / context

Oft sind Kindergarten und Altenpflegeheim der Kirchengemeinde getrennt und Kinder und Senioren haben wenig Kontakt. Kinder in der Stadt haben heute zudem oft wenig Natur- und Walderfahrung.

Unser Kindergarten wurde im September 2009 eröffnet.

Goals

1.  Als evangelischer (kirchlicher) Kindergarten ermöglicht er die Weitergabe unserer christlichen Tradition, Glaubenserfahrung und Werte. Diese basieren auf dem christlichen Menschenbild, dass jeder Mensch seine Würde und seinen Wert von Gott hat.
 
2.  Als Kindergarten im Altenpflegeheim bringt er Kindergartenkinder und Heimbewohner durch regelmäßige Begegnungen zusammen und verbindet diese Generationen an den Enden der Altersskala auf neue Weise. Generationenübergreifender Gemeinschaftssinn, gegenseitiges Verständnis und Toleranz können eingeübt und entfaltet werden.
 
3.  Die Außenanlage mit einem integrierten Waldstück ermöglicht einen ungezwungenen Zugang zur Natur mit naturpädagogischen Elementen

Reflection / background

Als kirchlicher (evangelischer) Kindergarten möchten wir die Weitergabe der christlichen Tradition, Glaubenserfahrungen und Werte ermöglichen. Diese basieren auf dem christlichen Menschenbild, dass jeder Mensch seine Würde und seinen Wert  von Gott hat.

General information on realization

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Preparation

Der Kindergarten wurde im September 2009 eröffnet. Aufgrund der großen Nachfrage eröffneten wir Anfang März 2011 eine zweite Gruppe mit 22 Plätzen, davon 4 Plätze für Kinder von 2 bis 3 Jahren.

Realization

Religiöse Erziehung der Kinder

In unserem Kindergarten hat daher jedes Kind seine eigene Kinderbibel. Sie ist frei zugänglich und somit jederzeit für die Kinder greifbar. Hier können sie in eine Welt eintreten, in der sie Gott kennenlernen, vertrauen lernen und einen Platz bei ihm finden.
Die Bibel ist ein reicher Schatz für die Bildungsprozesse von Kindern. Sie hören und lernen von Personen, die nicht als makellos und heldenhaft dargestellt werden, sondern als Menschen wie „du und ich“.
Vertrauen, Hoffnung, Selbständigkeit, Neugier und Verantwortlichkeit sind nur einige wenige der so  wichtigen Aspekte des christlichen Glaubens und stellen zugleich grundlegende Ziele des Bildungs- und Orientierungsplans dar. Als pädagogische Aufgabe sehen wir es, anhand der biblischen Geschichten gemeinsam mit den Kindern christliche Werte verstehen, spüren und zu erfahren. Hierbei erzählen wir in Kleingruppen anschaulich und kindgerecht die Geschichten aus der Bibel und erarbeiten den Gehalt gemeinsam auf individuelle Weise heraus. Folgeangebote zur Vertiefung sind hierbei von großer Bedeutung.
Die Hintergründe von christlichen Festen im Kirchenjahr lernen die Kinder aus der Bibel kennen und können diese durch das Mit- und Ausgestalten der Oster- und Weihnachtsgottesdienste im Haus des Altenpflegeheims hautnah miterleben.
 
Wechselnde Tischgebete vor den Mahlzeiten und Lieder mit religiösem Inhalt gehören zum täglichen Ablauf unseres Vormittags.

Ein Kindergarten im Altenpflegeheim

Als Kindergarten im Altenpflegeheim bringt er Kindergartenkinder und Heimbewohner durch regelmäßige Begegnungen zusammen und verbindet diese Generationen auf neue Weise.
 
Generationsübergreifender Gemeinschaftssinn, gegenseitiges Verständnis und Toleranz können und werden hier eingeübt und entfaltet.
 
Unser Kindergarten bringt Generationen zusammen, die sich an den beiden Enden der Altersskala befinden: Kinder von 2- 6 Jahren und ältere Senioren.
 
Es ist bekannt, dass die Präsenz von Kindern ältere Menschen gerade in Seniorenheimen positiv stimuliert und zur Steigerung ihrer Lebensfreude beiträgt. Für Kinder im Kindergartenalter ist die Begegnung mit älteren Menschen ein wichtiger und sehr bereichernder Erfahrungsfaktor.
 
Aus diesen Gründen haben wir ein individuelles Profil erstellt, welches auf das Altenpflegeheim Burghalde und den heimischen Kindergarten zugeschnitten ist.
 
Bei uns finden sehr viele spontane Begegnungen statt, da u.a. in unmittelbarer Nähe (Flur) Heimbewohner ihr Appartement haben und der große Speisesaal angrenzt.
 
Im Haus befinden sich mehrere Aquarien mit Fischen, welche gemeinsam zu festen Zeiten mit den Kindern gefüttert werden.
 
Ein Kiosk im Erdgeschoß ermöglicht den Bewohnern verschiedenste Lebensmittel zu erlangen und uns den regelmäßigen Kauf von Sprudelwasser für unser Frühstücksangebot. Auch hier entstehen kurze, aber sehr beeindruckende Kontakte zwischen jung und alt und zugleich die gegenseitige Unterstützung beim Transport innerhalb des Hauses.
 
Zur jährlichen Weihnachtsbäckerei in der Adventszeit treffen wir uns mit den Bewohnern der Beschäftigungstherapie. Gemeinsames Herstellen von Teig, das Ausstechen und Verzieren der Plätzchen, bis hin zum Warten auf das fertige genießbare Produkt, zeigt  gegenseitig helfende Hände in netter und angenehmer Atmosphäre.
 
Zu Weihnachten und Ostern finden Gottesdienste im Altenpflegeheim statt, die sowohl von den Bewohnern als auch von den Kindergartenkindern mit vorbereitet und gestaltet werden.
 
Hier werden fröhliche Lieder gesungen und „Gottesdienstatmosphäre“ geschnuppert.
 

Die Geburtstage

Eine große Rolle spielen bei uns die Geburtstage. Sowohl die Geburtstage der Heimbewohner, als auch die der Kindergartenkinder verbinden uns!
 
Zu „runden Geburtstagen“ der Heimbewohner, besuchen wir mit der gesamten Gruppe den Jubilar auf der Pflegestation und erfreuen ihn mit unserem REGENBOGEN-GEBURTSTAGSLIED. Diesen Moment genießen oftmals nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch die anwesenden Bewohner der Pflegegruppe und das Pflegepersonal.
 
Im Rahmen der Geburtstagsfeier eines Kindergartenkindes werden Lose gezogen. Eine Farbe der Lose weist auf den“ intergenerativen“ Bereich hin. So kann es sein, dass ein Bewohner zu uns in den Kindergarten kommt und mit ihm entweder ein Gesellschaftsspiel spielt, eine Geschichte vorgelesen bekommt oder zum Stuhlkreis eingeladen wird. Dieser Bewohner wird vom Geburtstagskind persönlich ausgewählt und eingeladen.


Andere gemeinsame Aktivitäten

Hin und wieder müssen im Kindergarten verschiedenste Gegenstände repariert, neu zusammen geschraubt oder verändert werden. Hier sind wir in der glücklichen Lage, handwerklich begabte Senioren im Haus zu haben. Die Kinder lernen am guten Vorbild geschickte Handgriffe und die Senioren können zeigen was sie können und bekommen so das Gefühl gebraucht zu werden. 
 
Das Highlight der altersübergreifenden  Angebote ist das wöchentlich stattfindende Balance- Training. Für die Bewohner des Hauses wird es als Sturzprophylaxe bezeichnet. Ca. 8 Kinder treffen sich mit ca. 8 Bewohnern des Hauses für 1 Stunde und bewegen sich zu unterschiedlichen Übungen. Dabei werden Koordination, Konzentration, Gleichgewicht und Muskelkraft trainiert. Gegenseitig werden Hilfestellungen gegeben, es wird gegenseitig motiviert und der Spaß an der gemeinsamen Bewegung kommt hierbei nie zu kurz!
Unsere Außenanlage mit einem integrierten kleinen Waldgebiet ermöglicht uns einen ungezwungenen Zugang zur Natur verbunden mit naturpädagogischen Elementen.
 
Wir wecken die Sinne der Kinder im Umgang mit der Natur.
 
Die Kinder fühlen, tasten, riechen, hören und sehen die Natur. Sie lernen dadurch die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen und als Schöpfung Gottes zu achten. Das Erschließen mit allen Sinnen führt nicht nur zu einem anderen Eindruck der Lebensumwelt, sondern auch zu einer differenzierten eigenen Körperwahrnehmung.
 
Im Wald gibt es kein vorgefertigtes Spielzeug, sodass hier besonders die Fantasie und Kreativität angeregt wird. So wird ein Stock zu einer wichtigen Säge oder ein Blatt Zahlungsmittel für den Sandkuchen und das alles an der frischen Luft!
 
Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die gesamte kindliche Entwicklung förderliche Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können.
 
Im Wald können die Kinder Ruhe erfahren, wie sie sie in ihrem Alltag häufig kaum noch erleben. Durch den Freiraum im Wald entwickeln sich seltener Konflikte und Aggressionen. Es gibt weniger Streit, da ein Kind mit größerem Ruhebedürfnis die Möglichkeit hat sich zurückzuziehen , während ein anderes  gleichzeitig seinen Wunsch nach Bewegung ausleben kann. Als echte Herausforderungen gilt z.Bsp. der steile Hang unmittelbar neben unserem Gartenstück. Hier werden die Kinder mit im Weg liegenden Ästen und unebenem Waldboden konfrontiert. Durch diese wichtigen Erfahrungen werden die motorischen Fähigkeiten, ohne eine für sie speziell konstruierte Bewegungsstätte zu bauen, geschult und mit Freude angenommen und bewältigt.
 
Tägliches Experimentieren im Wald und Garten unseres Kindergartens ermöglicht den Kindern auch das direkte Erleben der vier Jahreszeiten:

  • „Wann kommt der Sommer, wo wir ohne Mütze und Handschuhe in den Wald/ Garten gehen können?“  
  • „Wenn die ersten Blätter fallen, wird es kälter und wir haben weniger Schatten unter den Bäumen!“ 

 
Unsere Waldregeln ermöglichen den wertschätzenden Umgang mit Tieren und Pflanzen.
 
Dies ist eine weitere Sensibilisierung unserer Umwelt und die Kinder lernen vermehrt den Wald mit all seinen Gegebenheiten kennen.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Der Kindergarten erfährt großes Interesse.

Adopted and refined

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