Gottesdienstreihe zur Barmer Theologischen Erklärung: „Jesus Christus gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit“

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a geistreich member
Created at: 2013-12-23
Last major update at: 2013-12-23
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Themengottesdienste und Reihen
Institutions
Ev. luth. Kirchengemeinde St. Marien in Minden
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: sieben Gottesdienste
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Kirche Barmen-Gemarke

Abstract

Zur Barmer Theologischen Erklärung und ihren Thesen wird eine Gottesdienstreihe gehalten.

Situation / context

2014 jährt sich zum 80. Mal die Verabschiedung der Barmer Theologischen Erklärung.

Goals

In dieser Gottesdienstreihe wird vorgeschlagen, den kirchengeschichtlich, kirchenrechtlich und systematisch-theologischen Spitzentext der Barmer Theologischen Erklärung mit einer gewöhnlichen Ortsgemeinde zu durchdringen. Diese Beschäftigung hat natürlich stark kognitiv-katechetische Züge, soll aber bewusst nicht als Vortrags- oder Bildungsreihe angesehen werden. Die Barmer Theologische Erklärung ist neben aller Reflexion auch aus dem konkreten Streit, der Verunsicherung und dem Gebet entstanden. Deshalb hat sie auch ihren Platz im Gottesdienst. Erst in der geistlichen Durchdringung entfaltet die theologische Reflexion ihren tiefen Sinn und ihre Gewicht.

Reflection / background

Die hier vorgestellte Gottesdienstreihe erstreckt sich über sieben Sonntage. Sie bietet sich vor allem gut für die Zeit der Sommerferien an, in deren Zeit genau sieben Sonntage fallen.

Alle Gottesdienste weisen das gleiche Grundschema auf und variieren je nach These und Thema. Einige Lieder und Gebete sind noch von Prediger und Kirchenmusiker zu ergänzen. Ansonsten haben die Prediger einen in sich geschlossenen Gottesdienst als Vorlage. Natürlich sind alle einzelnen Gebets- und Liedvorschläge je nach örtlichen Gegebenheiten auch zu verändern.

Das hat für die Prediger den Vorteil, dass sie keinen ganzen Gottesdienst entwerfen müssen, sondern sich vollkommen auf die Predigt konzentrieren können. Für die Gemeinde hat das den Vorteil, dass sie sich über sieben Wochen in der unbekannten Thematik und den zunächst befremdlichen Texten der Barmer Theologischen Erklärung beheimaten können.

Weiterführende Aufsätze

  • Joachim Mehlhausen, Art. Nationalsozialismus und Kirchen, TRE 24, (1994), 43-78;
  • Carsten Nicolaisen, Der Weg nach Barmen. Die Entstehung der Theologischen Erklärung von 1934, Neukirchen-Vluyn 1985;
  • Karl Barth, Kirchliche Dogmatik, Band II,1: Die Lehre von Gott. Zollikon 1938, darin Exkurs über die Barmer Theologische Erklärung, 194-200;
  • Hans Dembowski, Barmen heute. Anstöße zum Verständnis und zur Aufnahme der Theologischen Erklärung von Barmen, in: Ders., Wahrer Gott und wahrer Friede. Aufsätze und Vorträge (hg. Von Heino Falcke und Henning Schröer), Leipzig 1995, 284-321;
  • Wolfgang Huber, Folgen christlicher Freiheit. Ethik und Theorie der Kirche im Kontext der Barmer Theologischen Erklärung, Neukirchen-Vluyn 1983;
  • Peter Steinbach, Wirkung und Rezeption der Barmer Theologischen Erklärung aus profanhistorischer Sicht, in: Wilhelm Hüffmeier (Hg), Das eine Wort Gottes Botschaft für alle (Bd. 1), Gütersloh 1994, 339-346;
  • Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, 75 Jahre Barmer Theologische Erklärung. Eine Arbeitshilfe zum 31. Mai 2009, Bad Münder 2009.

General information on realization

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Preparation

Für die Gottesdienstgemeinde ist es unabdingbar, dass sie den Text der Barmer Theologischen Erklärung vor Augen hat. Es empfiehlt sich ein Gottesdienstblatt, das für alle sieben Sonntage gültig ist, und auf dessen Rückseite der Wortlaut der Barmer Theologischen Erklärung steht.

Realization

Der Text der Barmer Theologischen Erklärung ist für einen kirchenamtlichen dogmatischen Lehrtext von einer überraschenden Klarheit und Stilsicherheit, ja sogar Eleganz. Deshalb kann er auch in einem Gottesdienst gelesen werden. Auf der anderen Seite ist er sehr dicht gewoben und kann ungeübte Zuhörer schnell ermüden. Deshalb sollte er in der Regel in kleinen Passagen gelesen werden.

Deshalb wird für jeden Sonntag immer nur eine These gelesen. Diese aber wird zweimal vorgetragen. Zunächst vor der Predigt von einem oder besser mehreren Lektoren. Nach der Predigt liest noch einmal die gesamte Gemeinde stehend dieselbe These.

Ausnahmen bilden der erste und der letzte Sonntag der Gottesdienstreihe. An diesen Sonntagen wird der Text der Barmer Theologischen Erklärung ganz gelesen. Dann jedoch mit Unterbrechungen und verteilten Rollen. Am ersten Sonntag sollte die Barmer Theologische Erklärung von Lektoren der Gemeinde verlesen werden, die den Text auf den Liedzetteln verfolgt. Am letzten Sonntag sollte die Gemeinde mit verteilten Rollen gemeinsam den Text laut lesen.

Schließlich empfiehlt es sich, im Verlaufe der Gottesdienstreihe mehrfach Abendmahl zu feiern, und zwar am ersten und letzten Sonntag, sowie am vierten Sonntag. Dieser Sonntag befindet sich in der Mitte der Predigtreihe. Darüber hinaus wird an ihm Barmen III verhandelt, die ekklesiologische These, die programmatisch gleich zu Beginn der These die Kirche vom Abendmahl her bestimmt: „Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt.“

Im Rahmen dieser Predigtreihe ersetzt die Barmer Theologische Erklärung das Apostolikum.

Hinweise zur Gestaltung der Gottesdienste

Folgende Elemente sind hier vorgeschlagen:

  • Der Introituspsalm ist für die gesamte Reihe Psalm 8. Dieser Psalm bricht durch seine „natürliche Theologie“ auf den ersten Blick mit der angeblichen „christologischen Konzentration“ oder gar „Verengung“ der Barmer Theologischen Erklärung. Das kann jedem Barmen-Fundamentalismus die Spitze brechen. Andererseits wird der Psalm 8 im Hebräerbrief dezidiert christologisch ausgelegt. Somit eröffnet dieser Psalm einen weiten Raum der Anbetung des Geheimnisses Gottes.
  • Die Lesungen beziehen sich in der Regel auf die Schriftworte, die den jeweiligen Thesen vorangestellt wurden.
  • Darauf folgt die Verlesung der Barmer These durch Lektoren.
  • Zwischen These und Predigt ist ein Themenlied gesetzt, das idealerweise aus der Zeit der Bekennenden Kirche stammt und das Anliegen der These aufgreift.
  • Nach der Predigt folgt ein vom Prediger auszusuchendes Lied oder ein Instrumentalzwischenspiel/eine Orgelmeditation.
  • Die von der Gemeinde im Stehen gelesene These des jeweiligen Sonntages schließt diesen Gottesdienstteil ab.
  • Als Gebete sind die Kollektengebete schon formuliert.
  • Von Liturg und Kantor selbst zu gestaltende Elemente bleiben:
  • Das Rüstgebet
  • Das Fürbittgebet
  • Alle weiteren Lieder
  • Die liturgischen Gesänge
  • Der liturgischen Praxis meiner Ortsgemeinde sind geschuldet (und damit ohne thematischen Wert):
  • Die Gesänge von Kyrie und Gloria
  • Die Abendmahlsliturgie

 

Den genauen Ablauf der einzelnen Gottesdienste finden Sie unten auf der Seite unter "Materialien". Dort werden die einzelnen Gottesdienste in ihrem Ablauf vorgestellt. Danach werden zu jeder einzelnen These vertiefende kleine Predigtimpulse gestellt. Den Abschluss bildet eine Predigt zur Barmer Theologischen Erklärung, die ich selber 2009 zum 75.jährigen Barmen-Gedenken gehalten habe.

Die angegebenen Liednummern folgen dem Rheinisch-Westfälischen Gesangbuch.

Wrap up & follow-up actions

  • Es ist denkbar, parallel zu der Gottesdienstreihe eine Vortragsreihe zu veranstalten, die die theologischen und historischen Hintergründe weiter beleuchtet.

Effect / experience

Die Reihe ist mit guter Resonanz aufgenommen worden.

Adopted and refined

    Connected content

    • Gedenkstätte NS-Zwangsarbeiterlager in Neukölln
      Gedenken und Erinnern an Ereignisse wie den 9. November oder die Befreiung von Auschwitz.
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