Zukunft einkaufen in Friesland-Wilhelmshaven

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a geistreich member
Created at: 2012-12-13
Last major update at: 2012-12-13
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Menschen in Armut, Konfirmandenarbeit, Gemeinwesen, Erwachsene, Erntedankfest, Diakonie und Gesellschaft, Bildung und Unterricht, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Kirche in der Fläche und Landwirtschaft, Ökumene und Internationales, Energie- und Umweltmanagement
Institutions
Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven in Zetel
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
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Zukunft einkaufen im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven

Abstract

Einkaufen heißt mitentscheiden wie unsere Zukunft aussieht! Deshalb haben wir uns im ev.-luth. Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven unserer Verantwortung gestellt und ein Projekt auf den Weg gebracht, welches unsere kirchliche Beschaffung an ökologischen und sozialen Kriterien ausrichtet.

Situation / context

Das Projekt ist beim ev.-luth. Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven angesiedelt. Zu diesem Kirchenkreis gehören 31 Gemeinden und etwa 10 Werke & Einrichtungen. Unsere Gemeinden haben zusammen ca. 94.000 Gemeindeglieder.

  

Das Projekt hat 2013 für den Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven einen Innovationspreis für Nachhaltigkeit ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist ist vorüber, aber Sie finden Bewerber über den Kurzlink

http://www.geistreich.de/FokusInnovationspreis2013

   

Dies Projekt "Zukunft einkaufen in Friesland-Wilhelmshaven" ist ein Ableger von:

http://www.geistreich.de/P161

Goals

Tagtäglich häufen sich Berichte über die spürbaren Folgen des Klimawandels und über wachsende Ungerechtigkeiten vor unserer Haustür und weltweit. Uns wird zunehmend bewusst, dass auch wir in diese Problemlagen verstrickt sind: Unser täglicher Einkauf und unser Konsumverhalten haben häufig negative Auswirkungen für Mensch und Natur.

Als Christen sind wir überzeugt, dass es unser Auftrag ist die Schöpfung zu bewaren und uns für mehr Gerechtigkeit zu engagieren. Wir wollen zeigen, dass diese Überzeugungen nicht nur abstrakte Ideen bleiben, sondern ganz konkret in unserem Alltag umgesetzt werden können.

Das Projekt, welches seit Oktober 2011 in unserem Kirchenkreis umgesetzt wird, möchte motivieren unsere christlichen Überzeugungen auch in unserem Alltag umzusetzen. Das heißt ganz konkret: Alle Gemeinden, Werke und Einrichtungen  sollen beraten und begleitet werden auf eine öko-faire Beschaffung umzustellen. Dabei wollen wir möglichst alle Bereiche der kirchlichen Beschaffung mit einbeziehen. Folgende Produktgruppen stehen im Fokus des Projektes (Papier, Bürobedarf, Nahrungsmittel, Reinigungsbedarf, elektronische Geräte, Möbel, Blumen, Naturstein, Fahrzeuge, Energie etc.). Neben der praktischen Umsetzung des Projektes, ist die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu der Initiative mindestens genau so wichtig. Darüber hinaus stehen wir in der Umsetzung mit Unternehmen  in unserer Region, den öffentlichen Institutionen und anderen Initativen zum Thema ökofairer Konsum im Austausch.

Reflection / background

Rechnet man die Ausgaben aller Kirchengemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Werke in Deutschland zusammen, hat die Kirche ein nicht zu unterschätzendes Einkaufsvolumen (ca. 60 Mrd €). Wenn immer mehr kirchliche Kaufentscheidungen sich an ökologischen und sozialen Kriterien orientieren, können wir viel bewirken und ein Motor des Wandels werden.

Darüber hinaus erreichen wir viele Menschen in unseren Kirchengemeinden und auch darüber hinaus: Die Kirche in Deutschland beschäftigt zurzeit ca. 1,2 Mio. Menschen. Unzählige ehrenamtliche Mitarbeiter gestalten die Arbeit in unseren Kirchengemeinden. Alleine in unserem Kirchenkreis zählen wir ca. 94.000 Gemeindemitglieder, die von unserer Arbeit erfahren.

Auch über unsere Grenzen hinaus haben wir für das Projekt schon viel Aufmerksamkeit erfahren. Wir wollen unsere Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ermutigen unsere Arbeit zu unterstützen, so dass die Wirkung des Projektes weite Kreise zieht. Lassen Sie sich von der Projektidee anstecken und machen Sie mit.

General information on realization

Seit das Projekt im Oktober 2011 auf den Weg gebracht wurde, ist bereits eine Menge in Bewegung gekommen. Zunächst starten wir mit einem Pilotprojekt: Sechs Gemeinden und eine Einrichtung haben sich der Herausforderung gestellt ihre Beschaffung hinsichtlich ökologischer und sozialer Kriterien neu zu durchdenken.

Ziel ist es gleich zu Anfang möglichst ein breites Spektrum von Erfahrungen zu sammeln, welche dann gut aufbereitet an alle anderen Gemeinden und Einrichtungen weitergegeben werden können.

In den beteiligten Kirchengemeinden wurden Projektteams gegründet, die bereits die Arbeit aufgenommen haben. In den Teams arbeiten sowohl hauptamtliche Mitarbeiter wie PfarrerInnen der Kirchengemeinden, KüsterInnnen, HausmeisterInnen und Reinigungskräfte als auch ehrenamtliche MitarbeiterInnen und Mitglieder der Gemeindekirchenräte.

Preparation

In einer Pilotphase wollen wir es genau wissen: Wir gehen sehr systematisch vor, um keinen Aspekt unseres Einkaufs zu vernachlässigen. Zunächst einmal haben wir uns mit unseren regulären Ausgaben beschäftigt: Was kauft eine Kirchengemeinde eigentlich so alles im Laufe eines Jahres? Wieviel geben wir für welche Produkte aus? Wer sind unsere Lieferanten? Und was waren bisher die Kriterien für unsere täglichen Einkäufe? Brauchen wir wirklich alles, was wir kaufen?

Realization

Aufbauend auf der Datenanalyse wurden schließlich Vorschläge für eine ökofaire Beschaffung erarbeitet. Neben den kritischen Aspekten unserer gewohnten Beschaffung konnten wir auch viele bereits bestehende Initiativen klar benennen. So ist es in vielen Gemeinden schon lange üblich fairen Kaffee auszuschenken. Trotzdem wurden darüber hinaus zahlreiche Ideen für eine Neuausrichtung entwickelt.

Nicht alles lässt sich gleich realisieren. So erfolgt zunächst eine Gewichtung der Ideen nach Ihrer Umsetzbarkeit und Ihrer ökologischen und sozialen Relevanz. Ideen mit großem ökologischen Wert und geringen Investitionskosten werden zuerst umgesetzt. Alle anderen Ideen werden auf einem Aktionsplan festgehalten und in naher Zukunft wieder aufgegriffen.

Uns ist es wichtig unsere vertrauten Geschäftspartner für das Projekt zu gewinnen. Wir haben mit vielen Lieferanten Kontakt aufgenommen und von unseren Plänen erzählt. Häufig stoßen wir auf offene Ohren und es findet sich eine einfache Lösung auf ein anderes Produkt umzusteigen. In anderen Fällen sind wir immer noch auf der Suche nach einer geeigneten Marktlösung.

Wrap up & follow-up actions

Die erste gründliche Datenrecherche brachte einige interessante Erkenntnisse ans Licht: Für viele Produkte sind wir eine große Nachfragemacht in unserer Region. Dabei machen viele Produkte unseres alltäglichen Bedarfs nur einen Bruchteil unserer Gesamtausgaben aus. Des Weiteren schaffen schon kleine Energieeinsparungen in unseren Liegenschaften (oft sind Maßnahmen im gering- und nichtinvestiven Bereich noch nicht ausgeschöpft) einen finanziellen Spielraum, der es erlaubt bei Produkten des täglichen Bedarfs ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen.

Ebenso haben wir gemerkt, dass es nicht nur darauf ankommt die Waren in unserem Einkaufskorb auszutauschen. Fast wichtiger ist die Umstellung in unseren Köpfen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt ein größeres Bewusstsein für die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie wir in unserem täglichen Leben umsteuern können.

Effect / experience

Sicherlich haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. So ist es uns im ersten Jahr noch nicht gelungen all unsere Einkäufe nach ökologischen und sozialen Kriterien auszurichten. Doch unsere Bemühungen finden Anerkennung: Die Jury des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat unser Projekt als Offizielles Projekt der Weltdekade für den Zeitraum 2012/2013 ausgewählt.

Adopted and refined

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    • Spiegel
      Es geht hier um Wohnprojekte wie Wohngemeinschaften, aber auch um Ansätze zu neuen Lebenskonzepten.
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      Essen und Kochen in der Gemeinde ist gemeinschaftsstiftend und lässt oft zwanglos wunderbare Gespräche entstehen.
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    • Eisberg
      Der CO2-Ausstoß ist ein wichtiges Thema in der Gesellschaft. Mit ihm verbunden sind weitere politische Fragen. Wie kann dies in der Kirche gestaltet werden?
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