75jähriges Jubiläum Johanneskirche Hamm

Author
a geistreich member
Created at: 2013-08-27
Last major update at: 2013-08-27
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bestattung, Gedenkgottesdienst, Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Trauung und Segnung (Ehejubiläum), Gemeindeleitung
Institutions
Evangelische Kirchengemeinde Hamm - Pfarrbezirk II (Johanneskirche) in Hamm
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 9 Monate
Votes
2 votes
Comments to the document
Banner

Abstract

Das Jubiläum einer von der Bekennenden Kirche gebauten Kirche wird gefeiert. Das Banner am Turm zeigt die Zahl der im Lauf der Jahre gefeierten Kasualien.

Situation / context

Eine Kirchengemeinde feiert 75jähriges Jubiläum.

Goals

Die besondere Geschichte der Kirche wird thematisiert. Ein Banner (siehe Bild oben) soll die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Passanten auf sich ziehen.

Projekt des Monats September.

  

Weitere Materialien im Downloadbereich.

Reflection / background

Die Johanneskirche ist durch und durch ein Glaubenszeugnis evangelischer Christen gegenüber einer gottfeindlichen und menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus, die in den Jahren 1933 bis 1945 Deutschland beherrschte.

Die evangelischen Christen im Hammer Norden gehörten von je her zur Pauluskirche in der Stadtmitte. Als ihre Zahl wuchs, kaufte die Gemeinde ein Haus am Nordenstiftsweg (am Schlachthof), das seit 1920 als Gemeindehaus diente: Gottesdienste für Erwachsene und Kinder, Bibelstunden, Konfirmandenunterricht, Frauenhilfe – alles unter einem Dach.

Obwohl nach 1933 die nationalsozialistische Ideologie versuchte, alle Bereiche menschlichen Lebens zu bestimmen, wünschten sich die Nordener Christen nichts sehnlicher als eine eigene „richtige“ Kirche. Das Grundstück war schnell gefunden. Im Juni 1937 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. August 1937. Sicherlich war dieser Termin auf dem sogenannten Israelssonntag bewusst ausgesucht, denn an diesem Sonntag ist im evangelischen Gottesdienst die besondere Beziehung der Christen zum Volk Israel Thema. Diesen Sachverhalt werden die Nazis kaum zur Kenntnis genommen haben, aber sie holten noch einmal aus, der Gemeinde den Kirchbau madig zu machen und verboten kurzerhand eine öffentliche Feierstunde zur Grundsteinlegung. Die Gemeinde fand schnell eine kreative Lösung, die sich im Nachhinein als besonders feierlich erweisen sollte. In einem Gottesdienst in der Pauluskirche wurde die Grundsteinurkunde verlesen und in die Kupferrolle eingelegt. Diese wurde an Ort und Stelle vor dem Altar verlötet, während die Gemeinde das Lied sang „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort…“. Danach machte sich eine kleine Delegation auf, um den Grundstein zu setzen. Die Gemeinde feierte weiterhin Gottesdienst und wartete, bis die Delegation zurückkehrte und von der Grundsteinlegung berichtete. Obwohl die Zeiten schwer und die finanziellen Mittel knapp waren, wurde die Johanneskirche liebevoll ausgestaltet, aber nicht um der Ausschmückung willen, sondern in allem als Zeugnis des Glaubens gegenüber der glaubensfeindlichen Welt des Nationalsozialismus. Am 20. März 1938 schließlich konnte die Johanneskirche eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Zu diesem Zweck zog die Gemeinde vom Gemeindehaus am Nordenstiftsweg in einem festlichen Umzug zur Kirche hin. Dieser Umzug wurde angeführt von Präses Koch, dem Superintendenten Torhorst und Pfarrer Martin Berthold, der die Festpredigt im anschließenden Gottesdienst hielt. Dass die NSDAP wieder einmal die Gemeinde bei dem feierlichen Umzug auf Nebenstraßen verbannte, konnte die Freude über das neue Kirchgebäude nicht mindern.

General information on realization

---

Preparation

In der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr hat sich die Kirchengemeinde in mühevoller Arbeit gefragt, wie viele Menschen bisher in der Johanneskirche getauft wurden, wie viele geheiratet haben und wie viele Gemeindeglieder auf dem Friedhof hinter der Kirche beerdigt wurden.
Anders als gedacht war in 75 Jahren die Zahl der Getauften viel größer als die der Verstorbenen. Die Gemeinde hat beschlossen, diese Zahlen  öffentlich zu dokumentieren und zu präsentieren und auf einem großen Banner am Kirchturm anzubringen. (siehe Bild oben)

Realization

Im Zuge des Jubiläums gab es verschiedene Gottesdienste und Veranstaltungen.

 

Im Gedenkgottesdienst zur Kirchweihe hielt Pfarrer Christoph Berthold (Sohn von Pfarrer Martin Berthold, der die Johanneskirche bauen ließ) die Predigt.

 

Das Geburtstagskaffeetrinken der Frauenhilfe stand unter dem Thema „Meine Erlebnisse in und mit der Johanneskirche – Heiteres und Besinnliches“.

 

Im Festgottesdienst zum 75jährigen Jubiläum mit anschließender Festversammlung predigte Superintendent Rüdiger Schuch. Im Anschluss an den Festgottesdienst folgte ein Monat der Offenen Kirche. Wir luden ein zu Kirchenführungen (hier war auch ein Catering möglich in Form einer Kaffeetafel oder eines Abendessens). Außerdem gab es Projekte für Schulen und Kindertagesstätten.

Jeweils freitags um 19.30 Uhr gab es im April einen Feierabend anders. Nach einer Abendandacht luden wir zu einem Dämmerschoppen in den Vorraum der Kirche ein, ganz nach Luthers Tradition mit Bier vom Fass, Wein und Brot.

Am Sonntag Miserikordias Domini wurde zu einem Tauferinnerungsgottesdienst der vor 5 und 10 Jahren Getauften eingeladen.

Am folgenden Sonntag gestaltete der Posaunenchor der Johanneskirche ein Konzert. Einen Sonntag später gab es einen Jugendgottesdienst.

Ein besonderes Highlight war der Trauerinnerungsgottesdienst mit besonderer Segnung der Brautpaare unter Handauflegung mit anschließender Hochzeitsfesttafel in der Kirche. Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen des Dankes für Gottes gutes Geleit in den Ehejahren. Es erklangen mehrere Liebeslieder.

Unter dem Titel „An deiner Seite“ schlüpften Christel Schmidt und Frank Millrath in die Rolle eines älteren Ehepaares, dass sich an eine gemeinsame, aber auch wechselvolle Zeit von 47 Ehejahren erinnern konnte.

Von den 1218 Ehepaaren, die in der Johanneskirche geheiratet haben, konnten rund 330 angeschrieben und dazu eingeladen werden. Ca. 100 Paare (junge und alte) folgten der Einladung.
  
Im Zusammenhang des 75jährigen Bestehens hat die Gemeinde im Hammer Norden einen Bildband herausgebracht.
 
Darin geht es nicht um einen kunsthistorischen Abriss, sondern um persönliche Zugänge zur Johanneskirche. Zu Wort kommen ganz unterschiedliche Menschen, die dem Leser ihren Blick und Bezug auf und zu diesem Gotteshaus vermitteln. Von Pfarrerinnen und Pfarrern bis zu echten Zeitzeuginnen, vom Lokalpolitiker bis zum Architekten, von einer Pfarrerstochter bis zum Superintendenten – kommen Menschen ganz unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft zu Wort. Natürlich werden die wichtigsten Fakten zur Entstehungsgeschichte, zur Architektur und zu den Kunstwerken leserfreundlich vermittelt.

Das inhaltliche Konzept wurde federführend von der Kommunikationsexpertin Tanja Schreiber entwickelt. Die eindrucksvollen Fotografien und die Gestaltung des Buches stammen von Thomas Gawel.

Wrap up & follow-up actions

Am Ewigkeitssonntag soll es eine Gedenkfeier für die verstorbenen Gemeindeglieder in der 75jährigen Geschichte unserer Kirche geben.

Diese abschließende Aktion befindet sich noch in der Planung und wird als Gemeindeprojekt von unserer Vikarin Annika Klappert zusammen mit dem Jubiläumsausschuss geplant und durchgeführt.

Effect / experience

---

Adopted and refined

    Connected content

    • Logo
      Eine Kirchengemeinde sollte für ihre verschiedenen Medien eine ähnliche, wiedererkennbare Gestaltung besitzen.
      This model is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Taufe
      Kasualien und Amtshandlungen.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member

    geistreich video

    Hide Video