Szenenwechsel - das Kurzpraktikum

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2013-04-08
Last major update at: 2013-07-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Diakonie und Gesellschaft, Alter und Pflege
Institutions
Diakonisches Werk Oldenburg in Oldenburg and Landes-Caritasverband für Oldenburg in Vechta
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
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Szenenwechslerin in Werkstätte für Menschen mit Behinderung

Abstract

Einmal im Jahr bieten Diakonie und Caritas jungen Menschen die Möglichkeit, direkt in soziale Arbeit hineinzuschnuppern. Szenenwechsel ist ein Kurzpraktikum für fünf Tage in den Osterferien.

Situation / context

Besonders junge Menschen haben oft wenig Kontakt zu Menschen mit Behinderung, Senioren, Pflegebedürftigen.

Goals

Das Projekt verschafft Jugendlichen die Möglichkeit, eine Woche lang am Leben in verschiedenen sozialen Einrichtungen teilzunehmen und die Arbeitsbedingungen dort kennenzulernen. 

Reflection / background

So können Vorurteile und Barrieren abgebaut und ein vertiefteres Verständnis für Menschen in sozialen Notlagen und für die sie betreuenden Berufsgruppen entwickelt werden.

General information on realization

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Preparation

Die Träger des Projekts stellen eine Liste mit den in Frage kommenden Einrichtungen zusammen. Diese ist im Laufe der Jahre auf über  170 Einrichtungen im Oldenburger Land angewachsen:

  • Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderungen
  • Integrative Kindertagesstätten
  • Kindergärten
  • Seniorenzentren / Tagesbetreuungsstätte
  • Beratungsstellen
  • Jugendwerkstätten und Jugendfreizeitstätten
  • Suchteinrichtungen
  • Krankenhäuser
  • Sozialstationen
  • Tagesaufenthalte u. Beratungsstellen für Wohnungslose
  •  Bahnhofsmission
  • Nachbarschaftsbüros und Stadtteilzentren

 

Realization

Sept. Vorjahr
                   Logo, Kleinanzeige mit Termin an Jugendverbände und
                   Jugendpfarrämter zur Veröffentlichung in Jahresheften und
                   Terminverzeichnissen

Nov. Vorjahr
                   Vorbereitungstreffen der Arbeitsgruppe 
                   Abstimmung des Zeitplanes und der Werbematerialien
                   Druck der Flyer und Plakate, Aktualisierung von Internetauftritt 
                   und Info-Blatt

Jahresanfang
                   Ausgabe der Werbematerialien an Projektpartner
                   Hinweise auf den Homepages der Jugendverbände ejo und BDKJ erstellen
                   Facebook einrichten

16 Wochen vorher
                   Einrichtungen anschreiben
                   Info-Schreiben an Schulen, kirchliche und sonstige Verteiler
                   z.B. Freiwilligen- und Jugendserver Niedersachsen

12 Wochen vorher
                   Ankündigungs-Pressekonferenz mit Schirmherrn/in
                   und Teilnehmende des Vorjahres
                   Schreiben an Teilnehmende Vorjahr
                   Erstellung Platzvergabeliste

anschließend

                   Zwei „Hotline-Wochen“ zur Anmeldung mit telefonischer Beratung                  
                 

10 Wochen vorher
                   Presseaktionen vor Ort: Botschaft: Noch Plätze frei!
                   Eingang weiterer Anmeldungen, Einplanungszuordnungen, 
                   Einplanungsklärungen und telefonische Einplanungsabsprachen

5 Wochen vorher

                    Versand von Bestätigungen an Teilnehmende und Einrichtungen,
                    Info-Blatt für Teilnehmende und Hinweis zum Abschlusstreffer erstellen

3 Wochen vorher
                    Absprachen Teilnehmende und Einrichtungen
                    Abstimmung Abschlussveranstaltung 
                    Buttons, Begleitheft und Evaluierungsfragebogen erstellen

2 Wochen vorher 
                    Regionale Einführungsveranstaltungen 
                    Presseinfo zum Beginn des Szenenwechsels


Szenenwechsel-Woche (1. Woche in den Osterferien)

                    5 Praxistage in den Einsatzstellen (ganztags) 
                    Abschluss-Veranstaltung am Samstag und Ausgabe der Teilnahme-
                    Zertifikate. Presseinfo mit Foto vom Abschlusstreffen

danach          Evaluierungsergebnisse zusammenstellen
                    Nachsendung Zertifikate, Dank an Einrichtungen und Partner,
                    Auswertungstreffen, Projektabrechnung, Dokumentation und 
                    Terminplanung Folgejahr

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Unter dem Motto „Szenenwechsel“ haben in den vergangen Jahren über 1.800 Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren Einrichtungen der Diakonie und der Caritas kennengelernt. In den Osterferien waren sie in Sozialstationen, Altenzentren, Tagesaufenthalten, Kindergärten, Beratungsstellen, Häusern und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, in Anlaufstellen für Straffällige, Beratungsstellen für Suchtabhängige und in der Bahnhofsmission tätig.
  
Senay Arik, Matthias Ring und Lisa Elbers haben am Szenenwechsel teilgenommen und viele positive Eindrücke mitgenommen. Senay, 18 Jahre war bei den Gemeinnützigen Werkstätten in Oldenburg Ohmstede. Am ersten Tag ihres Szenenwechsels hatte sie schon etwas Herzklopfen. Denn die junge Frau mit türkischen Eltern hatte vorher noch nie Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Aber es war richtig von meinem ursprünglichen Wunsch abzugehen und mir diesen Platz anzubieten, findet Senay. „Ich habe Lebenserfahrung mitgenommen und mich mit den behinderten Menschen gut verstanden.“ Super gut fand Senay, wie selbstbewußt und stark die Menschen im Leben stehen. In Absprache mit den Werkstätten hat sie ihren Szenenwechsel dann gleich auf zwei Wochen verlängert.

Lisa, 18 Jahre ist bei der Suche nach einem Praktikum auf den Szenenwechsel aufmerksam geworden. Sie hat die Ferienbetreuung in einer Caritas-Einrichtung für Menschen mit Behinderungen  mitgemacht.  Die Tage mit den behinderten Kindern in Lindern haben sie in ihrem Berufswunsch verstärkt. Nach dem Abitur möchte Lisa Sozialassistentin werden.
  
Szenenwechsel im Kindergarten

Svenja, 18 Jahre, besuchte eine Integrative Kindertagesstätte und hat inzwischen großen Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter in sozialen Enrichtungen. Sie hat erlebt, wie anstrengend die Arbeit mit Kindern sein kann. Die offene Art der behinderten Kinder half ihr, die anfängliche Scheu zu überwinden. Auch wenn Svenjas Berufswunsch nicht im sozialen Bereich liegt, der Szenenwechsel war für sie ein tolles Erlebnis und ein Gewinn.

Heidi, 16 Jahre war in einer Kreisgeschäftsstelle der Diakonie aktiv. Sie meint: „Durch das Praktikum habe ich erfahren, wie es in der Welt wirklich zugeht. In meinem Alltag wird immer die gute schöne Scheinwelt vorgespielt“. Ihre Alltagswelt, wenn sie nicht zur Schule geht: Tanzen, Tischtennis, Tennis, Freunde, Lesen und Fotografieren.
  
Tagesbetreuung von Seniorinnen

Christoph, 19 Jahre, war in der Strafentlassenenhilfe tätig. Nun überlegt er, ob er seinen Beruf in diesem Bereich wählen soll. Und die 17jährige Schülerin Sina machte ihren „Szenenwechsel“ in der Sozialstation. Sie will Musiktherapeutin werden. Die Praxiswoche hat sie in diesem Wunsch bestärkt.

Judith, 17 Jahre, war 5 Tage in einem Oldenburger Altenheim und ist dabei mit alten Menschen ins Gespräch gekommen. Es hat ihr so gut gefallen, das sie überlegt, ein zweites Mal mit zu machen.
  
Szenenwechsel in integrativer Tagesstätte

Karen, 18 Jahre und Schülerin, ging in den Diakonie-Kindergarten im Oldenburger Philosophenweg. Sonst spielt sie Querflöte und etwas Gitarre, treibt Sport, liest und schreibt Briefe. Sie unternimmt viel mit ihren Freunden und verreist auch gerne mal. Für die Aktion „Szenenwechsel“ hatte sie sich bewußt beworben „zum einen, weil ich im Sommer ein Jahr als Au-Pair in die USA gehen will, zum anderen, weil es mich interessiert und ich später gerne Sozialpädagogik studieren möchte.“ Sie hoffte, gut mit den Kindern auszukommen, und weitere Erfahrungen im Umgang mit ihnen zu sammeln. Vor allem wollte sie Kontakt zu Menschen knüpfen, die anders sind als sie. Ihre Erwartungen wurden erfüllt und sie hat wichtige Erfahrungen gemacht, die ihr helfen werden, ihren Studienwunsch weiter zu konkretisieren.
  
Hendrik, 17 Jahre, hatte einfach Spaß am Helfen und ging beim Szenenwechsel in einen Kindergarten.

Julia-Kristin tanzt und shoppt gerne in ihrer Freizeit. Oder sie trifft sich mit Freunden. Diese Mal verbrachte sie ihre Osterferien in einem Nachbarschaftsbüro in Delmenhorst. Hier erhielt sie einen Einblick in die Gemeinwesenarbeit.
  
Szenenwechsel im Krankenhaus

Olesja geht in ihrer Freizeit gern aus, trifft Freunde, hört Musik und liest. Außerdem lernt sie gerne neue Menschen kennen. In der Praxiswoche wollte sie einmal Menschen kennenlernen, denen es nicht so gut geht wie ihr, und die auf Hilfe angewiesen sind. Dabei war ihr die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialarbeiter in der Beratungsstelle, die sie erfahren hat, sehr wichtig.

Gesine, 19jährige Schülerin, spielt in ihrer Freizeit Basketball, kümmert sich um ihren Hund, besucht Freunde, liest und telefoniert gerne. Sie hat eine Woche lang in der Bahnhofsmission hospitiert. Und warum? „Ich möchte durch dieses Praktikum Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln und Einblicke in andere Lebensstile bekommen.“

Adopted and refined

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