WOKO - Eine Woche gemeinsames Leben mit Konfis

Author
a geistreich member
Created at: 2013-08-28
Last major update at: 2013-08-28
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Konfirmandenarbeit
Institutions
Friedenskirche Niederschönhausen in Berlin
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 8 Wochen
Execution: 1 Woche
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one vote
Comments to the document
Jugendliche

Abstract

WOKO - Eine Woche gemeinsames Leben mit Konfis im Gemeindehaus

Situation / context

2012/13 mehr als 50 Vorkonfirmanden in der Gemeinde, aufgeteilt in zwei Gruppen. Wie finden diese jungen Leute zueinander, ins Miteinander und ein Zuhause in der Gemeinde? Immer wieder haben wir erlebt, dass nach der Konfirmation kein Anschluss an eine Gruppe in der Gemeinde gefunden wird.

Goals

Gemeinde als Zuhause in der Gruppe erlebbar und erfahrbar zu machen.

Reflection / background

Leben in Gemeinschaft auf Zeit - Warum sollte das nicht auch auf kurze Zeit gehen? Wir haben das in Freikirchen seit langer Zeit bewährte Modell der Wochenkommunität oder Wochenkollektiv (WOKO) ausprobiert.

General information on realization

---

Preparation

  • Unterstützung des GKR / der Ältesten gewinnen
  • Einverständnis der Eltern gewinnen
  • Konfis fürs Mitmachen gewinnen (70% haben mitgemacht)
  • Gruppen in der Gemeinde für die Toleranz des Projektes gewinnen
  • Hausmeister / Küster fürs Mitmachen gewinnen
  • Andachten vorbereiten
  • Einkäufe kalkulieren

Realization

Wir haben mit ca 30 Vorkonfirmanden eine Woche im Gemeindehaus gelebt. Dabei ist jeder seinem Alltag nachgegangen, also morgens zur Schule oder zur Arbeit, und nachmittags oder Abends den Hobbys.

Jeder hat 30,- Euro bezahlt, das Geld haben die Konfis selbst verwaltet und fürs Frühstück und Abendessen eingekauft, zuständig waren kleine selbst eingeteilte Gruppen von 5-6 Leuten. Abends hat dann jeweils eine andere Gruppe gekocht. Mitgeholfen haben abends immer 1-2 aus der Gemeinde, aus dem GKR oder der Elternschaft. Nachmittags haben viele Geschwister einfach mal so ein Blech Kuchen vorbei gebracht - wundervoll.

Organisiert werden musste

  • der Einkauf,
  • daß alle Gruppen in der Gemeinde bescheid wussten,
  • daß es in dieser Woche voll wird im Gemeindehaus (und laut). Wir hatten auch nur eine Dusche (first come...).

Den Tag begonnen und beendet haben wir immer zusammen, mit einer Andacht um 6:00 Uhr in der Kirche, ab 6:15 Frühstück. Abends haben wir uns wieder zum gemeinsamen Kochen getroffen und zu einer Abendandacht um 21:30. Dazwischen war reichlich Zeit zum Chillen.

Wrap up & follow-up actions

An den Nachmittagen gabs kein Programm - hier wäre sicherlich noch einiges mehr an Input möglich gewesen, wenn es mehr Mitarbeiter gegeben hätte.

Effect / experience

Diese Woche mit wenig Schlaf war bislang eine der positivsten intensivsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe - ich kann jedem nur raten, das einmal mitzumachen.

Das Geheimnis gemeinsamen Lebens lernt man nicht aus Büchern. Und dieses gemeinsame Leben im Gemeindehaus hat als Effekt gehabt, dass sich viele der Vorkonfirmanden jetzt in der Gemeinde und im Gemeindehaus buchstäblich zuhause fühlen!

An diesem Ort hat unser Tag begonnen, dorthin sind wir in der Woche immer wieder zurück gekehrt, das war der Fixpunkt ("Unsere Base"). Wir haben dort geschlafen, gekocht, gegessen, gegrillt und gechillt, gesungen und gebetet. Und nur eine Dusche zur Verfügung gehabt, das verbindet ...

Diese Zeiten am Nachmittag, wo wir in und um die Kirche und das Gemeindehaus und in den zwei kleinen Schlafräumen miteinander gelebt haben und jeder sein Ding machen konnte, haben das Zu-Hause-Gefühl und das Miteinander befördert. "Ich muss noch Klavier üben! - Na dann nimm doch den Flügel in der Kirche".

Diese Nachmittage und Abende boten so viel Freiraum, dass wir quasi nebenbei über ganz viele Fragen des geistlichen und weltlichen Lebens miteinander ins Gespräch gekommen sind - ohne, dass wir stets auf diese Fragen eine Antwort geben mussten. Und viel voneinander erfahren haben. Meine Kinder kamen jeden Tag auf dem Schulweg im Gemeindehaus vorbei und wurden gleich integriert.

Und den Hauptamtlichen morgens meist verschlafen im Pyjama und in Flipflops vor dem Altar die Andacht halten zu sehen, das mag wohl auch dazu beigetragen haben, dass dieser Ort ein Zuhause geworden ist - speziell für mich selbst.

Besonders dazu beigetragen hat aber, dass endlich wieder rund um die Uhr Leben in Gemeindehaus und Kirche war, und dass an diesem Leben viele aus der Gemeinde teilgenommen haben, es kam zu vielen Begegnungen untereinander. Da haben Leute gebacken, gekocht, mal mit gefegt und mit geputzt, mal Eis gebracht und mit den Konfis geplaudert. Alle durften, keiner musste. Es war wundervoll.

Ideales Zuhause.

  

Kontakt:

Karsten Wolkenhauer

karsten.wolkenhauer@friedenskirche-niederschoenhausen.de

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