Begegnungsreise nach Kenia

Author
a geistreich member
Created at: 2013-09-09
Last major update at: 2013-09-09
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Jugendliche und Schule, Bildung und Unterricht, Schulseelsorge
Institutions
Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ein Jahr
Execution: 16 Tage Reisezeit, zahlreiche Treffen bis heute
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Kenia

Abstract

Zwei Wochen lang haben wir Schülerinnen und Schülern der Oberstufe eine Begegnung mit Gleichaltrigen eines ganz anderen Kulturkreises ermöglicht. Wir reisten nach Musalala, einem Dorf im Bergland, etwa 150 km von Nairobi entfernt.

Situation / context

Unsere Schülerschaft stammt überwiegend aus bürgerlichen, oft recht wohlhabenden Familien. Die Schule pflegt zahlreiche internationale Kontakte zu ähnlichen Schulen, z.B. in Frankreich und England. Die Idee, Kontakte zu Jugendlichen aus ganz anderen Lebensverhältnissen zu ermöglichen, wurde hier zum ersten Mal realisiert. 

Goals

Die Schülerinnen und Schüler sollten:

...gegenseitig Einblick in den jeweiligen Lebensalltag gewinnen (Lebensbedingungen, Schule, Familie, Freizeit, Zukunftsperspektiven, Spiritualität, kulturelle Eigenarten).

...gegenseitig ihr Verständnis für die politische und ökonomische Lage in beiden Ländern vertiefen.

...Ideen zu einer gelingenden Entwicklungszusammenarbeit entfalten.

Darüber hinaus sollten die Chancen für eine dauerhafte Partnerschaft mit einer Schule vor Ort ausgelotet werden.

 

Reflection / background

Wir wollten Jugendlichen aus meist gesicherten ökonomischen Verhältnissen, die mit guten Zukunftschancen aufwachsen, die Chance geben, Gleichaltrige kennen zu lernen, die ohne Privilegien in einem Entwicklungsland leben. Wir wollten damit über die Ebene des persönlichen Kontaktes unsere Schüler für das weltweite Gefälle zwischen arm und reich sensibilisieren und mit ihnen darüber nachdenken, wie dieses verringert werden kann. Theologisch steht hier nder auch vom Glauben her begründete Eine-Welt-Gedanke im Hintergrund, deshalb war das möglichst intensive Erleben von Gemeinschaft, auch im Gottesdienst, wesentlicher Schwerpunkt.

General information on realization

Bei der Umsetzung eines solchen Projektes muss geklärt werden, inwieweit eine Schule bereit ist, Schüler und begleitende Lehrer vom Unterricht freizustellen. (Die eine Hälfte der Fahrt fand während der Schulzeit, die andere während der Ferien statt.)

Damit nicht nur Kinder aus wohlhabenden Familien mitfahren können, braucht man Sponsoren. In unserem Fall konnten die Kosten von ursprünglich ca. 1300 auf 700 Euro pro Person gesenkt werden. Der Betrag konnte über ein Jahr hin angespart werden, einige Teilnehmer jobbten dafür in den Ferien.

Eine solche Reise setzt hoch motivierte und belastbare Schüler voraus, ein entsprechendes Bewerbunsverfahren hilft hier zur Klärung.

Preparation

Zur Vorbereitung haben wir ein Bewerbungsverfahren mit Darlegung der Motivation durchgeführt.

Alle Teilnehmer nahmen an einführenden Seminaren zu Landeskunde, Lebensverhältnissen, Verhaltensregeln und Gesundheitsvorsorge statt. Dabei ging es auch um die Frage, ob man sich vorstellen kann, vorübergehend in einfachsten Verhältnissen zu leben, d.h. in schlichten Hütten ohne Strom und fließend Wasser.

Zur Organisation der Reise konnten wir die NGO "Basis e.V." aus Kronberg gewinnen, die über die nötigen Kontakte vor Ort verfügt und z.B. die aufnehmenden Familien ausgewählt hat. Ohne einen Partner mit solchen Kontakten ist eine Reise dieser Art nicht möglich!

Realization

Die Schülerinnen und Schüler lebten in Gastfamilien und nahmen täglich am Schulleben teil.

In der Schule wurden auch spezielle Begegnungsstunden abgehalten, in denen sich die Jugendlichen jeweils über ihr Leben und ihr Land austauschten.

Zudem nahmen die Jugendlichen an Exkursionen zu Hilfsorojekten verschiedener Träger teil, die v.a. im Bildungs- und Gesundheitswesen aktiv sind.

Abgerundet wurde dies durch zwei Seminare zu Chancen und Problemen der Entwicklungszusammenarbeit bei dem örtlichen Büro der GIZ in Nairobi und der Deutschen Botschaft.

Wrap up & follow-up actions

Die geknüpften Kontakte werden weiterhin über die sozialen Netzwerke des Internets gepflegt.

Ein Schüler reiste in diesem Sommer erneut nach Musalala, um dort seine besonderen Fähigkeiten einzubringen. Er wirkte 5 Wochen als Gitarrenlehrer in den von uns besuchten Schulen.

Aus der ersten Kontaktaufnahme wird eine Partnerschaft mit zwei Schulen der Region entstehen. Eine zweite Reise ist für 2014 geplant, die Frage ist, ob und wie auch ein Gegenbesuch von Schülern aus Kenia realisiert werden kann.

Die Reise führte in Zusammenarbeit mit Basis e.V. zu einem eigenen Engagement unserer Schülerinnen und Schüler. Zur Zeit wird ein Patenschaftssystem für begabte kenianische Jugendliche aus besonders schwierigen Verhältnissen etabliert, denen dadurch ein Internatsbesuch ermöglicht werden wird.

Mit Spendengeldern der Schulgemeinde konnten wir bereits eine Brunnenbohrung und ein Wassersammelsystem finanzieren, das nun zwei Schulen mit ausreichend Frischwasser versorgt. Zudem haben wir gerade die Finanzierung eines Klassengebäudes gesichert, dessen Bau in den nächsten Wochen beginnt. So ist die gesamte Schulgemeinde in das Projekt mit eingebunden.

Effect / experience

Über die Reisegruppe hinaus werden weite Teile der Schulgemeinschaft durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und das schuleigene Hilfsprojekt für die Thematik globaler Chancengerechtigkeit sensibilisiert.

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