Bet- und Lehrhaus Petriplatz e.V.

Author
a geistreich member
Created at: 2014-01-24
Last major update at: 2014-02-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeinwesen, Gebet und Stille, Interreligiöse Begegnungen
Institutions
Bet- und Lehrhaus Petriplatz e.V. in Berlin
Keywords
Target audiences
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Information
Preparation: 4 Jahre
Execution: Auf Dauer
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BLP_PERSPEKTIVE_GERTRAUDENSTRASSE(c)KUEHNMALVEZZI.jpg

Abstract

Errichtung eines Bet-und Lehrhauses der 3 monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) auf den Fundamenten der alten Petrikirchen mitten in Berlin.

Situation / context

Am Urort Berlins, dort, wo die Geschichte der einstigen Doppelstadt Cölln/ Berlin im 13. Jh. begann, wurden Fundamenten der Petrikirchen wiederentdeckt - unweit des Schlossplatzes.

  

Weitere Informationen

www.bet-lehrhaus-berlin.de

www.marienkirche-berlin.de

 

Goals

Auf Initiative der Evangelischen Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien soll am Urort Berlins ein neuer Sakralbau in einer zeitgenössischen Architektursprache entstehen: Ein einzigartiges und zukunftsweisendes Haus für die Religionen Christentum, Judentum und Islam sowie die Stadtgesellschaft Berlins.

Auf dem Petriplatz entsteht ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus, ein Gotteshaus der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Es ist noch nicht gebaut, in Podiumsgesprächen stellt es sich aber an verschiedenen Orten in der Stadt bereits vor.

Reflection / background

Unsere Gemeinde hat 2008 beschlossen, Verantwortung für ihren alten Kirchort zu übernehmen und daraufhin begonnen, am Ort, zwischen den Ausgrabungen, wieder zu beten und das Evangelium zu lesen. Zugleich entwickelten wir ein Konzept für die künftige Nutzung des Ortes unter den Leitfragen: Was braucht die Stadt von uns? Wie können wir unser Herzanliegen, das Evangelium, an diesem Ort in die Stadt tragen?

Daraufhin entstand das Projekt Bet-und Lehrhaus der drei Religionen. 

Zugute kommt uns dabei die Grundhaltung, die wir teilen: jeder lebt seinen Glauben und betet zu seinem Gott. Wir wollen keine Religionsvermischung, sondern dem anders Glaubenden respektvoll begegnen. All das geschieht aus Glaubensüberzeugung und vor den Augen der Stadtgesellschaft, einladend und öffentlich, auch den religionssuchenden Menschen gegenüber. Uns trägt die gemeinsame Überzeugung, dass auf diese Weise unsere Religionen dem Stadtfrieden dienen.

Vertreter der drei Religionsgemeinschaften wollen auf dem Petriplatz ein in dieser Form völlig neuartiges Gebäude bauen und gemeinschaftlich mit Leben füllen. In diesem Bet- und Lehrhaus werden die drei Religionsgemeinschaften unter einem Dach in ihren Traditionen beten und Gottesdienste feiern, zugleich soll der Dialog der Religionen, der von zunehmender gesellschaftlicher Bedeutung ist, transparent und öffentlich ins Zentrum der säkularen Stadt Berlin gestellt und in das Gespräch der politischen und kulturellen Akteure der Stadt eingebunden werden.

Als Träger des Projekts gründeten im Herbst 2011 die Jüdische Gemeinde Berlin, das Forum für Interkulturellen Dialog, die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien und das Land Berlin den Verein Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin e.V.

Im September 2012 wurde der Entwurf des Berliner Architektenbüros KuehnMalvezzi als Gewinner des internationalen Architekturwettbewerbs ausgewählt (Graphik oben).

  

Wird das Bet- und Lehrhaus die gebaute Ringparabel – wie es in der Presse zum Abschluss des Architekturwettbewerbes diskutiert wurde? Wo und wie findet es seinen Ort zwischen Provokation und Folklore? Das war Thema des ersten Gesprächs im Deutschen Theater Berlin.

Anlass des zweiten Gesprächs war das Erscheinen des Katalogs zum weltweit ausgeschriebenen Architekturwettbewerb von September 2012. Mit diesem Katalog wird die Buchkunst sowohl zum Dokument als auch zum Vehikel der Baukunst. Aber wie beeinflussen darüber hinausgehend Buchkunst und Baukunst einander? Wie finden die drei Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam als Texte auslegende Buchkünste in der Baukunst Heimat? Wie wirkt das Haus auf das Lesen? Und was folgt daraus für die künftige Nutzung des Bet- und Lehrhauses? Das waren die Themen des zweiten Abends der Gesprächsreihe in der Parochialkirche.

General information on realization

Es ist noch nicht gebaut, in Podiumsgesprächen stellt es sich aber an verschiedenen Orten in der Stadt bereits vor.

Preparation

Es begann mit der Partnersuche. Diese hat längere Zeit in Anspruch genommen (2 Jahre), weil uns wichtig war Partner zu finden, die uns und sich untereinander vertrauen konnten und die sich in der Lage sahen kontinuierlich und auf lange Sicht inhaltlich und sachbezogen mit uns zu arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern gründeten wir den Verein: Bet-und Lehrhaus der 3 Religionen, dem eine Charta des Miteinanders zugrunde liegt. Frau Poeschel kann Ihnen weiteres Material zum Stand des Projektes zur Verfügung stellen. Seither arbeiten wir eng zusammen bezogen auf die Errichtung des Bet-und Lehrhaus aber auch in gemeinsamen Veranstaltungen und Andachten.

Realization

Auf Grundlage dieser Haltung und des gewachsenen Vertrauens im Miteinander war es dann kein schwerer Schritt mehr hin zu gemeinsamen Projekten:

  • Z.B. einer multireligiösen Friedensandacht. Die erste Andacht feierten wir 2011, anlässlich des Gedenkens an den 11.9.2001, wiederum zwischen den Ausgrabungen am Petriplatz. Jeweils ein oder zwei Rabbiner, Imame und Pfarrerinnen in ihrer je eigenen liturgischen Kleidung begrüßen, lesen je einen Text ihrer Heiligen Schrift, einer legt seinen Text aus (im Jahr 2013, am 8.9. um 13 Uhr, Rabbi Ben Chorin), beten ein Gebet ihrer Tradition und Segen nach ihrem Ritus. All das geschieht nebeneinander, sichtbar voneinander abgesetzt und unter Beibehaltung der Unterschiede. Neben instrumentaler Musik wurden auch drei Lieder gemeinsam gesungen.
  • Inhaltlich versuchen wir unsere Glaubensüberzeugung und ihr Friedenspotential bezogen auf aktuelle Ereignisse in Stadt und Gesellschaft zum Besten der Stadt zu entfalten. So sprach z.B. im vergangen Jahr Rabbiner Alter nach dem Überfall auf ihn zum Thema Gewaltlosigkeit und Respekt vor den Religionen.
  • Eine Gesprächsreihe 'Religion und Toleranz' :
    http://www.geistreich.de/P1670
  • Gesprächsabend „Toleranz und Gewalt. Taugen die Religionen vor allem für eine Kriminalgeschichte?“ am 13. Februar 2014:
    http://www.geistreich.de/P1670

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Es ist noch nicht gebaut, in Podiumsgesprächen stellt es sich aber an verschiedenen Orten in der Stadt bereits vor. Hier sind die Erfahrungen überaus positiv.

Adopted and refined

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    • Bet- und Lehrhaus Berlin - Entwurf der Architekten KuehnMalvezzi
      In Berlin entsteht auf dem Petriplatz ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus , ein Gotteshaus für die drei monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum. Es ist noch nicht gebaut, in Podiumsgesprächen stellt es sich aber an verschiedenen Orten in der Stadt im laufenden Jahr bereits vor.
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    • BLP_PERSPEKTIVE_GERTRAUDENSTRASSE(c)KUEHNMALVEZZI.jpg BerlinWaisenstraße 28, 10179 Berlin
      siehe vor allem http://www.geistreich.de/experience_reports/1872.
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