Stadtklösterliches Angebot

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a geistreich member
Created at: 2014-01-27
Last major update at: 2014-01-27
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Citykirchen und Profilgemeinden, Gemeindeaufbau, Arbeit mit Touristen und Kurseelsorge
Institutions
Greifswalder Dom
Keywords
Target audiences
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Preparation: no information
Execution: no information
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2013-08_Dom_Stadtbild_Scholz

Abstract

Seelsorge als leibarbeitsbezogenes Spiritualitäts- und Gesprächsberatungsangebot im Greifswalder Dom (Arbeitstitel). Projekt befindet sich in Planung.

Situation / context

Der Greifswalder Dom, der auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gelegen ist, genießt eine langgewachsene, breite Akzeptanz in der städtischen und regionalen Bevölkerung. Durch seinen Status als Bischofskirche ist er ein Ort, von dem besondere Impulse ausgehen können. Zugleich ist er im Sinne einer Citykirche Stätte zahlreicher hochkarätiger Konzerte, Kunstausstellungen, Universitätsveranstaltungen, politischer Diskussionsforen zu aktuellen (die Region betreffenden) Themen. Er ist ferner eine der touristischen Attraktionen der an der Ostsee gelegenen Hansestadt Greifswald und ganztägig für Besucher geöffnet. Außerdem beherbergt er eine lebendige Kerngemeinde, von der ein bereits langjähriges geistliches Angebot ausgeht, bestehend u.a. aus täglichen Mittagsandachten in den Monaten Mai bis Oktober (zusätzlich in der Friedensdekade und der Passionszeit) und wöchentlich stattfindenden meditativen Domführungen (als Abendveranstaltungen). Seine räumliche Ausstattung weist neben einem großen Kirchraum, der in seiner Schlichtheit und Weite für Stilleübungen gut geeignet ist, mehrere Seitenkapellen auf, von denen eine für Beratung genutzt werden kann. Eine andere fungiert bereits als „Kapelle der Stille“, eine weitere beherbergt einen „Dritte-Welt-Leuchter“, der thematisch in Spiritualitätsangebote einbezogen werden kann.

2013-08_Dom_Stadtbild_Scholz . Quelle: Cordula Ruwe

Goals

Für Ortsansässige und Touristen (ca. 50 bis 800 Besucher pro Tag, siehe Anhang) soll es, ausgehend von der Erfahrung des Kirchenraumes, ein verlässliches, qualifiziertes Beratungsangebot, verbunden mit regelmäßigen Spiritualitätsübungen, geben, das Gesprächs-, Kreativitäts- und Leibarbeitselemente für den Einzelnen und für Gruppen miteinander verknüpft. Konkrete Lebensberatung und ganzheitliche Erfahrungsräume sollen eine innere Öffnung des Einzelnen ermöglichen, hin zur Möglichkeit der Erfahrung von Heilsein. Hierzu sollen bereits bestehende Angebote der Gemeindearbeit durch Knowhow von personzentrierter Beratung und christlich-spiritueller, kreativer Leibarbeit ergänzt und vertieft werden. Auf diese Weise wird Seelsorge als eine Form kirchlicher Verkündigung direkt im Alltag von Menschen sowie im Herzen einer Ortsgemeinde verankert.

 

Dieses Angebot verfolgt die Ziele,

  1. Seelsorge- und Beratungsangebote in unterschiedlichen Abstufungen konsequent körper- und körperarbeitsbezogen zu gestalten („Focusing“);
  2. spirituell suchende Menschen unter den Dombesuchern in ihrer Situation des So-Gewordenseins wahrzunehmen und person- und leibzentriert zu begleiten, d.h. ihnen von ihrem inneren Bezugsrahmen her mittels einer empathischen, kongruenten und akzeptierenden Haltung zu begegnen (C. Rogers);
  3. den säkularen Menschen unter den Besuchern in ihrer Spiritualitätssehnsucht mit einem christlich orientierten, erfahrungsbezogenen, mystisch-seelsorgerlichen Angebot zu antworten und so Prozesse der persönlichen Sinnfindung und daraus resultierendes Handeln anzuregen bzw. zu unterstützen;
  4. als Kirche einen Kontrapunkt zum Leben unter den Bedingungen der säkularisierten Welt zu setzen; auf problematische gesellschaftliche Entwicklungen (wie Leistungs- und Termindruck, Schnelllebigkeit, Überfülle, hohe Mobilität, rasant steigenden Medienkonsum usw.) gezielt zu reagieren; Begegnungsräume zu schaffen, in denen der Einzelne im Zusammenhang mit anderen aus ständiger Geschäftigkeit heraustritt und zur Begegnung mit sich selbst und mit Gott kommt;
  5. als Kirche auf die Besonderheit der Situation von Urlaubern einzugehen (im Urlaub treten die Rollen des Alltags in den Hintergrund, Raum für die Sehnsucht nach Ureigenem entsteht, Erinnerungen werden wach, ungelöste Themen brechen sich Bahn);
  6. ständige und sichtbare Präsenz von Seelsorge in einer Umgebung zu schaffen, in der die Mehrheit ihrer Bewohner der Kirche entfremdet ist.

Reflection / background

1. Der Mensch gilt als untrennbare Einheit von Leib-Seele-Geist, weshalb es notwendig ist, dass Seelsorge neben der Wortverkündigung auch noch mittels anderer, eher leiborientierter Formen stattfindet, und zwar beides eng miteinander verwoben, um so Menschen als ganzheitliche Personen zu erreichen. Leibarbeit in diesem Kontext eröffnet die Möglichkeit, dass man nicht mehr nur vorrangig ‚glauben‘ muss, dass Gott für einen ist, sondern dass man es aus seinem Inneren heraus ‚erfährt‘.

2. Der nicht-direktive, personzentrierte Gesprächsberatungsansatz nach C. Rogers, der unmittelbar an der subjektiven Lebenssicht des Einzelnen ansetzt, ist sinnvollerweise durch den körperorientierten Ansatz des Focusing nach E. Gendlin zu erweitern (http://www.daf-focusing.de/). Hierbei geht es um eine wissenschaftlich erprobte Methode, bei der man lernt, auf sein eigenes ‚Körperwissen‘ zu hören, das als ‚Felt sense‘ (gefühlter Sinn) zu allen Themen unseres Lebens als vages Ahnen in uns, d.h. unterhalb von Gedanken und Gefühlen, vorhanden ist, um so Verstand und Körper miteinander ins Gespräch zu bringen.

3. Beide Beratungsmethoden, in denen es darum geht, zuzuhören und anzunehmen, was ist, (und dadurch innere Räume zu erschließen) zu können - in ihrer Wirkung sich gegenseitig ergänzend - mit Spiritualitätsübungen verschränkt werden.
In Stille, Meditation, Gebet und kreativen Formen (z.B. Bibliodrama) geht es ebenfalls um ein Verweilen im inneren Körperraum, um ein inneres Hören, nun zu Gott hin. Im Sinne christlicher Spiritualität spielen Bibel und christliche Traditionen dabei eine wichtige Rolle.

4. Theologisch erschließt sich die Notwendigkeit von Körperarbeit aus Ansätzen neutestamentlicher Anthropologie (vgl. z.B. 1. Kor 15,44 sowie F. Ch. Oetingers bekannte Aussage von der Leiblichkeit als dem Ende der Wege Gottes).

General information on realization

Im Sinne eines Seelsorge-Kompetenz-Teams, das Synergieeffekte bewirkt, ist eine enge Zusammenarbeit angestrebt, einerseits mit dem Dompfarrer, andererseits mit ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen aus der Gemeinde mit Seelsorgebezug (z.B. den meditativen Domführern).

    

Zielgruppen

- Erwachsene

- Ortsansässige der Stadt Greifswald und der umgebenden ländlichen Region

- Touristen

- Kirchenferne und Gemeindeglieder, übergemeindlich, ökumenisch

Preparation

Im Detail sind folgende Angebote angedacht:

  • Gesprächsberatung im Rahmen der ‚Offenen Kirche‘ direkt nach den täglichen Mittagsandachten und bei Bedarf;
  • regelmäßige 15- bis 30minütige Stilleangebote (eingebettet in gemeinsame Psalmlesung, Taizelieder, Fürbittenkerzen am ‚Dritte-Welt-Leuchter‘) mit nachfolgender Gesprächsmöglichkeit;
  • wöchentliches Meditationsangebot als Gruppe (mit gemeinsamem Austausch, geistlichem Impuls, Meditationszeit);
  • monatliche Angebote, z.B. Bibliodrama oder Themenabende zu Traditionen christlicher Spiritualität (Wüstenväter, Herzensgebet, Ignatius von Loyola, MystikerInnen), auch auf Anfrage anderer Gemeinden;
  • Exerzitien im Alltag mit geistlicher Begleitung (als Ausblick, nach entsprechender Fortbildung)

Realization

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Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

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Adopted and refined

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