Ärztekanzel - Kirche und Medizin im Dialog

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2013-03-21
Last major update at: 2013-03-21
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Erwachsene, Wissenschaft und Ethik
Institutions
Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 3 Abende, ein Gottesdienst
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Hauptkirche St. Nikolai, Hamburg

Abstract

Medizinische Themen werden unter besonderer Berücksichtigung von gesellschaftspolitischer und theologisch-ethischer Betrachtungsweise in einer Vortragsreihe behandelt.

Situation / context

Die Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg-Harvestehude nah der Außenalster gelegen hat eine gehobene Klientel - aber es kommen Menschen aus ganz Hamburg.

Goals

Die Ärztekanzel ist eine seit fast 40 Jahren existierende Institution in der Bildungsarbeit an der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg/ Harvestehude, jeweils im Herbst mit drei Themenabenden und einem Gottesdienst. 

  • Vermittlung aktueller medizinischer Themen, Therapiemöglichkeiten, Alternativen und Problematiken
  • Einordnungshilfen in ein gesamtheitliches Menschenbild
  • Dialogförderung zwischen Ärzten untereinander, aber auch zwischen Ärzten, Patienten und Angehörigen.
  • Einbindung in unser christliches Wertebild

Reflection / background

Gesundheit ist Veränderung, ein Leben lang, unabhängig vom Alter, Geschlecht und sozialer Einbindung.

Für Erkrankte und Angehörige bleibt in den Krankenhäusern und Praxen - durch einen zunehmenden wirtschaftlichen Druck - oft nicht genug Zeit, ihre Erkrankung zu verstehen und zu begreifen, für sich einzuordnen und stellt auch für den Behandelnden oft eine unbefriedigende Situation dar.   

Um diese Lücke zu schließen, bieten wir in der Ärztekanzel Kompetenz, Raum und Zeit. 

General information on realization

Auch 2013 wird es wieder eine Ärztekanzel geben, diesmal zum Thema Organtransplantation.

Vortragsreihe mit Kammermusik, anschließend Nachgespräch

Nikolaisaal – Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern
30. Oktober bis 17. November 2013.
(dreimal am Mittwochabend, dann ein Gottesdienst zum Thema)

Preparation

Bildung eines Arbeitsteams, bestehend aus Medizinern unterschiedlicher Fakultäten, Psychologen und Theologen, bei uns "Beirat" genannt ("Ärztekanzel-Beirat").
 
Beiratsitzung Anfang des Jahres zur Themenfindung. Weitere Ausarbeitung der Thematik sowie Suche nach möglichen Referenten und Titel der Vorträge.
 
Bildung von Untergruppen zur Arbeitsteilung, Kontaktaufnahme und Vorbereitungsgespräch mit dem Referenten und Dialogpartnern.
 
Frühzeitige Vorankündigung im Gemeindebrief, langfristige Planung von Werbemaßnahmen über Plakate, Flyer und Zeitungsartikel (Praxen, Apotheken, Krankenhäuser, Plakatierung in U-Bahnhöfen). Plakat und Flyer sehen Sie unten im Downloadbereich.
 
Abkündigung bei den Gottesdiensten.
 
Sondervorbereitung für den Gottesdienst unter Einbindung der Erfahrungen aus den drei Vortragsabenden und besondere musikalische - auf das Thema ausgerichtete - Gestaltung

Realization

Der Vortragsabend findet im technisch modern ausgestatteten Gemeindehaus der Nikolaikirche statt und kann bis zu 120 Personen aufnehmen.

  • Die Veranstaltung beginnt nach einer thematischen kurzen Einführung und Vorstellung der Referenten mit einer etwa 10 minütigen Kammermusik.
  • Der Einzel- oder auch Dialogvortrag dauert etwa 40 Minuten, danach findet eine circa 30 minütige Nachbesprechung mit dem Publikum und den Referenten statt.
  • Mit dem Segen beenden wir den Abend.
  • Im Vorraum ist dann Gelegenheit bei Wein und Wasser noch einmal miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Jahr 2012 lautete das Thema der Ärztekanzel "Autoimmunerkrankungen - Angriff auf das innere Gleichgewicht". An drei Vortragsabenden wurde das Thema unter rheumatologischer, neurologischer (Multiple Sklerose) und dermatologischer (Psoriasis und Neurodermitis) Perspektive betrachtet. Der abschließende Gottesdienst stand unter dem Titel "Sich selbst zum Feind werden - sich selbst zum Freund werden".

Für den Gottesdienst zur Ärztekanzel am hatte der Kirchenmusiker Matthias Hoffmann-Borggrefe  eine kleine Motette komponiert, die die Seniorenkantorei St. Nikolai uraufgeführt hat. Es handelt sich um eine Motette unter dem Titel "...wie dich selbst" über 3. Mose 19 mit einem besonderen Fokus auf dem Aspekt der "Eigenliebe" ("Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"). Nach Gesprächen mit den Ärzten der Kanzel und Theologen kamen wir zu der Erkenntnis, dass Autoimmunkrankheiten (das damalige Thema der Ärztekanzel) auch sehr viel mit unzureichender Selbstliebe zu tun haben, dass der Körper eine gewisse Art von Autoaggressivität entwickeln kann.

Die Forderungen Gottes aus 3. Mose 19, die teils sehr konkreten Anweisungen sowie der Satz "liebe deinen Nächsten wie dich selbst" sind in der Motette auf verschiedene Weise voneinander abgegrenzt worden:

  • a)    Der Anspruch Gottes: sehr plakativ, einstimmig, im forte, teils mit beiden Tonarten-Sphären, immer wieder unvermittelt in das Stück hineinbrechend
  • b)    Die „konkreten Anweisungen“ (wie ab Vers 2) sind im litaneihaften, auch teilweise textüberlagerndem Stil gehalten, fast immer einstimmig. Ausnahme ist der Satz „Denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“: die Bezugnahme auf dieses zentrale Ereignis des Judentums wird im 2 bis 4-stimmigen Satz durchgeführt und soll sich dadurch von den anderen Sätzen abheben.
  • c)     Der Satz „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (auf den es im Grunde genommen für dieses Ärztekanzelprojekt ankam) setzt sich von a) und b) durch Taktart, Vierstimmigkeit, Dynamik (piano und crescendi) und eine eher „tonale“ Harmonik ab.

 
Die Kollekte ist in der Regel bestimmt für ein medizinisches Projekt, eine onkologische Station oder Ähnliches.

Wrap up & follow-up actions

"Neujahresgespräch" im Beirat, Revue passieren lassen und kritische Beurteilung der Vortragsreihe, Verbesserungsgedanken und Ausblicke auf die nächste Kanzel, immer unter dem Aspekt "was interessiert unsere Zuhörer, was scheint uns kanzelrelevant".

Effect / experience

Seit Jahren regelmäßige Teilnahme von 80-120 Zuhörern pro Abend und oft sehr positive Rückmeldungen.

  • Für uns "Beiräte" interessante und inspirierende Vorbereitungsphase, für die Referenten oft eine neue Erfahrung ihr medizinisches Thema nicht nur fachlich vorzutragen, sondern in einen moralisch-ethischen Kontext zu bringen.

Adopted and refined

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