Der Himmel ist offen - spätmoderne Mette zum Stephanustag

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a geistreich member
Created at: 2014-01-15
Last major update at: 2014-01-15
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Weihnachtskreis, Alternative Gottesdienste, Gottesdienstbausteine
Institutions
Domgemeinde Halberstadt in Halberstadt
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Preparation: no information
Execution: 1,5-2 Stunden
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"Der Himmel ist offen" - Weihnachten und Stephanus

Abstract

Der Dom zu Halberstadt ist dem Hl. Stephanus geweiht und so wird am 2. Weihnachtsfeiertag, dem Stephanustag eine Mette gestaltet, die seine Geschiche erzählt.

Situation / context

Das übliche "Gedenken" an Stephanus sollte stärker erlebbar gestaltet werden.

Goals

In Halberstadt gibt es ein starkes ökumenisches Interesse, da nach der Reformation das Domkapitel gemischtkonfessionell war. So sollen die neuen Tagzeitenliturgien katholische und evangelische Christen ansprechen. Der Dom ist auch ein kulturelles Zentrum und soll mit diesen Gottesdiensten Kulturinteressiert und spätmoderne religiöse Menschen einbeziehen.

Reflection / background

Der Dom soll als geistliches Zentrum mit allen Sinnen in gottesdienstlichen Formen erlebbar werden. Die Kunstschätze des Domes und seine Architektur sollen als geistliche Kunstwerke nicht nur museal, sondern quasi in Bewegung erfahren werden können.

General information on realization

Ein Vorbereitungskreis probte die Liturgie, die von mir entworfen war. Einige Änderungen wurden vorgenommen.

Preparation

Da der Vorbereitungskreis schon recht eingeübt ist, hat eine Probe vorher und am Tag selbst eine halbe Stunde ausgereicht.

Realization

Donnerstag, 26. Dezember 2013, 10 Uhr, Dom St. Stephanus Halberstadt

 

DER HIMMEL IST OFFEN

 

Ökumenische Mette zum Tag des Heiligen Stephanus

Diese Mette wurde am 26.12.2013 im Dom zu Halberstadt gefeiert. Es waren ca. 100 Teilnehmer/innen da. Der Anfang stand ganz im Zeichen des Weihnachtsfestes. Fröhliche Lieder besangen den offenen Himmel. Christus ist geboren, Gott kommt auf die Erde, der Himmel ist offen, die Engel und wir singen: Gloria in excelsis Deo!

Dann, während der Verkündigung, kam Stephanus in den Blick. Auch er sieht den Himmel offen.

Eine Vortragefigur des Halberstädter Domschatzes war bildlich anwesend. Auf der einen Seite ist Maria mit dem Christuskind umgeben von einem Strahlenkranz, auf der anderen Stephanus mit seinen Attributen, drei Steinen.

Die Mette sollte nichts vollkommenes darstellen, keinen ungebrochenen Jubel, sondern in der Vortragefigur mit ihren zwei Seiten wurde das Unvollkommene, das Gebrochene sichtbar. Deshalb waren auf der ersten Seite des Programmes beide Figuren halb zu sehen, mit einem Riss. Dieser Riss könnte der offene Himmel sein, aber auch der Riss in meinem/unserem Leben.

 

Ingressus (Eingang) zwischen Kantor und Chor

Herr, tue meine Lippen auf – dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Eile, Gott, mich zu erretten! – Herr, mir zu helfen

Ehre sei dem Vater und dem Sohne – und dem Heiligen Geiste. Amen.

Anfang der Mette in der Winterkirche. Quelle: Jochen Kaiser 

Gemeindelied „Brich an, du schönes Morgenlicht“ (EG 33)

 

Votum und Gebet

 

Gemeindelied „Vom Himmel hoch“ (EG 24)

Liedmeditation über die letzte Strophe

 

Gemeindelied „Hört der Engel helle Lieder“ (EG 54)

 

Psalm 96, 1-3 & 9-13; Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo

(aus EG 54)                                  

Singet dem HERRN ein neues Lied;

singet dem HERRN, alle Welt!

 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

GLORIA

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,

unter allen Völkern von seinen Wundern!Psalm zwischen Kantor und Gemeinde in der Winterkirche. Quelle: Jochen Kaiser

Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,

mehr zu fürchten als alle Götter.

GLORIA

Hoheit und Pracht sind vor ihm,

Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.

Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

GLORIA

Sagt unter den Heiden: Der HERR ist nig.

Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht..

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

GLORIA

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

es sollen jauchzen alle Bäume im Walde

vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

GLORIA

 

Programmheft: geteilte Figur - halb Weihnachten, halb Stephanus. Quelle: Jochen Kaiser

 

Verkündigung

In der Verkündigung wurde die Spannung zwischen Weihnachten und der Geschichte des Stephanus ausgelegt.“Der Himmel ist offen“ gilt für beide Ereignisse. Das Symbol für Weihnachten war eine große weiße Kerze, Stephanus wurde mit seinen Attributen, drei Steinen dargestellt. Während der Verkündigung wurde die Abbildung der Vortrage-Doppelfigur von Maria mit Christus im Strahlenkranz gewendet, sodass Stephanus mit drei Steinen zu sehen war.

 

Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo“ (aus EG 54)

 

Prozessionslied „Wir ziehen vor die Tore der Stadt“ (Singt von Hoffnung 04)

Wir ziehen durch die Tore der Stadt. Der Herr ist nicht mehr fern. Singt laut, wer eine Stimme hat! Erhebt die Blicke, wer schwach und matt! Wir ziehen vor die Tore der Stadt und grüßen unsern Herrn. Text: G. Schille, Melodie: M. Schlenker

 

Prozession: aus der Winterkirche hinaus, rechts um die Kirche und durch das Westportal in den Dom.

Wir folgen bei der Prozession der Kerze und den Steinen. Wir singen beim Laufen immer wiederholt das Lied „Wir ziehen vor die Tore der Stadt“

 

Prozession 1. Quelle: Jochen Kaiser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prozession 2. Quelle: Jochen Kaiser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vier Stationen im Dom

       a) Stephanus, der Diakon

Stephanus 1. Quelle: Jochen Kaiser

Ein Streit. Harte Worte. Vorwürfe. Kein Friede. Finstere, frostige Stimmung. Die Griechen. Die Hebräer. Gezanke der Volksgruppen. Ausländer. Unfriede.

Die Apostel, die Jünger Jesu sind traurig.

Zankapfel ist das Essen. Essen für die Witwen.

Streiten, hetzen, hinterm Rücken, grollen, hadern, flüstern gegen die anderen. Kein Friede.

Die Apostel, die Jünger Jesu sind traurig.

Sie rufen: Kommt! Friede auf Erden.

Wir predigen euch den Auferstandenen Christus. Wir suchen Sieben, die sich um die Witwen bemühen. Diakone. Stephanus ist der erste. Stephanus, Diakon.

Zeugnis geben von Gottes Wirken und Essen verteilen.

Martyria und Diakonia.

Apostel und Diakone.

Stephanus, ein Mann voll Glaubens und heiligem Geist.

Hier sehen wir ihn. Stephanus, der Diakon.

Stephanus gesegnet durch die Apostel.

Stephanus, Diakon, das bedeutet: einer Sache dienen.

Stephanus dient der Gemeinde, den Witwen.

Stephanus voll Gnade und Kraft tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo“ (aus EG 54)

 

Prozessionsgesang ist immer „Wir ziehen vor die Tore der Stadt“Porzession 2. Quelle: Jochen Kaiser

 

      

b) Rede des Stephanus

Stephanus 2. Quelle: Jochen Kaiser

Stephanus voll Gnade und Kraft tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

Da stritten sie mit Stephanus. Kein Friede.

Zanklustig. Wütend. Aufgebracht. Falsche Zeugen. Er, der, Stephanus, lästert, spottet über Mose, über Gott. Greift ihn. Gefangen. Gefesselt. Weggeschleift. Hoher Rat. Alte, weise Männer. Sie hören die Anschuldigungen. Unfriede.

Stephanus steht ganz ruhig. Blickt nach oben. Leuchtend sein Angesicht. Engelgleich.

Liebe Brüder, sagt er. Liebe Schwestern. Der Geist erfüllt ihn. Liebe Schwestern, Brüder, Gott der Herrlichkeit erschien Abraham und Mose, führte uns ins gelobte Land. Vierzig Jahre durch die Wüste, Manna, das Himmelsbrot als Speise. Salomo baute Gott einen Tempel. Gott in menschlichen Häusern, nein er wohnt im Himmel, unsichtbar um uns herum. Die Propheten, verfolgt. Verstockte Herzen, fest geschlossen.

Sie hörten es. Ihre Herzen durchbohrt. Knirschende Zähne. Starr und steif, keine Bewegung. Verkrampfte Hände. Wut kocht. Kein Friede.

Doch Stephanus: Ich sehe den Himmel offen.

Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo“ (aus EG 54)

 

Prozessionsgesang ist immer „Wir ziehen vor die Tore der Stadt“Prozession 3. Quelle: Jochen Kaiser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

c) Prozess gegen Stephanus

Doch Stephanus: Ich sehe den Himmel offen und Jesus zur Rechten Gottes stehen. Friedefürst.Stephanus 3. Quelle: Jochen Kaiser

Stephanus voll Heiligem Geist. Er schaut den Himmel.

Bewegungslos stehen sie. Trauen ihren Ohren nicht. Nur die Herzen hämmern. Immer schneller, das Blut pulsierte, rote Gesichter, noch starr, noch ... noch

Ein Schrei. Ein Schrei zerreißt die Stille. Ein Schrei dringt durch Mark und Bein. Ein Schrei zerschneidet die Luft. Da bewegen sich alle, stürmen, drängen, rütteln, laufen, rennen. Wie eine Meereswoge schwappt die Menschenmenge über Stephanus. Stoßen, schupsen, schieben, knuffen, puffen, treten, reißen, heben, treiben aus der Stadt. Kein Prozess. Lynchen, loswerden, er stört. Störenfried. Kein Friede.

Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo“ (aus EG 54)

 

Prozessionsgesang ist immer „Wir ziehen vor die Tore der Stadt“

 

d) Steinigung des Stephanus

Kein Prozess. Lynchen, loswerden, er stört. Störenfried. Kein Friede.Stephanus 4. Quelle: Jochen Kaiser

Wütende Menge. Stephanus mitten unter ihnen. Da, der erste hat einen Stein. Zurück. Lasst ihn liegen. Steinigen. Steinigen. Steinigen.

Ein Stein fliegt. Dumpf schlägt er auf. Stephanus steht, die Arme geöffnet: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Stein um Stein, getroffen. Stephanus bricht in die Knie, getroffen Stein um Stein. Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Getroffen, Stein um Stein. Am Boden liegend, Stein um Stein, getroffen. Keine Bewegung, kein Stein mehr. Stille. Totenstille.

Texte an den Stationen von Jochen Kaiser

Stille

Gemeinde-Kehrvers „Gloria in excelsis Deo“ (aus EG 54)

 

Fürbittengebet – die Gemeinde singt das Kyrie eleison (aus dem Lied „Die Wüste vor Augen“ Kirchentagsliederbuch HH Nr. 88)

 

Aktion „Geschenkte Zeit“Aktion Geschenkte Zeit. Quelle: Jochen Kaiser

Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Viel Zeit, Mühe und Liebe wird von den Menschen eingesetzt, um für ihre Freunde und Familie Geschenke zu finden. Stephanus war der erste Diakon und versorgte Witwen und Waisen in der ersten Gemeinde in Jerusalem. Diese beiden Punkte sollten in der Mette verbunden werden. So sollte der Gottesdienst als Darstellung des Glaubens und das diakonische Handeln, der Blick auf die Benachteiligten in der Welt auf einander bezogen sein. Deshalb wurden die Teilnehmer/innen eingeladen, eine Idee für „geschenkte Zeit“ auf einen Zettel zu schreiben, laut vorzulesen und an eine Pinnwand zu hängen.

Den Abschluss dieser Aktion, in der noch weitere Zettel an die Pinnwand gehängt werden konnten oder jede/r für sich über „geschenkte Zeit“ nachdachte, war das Lied des Chores „Die Wüste vor Augen“ (Kirchentagsliederheft HH Nr. 88) und die Gemeinde konnte das schon bekannte Kyrie als Kehrvers mitsingen.

 

Vater unser

Segen

Beim folgenden Lied zogen wir durch den Lettner zum WestportalAuszug. Quelle: Jochen Kaiser

1. Wir ziehen durch die Tore der Stadt. Der Herr ist nicht mehr fern. Singt laut, wer eine Stimme hat! Erhebt die Blicke, wer schwach und matt! Wir ziehen vor die Tore der Stadt und grüßen unsern Herrn.

2. Er ist entschlossen, Wege zu gehn, die keiner sich getraut. Er wird zu den Verstoßenen stehn, wird nicht nach anderer Urteil sehn. Er ist entschlossen, Wege zu gehn, vor denen allen graut.

3. Er ruft uns vor die Tore der Welt. Denn draußen wird er sein, der draußen eine Krippe wählt und draußen stirbt auf dem Schädelfeld. Er ruft uns vor die Tore der Welt: Steht für die draußen ein.

Auszug 2. Quelle: Jochen Kaiser

 

 Orgelnachspiel zum Auszug

 

 

 

 

 

 

 

 

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